Moin, ich wühlte gerade etwas in der Bastelkiste, dabei kamen ein paar ICL8038 zu Tage. Hab mich gefragt was das ist, nach nem Datenblatt gesucht und es scheint sowas wie der XR2206 zu sein. Auf Seite 4 im Datenblatt (https://www.alldatasheet.com/datasheet-pdf/view/67443/INTERSIL/ICL8038.html) findet man ein Bild der Innereien, die Transistoren Q25 bis Q29 (in der unteren linken Ecke) haben so eine Art "Zipfel" oben und unten an ihren "Basisstrichen". Was sind das für Transistoren? Die Frage hat keinerlei praktischen Hintergrund, ich suche keine Ersatzlösung, ich frag mich ganz einfach nur was das für Transistoren sind. MfG Chaos
J. T. schrieb: > es scheint sowas wie der XR2206 zu sein. Richtig, fast genau sowas. Ganz oben in der Einleitung steht zu lesen: ", using Schottky barrier diodes" Ich vermute, daß es damit zu tun hat, bin aber auf die genauen Beschreibungen, die gleich folgen werden gespannt. mfg
"Schottky-Transistor". Ein normaler Bipolartransistor mit zusätzlich einer Schottkydiode zwischen Basis und Kollektor, um Sättigung zu verhindern. Hat man auch bei den LS-TTL so gemacht.
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Erstmal vielen Dank für die Auskunft, ihr seid mal wieder viel zu schnell :D Variante Links oder Variante Rechts? Mit meinen eingeschränkten Elektronikkenntnissen sind beide irgendwie wenig bis gar nicht sinnvoll.... Bei Variante links kann die Basisspannung doch nicht unter die Kollektorspannung - Uf von der Schottky Diode fallen? Damit könnte der Transistor doch gar nicht (ordentlich) sperren? Und bei Variante rechts würde die Schottky ja nur was machen, wenn man an die Basis eine Spannung anlegt, die größer als die Kollektorspannung ist? Beim erstellen des Bildchens fiel mir dann auch wieder ein, wo ich diese "komischen Zipfel" schonmal gesehen hab.
J. T. schrieb: > Und bei Variante rechts würde die Schottky ja nur was machen, wenn man > an die Basis eine Spannung anlegt, die größer als die Kollektorspannung > ist? Der Kandidat bekommt 100 Punkte!
hmmmm, ok es geht ein Hauch weniger Strom durch R3 als durch R1, was (für mich) gleichzeitig ein bisschen Sinn macht, aber zur selben Zeit auch gar keinen. Ein bischen Sinn, weil durch die Diode ja zusätzlicher Strom fließen kann. Keinen Sinn macht es, weil durch den Basiswiderstand in beiden Varianten im geschalteten Zustand der gleiche Strom fließt. Weiter "gemessen". Der Strom durchd den Basiswiderstand ist zwar gleich, aber bei der Variante mit Schottky fließt fast nichts davon durch die Basis des Transistors? Wie kann der dann überhaupt schalten? Großes Fragezeichen! Beim Abschalten ist der Kollektorstrom bei der Schottkyvariante deutlich schneller aus (knapp 2us gegen knapp 60us), allerdings steigt die Kollektorspannung bei der Schottkyvariante wesentlich langsamer wieder an als die der anderen. Aber was da passiert, verstehe ich so überhaupt gar nicht.
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J. T. schrieb: > Und bei Variante rechts würde die Schottky ja nur was machen, wenn man > an die Basis eine Spannung anlegt, die größer als die Kollektorspannung > ist? Ja, und wenn die Diode was zu machen bekommt, dann wirkt das ganze wie eine Gegenkopplung auf die Basis, damit der T nicht komplett durchschaltet. Der T kommt nicht mehr in die Komplett-Sättigung, und wird dadurch flotter beim wieder abschalten.
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Mir fällt auf, dass ich mir die Schaltvorgänge noch nie so richtig angeschaut habe. Wo kommt diese negative Spannungsspitze an der Basis vom Transistor ohne Schottky beim Abschalten? Und auch die Spannung direkt an der Basis der Schottkyvariante fällt viel langsamer, als die Spannung an der Basis ohne. Warum ist der Strom genausoviel schneller aus, wie die Spannung langsamer aus ist?
Ach langsam setzt ein wenig Verständnis ein. Wenn der Transistor schaltet, sieht die ääähhhh Anode? ja fast Massepotential.(Ich kann mirs nie merken. Annnnnnode negativ? Oder war das wieder irgendwo in der Chemie und bei der Diode ist die Kathode die negative Seite?). Und damit kann dann der Strom, der zur Sättigung führen würde, daran vorbeifließen, wo die Sättigung überhaupt erst entstehen würde. Geht das in die richtige Richtung?
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Und würde die Spannung noch weiter Richtung Uf der Schottky fallen, würde der Transistor ja wieder zumachen, da kommt die negative Rückkopplung her. Aber das die Basisspannung langsamer ansteigt, wenn der Tranistorstrom so "schlagartig" fällt, will mir noch nicht so recht in den Verstand....
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H. H. schrieb: > wenn man >> an die Basis eine Spannung anlegt, die größer als die Kollektorspannung >> ist? > > Der Kandidat bekommt 100 Punkte! Da hatte ich irgendwie im Hinterkopf, dass die Kollektorspannung gleich der Betriebsspannung ist und nicht auf dem Zettel, das genau die Kollektrospannung beim Schalten ja einbricht. Damit macht das ganze dann ja viel weniger "keinen Sinn" :D Wieviel Punkte brauch ich für ne Waschmaschine?
J. T. schrieb: > Wo kommt diese negative Spannungsspitze an der Basis > vom Transistor ohne Schottky beim Abschalten? Hallo, vielleicht hier mal lesen, was unser Tomas Schaerer vor langer Zeit mal geschrieben hat in seinen Mini-Kursen: https://www.elektronik-kompendium.de/news/thema/miller-kapazitaet/ mfg
> ich wühlte gerade etwas in der Bastelkiste, dabei kamen ein paar ICL8038 > zu Tage. Keine Ahnung wie das heute so ist, eine Zeitlang hat man die mit Gold aufgewogen. .-) Vanye
Vanye R. schrieb: > Keine Ahnung wie das heute so ist, eine Zeitlang hat man die mit Gold > aufgewogen. .-) Die Produktion der Originale von ICL wurde vor Jahrzehnten (20 Jahre?) eingestellt. Mittlerweile gibt es die natürlich aus dubiosen Quellen als "100% original" zu Taschengeldpreisen. Man muss halt flexibel sein was man als "original" durchgehen lässt. Etwa ein 100% originaler Clone der Signalformen ähnlich einem ICL8038 erzeugt. Ich meine, für Bastler reicht's und der Chinese schmeißt gerne noch einen ganzen Bausatz mit in den Deal. Aktuell 2,89€ für einen Bausatz "ICL8038 Multifunktions-Niedrigfrequenz-Signalgenerator, Mehrwellenschweißen, Experimentierset für elektronische Schaltkreise, DIY" als Kombi-Knaller bei Aliexpress.
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> Mittlerweile gibt es die natürlich aus dubiosen Quellen als "100% > original" zu Taschengeldpreisen. Man muss halt flexibel sein was man als > "original" durchgehen lässt. Irgendwie tu ich mich schwer sowas zu glauben. Ich glaube gerne das jemand ein beliebiges IC/Gehaeuse nimmt und da 8038 drauf lasert! ICh glaub auch gerne das jemand einen Transistor oder einen Schroenz-OPV nimmt und da was teures drauf lasert. Aber das jemand die komplette funktionalitaet eines ICL8038 nachbildet und sei sie noch schon schlecht? Wo sollen denn dafuer die Kunden herkommen damit sich da ein MPW run lohnt? Es wird sicher viel gefaelscht, aber 50% ist Aberglauben oder Bastlerunfaehigkeit. Vanye
HGsemi fertigt immer noch Nachbauten des 8038, allerdings in lausiger Qualität. LCSC hat den gelistet.
> HGsemi fertigt immer noch Nachbauten des 8038,
Aber fuer wen? Ich fand den 1982 auch mal cool, aber heute? Ich war
schon baff erstaunt als Maxim damals den MAX 038 rausbrachte. Das wirkte
schon so als wenn der Chef von Maxim sich nur einen Kindheitstraum
erfuellen wollte.
Vanye
Vanye R. schrieb: >> dabei kamen ein paar ICL8038 zu Tage. > Keine Ahnung wie das heute so ist, eine Zeitlang hat man die mit Gold > aufgewogen. .-) Ich habe noch einen Generator mit dem Ding, dessen Platine und Frontplatte mal vom noch echten Völkner verkauft wurde. Aus der Erinnerung heraus meine ich, dass der Sinus besser als beim XR2206 war.
Manchmal drängt sich die Vorstellung auf, das auf den Brettern der Bücherregale der heutigen Nachwuchshobbyisten nur leere Softdrinkdosen kullern ... Aus ISBN: 3-341-00148-4, Manfred Seifart: "Digitale Schaltungen", 1986
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> Ich habe noch einen Generator mit dem Ding, dessen Platine und > Frontplatte mal vom noch echten Völkner verkauft wurde. Loser! Bei mir war IMHO eine der ersten Platinen drin die ich selber geaetzt habe. ICH meine nach einer Anleitung aus der Elrad. .-) > Aus der Erinnerung heraus meine ich, dass der Sinus besser als > beim XR2206 war. Aber heute wuerde man vermutlich einen Mikrocontroller mit I2S nehmen und da einen 16Bit DAC dran haengen. Selbst in den 90ern hab ich mir schon eine CD gebrannt und die im Player auf A-B Repeat gehabt. Ganz davon abgesehen das vermutlich heute der billigste chinesische Signalgenerator besser ist. Oder das was im Oszi als Beigabe mit drin ist. Deshalb erstaunt es mich ja das die Teile heute noch gefertigt werden. Sie sind halt von der Zeit ueberholt und fuer eine Fertigung braucht man schon eine gewisse Abnahmemenge. Den SAB0600 oder TDA7000 wird heute auch keiner mehr herstellen. Vanye
J. T. schrieb: > Und bei Variante rechts würde die Schottky ja nur was machen, wenn man > an die Basis eine Spannung anlegt, die größer als die Kollektorspannung > ist? Hallo, anbei ein Auszug aus meiner Ingenieurarbeit im Januar 1979. Ich brauchte für ein Schaltnetzteil einen schnellen Schalter, eine Vorstufe für den Leistungstransistor. Damals war ein BC107 und ein BC177 schon die beste Wahl. In der Bibliothek hatte ich in der Funkschau 78/4 eine Schaltung gefunden bei der die Transistoren nicht in die Sättigung kommen und deswegen wesentlich schneller waren. Im Labor stand mir damals sogar ein Hameg Oszi mit zwei Kanälen und 20 MHz Bandbreite zur Verfügung. Das waren noch Zeiten! Die Stufe war wirklich schnell. mfg Klaus
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