Hallo, habe folgende Überlegung, bzw. bin ich ev. falsch informiert: Ich habe grundsätzlich alle Relais in meiner Haussteuerung mit einer Schaltleistung von 16A gewählt, weil Schaltleistung >= Nennstrom vom LS (13 bzw 16A). Diese 24VDC/16A Relais haben jedoch nur einen Wechsler, was sich spießt mit einer Verriegelung bei den auf/ab Kontakten der Raffstores. Jetzt stellt sich die Frage, ob ich für die Raffstores nicht einfach auf 8A Relais mit 2 Wechsler setze. Wo ich mir unsicher bin: Einerseits muss die Schaltleistung dem höchstmöglichen Abschaltstrom der Sicherung entsprechen. Andererseits ist nie auch nur annähernd so eine hohe Leistung zu erwarten, normale Lichtschalter sind auch nur auf 10A ausgelegt und zusätzlich kommt der Raffstore aus dem Werk sowieso mit einen 4x1mm² Anschlusskabel, mit dem man sowieso solche Leistungen auch nicht fahren kann/darf. Also was gilt? Höchstmögliche, oder erwartbare Strombelastung?
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Roland schrieb: > Diese 24VDC/16A Relais haben jedoch nur einen Wechsler, was sich spießt > mit einer Verriegelung bei den auf/ab Kontakten der Raffstores. Redest du von Jalousien? > Jetzt stellt sich die Frage, ob ich für die Raffstores nicht einfach auf > 8A Relais mit 2 Wechsler setze. Sicher, warum nicht? Sie haben nur ein paar Dutzend Watt. > Wo ich mir unsicher bin: > Einerseits muss die Schaltleistung dem höchstmöglichen Abschaltstrom der > Sicherung entsprechen. Unsinn. Der Abschaltstrom (Trennvermögen) von Sicherungen liegt um GRÖßENORDUNGEN höher als deren Nennstrom. Eine Sicherung soll nur eine Leitung oder ein Gerät vor thermischer Überlastung (lange Zeitkonstante) oder hartem Kurzschluß durch Defekt (kurze Zeitkonstante) schützen. Nicht irgendwelche Schalter. Deren Schaltvermögen orientiert sich am Nennstrom oder Anlaufstrom von Verbrauchern, hier deine Motoren.
Roland schrieb: > Diese 24VDC/16A Relais haben jedoch nur einen Wechsler, was sich spießt > mit einer Verriegelung bei den auf/ab Kontakten der Raffstores. Ich kenn das als "beißt" und nein, tut es nicht. Wenn die Wechsler in Reihe sind hat einer Vorrang, dazu brauchts nur einen Wechsler. Und moderne Motoren mit Elektronik drin brauchen sogar beide Phasen parallel als "Teach"-Signal, andere würde ich nicht mehr verbauen wollen wegen Klemmschutz und Frostschutz. Das mag bei Raffstores anders sein, ich hab echte Rolladenpanzer. Roland schrieb: > Einerseits muss die Schaltleistung dem höchstmöglichen Abschaltstrom der > Sicherung entsprechen. Das schaffst du eh nicht, und selbst für größere (auch ohmsche) Steckdosenlasten brauchts dann schon einen "Schütz", auch wenn der nur eine Einheit breit ist, ein Standard-Leiterplattenrelais reicht da auch nicht. Ich würde aus Erfahrung Sockel für die Relais benutzen und tunlichst bei den groben 16ern bleiben, die Doppel-8er mögen weder induktive noch kapazitive Lasten gern, und wenn deine Motoren "doof" sind sind die sehr induktiv. Und: aufpassen, der jeweils andere Richtungsanschluss hat deutlich höhere als Netzspannung weil das Motörchen ein Trafo ist!
Danke für die schnellen und ausführlichen Antworten. Und ich muss mich bei der Nase nehmen, natürlich nicht höchstmöglicher Abschaltstrom, sondern höchstmöglicher Dauerstrom = Nennstrom from LS.
Ich habe sowohl die Homematic IP Raffstoreaktoren mit den kleinen 8A Relais im Einsatz als auch die alten Wired Aktoren mit 16A Relais. Weder bei dem einen noch dem anderen je ein Problem mit den Relais. Motoren sind alles Somfy J410.
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Roland schrieb: > Einerseits muss die Schaltleistung dem höchstmöglichen Abschaltstrom der > Sicherung entsprechen. Wenn das so wäre müsste ja auch jeder Netzschalter eines Elektronik-Gerätes das können. Daran ist zu erkennen, dass es (wohl) nicht so sein muss.
Jens M. schrieb: > Ich würde aus Erfahrung Sockel für die Relais benutzen und tunlichst bei > den groben 16ern bleiben, die Doppel-8er mögen weder induktive noch > kapazitive Lasten gern, So ein Unsinn! Auch 8A Kontakte halt schon einiges aus, das sind keine Mimosen. Und ein paar einfache Rolladenmotoren können die problemlos schalten!
Falk B. schrieb: > Und ein paar einfache Rolladenmotoren können die problemlos > schalten! Vorsicht, manche Motorhersteller empfehlen externe Snubber, die aber oft nicht verbaut sind Auch z.B. Shelly empfiehlt Snubber obwohl der Blind Aktor mit 16A belastbar isz
Bei Rolladenmotoren ist zu beachten, dass die unbenutzte wicklung durch phasenverschiebung 400 bis 510V gegenüber der Phase haben kann, das ist bei Isolation, entstörmaßnahmen und ggf Spannungsfestigkeit Relaiskontakten zu beachten.
Flip B. schrieb: > Bei Rolladenmotoren ist zu beachten, dass die unbenutzte wicklung durch > phasenverschiebung 400 bis 510V gegenüber der Phase haben kann, das ist > bei Isolation, entstörmaßnahmen und ggf Spannungsfestigkeit > Relaiskontakten zu beachten. Wenn das WIRKLICH so ist, wäre das aber schon ein ziemliches Problem, denn das ist knapp Faktor 2 der Netzspannung. Das halten die Leitungen und die meisten Kontakte zwar, aber schön ist was anderes.
Isses, immer schon. Außer bei denen mit Elektronik drin. Gilt übrigens für alle AC-Kondensatormotoren mit Drehrichtungsumschaltung.
Falk B. schrieb: > Wenn das WIRKLICH so ist, wäre das aber schon ein ziemliches Problem, > denn das ist knapp Faktor 2 der Netzspannung. ja das ist wirklich so - deshalb benötigt man bei parallel geschalteten Rolladenmotoren auch ein Trennrelais
Heinz R. schrieb: > Falk B. schrieb: >> Wenn das WIRKLICH so ist, wäre das aber schon ein ziemliches Problem, >> denn das ist knapp Faktor 2 der Netzspannung. > > ja das ist wirklich so - deshalb benötigt man bei parallel geschalteten > Rolladenmotoren auch ein Trennrelais Nö. Das ist einfach nur wegen der sonst teilweise parallel geschalteten Wicklungen der zwei oder mehr Motoren. Mal dir mal den Schaltplan auf...
Die Schaltleistung gibt man in VA an und sie ist oft viel geringer als maximale Spannung multipliziert mit maximalem Strom. Einfach nur auf die maximalen Volt und Ampere zu schauen genügt nicht.
Hans W. schrieb: > Die Schaltleistung gibt man in VA an und sie ist oft viel geringer als > maximale Spannung multipliziert mit maximalem Strom. > > Einfach nur auf die maximalen Volt und Ampere zu schauen genügt nicht. Klar doch. Deshalb steht ja auch auf jedem Schalter der maximale Strom? Zeig mir einen Schalter mit einer VA Angabe ;-))
Thomas R. schrieb: > Deshalb steht ja auch auf jedem Schalter der maximale Strom? Zeig mir > einen Schalter mit einer VA Angabe ;-)) Es geht hier primär um Relais.
Thomas R. schrieb: > Nö. Das ist einfach nur wegen der sonst teilweise parallel geschalteten > Wicklungen der zwei oder mehr Motoren. Mal dir mal den Schaltplan auf... habe ich was anderes gesagt?
Heinz R. schrieb: > Thomas R. schrieb: >> Nö. Das ist einfach nur wegen der sonst teilweise parallel geschalteten >> Wicklungen der zwei oder mehr Motoren. Mal dir mal den Schaltplan auf... > > habe ich was anderes gesagt? Nach meinem Verständnis hast du das mit der höheren Spannung durch den Phasenschieberkondensator begründet?
Um beide Fahrtrichtungen ansteuern zu können, braucht man doch zwei Relais. Sind die Motoren so ähnlich Rollladenmotoren mit zwei Wicklungen, und einem Kondensator? Warum nicht ein einfaches 1xum zuerst für die Richtung (unbelastet) aktivieren, danach eines mit 16A 1xein Kontakt zum ein- und ausschalten? Dann reicht dort ein RC Glied zur Funkenlöschung.
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Thomas R. schrieb: > Nö. Das ist einfach nur wegen der sonst teilweise parallel geschalteten > Wicklungen Nochmal nö. Das ist weil dann die einfachen Endschalter nicht funktionieren und der eine noch laufende Motor den anderen mitlaufen lässt, und der dann fröhlich die Endlage ignoriert. Einfach nur so im Dauerlauf wäre das parallele Laufen lassen überhaupt kein Problem. Wolf17 schrieb: > Warum nicht ein einfaches 1xum zuerst für die Richtung (unbelastet) > aktivieren, danach eines mit 16A 1xein Kontakt zum ein- und ausschalten? Die Schaltung ist unüblich, weil dann je nach Richtung auch beide Relais eingeschaltet sein müssen, was ein größer ausgelegtes Netzteil erfordern kann. Beide Wechsler in Reihe löst dieses Problem und ist die üblichere Schaltung.
Jens M. schrieb: > Die Schaltung ist unüblich, weil dann je nach Richtung auch beide Relais > eingeschaltet sein müssen, was ein größer ausgelegtes Netzteil erfordern > kann. > Beide Wechsler in Reihe löst dieses Problem und ist die üblichere > Schaltung. so hast halt die SIcherheit das nie auf und ab gleichzeitig bestromt werden was meinst DU mit beide Wechsler in Reihe? Ist das nicht das Gleiche?
Heinz R. schrieb: > was meinst DU mit beide Wechsler in Reihe? Ist das nicht das Gleiche? Nein. Deins: Ein Einschalter für "Motor an", ein Wechsler danach für "Hoch oder Runter". Hier müssen in einer Richtung beide Relais an sein. Meins: Ein Wechsler für "Hoch oder der andere", der andere danach für "Runter oder Stillstand". Hier reicht immer ein Relais. Wenn beide an sind passiert aber nichts, weil der zweite Kontakt ja durch den ersten abgeschaltet wird. Es gibt keine Verriegelung, aber die ist eben auch nicht nötig. Und man kann beide Relais identisch machen, was Fertigung, Ersatzteilbeschaffung und Lagerhaltung vereinfacht. Heinz R. schrieb: > so hast halt die SIcherheit das nie auf und ab gleichzeitig bestromt > werden Das wird bei "meiner" Version auch nicht passieren, und wie gesagt bei heutigen Motoren ist das aber sogar nötig um die Endlagen zu programmieren.
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Jens M. schrieb: > Meins: > Ein Wechsler für "Hoch oder der andere", der andere danach für "Runter > oder Stillstand". > Hier reicht immer ein Relais. Wenn beide an sind passiert aber nichts, > weil der zweite Kontakt ja durch den ersten abgeschaltet wird. Danke Jens, wieder was gelernt :-) Die Logik macht durchaus Sinn Jens M. schrieb: > und wie gesagt bei > heutigen Motoren ist das aber sogar nötig um die Endlagen zu > programmieren. Endlagen werden aber - leider - nicht über Shelly usw programmiert, da nimmt man wohl eher das Programmierkabel?
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Jens M. schrieb: > Thomas R. schrieb: >> Nö. Das ist einfach nur wegen der sonst teilweise parallel geschalteten >> Wicklungen > > Nochmal nö. > Das ist weil dann die einfachen Endschalter nicht funktionieren und der > eine noch laufende Motor den anderen mitlaufen lässt, und der dann > fröhlich die Endlage ignoriert. > Einfach nur so im Dauerlauf wäre das parallele Laufen lassen überhaupt > kein Problem. Stimmt. Aber die meisten Rollladenmotoren haben immer noch die mechanischen Endschalter und genau DANN braucht man die Trennrelais. Bei elektronischen Motoren meist nicht.
Heinz R. schrieb: > Endlagen werden aber - leider - nicht über Shelly usw programmiert, da > nimmt man wohl eher das Programmierkabel? Mit smarten Aktoren macht man das genau deswegen so: die Ausgänge sind eh da, der Rest ist Software. Und die Verriegelung (die aufgrund des smarten Motors unnötig wäre) kann so in Software gemacht werden und ist kein Sicherheitsproblem. Thomas R. schrieb: > Aber die meisten Rollladenmotoren haben immer noch die > mechanischen Endschalter und genau DANN braucht man die Trennrelais. Bei > elektronischen Motoren meist nicht. Genau meine Aussage... Thomas R. schrieb: > Üblich ist bei Rollladenaktoren diese Schaltung Alle Schaltuhren und Smarts die ich bislang in den letzten 20 Jahren gesehen habe machen es mit zwei Wechslern in Reihe... K.A. wo du das gefunden hast, aber das hab ich noch nie gesehen so.
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