Ich trenne meine Geräte bei Nichtgebrauch, um Standby Verschleiß zu unterbinden und es scheint etwas Wahres daran zu sein. Ja, sicher, Ein-und Austecken/Einschalten kann manchmal zu Ausfällen führen.
Mein mechanisch überwachter Wasserkocher ist auch schon 20J alt. Soweit es noch möglich ist, vermeide ich Elektronik in Haushaltsgeräten. Nicht, daß ich etwas gegen Elektronik prinzipiell hätte, ich traue wegen genereller Billigkeit der Konstruktionen dem Gerät nur keine lange Lebensdauer zu. Ersatzteile kriegt man nur unter gewissen Umständen und sind meist so teuer, dass es ohnehin eine hauswirtschaftliche Katastrophe ist. Abgesehen davon gibt es meist keine Serviceunterlagen mehr und Reparatur ist halt nicht gewünscht von den Herren der Ökonomie. Da ist einfach oft besser.
Meine mechanisch gesteuerte Waschmaschine ohne irgendwelche Elektronik läuft schon über dreissig Jahre ohne irgendwelche Probleme. Mein Nachbar hatte schon nach vier Jahren eine nicht reparierbare WAMA. Ein LG Kühlschränk mit High Tech verursachten einem Bekannten teure Reparaturen.
Mein Kühlschrank haltet Jahrzehnte ohne Murren. Allen gemeinsam ist das Fehlen elektronischer Steuerung. Das Problem mit elektronisch gesteuerten Haushaltsgeräten ist generell das Fehlen vernünftiger Reparatur Service Unterlagen und faire Preise und Erhältlichkeit der Ersatzteile. Aber da wird gewaltig Schindluder getrieben.
Ich habe noch eine Keurig Kaffeemaschine, die ich aber aus Umweltschutz Gründen kaum noch verwende. Obwohl die innere Konstruktionsqualität nicht schlecht ist, lässt sich das Gehäuse ohne Bohren von Hilfslöchern zum Ausrasten unzugänglicher Haltenasen nicht vernünftig öffnen. Solche Maschinen haben Elektroventile, Pumpen, Teile die in China hergestellt werden und spottbillig sind.
Trotzdem ist der typische Eigentümer meist dazu gezwungen das Teil zu entsorgen, weil niemand es ihm reparieren kann oder will. Auch wenn nur ein 5€ Teil schadhaft ist. So sieht unsere moderne Wohlstandswelt aus. Und man regt sich auf wegen Wohlstandsmüll. Man sollte sich an die Nase greifen und darüber nachdenken, ob man nicht doch wieder Reparatur allgemein möglich und zugänglichen machen sollte.
Aber hier ist das Problem: die Geräte kosten relativ wenig, aber Arbeitskosten und Bestandteile-Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Neupreis. Der Kunde kauft dann regelmässig Ersatz und am Ende gibt er trotzdem mehr aus, als vielleicht faire Reparaturmöglichkeiten kosten würden. Und der Müllberg wächst weiter und wertvolle Rohstoffe müssen unter großen Kosten und Umweltverschmutzung und Energieverbrauch wieder verwendbar gemacht werden. Vielleicht wären höhere Anschaffungskosten mit Reparaturmöglichkeiten doch eine bessere Alternative. Aber ohne Wille kein Weg.
Es sind große Fortschritte gemacht worden es gibt mittlerweile LED Beleuchtung mit sehr hoher Farbwiedergabetreue (CRI) und niedrigen Energieverbrauch. Induktionsherde erlauben effizientes Kochen. Aber gerade hier, wären vernünftige Reperaturmöglichkeiten wichtig, weil die Technik dort doch ziemlich stressig läuft. WAMAs mit ihren zahlreichen Sensoren und Aktuatoren neigen zu sporadischen Ausfällen, weil die SW allen Teilen auf die Finger schaut. Wegen der hohen Systemkomplexität ist die Fehleranfälligkeit wesentlich höher als bei früherer Technik.
Natürlich sind heutige WAMAs (solange sie funktionieren) eindrucksvoll mit ihrer dynamischen Auswuchtung. Aber bessere und bezahlbare Reparaturmöglichkeiten sind dann bei moderner Technologie Voraussetzung. Es wird Zeit eine bessere Balance zwischen Herstellerkette und dem Kunden zu schaffen. Wenn die Menschheit wirklich ihren Planeten behüten will, muss auch etwas gemacht werden. Reines Profitdenken und Gier ist folglich einfach nicht mehr länger cool. Aber auf dem Gebiet sind Fortschritte sehr dünn gesäht.