Hi zusammen, ich arbeite gerade an einem eigenen technischen Projekt mit viel Entwicklungsanteil (Prototypen, Tests etc.) (Drohnen) und stoße an ein Problem: die Finanzierung ohne Investoren. Wie habt ihr solche Phasen gestemmt? Also echte F&E-Arbeit, bevor ein Geschäftsmodell steht. Mein Gehalt reicht nicht aus. Gibt es praktische Strategien oder Erfahrungen, die geholfen haben? Vttl staatliche Forderungen? Danke euch!
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google mal nach "Crowdfunding", da werden verschiedene Anbieter aufgelistet. Wie das technisch abläuft weiß ich allerdings nicht
Lennard S. schrieb: > Hi zusammen,... Wenn Du in Bayern beim VDE wärest, dann wäre vor kurzem eine gute Gelegenheit gewesen, entsprechende Ansprechpartner, sowohl Industrie wie auch Hochschule, direkt und ungezwungen anzusprechen.
Danke für die Rückmeldung. Ich habe jetzt ein Programm gefunden und werde mich voraussichtlich mit einer Firma dafür bewerben. Warum, glaubst du, könnte es nicht klappen?
Also Steve Jobs hat damals seinen Kumpel Steve Wozniak überzeugt: -kostenlose samples von Herstellern anzufragen -seine Auto zu verkaufen -Kids von der Strasse für umsonst arbeiten zu lassen. -die Bezahl/Skonto-Frist von 60d (?) gnadenlos auszunutzen Grosse Firmen habe auch gern StartUp-Programme, war, glaube ich, auf der Embedded 2025 grosses Thema. Bspw.: * https://www.infineon.com/partners/startups Staatliche Förderungkann man versuchen, ist aber eher mau als Einzelkämpfer aus den unteren Entgeltgruppen. Dann schon eher Promotion, da wird dir das Equipment gestellt rep. finziert. Beispielsweise divers DLR-Programme. Bei der OHB beispielsweise sind da etliche aktiv. Ansonsten halt ein Thema suchen bei dem man die Materialkosten für nen Mock-Up, Prototypen stemmen kann. Ist halt auch ne Frage, was man verkaufen/demonstrieren will: * a) "Seine Fähigkeit so einen Prototypen technisch realisieren zu können * b) "das funktionierende Produkt" Für manche Investoren ist ein Indiz für kostenbewusstes Arbeiten wenn der Kreditkanditat gezeigt hat, was er mit beschränkten Mitteln hinbekommt. Und was heisst beschränkt, so ein gängiges StartUpkapital für ne Selbstständigkeit sind so 25k. Das sollte man schon hinbekommen. Selbst ein Dönerladenbetreiber schnorrt sich was in seiner Familie zusammen.
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Lennard S. schrieb: > Hi zusammen, > > ich arbeite gerade an einem eigenen technischen Projekt mit viel > Entwicklungsanteil (Prototypen, Tests etc.) (Drohnen) und stoße an ein > Problem: die Finanzierung ohne Investoren. > > Wie habt ihr solche Phasen gestemmt? > Also echte F&E-Arbeit, bevor ein Geschäftsmodell steht. > Mein Gehalt reicht nicht aus. > > Gibt es praktische Strategien oder Erfahrungen, die geholfen haben? Businessplan aufstellen. Wer sind Kunden, Wettbewerber, was kostet die Entwicklung, wieviel Kredit/Eigenkapital braucht? Etc. Weitere Infos z.B. www.baystartup.de Es geht nicht darum das technische Projekt/Produkt zu entwickeln und dann verkauft es sich von alleine, sondern den zukünftigen (langfristigen) Gewinn einer Firma. Genau auf den spekuliert der Investor (Kreditgeber) über den Kauf von Firmenanteilen. Man kann aber - wenn es eine hochattraktive Technologie ist - auch Kunden suchen, die einem die Fertigentwicklung vorfinanzieren. Aber: die meisten Kunden wollen ein individuelles Produkt von der Stange und kein Risiko eingegen (das sollen bitte andere tragen). Also sie wollen möglichst billig und maximale Qualität mit vielen "Bells and Whistles" gleichzeitig. > > Vttl staatliche Forderungen? Kann klappen, aber auch da muss man das Projekt erst mal vorfinanzieren oder nachweisen dass man seinen Eigenanteil bereitgestellt bekommt. Generell scheint es im Moment am einfachsten zu sein wenn man irgendwas mit KI und SaaS macht. Hardware ist kapitalintensiv.
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Bradward B. schrieb: >> Hardware ist kapitalintensiv. > Kann man so pauschal nicht sagen. sehe ich genauso, die Hardware ein Einzelstück meiner Diplomarbeit war locker zu finanzieren, einen serienmäßgen Prototyp zu bauen wie mein Professor es wünschte hätte mich in Lebenshaltungkosten überfordert, nach Schule, Studium und Diplom war es endlich mal Zeit Geld zu verdienen. Ich wollte nicht ewig als Student so weiterleben. Ein Kollege in meiner Industriezeit machte das noch weitere Jahre bis zur ersten Million. Jeder wie er meint, als wenn Geld glücklich macht und der Partner muß ja auch mitziehen.
Na, für ganz dolle Dinge gibt es doch ein staatliches Förderprogramm für Sprunginnovationen ;)
Maik .. schrieb: > Na, für ganz dolle Dinge gibt es doch ein staatliches Förderprogramm für > Sprunginnovationen ;) https://www.sprind.org Zitat: Die Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND finanziert bahnbrechende Technologien und Themen, die das Potential haben, unser Leben von Grund auf zu verbessern. Bezug zu Drohnen dieses Threads ist auch dabei.
Bradward B. schrieb: > Also Steve Jobs hat damals seinen Kumpel Steve Wozniak überzeugt: > -kostenlose samples von Herstellern anzufragen > -seine Auto zu verkaufen > -Kids von der Strasse für umsonst arbeiten zu lassen. > -die Bezahl/Skonto-Frist von 60d (?) gnadenlos auszunutzen Wobei das quasi nur den Demonstrator betraf, den Apple1. Und obwohl der Apple 2 schon existierte, brauchten sie einen Investor (250k$ für 26%) um ein verkaufsfähiges Produkt (statt eines Nerd-Bausatzes) daraus zu machen. Schaltnetzteil, Gehäuse, Anleitungen, Marketing, ... .
Zu Crowdfunding. Dazu sollte man einen funktionsfaehigen Prototypen haben und kommunikativ sein. Man kann sich mehr oder weniger enge Fesseln anlegen. zB bei Crowdsupply.com, eine Amerikanische Firma, die uebernimmt die Werbung und die Finanzierung, das Produkt soll dann aber auch bei ihnen, resp unter ihnen gefertigt werden. Stueckzahl Kontrolle unbekannt. Ich hatte tolle Produkte von dort. Allenfalls Kickstarter... Ich habe schon viele Projekte mitfinanziert. Sehr oft sind diese Finanzierung im herkoemmlichen Sinn eher ein Witz. Es sind zunehmend Chinesische Firmen, welche ein fertiges Produkt bereits haben, bereit zur Fertigung, inklusive Pipelines, Lieferketten, und nur noch das Geld benoetigen, welches moeglicherweise schwierig zu bekommen ist. Da wurde nichts mehr entwickelt, sogar die Verpackung war professionell optimiert. Die vorausgesagte Lieferfrist wurde eingehalten. Von der Produktausarbeitung erschien es wie die erste Serie. Also die Nullserie war schon durch. Ganz anders zu frueheren Crowdfundings, wo effektiv noch daran gearbeitet werden musste, und der Liefertermin rausgeschoben wurde.
Ich würde nicht versuchen eine brandneue Idee über Croudfunding zu finanzieren. Schließlich legt man dabei die Idee offen. Gelegentlich passiert es dass jemand in China das schnell nach baut und der Clone schon früher auf dem Markt ist als das eigene Produkt. Pandur S. schrieb: > Es sind zunehmend > Chinesische Firmen, welche ein fertiges Produkt bereits haben, bereit > zur Fertigung, inklusive Pipelines, Lieferketten, und nur noch das Geld > benoetigen, welches moeglicherweise schwierig zu bekommen ist. Ich habe bei so was die Bedenken dass es nur ein Money Grab ist. Eigentlich ist das Geld da, aber die Einnahmen aus dem Croundfunding nimmt man zusätzlich mit. Warum Geld von dummen Westlern auf der Straße liegen lassen?
> Ich habe bei so was die Bedenken dass es nur ein Money Grab ist.
Ich hatte bisher noch keine Ausfaelle. Und weshalb soll das Geld sowieso
da sein ? Du hast nicht ganz die Ahnung wie Wirtschaft laeuft.
Du hast eine tolle Idee fuer ein Produkt, hast schon viel Zeit und Geld
reingesteckt. Ein paar Kollegen oder Bekannte hatten einen Prototypen
zum Testen. Du warst bei Fabrikanten, Zulieferern hast dich beraten
lassen und eine Nullserie gebaut, alles passt. Nun solltest du eine
erste Serie fertigen lassen, die kostet zB 50kEuro. Du bist aber nicht
kreditwuerdig. Weder bei den Lieferanten, noch als Arbeitgeber, es
sollten ein paar Leute zusammenschrauben helfen...
Ein Crowdfunding hilft. Die buchen das Geld bei den Kunden zwar erst bei
Auslieferung ab, aber das sind gesicherte Kaufzusagen. Die machen dich
kreditwuerdig, auch als Arbeitgeber.
Ich habe keine Ahnung wieviel diese Plattformen fuer sich abzweigen.
Kommt moeglicherweise auf die Bedingungen an. Wie hoch ist das Risiko
fuer die Plattform, der Aufwand usw
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Servus, ich gratuliere, Du bist gescheitert. Warum schon jetzt gescheitert? 1. Hardware ist teuer und kein Investor hat Lust darauf. Hardware ist teuer und langsam. Apps und Cremes sind deutlich besser. 2. Du bist ohne Team unterwegs. Die Alleingänger sind nicht attraktiv. 3. Du bist zu alt wenn Du die Frage hier stellst. Für Studenten gibt es Exist und/oder Ähnliches. Aber die Studenten haben keine Erfahrung und scheitern normalerweise. 4. Du bist in einem falschen Land, als Gründer/Macher giltst Du als Querulant. Seed Runde ist hierzulande mit der Technischen Entwicklung von Phase B oder C in USA möglich. Also wieder keine Investoren. Ich habe Tausende Arbeitsstunden und 20000€ versenkt. Der vermögender Bekannte über 150000€ und einige Jahre. Ein Paar Andere etwas dazwischen. Keiner hatte Erfolg mit einer guten sinnvollen realistischen technischen Entwicklung. Finde normales Leben und Spass an etwas. Deine Anstrengungen werden nicht honoriert. Nur tote Lebenszeit. Du kriegst sie nicht mehr zurück. Schöne Grüße Linus
>> -kostenlose samples von Herstellern anzufragen >> -seine Auto zu verkaufen >> -Kids von der Strasse für umsonst arbeiten zu lassen. >> -die Bezahl/Skonto-Frist von 60d (?) gnadenlos auszunutzen > > Wobei das quasi nur den Demonstrator betraf, den Apple1. Und obwohl der > Apple 2 schon existierte, brauchten sie einen Investor (250k$ für 26%) > um ein verkaufsfähiges Produkt (statt eines Nerd-Bausatzes) daraus zu > machen. Schaltnetzteil, Gehäuse, Anleitungen, Marketing, ... . Ja ich beziehe mich da ausschliesslich auf den Singleboard-Computer Apple 1 hinsichtlich der Frage wie man Geld für Material heranschaft. Der erste richtige Apple Investor war Mike Markkula, einer der in jungen Jahren bei Fairchild und Intel stinkereich geworden ist und der kam zu Apple danks Steve Jobs "Telefonterror" mit dem Steve seine Messe-bekanntschaften um Geld für die Firma anbettelte. Für sein Geld bekam Markkula Geschäftsanteile, so wie ich verstanden habe hat der TO kein Geschäft sondern ein Einzelpersonen-"Projekt" oder Projekt-idee. Markkula begründet seinen Einstieg damit, das er bei der Entstehung einer neue Industrie ("Personal Computer") wegen der enormen Wachstumsaussichten) dabei sein wollte. Ein "Demonstrator" für den All-in-one Apple II ist der Single-board Computer IMHO Apple I nicht. Apple 1 war ledoglich eine bestückte Platine die über (einen einzigen) kleinen Laden verkauft wurde. Die Architektur war auch eine andere. Das Geld für den Apple I brauchte man aber auch schon nicht nur für Material sondern auch um Zuarbeiter zu bezahlen - das PCB für die Kleinserie hat nicht Wozniak selbst gemacht, das war ein Atari-Bekannter (Howard Cantin) der 500 US$ dafür erhielt. Bei Apple II war es dann noch mehr Fremdentwicklung, die bezahlt werden wollte (Lüfterloses Netzteil im Gehäuse, Gehäuse-design, ...) ganz zu schweigen von den Herstellanlagen, Vertriebswege etc.. Davon schreibt der TO nicht, deshalb beziehen sich die Tipps rein auf das Geld fürs Material. Da mal der erste Bankauszug für Apple: https://www.rrauction.com/auctions/lot-detail/351019507346002-steve-jobs-march-1976-wells-fargo-account-statement-for-apple-computer-co-apples-first-financial-record/#mz-expanded-view-1427309205690
Ich habe auch nur die Biographien gelesen und was mir sonst so in die Finger kam. Irgendwo stand, dass Makula in seinem frühen "Ruhestand" jungen Startups (heute würde man sagen) eigentlich nur coaching Tipps gab. Beim Apple II rechnete er alles durch und kam zu keinem Szenario, wie das scheitern könnte. Daraufhin sein eigenes Geld und ja tatsächliche Mitarbeit vor Ort. Von Woszniak stammt, dass der AppleII kein "Nachfolger" ist, sondern quasi gleichzeitig, wobei er natürlich nur den I erstmal realisieren konnte. Ohne Makula wäre er (nach seinen Angaben) bei HP geblieben.
Bruno V. schrieb: > Ich habe auch nur die Biographien gelesen und was mir sonst so in die > Finger kam. Zur den Umständen der Gründung gibt es ein ausführliches Interview mit Wozniak in ISBN: 978-3826691096; das taugt mir als Hauptquelle > Irgendwo stand, dass Makula in seinem frühen "Ruhestand" > jungen Startups (heute würde man sagen) eigentlich nur coaching Tipps > gab. Beim Apple II rechnete er alles durch und kam zu keinem Szenario, > wie das scheitern könnte. Daraufhin sein eigenes Geld und ja > tatsächliche Mitarbeit vor Ort. Ich hab so im Kopf, das Markulla quasi von einen Bekannten der es leid war immer von Jobs angerufen zu werden, geschickt wurde. M. galt als eitel und ist mit einem goldfarbenen Teuerwagen angereist. > Von Woszniak stammt, dass der AppleII kein "Nachfolger" ist, sondern > quasi gleichzeitig, wobei er natürlich nur den I erstmal realisieren > konnte. Müsste man vergleichen, die Monitorausgabe ist komplett anders, der Apple I ist mehr Terminal als standalone Computer, Wenn ich mich recht erinner war es auch W. Interesse ein Gerät zu haben mit dem er sich auf einem Grossrechner einloggen konnte. > Ohne Makula wäre er (nach seinen Angaben) bei HP geblieben. Hm, Wozniak wurde wohl ziemlich gedrängt bei HP zu kündigen, obwohl es ihm dort recht gefiel. Es heisst, Steve jobs liess Apple I Exemplare zurückkaufen, damit deren Besitzer nicht ständig support von Wozniak einforderten; W. sollte schliesslich am AppleII und den Laufwerken arbeiten. Und das Basic mit Float-typen sollte er auch endlich abliefern .... Vor Markulla war wohl Chuck Peddle als Investor/Mentor angedacht, und soll sich Apple's Prototypen intensiv angeschaut haben.
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