Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik NAC3MPXXB mit 24VDC


von Martin (martin79)


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Ich möchte ein 24VDC Netzteil mit Schutzklasse 1 (GND and Erde 
verbunden) mit einem Metallgehäuse verbinden. Darf man das so konform 
betreiben wenn man den Erdkontakt des NAC3MPXXB auf GND legt und L and 
24V?

von H. H. (hhinz)


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Freitag.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Mach am besten mal eine Skizze...

Gibt es einen bestimmten Grund, dass deine Sekundärseite mit PE 
verbunden sein muss?

von Martin (martin79)


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Sebastian R. schrieb:
> Gibt es einen bestimmten Grund, dass deine Sekundärseite mit PE
> verbunden sein muss?

Nein aber das Netzteil von Meanwell macht es so. Das ist ein 
Schutzklasse 1 Netzteil von GND auf PE liegt.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Martin schrieb:
> Nein aber das Netzteil von Meanwell macht es so.

Hast du mal die Typenbezeichnung?

Und wenn du keinen expliziten Grund hast, ein Netzteil ohne 
entsprechende Trennung zu nutzen, dann solltest du davon lieber absehen 
und dir ein anderes Netzteil suchen.

von Martin (martin79)


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Sebastian R. schrieb:
> Hast du mal die Typenbezeichnung?

Typ ist GST160A24

Sebastian R. schrieb:
> Und wenn du keinen expliziten Grund hast, ein Netzteil ohne
> entsprechende Trennung zu nutzen, dann solltest du davon lieber absehen
> und dir ein anderes Netzteil suchen.

Warum? solange ich mein Gehäuse auch auf Erde lege ist es doch sicher, 
oder nicht? Es handelt sich nunmal um ein Metallgehäuse.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Martin schrieb:
> Typ ist GST160A24

Und wie genau kommst du darauf, dass dieses Netzteil Schutzklasse 1 hat 
und dass GND und PE miteinander verbunden sind?

Das ist ein stinknormales Schutzklasse-II-Netzteil mit Funktionserdung.

Martin schrieb:
> Es handelt sich nunmal um ein Metallgehäuse.

Weder Metallgehäuse noch PE-Anschluss machen ein Gerät automatisch zu 
SK1.

Martin schrieb:
> Warum? solange ich mein Gehäuse auch auf Erde lege ist es doch sicher,
> oder nicht?

Da du in deinem Gerät die Schutzkleinspannung deines Netzteiles nutzt, 
gibt es erst einmal keinen Anlass, diese galvanische Trennung und den 
damit verbundenen Schutz aufzuheben. Es sei denn, du hast halt gute 
technische Gründe dafür.

: Bearbeitet durch User
von Martin (martin79)


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Sebastian R. schrieb:
> Und wie genau kommst du darauf, dass dieses Netzteil Schutzklasse 1 hat
> und dass GND und PE miteinander verbunden sind?

Weil das im Datenblatt steht und auf dem Gerät auch nochmal explizit bei 
der Pinbelegung. Mit dem Multimeter habe ich das auch nachgemessen.

von Martin (martin79)


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Sebastian R. schrieb:
> Das ist ein stinknormales Schutzklasse-II-Netzteil mit Funktionserdung.

Das ist KEIN Schutzklasse 2 Netzteil.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Martin schrieb:
> Weil das im Datenblatt steht und auf dem Gerät auch nochmal explizit bei
> der Pinbelegung.

Es tut mir leid, ich hatte das "AC FG" tatsächlich nicht entdecken 
können, aber ja, GND ist tatsächlich mit der Funktionserde verbunden. 
Spannend!

Da es allerdings als Funktionserde und nicht als Schutzerde gilt, kannst 
du nicht einfach dein Gehäuse auf GND legen, sondern du musst dir extra 
von der Primärseite die Schutzerde holen und das Gehäuse damit erden.

Funktionserden dienen allein der Entstörung und sind nicht zum 
Personenschutz gedacht.

von Martin (martin79)


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Sebastian R. schrieb:
> Da es allerdings als Funktionserde und nicht als Schutzerde gilt, kannst
> du nicht einfach dein Gehäuse auf GND legen, sondern du musst dir extra
> von der Primärseite die Schutzerde holen und das Gehäuse damit erden.

Ok damit ist dieses Netzteil bei einem Metallgehäuse ja eigentlich 
unbrauchbar. Die Erde kann ich auch nicht einfach holen.

von Martin (martin79)


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Vielmehr ist meine Frage ob ich das Gehäuse bei dem Netzteil dann noch 
auf Masse legen darf. Ich habe mal geschaut und es gibt keine 245V 
Netzteile, die Schutzklasse 1 haben und wo GND auf PE verbunden wird. 
Schutzklasse 2 fällt wohl raus bei mir, da Metallgehäuse und innerhalb 
des Gehäuse sind auch mehr als 120VDC vorhanden.

von Martin (martin79)


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Ich habe mich natürlich verschrieben. Ich meine es gibt keine 24VDC 
Netzteile, die PE wirklich an GND verbinden, sondern immer FG schreiben.

Ich habe mal aus interesse mein Laptop Neztzeil genommen. Da misst man 
von einem beliebigen USB Port nahe 1Ohm vom Schirm gegen den 
Schutzleiter. Dieses Netzteil ist aber auch kein Schutzklasse 2 
Netzteil. Es fehlt das entsprechende Symbol.

Natürlich ist ein Laptop eingehaust aber ich kann beim Anschluss eines 
USB Kabels kann ich dann direkt ein Metallteil berühren.

Letztendlich sehe ich nur die Möglichkeit ein Kaltgerätestecker am 
Gehäuse zu nutzen und das Metallgehäuse damit zu erden und intern dann 
ein Netzteil für die 24V zu benutzen wo ich GND und PE wirklich 
verbinde.

von Luca E. (derlucae98)


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Martin schrieb:
> Schutzklasse 2 fällt wohl raus bei mir, da Metallgehäuse und innerhalb
> des Gehäuse sind auch mehr als 120VDC vorhanden.

Entscheidend für Schutzklasse 2 ist nicht das Gehäusematerial, sondern 
die doppelte bzw. verstärkte Isolation vom Netz zu berührbaren 
leitfähigen Teilen. Mit einem Plastikgehäuse ist das natürlich recht 
einfach umzusetzen, dennoch ist es auch in Ordnung die Isolation im 
Gehäuse so auszulegen, dass bei einem Einzelfehler das Metallgehäuse 
nicht leitfähig wird.

So ziemlich jedes Hifi-Gerät macht das so.

Martin schrieb:
> Ich meine es gibt keine 24VDC Netzteile, die PE wirklich an GND
> verbinden, sondern immer FG schreiben.

Es gibt keinen Grund die Isolation als Basis + PE auszulegen, wenn man 
relativ einfach verstärkte Isolation erreichen kann.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Martin schrieb:
> Schutzklasse 2 fällt wohl raus bei mir, da Metallgehäuse und innerhalb
> des Gehäuse sind auch mehr als 120VDC vorhanden.

Mir fallen als Beispiel immer DVD-Player und Sat-Receiver ein. 
Metallgehäuse, aber Schutzklasse 2 mit Eurostecker.

Deshalb von mir auch noch einmal das, was Luca schon geschrieben hat: 
Durch ein Metallgehäuse ist nicht automatisch Schutzklasse 1 notwendig. 
Durch entsprechende Maßnahmen (verstärke Isolierung, doppelte 
Isolierung, erhöhte Isolationsabstände,...) kann auch ein Metallgehäuse 
die Anforderungen an SK2 erfüllen. In den von mir genannten Geräten sind 
(meiner Erinnerung nach) unter den Schaltnetzteilleiterplatten immer 
zusätzliche Isolationspappen oder -folien eingebaut und die Leitungen 
vom Netzkabel mit Schrumpfschlauch doppelt isoliert.

Ich bleib dabei: Wenn du keine technischen Gründe für SK1 und/oder ein 
geerdetes Netzteil hast, wäre SK2 deutlich einfacher umzusetzen.

von Martin (martin79)


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Sebastian R. schrieb:
> Mir fallen als Beispiel immer DVD-Player und Sat-Receiver ein.
> Metallgehäuse, aber Schutzklasse 2 mit Eurostecker.

Hier muss das Metallgehäuse dann letztendlich floatend sein.

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