War gerade in der Garage und wollte ein Stück von einer alten Platine absägen. Das Leiterplattenmaterial ist alt (noch aus DDR Zeiten) die Platte stand aufrecht in der Ecke in einem Stapel mit mehreren Platten. An der Bestückungsseite lagerten ein paar Platten Zelluloid. Die Platte liess sich fast nicht aus dem Stapel ziehen, das Zelluloid hatte sich großflächig aufgelöst und war mit der Platine verschmolzen. Das Gfk der Platine hat sich dabei auch angelöst und hat eine gelartige Konsistenz. Dazu kommt ein fieser ekliger Geruch... bääh. Eigentlich hätte ich erwartet, daß so eine Leiterplatte nie vergammelt oder sich auflöst. Was ist da chemisch passiert? Achso, ich dachte ich könnte wenigstens die stinkenden Zelluloidreste verbrennen. Aber brennbar sind nur die nichtaufgelösten Stellen der Platten.
Zelluloid enthält Campher als Weichmacher. Das wird in das Leiterplattenmaterial gewandert sein und das Kunstharz zum Aufquellen gebracht haben.
Hmm, möglich. Aber sollte GfK nicht unlöslich sein?
Frank D. schrieb: > Hmm, möglich. Aber sollte GfK nicht unlöslich sein? Hätte auch nicht erwartet, dass Campher Epoxidharz anlösen kann, aber Terpene sind schon für so manche Überraschung gut...
H. H. schrieb: > Hätte auch nicht erwartet, dass Campher Epoxidharz anlösen kann, aber > Terpene sind schon für so manche Überraschung gut... Vielleicht ist es ja nicht mal wirklich Kampfer, sondern irgendwas anderes, was da als Weichmacher verwendet wurde. Mit der entsprechenden Laborausstattung könnte man das wohl herausbekommen. Aber ob es den Aufwand wert ist?
H. H. schrieb: >> Hmm, möglich. Aber sollte GfK nicht unlöslich sein? > > Hätte auch nicht erwartet, dass Campher Epoxidharz anlösen kann, aber > Terpene sind schon für so manche Überraschung gut... Beachte die Herkunft: Frank D. schrieb: > Das Leiterplattenmaterial ist alt (noch aus DDR Zeiten) Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass DDR-Kunststoffe und Gummiteile aus zuverlässigem Material hergestellt wurden.
Frank D. schrieb: > paar Platten Zelluloid Wenn man solche Brandbeschleuniger lagert, darf man sich über nichts wundern. Kann gut sein das es hier mal zu einer Wärmeentwicklung gekommen ist. Sowas schädigt GFK schon ganz gut und wenn es nicht zu lange war (weil die Zelluloid-Platten eher dünn/klein waren), sieht das eventuell nicht direkt nach Brandschaden aus. Die Zelluloid-Platten sehen ja irgendwie aus als wäre da in der Mitte was geschmolzen. Die Überreste haben dann vielleicht auch noch chemisch "weitergearbeitet". - https://www.ifs-ev.org/von-heissen-streifen/
Manfred P. schrieb: > Beachte die Herkunft: > Frank D. schrieb: >> Das Leiterplattenmaterial ist alt (noch aus DDR Zeiten) > > Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass DDR-Kunststoffe und > Gummiteile aus zuverlässigem Material hergestellt wurden. Die Industrieproduktion lief damals oft auf Hartpapier, diese Platte war schon was "besseres". Das wurde damals Cevausit genannt, kenn ich in der Verwendung nur bei Computern. Irgend W. schrieb: > Die Zelluloid-Platten sehen ja irgendwie > aus als wäre da in der Mitte was geschmolzen. > Die Überreste haben dann vielleicht auch noch chemisch > "weitergearbeitet". Die Platten sind dort geschmolzen, wo sie unter Druck an der Leiterplatte lehnten. Die sind wirklich ziemlich alt, die lagerten Jahre im Keller und nach dem Umzug in der Garage. Welche Temperaturen die gesehen haben, lässt sich schwer sagen. Sicher mehr als im Keller aber bestimmt keine 40°. Irgend W. schrieb: > Wenn man solche Brandbeschleuniger lagert, darf man sich über nichts > wundern. Wer keine alten Telephone oder andere Akkugeräte lagert, werfe den ersten Stein :)
Frank D. schrieb: > Die Platten sind dort geschmolzen Da ist gar nichts "geschmolzen". Wortwahl! Wer schlampig formuliert, der denkt auch schlampig.
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