hallo, Hab hier einen Grundig Küchenunterbau Radio sonoclock 690. Hat schon ziemlich viele Jahre am Buckel (Schaltplan ist von 2000). Aber vielleicht kann ich ihn mit eurer Hilfe wiederbeleben :). Ich denke die Chancen stehen gut: Service Manual hab ich im Netz gefunden und vom Aufbau her scheinen recht viel Standardbauteile verwendet worden zu sein. Fehlerbild: Nach dem Einstecken ist sofort die Uhrzeit sichtbar und diese funktioniert auch. Nur wenn man den Radio einschaltenn will: leuchtet kurz (1-2 sek) die rote Power LED auf, das LED Display zeigt "P-1" (vmtl. für Preset 1) und geht dann sofort wieder aus bzw. schaltet auf die Uhr zurück. Vom Lautsprecher ist ein ganz kurzes, leises knacken zu hören. Das lässt sich beliebig oft wiederholen. Ich hab das Teil zerlegt am Tisch - ich denke aufgrund des ausführlichen Service Manuals sollten Fotos nicht unbedingt notwendig sein. Kann ich aber jederzeit hochladen. Rein optisch gibt's keine sichtbaren Defekte (keinen IC ohne Hut, keinen aufgeblähten/ausgeronnenen Elko, keine Brandpsuren). Was ich bisher herausgefunden habe: Das Signal vom Control Board zum Main Board (Im Stecker CN102 enthalten) bezeichnet als "Radio on" (RAON) ist im ausgeschalteten Zustand 0V und geht nach dem Einschalten für eine Sekunde auf 5V rauf. Aber dann sofort wieder runter. Viel weiter bin ich noch nicht. Zumindest auf der Sekundärseite des Trafo bricht die Spannung nie offensichtlich/stark ein. Meine Bitte an euch wäre: Wenn mir jemand bei der Fehlersuche helfen kann (und will :) ). Ich würde es bevorzugen, vorerst mit wenig intrusiven Messungen (und möglichst die Richtigen :) ) den Fehler eingrenzen - und nicht auf Verdacht rumlöten / Teile tauschen. DMM und Oszi sind vorhanden. Nächster Schritt wird einmal die Spannungen "At power off" lt. Service Manual messen (Seite 14); Bin für jeden Tipp in die richtige Richtung dankbar - ich bin eher in der Digialtechnik daheim (und das auch nur als Hobbie); Alles was den Fehler schneller Eingrenzt => nur her damit! danke schon mal & vG Alram
Weitere Erkenntnisse: - die Spannungen bei den Transistoren in ausgeschaltenen Zustand scheinen OK (Seite 14) - wenn ich 5v (von CN101) mit RAON (von CN102) mit Messtrippen manuell überbrücke: geht die Power LED an und der Lautsprecher bringt ein rauschen, wie wenn eine ungültige Frequenz einstellt wäre. Mit Mutlimeter gemessen: fliessen dabei rd. 50mA. => schaut mich aktuell danach an, als ob der Fehler daran liegt, dass RAON/RAPW vom IC201 (Hautp IC) nicht dauerhaft auf 5V gehalten werden kann ...
Wie sieht die Spannung an "AC POWER DOWN" aus? Wenn der C170 nicht mehr genug Kapazität hat, denkt der Controller, dass die Netzspannung fehlt und geht in den Power-down.
Mario M. schrieb: > Wie sieht die Spannung an "AC POWER DOWN" aus? 2,7V - mal sehen, ob ich im Service Manual etwas finde, wie hoch die Spannung sein sollte ... Mario M. schrieb: > Wenn der C170 nicht mehr > genug Kapazität hat, denkt der Controller, dass die Netzspannung fehlt > und geht in den Power-down. thx - das klingt nach einem guten Ansatz. Ich habe inzwischen die Verbindung "RADIO ON" bei CN102 getrennt und es scheint in die von dir genannte Richtung zu gehen: - um den Radio einzuschalten brauch ich nur +5v an RADIO ON vom Mainboard anlegen; dabei werden grad mal 0,09mA Strom gezogen und der Radio is ein. - Wenn ich per Knopf einschalte geht das RADIO ON Signal vom Control Board (was quasi der Pin vom µC ist) kurz auf ein und dann wieder aus. Also irgendetwas scheint den µC zu veranlassen, wieder auszuschalten.
Alram L. schrieb: > Mario M. schrieb: >> Wie sieht die Spannung an "AC POWER DOWN" aus? > 2,7V - mal sehen, ob ich im Service Manual etwas finde, wie hoch die > Spannung sein sollte ... Gerade im Schaltplan gesehen, dass ja eigentlich ein "halber Sinus" Anliegen müsste: 2,7V => waren im DC Messbereich, 5,3V im AC Messbereich schaut mich ned so schlecht an ...
Richtig, noch mal nachgedacht. 4,7 µF parallel 2,2 kΩ gibt nur 10 ms, das soll brummen.
Ich glaube aktuell, dass ich mir mal die Bauteile im Dunstkreis von Q201, R201-R203 (am Control board) näher ansehen sollte. Wenn ich die Schaltung dort richtig interpretiere sollte: - R201 in Pull-up richtung 5v sein (der zieht den µC Pin direkt hoch) - R202 zieht mit dem AC Signal und Q201 den Pin richtung GND ich Messe am µC Pin etwa 150mV DC bzw. 0,8-0,9V AC (mit 50 Hz). Abgegriffen am Draht JP203. Da das der Kollektor von Q201 ist, müsste ich lt. Manual aber 0,34V sehen. => klingt nicht ganz richtig - oder?
Ich glaub es wird Zeit das Oszi auszupacken und zu sehen, ob das Signal am µC Pin dem erwarteten entspricht. Derzeit vermute ich, dass die Leitung "AC PW" nicht nur das Signal "AC vorhanden" liefert, sondern auch den 50Hz Netz Sinus zum sychronisieren der Uhr liefert ...
Alram L. schrieb: > Derzeit vermute ich, dass die > Leitung "AC PW" nicht nur das Signal "AC vorhanden" liefert, sondern > auch den 50Hz Netz Sinus zum sychronisieren der Uhr liefert ... unwahrscheinlich wegen C170
Bin mir fast sicher, dass die Uhr mit dem Netz synchronisiert wird. Hab grad meinen Vater gefragt: er kann sich gar nicht erinnern, die Uhr jemals korrigiert/nachgestellt zu haben. Also nur Sommer-/Winterzeit. Sie lief immer sehr genau. Jetzt hab ich mal folgendes gemessen (siehe aus dem Manual extrahiertes Schaltbild): - rote punkte: 11,3V AC - grüne punkte: 5,3V AC - blaue punkte: das Signal was der µC laut Oszi sieht => jetzt Preisefrage: ist das Signal für die gemessenen Werte bei den Elko/Widerstandswerten plausibel oder nicht? Oder fehlt noch ein Messwert um das beurteilen zu können? danke für jeden der sich die Mühe macht da drüber zu schauen :)
Bin jetzt einen Schritt weiter: es scheint tatsächlich der C170 gewesen zu sein - Danke Mario!; Der Elko sollte 4,7µF haben => im ausgebauten Zustand sagt mein DMM der hat etwa 120µF :) (bei anderen Elko's gibt das DMM schon einen realistischen Wert an; also wird schon da Elko einen Schaden haben) Dafür jetzt ein anderes Problem: Ich hab zwischendurch mal probiert einen 2. Elko via Messtrippen in die Schaltung zu "bringen". Einfach parallel zum eingebauten. Das hat leider nicht funktioniert und dabei hab ich mir den Q201 (ein 9014C) kaputt gemacht. Den hab ich kurzer Hand durch einen hier herumliegenden BC547B ersetzt (nicht viel dabei gedacht - scheinen ja sehr ähnliche Typen zu sein). Damit funktioniert der Radio ansich wieder: - Man kann ihn einschalten und er bleibt es auch - Ist kein Sender eingestellt => das zu erwartende Rauschen - Sobald jedoch ein Sender eingestellt ist: hört man diesen MIT einem deutlichem (ich vermute) 50Hz brummen Da bin ich jetzt ehrlich gesagt komplett planlos, wodurch das verursacht werden kann. So ist der Radio leider unbrauchbar. Irgendwelche Ideen, woran das liegen kann? Irgendwie ist der BC547B soweit vom Tuner entfernt, dass ich nicht so recht glauben mag, dass dieser sein soll. Der Elko (der ist schon mal am gleichen Board mit dem Tuner) ist komplett typengleich (50V, 4,7µF - vor dem Einbau gemessene 5,2µF). Aber der befindet sich schon sehr weit weg von der Empfangseinheit. Sonst hab ich nichts verändert - nur halt zerlegt und wieder (nach bestem Wissen und Gewissen) wieder gleich zusammengebaut. Irgendeine Idee, nach was ich da Ausschau halten soll?
Alram L. schrieb: > Irgendeine Idee, nach was ich da Ausschau halten soll? Reines Raten, aber ich würde als erstes die dicken Elkos angucken, die Spannung glätten sollen. Wenn du vom Gleichrichter aus dem Plus folgst: C168, (C166?), C158. (Vielleicht bist Du ja noch ein spätes Opfer der Elko-Plage aus den frühen 2000ern geworden?)
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Stefan R. schrieb: > Wenn du vom Gleichrichter aus dem Plus folgst: > C168, (C166?), C158. Danke für den Tipp ... dann gehe ich das mal so durch. Gleich beim C168 wird es spannend => siehe Oszi Aufnahme. Dabei waren Masse/Tastkopf bei den nächst gelegenen, bedrahteten Bauteilen angebracht. Sollte also halbwegs richtig gemessen sein :) Ich meine mal, dass C168 wohl auch am Ende seiner Lebensdauer ist: - die Spannung ist unbelastet bei etwa 14,6V - Da die Uhrzeit nicht eingestellt ist, blinken die 4 Siebensegmentanzeigen im Sekunden rythmus. Das erzeugt die Belastung welche man sehr gut sehen kann: - da geht die Spannung um 1,7V runter und 50 Hz ripple geht in den 500mV Bereich Also ich glaub den kann ich gleich mal tauschen ... ausser hier erklärt mir jemand, dass das so sein sollte ... :)
Alram L. schrieb: > da geht die Spannung um 1,7V runter Am C169 ist die Spannung noch vollkommen ungeregelt und geht ohne Belastung auf den Spitzenwert der Wechselspannung minus zwei Diodenstrecken hoch, die der Trafo ohne Last liefern kann. Mit vier eingeschalteten Ziffern/Segmenten wird es weniger sein. Erst am C166 nach dem einfachen Regler mittels der drei Transistoren sollte es geregelte Gleichspannung sein. Spätestens am C158 sollte es einwandfreie Gleichspannung sein ohne Brumm. Ebenso am C148 und C136. Viel Erfolg! mfg
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Christian S. schrieb: > Am C169 ist die Spannung noch vollkommen ungeregelt und geht ohne > Belastung auf den Spitzenwert der Wechselspannung minus zwei > Diodenstrecken hoch, die der Trafo ohne Last liefern kann. Danke - das hab ich mir dann auch gedacht, nach dem ich vorschnell C168 getauscht habe und sich genau nichts am Oszi Bild geändert hat :) Am C158 sehe ich 100Hz Ripple mit 500mV => ist das zu erwarten oder zu viel? Auch die Spannung ist am C158 nur begrenzt gut geregelt: je nach LED Anzeige (mehr/weniger Segmente eingeschaltet) ändert sich diese Spannung um 0,5V. Da C158 (wenn ich das richtig intepretiere) nur einen Spannungsregler aus 2 Transistoren hat, ist das womöglich zu erwarten? Am C166 sehe ich dann tatsächlich eine ziemlich stabile Gleichspannung von 4,7V. Das Rauschen was ich da sehe, ist wohl die Grenze von dem was mein Oszi messen kann (max. 60mV) und keinerlei Schwankungen im 100Hz Bereich. Die Spannung unabhängig von der LED Anzeige.
Christian S. schrieb: > Ebenso am C148 und C136. dort auch nichts zu sehen ausser einen stabilen Gleichspannung (an C136 sind es eher 3,3V). Mein Gefühl sagt, dass das Brummen durch den 500mV Ripple verursacht ist, den ich an C158 sehe. Aber kann mir nicht erklären, was/wer diesen verursacht.
jetzt wo der Radio >1h direkt vor mir eingeschaltet war => ist mir aufgefallen, dass das Brummen fast weg ist. Scheint also irgendwie etwas mit Laufzeit/Wärme zu tun zu haben ... Ich geb's auf für heute :) Danke jedenfalls für eure Hilfe!
Alram L. schrieb: > Scheint also irgendwie etwas > mit Laufzeit/Wärme zu tun zu haben ... Die Röhren wurden endlich mal warm... mfg
Alram L. schrieb: > jetzt wo der Radio >1h direkt vor mir eingeschaltet war => ist mir > aufgefallen, dass das Brummen fast weg ist. Scheint also irgendwie etwas > mit Laufzeit/Wärme zu tun zu haben ... > Ich geb's auf für heute :) > Danke jedenfalls für eure Hilfe! Schauh dir auch C152 an. Laut KA2201 Datasheet ist das der Pin für Ripple, aber habe auf die Schnelle nicht das komplette Datasheet erwischt. Kältespray und Föhn sind dein Hilfsmittel ;-)
Chris K. schrieb: > Schau dir auch C152 an. Nichts zu sehen von einem 50Hz brummen hinter dem R-C Glied R152/C152 KA2201. siehe screenshot (DS1Z_QuickPrint11.png) - da werden die 50Hz sauber ausgefiltert, welche am C158 noch sehr deutlich zu sehen sind. Chris K. schrieb: > Kältespray und Föhn sind dein Hilfsmittel ;-) Kältespray leider nicht vorhanden ... also derzeit nur jeden Tag ein neuer Versuch, wenn das Gerät kalt ist :) Jetzt hab ich mal einen anderen Ansatz verfolgt: Bin einfach den Weg vom Lautsprecher das Audiosignal entlang zurück gegangen um zu sehen, wo das 50Hz Signal her kommt. Fazit: es ist bis zum Pin 8 vom LA1260 (Tuner IC) zu sehen - was wohl der Quelle vom analogen Audiosignal entspricht. siehe: 5_LA1260_Pin_8.png Bisher konnte ich an keinem anderen Pin vom LA1260 irgendetwas mit 50Hz finden. Daher mal Frage in die Runde: wo würdet ihr nun weiter suchen?
Alram L. schrieb: > Mein Gefühl sagt, dass das Brummen durch den 500mV Ripple verursacht > ist, den ich an C158 sehe. Aber kann mir nicht erklären, was/wer diesen > verursacht Find ich viel bei 1000µ C158 ist doch parallel zu C168 wenn eingeschaltet, da es nach längerer Betreibszeit verschwindet nimm bitte Kältespray da geht die Fehlersuche in Minuten. Oder machs anders herum im Kaltzustand mit Fehler kurz den Elkobecher mit dem warmen Lötkolben berühren. ;-) So lange du die Grundversorgung nicht sauber hast ist in dem Radio die 50 Hz an vielen Stellen zu finden, und jegliche Messung ist Zeitverschwendung.
Chris K. schrieb: > Oder machs anders herum im Kaltzustand mit Fehler kurz den Elkobecher > mit dem warmen Lötkolben berühren. ;-) Danke - das war der Tipp den es gebraucht hat: Lötkolben auf niedrigste Temperatur gestellt (100°C) und beim 3. Elko wurde ich fündig: Paar Sekunden drauf und man hat gehört wie das Brummen gleich deutlich leiser wurde. Der Übeltäter war C177 (Am Eingang vom 78L09). Auch danke den alle anderen hier - schaut nach einer erfolgreichen Reparatur aus. :) vG
Alram L. schrieb: > Der Übeltäter war C177 (Am Eingang vom 78L09). > > Auch danke den alle anderen hier - schaut nach einer erfolgreichen > Reparatur aus. :) Und wieder was repariert. Und auch ein Feedback bekommen. Aber schau dir auch noch die anderen Kondensatoren auf der "Grundspannungsversorgung" an den die sind sicherlich auch gealtert und sind schneller gewechselt und so billig das sich eine weitere Messung nicht lohnt.
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