Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Ist es möglich, dass Gleichtrom im Kabel die Polarität wechselt?


von Martin (burnlnhell)


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Ich habe ein verrücktes Problem: Im Haus liegen an allen Stellen, die 
ich erreichen will CAT 7 NW-Kabel, AWG 22, ca 0,3mm², auch wenn ich sie 
für Stromversorgung nutzen will (hier ist jetzt kein POE gemeint). Ich 
wollte zu diesem Zweck eigentlich 0,6er Kabel verlegt haben, aber der 
Elektriker meinte, CAT7 kann man genauso nutzen. Nun will ich also 3,7V 
DC über so ein NW Kabel in ein Gerät einspeisen. Ich brauche auf dem 
Kabel insgesamt 4 Adern, also benutze ich das Cat-Cabel in 4 2-er 
Bündeln, also habe ich pro Bündel ca 0,6mm².
Ich schließe es unten im Keller blau-hellblau an plus und grün-hellgrün 
an minus des Ausgangs eines LM2596 DC-DC Converters mit genau 3,7V an, 
dann geht es über den Netzwerk-Stecker in ein Patchpanel mit 
Keystonebuchse (hab alle 48 Buchsen selbst bestückt, kein Fehler zu 
erwarten), von dort nach oben und kommt als unbestücktes kabel aus der 
Wanddose.

An diesem Ende messe ich die 3,7V genau vertauscht, also ich messe 
-3,7V.

Habe nun 2 unterschiedliche Multimeter verwendet, habe keine Erklärung. 
Ich habe mich nicht verguckt, ich bin jetzt schon 10 Mal rauf und 
runtergelaufen um mich zu vergewissern, habe auch im Keller die Spannung 
am Kabel gemessen. Habt ihr sowas schonmal gehört? Kann es durch die 
Verdrillung einen Polaritätswechsel geben? Es gibt ja auch 
Phantomspeisung in Stromkabeln die eng liegen, deswegen muss ich 
nachfragen, bevor ich etwas anschließe. Ich weiß nicht, wie ich mit der 
Situation umgehen soll, denn wer viel misst, ihr wisst ja...

von Thomas W. (goaty)


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Klar, durch das verdrillen kann auch AC entstehen wegen der kapazitiven 
Kopplung.

von Oliver S. (oliverso)


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Eine kleine Last wird das Rätsel um irgendwelche Einkopplungen schnell 
lösen.

Danach gehts hier weiter:

Martin schrieb:
> hab alle 48 Buchsen selbst bestückt, kein Fehler zu
> erwarten

Oliver

von Dietrich L. (dietrichl)


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Martin schrieb:
> Netzwerk-Stecker in ein Patchpanel mit
> Keystonebuchse (hab alle 48 Buchsen selbst bestückt, kein Fehler zu
> erwarten)

Hast du bedacht, dass beim Blick auf die Anschlüsse von Stecker und 
Buchse die Anordnung spiegelverkehrt ist?

von Nick (b620ys)


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Ich würde einfach die Farben kontrollieren. Und zwar am Einspeisepunkt 
in das Kabel (incl. Messung) und am Ausspeisepunkt (incl. Messung).

Dann erst würd ich mich für den Nobelpreis für die Entdeckung eines 
neuen Phänomens bewerben.
Wird aber eher auf den Darwin-Award rauslaufen.

von Johannes F. (jofe)


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Martin schrieb:
> Ich
> wollte zu diesem Zweck eigentlich 0,6er Kabel verlegt haben, aber der
> Elektriker meinte, CAT7 kann man genauso nutzen.

Wenn der Elektriker das sagt... Er muss es ja nicht bezahlen.

Martin schrieb:
> Nun will ich also 3,7V
> DC über so ein NW Kabel in ein Gerät einspeisen.

So eine niedrige Spannung bei vmtl. mehreren dutzend Metern Länge und 
0,6 mm2 Querschnitt? Bei welcher Stromstärke? Hast du dir mal Gedanken 
über den Spannungsabfall gemacht?

Martin schrieb:
> Ich schließe es unten im Keller blau-hellblau an plus und grün-hellgrün
> an minus des Ausgangs eines LM2596 DC-DC Converters mit genau 3,7V an

Warum nicht den Schaltregler direkt vor den zu versorgenden Verbraucher, 
und im Keller die Spannung vor dem Regler einspeisen?

Martin schrieb:
> Kann es durch die
> Verdrillung einen Polaritätswechsel geben?

Ganz sicher nicht.

Martin schrieb:
> Es gibt ja auch
> Phantomspeisung in Stromkabeln die eng liegen,

Bei Wechselstrom.

von Athlon N. (athlon)


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Irgendwo im Leitungsverlauf T568A und T568B gemischt?

von Lu (oszi45)


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@ Martin Angemeldet seit 16.03.2026 18:33
1. Selbst eingebaute Fehler sind immer die schönsten.
2. Auf ein Patchpanel untypische Sachen zu legen, könnTe auch Rauch zur 
Folge haben bei üblichen RJ45-Anschlüssen. So mancher Notebookbesitzer 
kennt den Effekt.
3. Es gab auch den ganz, ganz seltenen Fall, dass innerhalb eines Kabels 
sich Farben geändert haben. Ein Dozent zeigte mir ein Kabel in welchem 
unterwegs ein schwarzer Draht grüngelber Schutzleiter wurde. Seitdem 
habe ich einen Phasenprüfer dabei. In Deinem Fall würde ich eher auf 
falsch angeschlossen tippen.

von Mario M. (thelonging)


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Irgendwo werden eben Adernpaare vertauscht sein. Ein Netzwerk-Tester 
könnte sekundenschnell Aufklärung bringen.

Dietrich L. schrieb:
> Hast du bedacht, dass beim Blick auf die Anschlüsse von Stecker und
> Buchse die Anordnung spiegelverkehrt ist?

Athlon N. schrieb:
> Irgendwo im Leitungsverlauf T568A und T568B gemischt?

Das wird es nicht sein, weil die blauen Adern immer mittig sind.

von Walter T. (nicolas)


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Neee, passt schon. Wenn mit 3,7 V eingespeist wird, ist über die gesamte 
Länge der Spannungsabfall so groß, dass sie sogar negativ wird.

Cat 7 hat 76 Ohm/km. Wenn 300 mA gerüber gespeist werden, fallen 2,3 
V/100 m ab. Bei ca. 160 m (Hin- und Rückweg!) fallen genau 7,4 V ab, so 
dass die Polarität genau gedreht ist.

: Bearbeitet durch User
von Rolf (rolf22)


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Lu schrieb:
> Es gab auch den ganz, ganz seltenen Fall, dass innerhalb eines Kabels
> sich Farben geändert haben. Ein Dozent zeigte mir ein Kabel in welchem
> unterwegs ein schwarzer Draht grüngelber Schutzleiter wurde.

Das hatte der von seinem Bruder. Der ist Illusionskünstler und zeigt 
auch gern mal den Trick mit dem durchgeschnittenen Seil, das sich durch 
Schütteln wieder zusammensetzt.

> In Deinem Fall würde ich eher auf  falsch angeschlossen tippen.

Oder falsch gemessen.

Und dann gibt es ja noch die bekannte Sache mit dem rechts vs. links.
"Du hast doch gesagt, ich soll links abbiegen, und nun sind wir völlig 
falsch und müssen zurück!" -- "Aber ich meinte natürlich das andere 
links."

von Martin (burnlnhell)


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Dietrich L. schrieb:
> Martin schrieb:
>> Netzwerk-Stecker in ein Patchpanel mit
>> Keystonebuchse (hab alle 48 Buchsen selbst bestückt, kein Fehler zu
>> erwarten)
>
> Hast du bedacht, dass beim Blick auf die Anschlüsse von Stecker und
> Buchse die Anordnung spiegelverkehrt ist?

Kann diese Theorie jemand bestätigen? Bei Google finde ich nichts. Ich 
dachte immer die passenden Farben werden beim Stecken miteinander 
verbunden. Aufgelegt hab ich immer nach T568B und hatte bisher nie einen 
Fehler, egal ob Keystone oder direkt Stecker, Kabeltester habe ich, aber 
"oben" guckt das Kabel roh aus der Wand, dh messen kann ich an beiden 
Enden, aber in der Mitte gibt es die Verbindung Stecker auf 
Keystone-Buchse und an der Stelle kann ich nichts messen.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Martin schrieb:
> Ich schließe es unten im Keller blau-hellblau an plus und grün-hellgrün
> an minus des Ausgangs eines LM2596 DC-DC Converters mit genau 3,7V an,

Martin schrieb:
> An diesem Ende messe ich die 3,7V genau vertauscht, also ich messe
> -3,7V.
>
> Habe nun 2 unterschiedliche Multimeter verwendet, habe keine Erklärung.

Aber ich:

Benutzername burnlnhell
Vorname Martin
Angemeldet seit 16.03.2026 18:33
Beiträge 2

TROLL, um keine unfreundlichere Bezeichnung zu wählen.
Riecht furchtbar streng.

Mag das mal jemand nach /dev/null befördern oder, besser, komplett 
ausfegen?

von Veit D. (devil-elec)


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Hallo,

du wirst vermutlich irgendwo einen Dreher drin haben. Lass dich mit dem 
Spiegelverkehrt nicht verwirren, dass ist nur gültig wenn du auf die 
Strinseiten der Buchsen schaust. Wenn du jeweils die Farben betrachtest, 
zählt nur die Farbe. Wenn du richtig einspeist und am anderen Ende 
Farbenrichtig misst, kann nur mittendrin ein Farbendreher drin sein. 
Eine andere Erklärung kann es dafür meinerseits nicht geben. Man kann 
und darf auch selbst beim Adern auflegen Fehler machen. :-) Prüfe 
Kabelsegment für Segment durch.

: Bearbeitet durch User
von Oliver S. (oliverso)


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Veit D. schrieb:
> kann nur mittendrin ein Farbendreher drin sein.

Nicht doch quantentunnelnde Elektronen?

Oliver

von Veit D. (devil-elec)


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Oliver S. schrieb:
> Veit D. schrieb:
>> kann nur mittendrin ein Farbendreher drin sein.
>
> Nicht doch quantentunnelnde Elektronen?
>
> Oliver

Die würden aus der Kurve fliegen. Normale Elektronen würden sich am 
Kurvenradius anlehnen.

von Gustl B. (gustl_b)


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Manfred P. schrieb:
> Riecht furchtbar streng.

Das tust du schon seit vielen Beiträgen und Jahren. Lüfte mal das S-Bahn 
Zimmer.

von Hans W. (hanswieland)


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Der Strom ändert seine Richtung, wenn er in eine Sackgasse gerät, wo es 
nicht mehr weiter geht. Er verlässt die Batterie, fließt bis zur 
Sackgasse, und kehrt dann wieder zurück in die Batterie. Das geht so 
schnell, man merkt es nicht. Die Batterie scheint durchgehend voll zu 
bleiben.

:-)

von Johannes F. (jofe)


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Gustl B. schrieb:
> Lüfte mal das S-Bahn
> Zimmer.

Verwechselst du Manfred mit Dieter?

Ich hatte auch direkt an Troll gedacht, war mir aber nicht 100 % sicher.

von Hardy F. (hflor)


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Sind das alles die gleichen Anschlussmodule?
Ich hatte mal welche, wo der Aufkleber um 180Grad gedreht war. Die hatte 
ich an nur einer Seite. Die Suche hat selbst mit Kabeltester ewig 
gedauert.

von Gustl B. (gustl_b)


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Johannes F. schrieb:
> Verwechselst du Manfred mit Dieter?

Der Großteil hier sind Rentner mit S-Bahn Zimmer.

Johannes F. schrieb:
> Ich hatte auch direkt an Troll gedacht, war mir aber nicht 100 % sicher.

Hexenjagd war schon im Mittelalter uncool.
Es gibt eben viele Menschen die mit einem Thema, hier Elekronik, kaum 
Berührpunkte haben. Und vielleicht auch nicht haben wollen. Und dann 
passiert es in deren Leben aber doch, dass sie mal in Kontakt damit 
kommen und Fragen haben. Also melden sie sich in einem Forum an weil sie 
sich dort Hilfe erhoffen. Auch gar nicht unbedingt Hilfe um etwas zu 
lernen, sondern einfach nur um ihr aktuelles Problem zu lösen.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Gustl B. schrieb:
> Johannes F. schrieb:
>> Ich hatte auch direkt an Troll gedacht, war mir aber nicht 100 % sicher.
>
> Hexenjagd war schon im Mittelalter uncool.
> Es gibt eben viele Menschen die mit einem Thema, hier Elekronik, kaum
> Berührpunkte haben. Und vielleicht auch nicht haben wollen. Und dann
> passiert es in deren Leben aber doch, dass sie mal in Kontakt damit
> kommen und Fragen haben.

So dämlich, bei einer angeblich verpolten Spannung die Adern nicht 
einfach umzudrehen kann kein Anfänger sein.

Der Dummlall "Ausgangs eines LM2596 DC-DC Converters mit genau 3,7V" muß 
kommentiert werden?

von Johannes F. (jofe)


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Gustl B. schrieb:
> Es gibt eben viele Menschen die mit einem Thema, hier Elekronik, kaum
> Berührpunkte haben. Und vielleicht auch nicht haben wollen. Und dann
> passiert es in deren Leben aber doch, dass sie mal in Kontakt damit
> kommen und Fragen haben.

Ja, schon. Aber das Eröffnungsposting erschien mir doch ungewöhnlich 
wirr und abstrus. Warum will jemand, der offenbar kaum Berührpunkte mit 
bzw. Ahnung von E-Technik hat, diverse unbekannte Geräte an 
verschiedenen Stellen mit "genau 3,7V" und dann auch noch über 
Cat.-7-Netzwerkkabel versorgen?

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