Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Dew-Sensor ?


von Peter N. (alv)


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Hi

Im Schrott einer Videokamera habe ich dieses Bauteil gefunden.
Laut Schaltplan ist es ein Dew-Sensor.

Widerstandswert liegt bei 650 Ohm, wenn ich es anhauche, steigt der 
Widerstand (ziemlich sprunghaft).

Wie heißt so ein *P*ositiver *F*euchtigkeit *C*oefficient korrekt?
Gibt es sowas zu kaufen?

Luftfeuchtigkeitssensoren kenne ich, aber die sehen völlig anders aus.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Peter N. schrieb:
> Dew-Sensor

Ich finde vor allem Texte mit "dew-point-sensor", also die 
Taupunktbestimmung.
https://de.wikipedia.org/wiki/Taupunkt#Messung

https://www.racoman.com/blog/understanding-dew-point-sensors-how-they-work-and-their-applications

Mouser hat einen teuren Sensor, der auch den Taupunkt bestimmt:
https://www.mouser.de/datasheet/3/5945/1/243269.pdf

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von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Heißen Kondensationssensoren

https://amzn.eu/d/0cQqmRl7

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von Rainer W. (rawi)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Mouser hat einen teuren Sensor, der auch den Taupunkt bestimmt:
> https://www.mouser.de/datasheet/3/5945/1/243269.pdf

Das ist ein Sensor für relative Feuchte und Temperatur. Der Taupunkt 
wird nur gerechnet, ohne dabei den Luftdruck am Einbauort zu 
berücksichtigen, d.h. der liefert zwar über den berechneten Taupunkt 
eine Aussage über die absolute Feucht, aber dieser berechnete Wert 
entspricht nicht der Temperatur, bei der Kondensation einsetzt.
"The dew point provided by this device is in reference to the 
atmospheric pressure and does not automatically compensate for the 
pressure of the system in which it is installed."
https://www.mouser.de/datasheet/3/5945/1/243269.pdf

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von Jobst M. (jobstens-de)


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Peter N. schrieb:
> Im Schrott einer Videokamera habe ich dieses Bauteil gefunden.
> Laut Schaltplan ist es ein Dew-Sensor.

Der war sicherlich ziemlich dicht an der Kopftrommel verbaut, damit er 
die selbe Temperatur wie diese hat.
Die Dinger waren in Videorecordern, um eine Kondensation auf der 
Kopftrommel zu erkennen. Dann klebte das Band nämlich an der Trommel. 
Wurde Feuchtigkeit erkannt, wurde zunächst das Band ohne Trommeldrehung 
in die Kassette gefahren (sonst eigentlich immer mit wg. des 
Luftpolsters). Eine weitere Bedienung war erst wieder möglich, wenn der 
Dew-Sensor keinen Alarm mehr machte.
Ansonsten sind Luftdruck und Temperatur nebensächlich - wenn es auf der 
Kopftrommel kondensiert, kondensiert es auch auf dem Dew-Sensor.
Dafür was der da. Als Messgerät kannst Du den nur wenig gebrauchen.

Gruß
Jobst

von Rainer W. (rawi)


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Jobst M. schrieb:
> Ansonsten sind Luftdruck und Temperatur nebensächlich ...

Es hat auch keiner etwas davon gesagt, dass bei dem Sensor der Luftdruck 
eine Rolle spielen soll. Wie kommst du darauf?

Jobst M. schrieb:
> Als Messgerät kannst Du den nur wenig gebrauchen.

Zusammen mit einem Peltierelement (zur Kühlung) und einem 
Temperatursensor kann das schon funktionieren. Besser wirds allerdings 
mit einem Spiegel, dessen Reflektivität ausgewertet wird.
https://de.wikipedia.org/wiki/Taupunktspiegelhygrometer

von Jobst M. (jobstens-de)


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Rainer W. schrieb:
> Jobst M. schrieb:
>> Ansonsten sind Luftdruck und Temperatur nebensächlich ...
>
> Es hat auch keiner etwas davon gesagt, dass bei dem Sensor der Luftdruck
> eine Rolle spielen soll. Wie kommst du darauf?

Wie kommst Du darauf, dass ich die Aussage weglassen sollte?
Nur weil ich etwas schreibe, bedeutet ja nicht, dass auch schon jemand 
anderes dazu eine Aussage gemacht haben muss.

Gruß
Jobst

von Peter N. (alv)


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Jobst M. schrieb:
> Der war sicherlich ziemlich dicht an der Kopftrommel verbaut, damit er
> die selbe Temperatur wie diese hat.

Ob dort auch noch ein Sensor war, weiß ich nicht.
Dieser war im Sucher...

von Thorsten S. (thosch)


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Peter N. schrieb:
> Ob dort auch noch ein Sensor war, weiß ich nicht.
> Dieser war im Sucher...

Was ja auch Sinn ergibt, da diese Sucher damls mit einer kleinen 
Mini-Bildröhre arbeiteten, die etliche kV Hochspannung für die Anode 
brauchte.
Hochspannung + Betauung ist ein sicheres Rezept für ein Defekt-Desaster, 
daher der Betauungs-Sensor im Sucher.

von Peter N. (alv)


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Thorsten S. schrieb:
> Was ja auch Sinn ergibt, da diese Sucher damls mit einer kleinen
> Mini-Bildröhre arbeiteten, die etliche kV Hochspannung für die Anode
> brauchte.

Etliche kV?
Mit welcher Spannung läuft denn eine M01KUA07WB02? Bestimmt nur im 
unteren einstelligen kV-Bereich.

von Thorsten S. (thosch)


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Peter N. schrieb:
> Etliche kV?
> Mit welcher Spannung läuft denn eine M01KUA07WB02? Bestimmt nur im
> unteren einstelligen kV-Bereich.

Die von dir genannte Röte kenne ich jetzt nicht, aber der CRT-Sucher 
meines Panasonic Camcorders verwendete 8kV für die Sucherröhre. Die 
Dinger sollen schließlich einen top Fokus für den Elektronenstrahl 
bringen, da man nach dem CRT-Bild fokussiert. Das geht halt mit kleinem 
Strahlstrom bei hoher Beschleunigungsspannung besser.

Und für 8kV finde ich den Ausdruck etliche kV nicht unpassend.


Selbst, wenn es bei einer Winz-Röhre nur einige kV sein sollten, ist 
diese Hochspannung in Verbindung mit Kondenswasser (aka Tau) eine klare 
Quelle für Desaster.

Halbleiterbauteile vertragen sich halt nicht gut mit durch Feuchtigkeit 
vagabundierender Hochspannung.

von Peter N. (alv)


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Mag sein.
Ich habe auch eine Oszilloskop-Röhre, die ist um etliches größer, läuft 
aber nur mit 2kV...

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