Hallo zusammen. Ich nutze derzeit Eagle 9.5.2 (Standalone). Als ich damals in meiner Lehrzeit Eagle nutzte, war alles relativ einfach zu bedienen. Das Verzeichnis-Wirr-Warr gab es zwar schon damals mit Eagle, aber immerhin funktionierte das, was im neuen Eagle nicht mehr funktionieren will: Eine Ausgabe eines GCodes für meine CNC-Fräse über das damalige "pcb-gcode.ulp". Auch dieses wird nicht mehr supported. Wähle ich das ULP aus meinem alten Eagle-Verzeichnis aus, kommen Fehler von Unbekannten Bezeichnern und mir wird ein C-Skript geöffnet so nach dem Motto "da haste den Sch***, jetzt mach' mal und finde den Fehler". Nun bin ich nah dran mich komplett von Eagle zu lösen, leider weiß ich nicht, wo ich da anknüpfen könnte. Eagle scheint es nun auch in zwei Versionen zu geben, das besagte 9.5.2 als Standalone, wobei sich das "noch neuere" Eagle in Autodesk Fusion integriert (Fusion nutze ich für CAD-Zeichnungen für den 3D-Druck). Vom Bedienkomfort und von der ebenfalls nicht funktionierenden PCB-zu-GCode-Wandlung ist es extrem langsam und bietet mir keine Möglichkeit zum Ausführen des besagten ULPs. Wie macht ihr das? Es geht mir nur darum, eine einfache Schaltung die mir nun als Eagle-BRD-Datei vorliegt zu fräsen. Das ist für mich alles so ungreifbar und experimentell. Das Gleiche, wie wenn man in Word einen Brief schreibt aber die Funktion "Ausdrucken" fehlt. Konkret: Wie kann ich mit EAGLE 9.5.2 eine "Fräsdatei" erstellen, damit die meine Fräse-Software auch frisst. Der CAM-Prozessor in 9.5.2 ist ja mal alles andere als hilfreich: Ich kann null Parameter für das Fräsen ansich einstellen. Weder Vorschub, Fräserdurchmesser, Zustellung, Boarddicke, Isolationsdicke, usw. Frustration bahnt sich an. Vielen Dank und Gruß
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Johannes K. schrieb: > Das Gleiche, wie wenn man in Word einen Brief schreibt aber die Funktion > "Ausdrucken" fehlt. Naja, es ist ja eher so, als würde die Funktion fehlen, den Text statt auszudrucken (=> normale Gerber-Ausgabe für Platinenfertigung) auf eine Steintafel zu meißeln. Eine Platine per Fräser zu erstellen, war schon immer eher eine Nische, und angesichts der Vielfalt an Platinenfertigern dürfte es immer mehr in den Hintergrund gerückt sein. Ich weiß, das hilft dir natürlich mit deinem Ansinnen jetzt nicht wirklich weiter. Ich vermute mal, deine beste Chance wäre es, noch ein altes Eagle zu installieren, bei dem dein ULP noch funktioniert und dieses dann ausschließlich für die Ausgabe der Fertigungsdaten zu verwenden. > Wie macht ihr das? Fertigen lassen. Ich habe eh keine CNC-Fräse, aber auch ansonsten wäre mir die damit erreichbare Strukturgröße wohl hinten und vorn nicht mehr ausreichend heutzutage.
Ich trau es mir fast nicht sagen: Für KiCAD scheint es ein Plugin dafür zu geben (ich hab es nie ausprobiert und werde es wohl nie probieren). Und KiCAD kann Eagle importieren. Das hab ich mal vor ca. 6 Jahren probiert, war aber nicht so toll wg. mehrseitigen Schaltplan in Eagle.
Ich würde das CAD vom CAM trennen und beide als unabhängige Schritte betrachten. Für das CAD dann von mir aus bei Eagle bleiben wenn Du unbedingt willst, oder z.B. auf Kicad wechseln. Meinem Eindruck nach ist Eagle seit vielen Jahren ziemlich tot, aber da mögen die Meinungen auseinandergehen. Aus dem CAD exportierst Du dann Gerber oder SVG und verwendest ein CAM-Programm welches daraus G-Code für die Fräse erzeugt. Da gibt es verschiedene Lösungen, z.B. FlatCAM. Ich selbst hab damit allerdings keine Erfahrungen, ich habe früher geätzt und bin jetzt rein auf fertigen lassen umgestiegen. Wenn ich wieder mit selbst fertigen anfangen würde, dann würde ich mir mal die neuen Laser anschauen und entweder damit direkt belichten oder gleich das Kupfer wegbrennen (was wohl mit UV-Lasern gehen soll).
>war aber nicht so toll wg. mehrseitigen Schaltplan in Eagle. Bei mir geht es nur um einseitige Isolationsfräsereien. Das würde völlig ausreichen. KiCAD kenne ich nicht, aber ich lade es mir mal herunter. (=> normale Gerber-Ausgabe für Platinenfertigung) So sieht es aus. Ich habe es mal spaßeshalber "vor dem Fräsen" (was ja nicht stattfinden kann mit dem Output an Gerberdateien) in die Maschinensoftware geladen: Null Z-Achsen-Bewegung... >Fertigen lassen. Das fällt flach, vorallem bei meinem unglaublichen Budget und der trotzdem vorhandenen Freude am Basteln. Um kurz "politisch" zu werden: Da verstehe ich wieder die heutige Gesellschaft nicht. Es soll alles nachhaltig und möglichst selbst erstellbar sein... und dann schafft man es nicht mal, so etwas Naheliegendes von den Großen (Autodesk z.B.) zu implementieren. Ich werde mal KiCAD testen und berichten.
Johannes K. schrieb: > und dann schafft man > es nicht mal, so etwas Naheliegendes von den Großen (Autodesk z.B.) zu > implementieren. Warum sollten die das entwickeln? Da ist kein Markt dahinter. Für kommerzielle Kunden ist selbst Fertigen, schon gar per Isolationsfräsen, komplett tot, da Personalintensiv und von den Ergebnissen her bei weitem nicht ausreichend. Damit Du das Layout brauchen kannst, musst Du Dinge wie QFN mit 0,4mm-Pitch zuverlässig platzieren und routen können. 2-Lagig, eigentlich eher 4-Lagig, inkl. zuverlässigen und kleinen Durchkontaktierungen ist auch ein Muss. Isolationsfräsen ist also nur noch was für Hobby-Anwender. Und die zahlen dafür nicht ausreichend.
Gerd E. schrieb: > Isolationsfräsen ist also nur noch was für Hobby-Anwender. Und selbst da nur für Leute mit sehr geringen Ansprüchen an die erreichbare Auflösung. Johannes K. schrieb: > Es soll alles nachhaltig und möglichst selbst erstellbar sein. Wenn man die Fräse herum stehen hat und mit der erzielbaren Auflösung zufrieden ist, verstehe ich dein Argument. Ohne Fräse bliebe nur selbst ätzen. Ich hab das Zeug dafür noch da, würde es aber nur im Ausnahmefall noch machen (z.B. um etwas buchstäblich komplett an einem Abend fertig zu bekommen), und nachhaltiger ist die Chemie-Panscherei zu Hause im Vergleich zu einer industriellen Fertigung mit etablierten Prozessen ganz gewiss nicht.
Hallo Gerd, Gerd E. schrieb: > Isolationsfräsen ist also nur noch was für Hobby-Anwender. Und die > zahlen dafür nicht ausreichend. Ich behaupte, nicht mal mehr für die Hobby-Anwender. Ich habe ja Ende des letzten Jahrhunderts (!) selbst eine Fräse gebaut mit dem Ziel, Platinen zu Fräsen. Das war noch bevor es PCB-Pool, Aisler oder gar direkte Bestellmöglichkeiten in China gab. Wenn ich sehe, wie wenig Prototypen-PCBs heutzutage kosten und wie schnell die bei Bedarf (bei Fertigung in DE/EU) verfügbar sind, sehe ich wirklich kein Argument mehr für das Fräsen von Platinen. Mit freundlichen Grüßen Thorsten Ostermann
Johannes K. schrieb: > "pcb-gcode.ulp" Wo ist das denn her? Bei meinem Eagle 7.7 gibt's das nicht, aber evt. funktioniert mill-outlines.ulp - das GUI ist jedenfalls recht eindrucksvoll und am Ende kommt sowas raus:
1 | % |
2 | M48 |
3 | M71 |
4 | G21 |
5 | G90 |
6 | T01C0.0 |
7 | T02C0.8 |
8 | T03C0.8 |
9 | T04C0.2 |
10 | T05C0.6 |
11 | T06C0.8 |
12 | T07C2.0 |
13 | T08C3.0 |
14 | T09C-1.0 |
15 | T10C2.0 |
16 | T11C0.4 |
17 | T12C0.8 |
18 | T13C0.9 |
19 | T14C1.2 |
20 | T15C1.5 |
21 | T16C1.6 |
22 | T17C3.2 |
23 | % |
24 | M999 Gesamt 78 ; CNC-Drills |
25 | G36 T10 |
26 | G00 X-12.50 Y15.00 |
27 | G01 Z-3.80 |
28 | G00 Z03.80 |
29 | (...) |
30 | G01 X-0.54 Y01.65 |
31 | G01 X-0.54 Y01.65 |
32 | G00 Z03.80 |
33 | #5522 |
34 | M999 Gesamt 3 ; Holes |
35 | G36 T 9 |
36 | M998 frsen von Bohrungen grsser Tn |
37 | G00 X45.60 Y50.00 |
38 | G01 Z-3.80 |
39 | G03 X45.00 Y50.00 |
40 | G00 Z03.80 |
41 | M998 frsen von Bohrungen grsser Tn |
42 | G00 X88.60 Y07.00 |
43 | G01 Z-3.80 |
44 | G03 X88.00 Y07.00 |
45 | G00 Z03.80 |
46 | M998 frsen von Bohrungen grsser Tn |
47 | G00 X88.60 Y50.00 |
48 | G01 Z-3.80 |
49 | G03 X88.00 Y50.00 |
50 | G00 Z03.80 |
51 | M74 |
52 | M30 Device ende |
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