Forum: Haus & Smart Home Treppenlichtautomat Eltaco ER61-UC


von Karl B. (gustav)


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Nach vierstündiger Suche mit meinem Kollegen haben wir den Fehler 
endlich gefunden.
Denn das ganze Wochenende war die Treppenhausbeleuchtung ständig in 
Betrieb. Genauer, es gab kurze Unterbrechungen, aber dann triggerte die 
Schaltung sofgort neu. Bei Verstellen des Modus des 
Haupt-Treppenlichtautomats auf Dauer-Aus brummte es entsetzlich.
Kurzum in einer der zahlreichen von uns in mühsamer Kleinarbeit 
abgeklapperten Verteilerdosen versteckte sich ein Relais.
Offensichtlich zeigte es Spuren eines Blitzschlages oder eines 
Lichtbogens, der sich von der Leiterbahn der Oberseite auf die 
Unterseite entwickelt haben muss.
Näheres kann man den angehängten Fotos entnehmen. Es kommt eventuell 
noch ein Feuchtigkeitsschaden in Betracht (Tauwasser nach 
Frostperiode?).
Die Ursache ist offensichtlich nicht der Leiterbahnabstand von teilweise 
weniger als 6 mm auf der Platinenunterseite. Es ist die 230V-Seite.
(Am besten alles mit "Weicon" einbalsamieren, damit sich sowas nicht 
wiederholt.)

ciao
gustav

P.S.: Einzelteile: Ein PIC Microcontroller PIC12F675, ein Power Mosfet 
IRFR420, ein einspuliges "retournierbares" Relais DE1a1b-L-4.5V
Das Relais soll vom Taster am Klingeltableau aus den "normalen" 
Treppenlichtautomaten triggern.
Über die Funktion wurde hier ja schon in einem anderen Post berichtet.
Beitrag "Verständnisfrage zu Eltako ER61-UC Wechsler"

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Kein Wunder, dass fast niemand mehr "Fachleute" bezahlen kann.

von Holger R. (holgerr)


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Karl B. schrieb:
> Nach vierstündiger Suche mit meinem Kollegen haben wir den Fehler
> endlich gefunden.
Und deswegen wurde ein Tread aufgemacht ?
HolgerR

von H. H. (hhinz)


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Karl B. schrieb:
> Die Ursache ist offensichtlich nicht der Leiterbahnabstand von teilweise
> weniger als 6 mm auf der Platinenunterseite.

6mm sind ja auch nicht nötig.

Und im Datenblatt steht ja auch: 3mm.

: Bearbeitet durch User
von Karl B. (gustav)


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Ob es wirklich 3 mm sind, habe ich nicht ausgemessen. Deutlicher wird 
die Sache nach Demontage des Relais und der Kontaktleiste.
Es ist also doch ein Überschlag zwischen den Leiterbahnen gewesen.
(Das Rastermaß des Hintergrundkaros ist 5 mm).

Interessanterweise ist das Relais - soweit ich es getestet hatte, IMHO 
völlig in Ordnung. Die beiden "common" sind isoliert. Aber 
zusammengeschaltet im Aufdruck mit 1 dargestellt.
Durch Umpolen wechselt der Schaltzustand jeweils gegensinnig an 2 und 3.
(Bei 9V Batterietest zieht die Spule gerade einmal ca. 40 mA, obwohl sie 
für 4,5V spezifiziert ist.)

Warum das so gemacht wird? Stichwort vandalismussicher. Sollte jemand 
auf die Idee kommen, den Taster "Licht" am Klingeltableau mit einem 
Streichholz festzuklemmen, zieht das Relais nicht ständig Strom.
Aber 40 mA mehr oder weniger machen IMHO den Kohl nicht fett.
Ich hätte eher sowas in der Richtung wie ABB 12 V AC ABB ESB20-20N-14 
mit 12V Spulenspannung genommen. Dann hätte man das im Verteilerkasten 
"feuchtesicher" auf Hutschiene noch montieren können. Das ER61-US 
bekommt seine Versorgungsspannung auch wie die Klingeltaster aus dem 
Klingeltrafo, hat dafür keine Extrawurst.
Nun ja, die Hausverwaltung hatte dem Chefelektriker freie Hand gelassen.

ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von Rangi J. (rangi)


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Könnte vllt auch ein kleines Insekt gewesen sein, welches unter die 
Klemme gekrabbelt ist und initial den Überschlag ausgelöst hat.

von Karl B. (gustav)


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Rangi J. schrieb:
> Könnte vllt auch ein kleines Insekt gewesen sein, welches unter die
> Klemme gekrabbelt ist und initial den Überschlag ausgelöst hat.

Möglich schon, (gerade kämpfe ich hier verzweifelt gegen eine 
Silberfischchenplage) wahrscheinlich aber eher "Klimaeinfluss".
Die Dose, in der das Teil verbaut ist, befindet sich im zugigen 
Treppenhaus direkt neben der Tür und hat wohl etwas "Schnee" mit 
abbekommen, der dann später taute und "abtropfte". Und zwar genau an den 
Stellen.
Hatte oben schon ansatzweise erwähnt, besser gleich mit 
Feuchtraumtechnik arbeiten oder zumindest die Platine irgendwie 
"versiegeln". Zum Beispiel mit Weicon Flex+Bond.

ciao
gustav

von Rangi J. (rangi)


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Karl B. schrieb:
> Silberfischchenplage

Silber soll sehr gut leiten ... g

von Karl B. (gustav)


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Genaugenommen handelt es sich um die Wände hochkrabbelnde 
Papierfischchen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Papierfischchen
Die fressen mir meine Bücher an.
Meine Tierliebe hält sich in Grenzen. ;)

ciao
gustav

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Ich meine doch, "µ" wie Mükroschalter wäre das Warnzeichen dafür, daß 
die Relaiskontakte gerade nicht die 3 mm einhalten, die für manche 
Sicherheitsanforderungen nötig sind. Dann wird man die Leiterbahnen 
natürlich erst recht nicht danach beabstanden.

Der Überschlag kommt wohl von einer induktiven Last, die sich beim 
Ausschalten an der engsten Stelle erleichtert hat. Aber sollte das nicht 
mittlerweile von den Kondensator(netzteil)en der LED-Dirnen aufgefressen 
werden?

Falls irgendwo Leuchtstoffröhren mit klassischem Vorschaltgerät hängen, 
könnten die daran schuld gewesen sein. Oder doch der Steinbrecher im 
benachbarten Schotterwerk.

: Bearbeitet durch User
von Apollo M. (Firma: @home) (majortom)


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Karl B. schrieb:
> P.S.: Einzelteile: Ein PIC Microcontroller PIC12F675, ein Power Mosfet
> IRFR420, ein einspuliges "retournierbares" Relais DE1a1b-L-4.5V
> Das Relais soll vom Taster am Klingeltableau aus den "normalen"
> Treppenlichtautomaten triggern.

Kannst du vieleicht mal den gesamten Schaltplan aufnehmen? ... ist ja 
sehr überschaubar die Bestückung. Wäre interessant für mich ...!

Welche Funktion hat den der IRFR420 in der Schaltung?
Ich sehe rechts noch einen kleinen "Käfer" ohne Nennung?!

von Karl B. (gustav)


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Wollvieh W. schrieb:
> Falls irgendwo Leuchtstoffröhren mit klassischem Vorschaltgerät hängen,
> könnten die daran schuld gewesen sein. Oder doch der Steinbrecher im
> benachbarten Schotterwerk.

Nein, diese Schaltung soll nur den anderen Treppenlichtautomaten 
triggern.
Es ist ein Feuchteschaden. Und solch ein Teil in einer Verteilerdose an 
der Witterung mehr ausgesetzen Stelle zu montieren, ist höchstens dem 
Bauelektriker anzulasten. Deswegen hatten wir ja auch erst das ganze 
Treppenhaus abgeklappert, bis wir dann auf diese versteckte Dose 
stießen.
Und Pläne gibt es nicht.
Noch eine Besonderheit: Dreileitertechnik mit Schalten von N. Die 
Glimmlampe im Taster leuchtet immer. Auch wenn Treppenlicht brennt. Ist 
fest als "Orientierungsleuchte" auf L und N geschaltet, nicht parallel 
zum Taster, wie sonst üblich.
Was sagt KI dazu:
Zitat:
"... Diese Schaltung ist in Neubauten nicht mehr zulässig, genießt aber 
Bestandsschutz..."

Hatte dem Eli vorgeschlagen, er solle einen Eltako TLZ12-8plus einbauen.
Der hatte aber abgewunken.
Do never touch a running System.

Apollo M. schrieb:
> Kannst du vieleicht mal den gesamten Schaltplan aufnehmen? ... ist ja
> sehr überschaubar die Bestückung. Wäre interessant für mich ...!

Klar, genau die Idee hatte ich auch. Ich muss aber erst einmal die 
Platine säubern (abdremeln), baue Relais und Klemmleiste wieder ein, und 
schaue mal, was da so passiert. Die Mimik mit den vielen VDRS, 
Transistoren und Mosfet dient IMHO dazu, den Triggerspannungsbereich von 
8-230V DC/AC hinzubiegen.

ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von Karl B. (gustav)


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Die Funktion kurz nochmal mit Oszilloskop untersucht und prinzipiell 
dargestellt:
An den Anschlüssen -A1 und +A2 liegt die Triggerspannung. Bei 
Gleichspannung getestet 2 Stück 9V Batterien in Reihe (18V) nur in 
angegebener Polung funktionstüchtig. Bei Wechselspannung mit 16V ~ 
getestet.
Durchgangstester an Klemmen 1 und 3.
Egal, wie lange Triggerimpuls anliegt, es erfolgt immer ein Impuls von 
ca. 15 ms, der das Relais schaltet. Danach ist die polarisierte Spule 
stromlos. Beim Einschalten erfolgt dieser Impuls von 15 ms in der einen 
Polarität, beim Abschalten in der anderen Polarität. Siehe Bild und 
Video.
Die Umpolung wird durch gegensinniges Toggeln zweier GPIO-Ausgänge 
erreicht. (Die 100µF Elkos sind nach etwa 15 Sekunden entladen.)

ciao
gustav

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