Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik I2C bei verschiedenen Vcc


von Ths S. (motorburner)


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Hallo zusammen,

ich möchte mir ein kleines Lambdatool basteln, dafür soll ein 
vorhandener Arduino Nano V3 herhalten.

Die Informationen kommen per I2C oder 0-5V Analog von einem 
CJ125-Controller (Spartan 2 OEM) und sollen nach Verarbeitung durch den 
Arduino auf einem 16x2 LC-Display angezeigt werden. I2C ist bevorzugt - 
nur wenn ich das nicht zum Laufen bekomme, sollen die Werte analog 
kommen.

Die Versorgungsspannung liegt bei nominell 12V, schwankt aber von 
12-14V. Nun ist es so, dass sowohl das Spartan-Board eine 5V-Versorgung 
hat, als auch der Arduino. Die 5V (lt. Doku max. 25mA) des Spartan 
dienen der Analogreferenz des Arduino, würden aber nicht für die 
komplette Versorgung von Arduino und des Displays reichen.

Daraus folgt, dass ich 2 5V-Schienen habe: die vom Spartan und die vom 
Arduino/Display. Auf welche der beiden Schienen ziehe ich jetzt 
sinnvollerweise die Pull-Up Widerstände der beiden I2C-Leitungen?

Vielen Dank für eure Hilfe!

PS: Ich weiß, dass hier ab und an ein straffer Umgangston herrscht. Ich 
würde mich dennoch freuen, wenn keine zynischen Antworten von euch 
kommen. Ich bin wirklich auf Hilfe angewiesen und möchte nicht trollen 
oder Salamitaktik anwenden.

PPS: Falls Fragen bzgl. R1 aufkommen - den habe ich eingefügt, um den 
LM1117  auf dem Nano-Board ein wenig zu entlasten.

: Bearbeitet durch User
von Rahul D. (rahul)


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Ths S. schrieb:
> Auf welche der beiden Schienen ziehe ich jetzt
> sinnvollerweise die Pull-Up Widerstände der beiden I2C-Leitungen?

Für sowas gibt es Level-Shifter.
Aber: I²C ist ein Open-Kollector-Bus.
Die beiden Massen zusamenschalten und dann halt nur einen der beiden 
5V-Stränge verwenden.

von Frank K. (fchk)


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Ich würde die 5V vom Arduino nehmen. Wenn Dein Spartan mal nicht 
vorhanden ist, würde ein anderer I2C Slave (EEPROM, irgendein Sensor, 
LCD oder wasweißich) dann trotzdem noch funktionieren.

fchk

von Harald K. (kirnbichler)


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Rahul D. schrieb:
> Für sowas gibt es Level-Shifter.

Bei zwei gleichen Spannungen? Nee. Da braucht man sowas nicht.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Ths S. schrieb:
> Die Versorgungsspannung liegt bei nominell 12V, schwankt aber von
> 12-14V.

Vermutlich handelt es sich dabei um eine Kfz-Stromversorgung. Hier kann 
es zu deutlich höheren Spannungsspitzen, Spannungseinbrüchen und sogar 
zur Umkehr kommen. Es gibt unzählige Publikationen, in denen die 
entsprechenden anzunehmenden Spannungsverläufe und Prüfimpulse 
dargestellt sind.

Es empfiehlt sich daher sehr deutlich, eine geeignete Stromversogung zu 
realisieren, die dann gleich die gemeinsamen 5 V für Arduino- und 
Spartan-Boards erzeugt. Oder ggf. auch gleich die "richtigen" Spannungen 
(3,3 V, usw.) erzeugen.

> Daraus folgt, dass ich 2 5V-Schienen habe: die vom Spartan und die vom
> Arduino/Display. Auf welche der beiden Schienen ziehe ich jetzt
> sinnvollerweise die Pull-Up Widerstände der beiden I2C-Leitungen?

Genau. Realisiere lieber eine einzelne ordentliche Spannungsversorgung 
statt solch einer Flickschusterei. Dann lässt sich nämlich auch noch 
recht leicht eine kleine "USV" mittels Supercap auf einer höheren 
Spannungsebene realisieren, z.B. 12 V. Das sind natürlich nicht die 12 V 
direkt aus dem Bordnetz, sondern eine ggf. per Buck-Boost-Konverter von 
"12 V" auf 12 V umgesetzte "Zwischenkreisspannung".

von Falk B. (falk)


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Ths S. schrieb:

> Die Versorgungsspannung liegt bei nominell 12V, schwankt aber von
> 12-14V.

Bordspannung.

> Daraus folgt, dass ich 2 5V-Schienen habe: die vom Spartan und die vom
> Arduino/Display. Auf welche der beiden Schienen ziehe ich jetzt
> sinnvollerweise die Pull-Up Widerstände der beiden I2C-Leitungen?

Ist egal, wenn alles fest verdrahtet ist. Wenn das Spartan 2 OEM Modul 
steckbar ist, dann die 5V fom Arduino.

> PPS: Falls Fragen bzgl. R1 aufkommen - den habe ich eingefügt, um den
> LM1117  auf dem Nano-Board ein wenig zu entlasten.

Ist weder nötig noch so sinnvoll.

1) Der Arduino Nano + LCD zieht ca. 40mA. Macht P=U*I = (14V-5V)*40mA = 
360mW. Das ist kein Problem.
2) Wenn man ihn wirklich entlasten will, nimmt man eine passene Z-Diode, 
denn die hat einen konstanten, praktisch stromunabhängigen 
Spannungsabfall.  Dem LM1117 sollte man min. 7V Eingangsspannung +1V 
Reserve gönnen, Umin = 12V, macht dUmin = 4V. Also eine 3,9V Z-Diode mit 
1,3W oder so. Lohnt sich aber kaum.

von Falk B. (falk)


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Andreas S. schrieb:
> Ths S. schrieb:
>> Die Versorgungsspannung liegt bei nominell 12V, schwankt aber von
>> 12-14V.
>
> Vermutlich handelt es sich dabei um eine Kfz-Stromversorgung. Hier kann
> es zu deutlich höheren Spannungsspitzen, Spannungseinbrüchen und sogar
> zur Umkehr kommen. Es gibt unzählige Publikationen, in denen die
> entsprechenden anzunehmenden Spannungsverläufe und Prüfimpulse
> dargestellt sind.

Stimmt.

> Es empfiehlt sich daher sehr deutlich, eine geeignete Stromversogung zu
> realisieren, die dann gleich die gemeinsamen 5 V für Arduino- und
> Spartan-Boards erzeugt. Oder ggf. auch gleich die "richtigen" Spannungen
> (3,3 V, usw.) erzeugen.

Nö, denn die gibt es schon. Man muss es nicht immer übertreiben. Er hat 
schon ne 15V TVS Diode am Eingang. Noch ne Verpolschutzdiode und für den 
Anfang reicht es.

> Genau. Realisiere lieber eine einzelne ordentliche Spannungsversorgung
> statt solch einer Flickschusterei.

So ein Unsinn!

 Dann lässt sich nämlich auch noch
> recht leicht eine kleine "USV" mittels Supercap auf einer höheren
> Spannungsebene realisieren, z.B. 12 V. Das sind natürlich nicht die 12 V
> direkt aus dem Bordnetz, sondern eine ggf. per Buck-Boost-Konverter von
> "12 V" auf 12 V umgesetzte "Zwischenkreisspannung".

Es lebe das Overenineering!

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Diese Verbindung von 5V_OUT vom Spartan2_OEM nach AREF vom Arduino 
gefaellt mir garnicht.
Von welchen 5V jetzt die I2C-Pullups gespeist werden, wuerde ich viel 
entspannter sehen, nur vorher mal sichergehen, dass der 
Spartan2_OEM-I2C-Bus auch wirklich fuer 5V gedacht ist...

Gruss
WK

von Manfred P. (pruckelfred)


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Falk B. schrieb:
>> PPS: Falls Fragen bzgl. R1 aufkommen - den habe ich eingefügt, um den
>> LM1117  auf dem Nano-Board ein wenig zu entlasten.
> Ist weder nötig noch so sinnvoll.

Ich sehe keinen Grund, es nicht so zu machen.

Falk B. schrieb:
> Dem LM1117 sollte man min. 7V Eingangsspannung +1V
> Reserve gönnen,

Der "Reserve" kann ich nicht folgen, der 1117 liefert bei 6,5V Eingang 
zuverlässig seine 5 Volt, bei geringer Last auch schon früher. Kritisch 
ist der Betrieb am Kfz-Netz, die China-1117-LDO sind teilweise nur bis 
12V-Input  garantiert.

Mit R1 in der Versorgung drängt es sich auf, eine 10V-Z-Diode nach GND 
anzuklemmen.

Dergute W. schrieb:
> Diese Verbindung von 5V_OUT vom Spartan2_OEM nach AREF vom Arduino
> gefaellt mir garnicht.

Kann man drüber streiten, er will damit ratiometrisch werden und blendet 
Abweichungen der Betriebsspannungen aus. Gegen Angst würde helfen, die 
5V über einen Spannungsteiler an AREF zu schalten. 2k-1k würde unter 5V 
bleiben, falls anstatt der 5V die vollen 12V kommen. Der Arduino hat ja 
kein Problem damit, seine interne Referenz liegt bei 1..1,2 Volt.

von Rainer W. (rawi)


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Ths S. schrieb:
> Die Versorgungsspannung liegt bei nominell 12V, schwankt aber von
> 12-14V.

Was soll das für eine Spannung sein? Woher kommt die?

von Jonas W. (bitschubser101)


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Wenn beide Spannungsschienen dasselbe Bezugspotenzial (ein gemeinsamer 
GND) haben, ist es eigentlich egal. Die Pull-Up Widerstände haben 
typischerweise ja einen Wert im Kiloohmbereich und belasten die 
Spannungsquelle nur sehr geringfügig.
Da man die Referenzspannung für den ADC frei von möglichen Störungen 
halten sollte, würde ich die 5V für die Versorgung des Arduinos 
empfehlen.

: Bearbeitet durch User
von Rahul D. (rahul)


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Harald K. schrieb:
> Bei zwei gleichen Spannungen? Nee. Da braucht man sowas nicht.

War auch eher allgemein wegen "verschiedene Vcc" (i.d.R. 5V und 3,3V) 
gemeint.

von Ths S. (motorburner)


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Guten Morgen,

Andreas S. schrieb:
> Genau. Realisiere lieber eine einzelne ordentliche Spannungsversorgung
> statt solch einer Flickschusterei. Dann lässt sich nämlich auch noch
> recht leicht eine kleine "USV" mittels Supercap auf einer höheren
> Spannungsebene realisieren, z.B. 12 V. Das sind natürlich nicht die 12 V
> direkt aus dem Bordnetz, sondern eine ggf. per Buck-Boost-Konverter von
> "12 V" auf 12 V umgesetzte "Zwischenkreisspannung".

das finde ich ehrlichgesagt zu viel Aufwand für so ein einfaches Tool. 
Im Stecker (deshalb nicht dargestellt) befindet sich eine 
5A-Feinsicherung. Mit der TVS-Diode wollte ich Spannungsspitzen 
wegnehmen, die im Bordnetz auftreten. Tut mir leid - das vergaß ich 
tatsächlich zu erwähnen: es handelt sich um ein KFZ-Bordnetz. Das Gerät 
soll an den Zigarettenanzünder anschließbar sein.
Es ist auch nicht so leicht möglich, direkt an die 5V-Schiene des 
Spartan zu kommen. Ich weiß nicht, ob man 5V direkt am 5V-OUT-Pin des 
Spartan einspeisen könnte, so wie es beim Arduino der Fall ist.

Falk B. schrieb:
> 1) Der Arduino Nano + LCD zieht ca. 40mA. Macht P=U*I = (14V-5V)*40mA =
> 360mW. Das ist kein Problem.

Nur interessehalber für die Zukunft - ab welcher Verlustleistung des 
LM1117 wird es denn kritisch?

Manfred P. schrieb:
> Kann man drüber streiten, er will damit ratiometrisch werden und blendet
> Abweichungen der Betriebsspannungen aus. Gegen Angst würde helfen, die
> 5V über einen Spannungsteiler an AREF zu schalten. 2k-1k würde unter 5V
> bleiben, falls anstatt der 5V die vollen 12V kommen. Der Arduino hat ja
> kein Problem damit, seine interne Referenz liegt bei 1..1,2 Volt.

Mein Gedanke: Die 0-5V Analogausgangsspannung des Spartan beziehen sich 
auf die internen 5V des Spartan, nicht auf die internen 5V des Arduino. 
Damit die Analogspannung sinnvoll gemessen werden kann, braucht es 
meiner Logik nach die Bezugsspannung der Quelle, in diesem Fall des 
Spartan. Habe ich da einen Denkfehler?

von Falk B. (falk)


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Ths S. schrieb:

> das finde ich ehrlichgesagt zu viel Aufwand für so ein einfaches Tool.

Ist es auch.

> Im Stecker (deshalb nicht dargestellt) befindet sich eine
> 5A-Feinsicherung. Mit der TVS-Diode wollte ich Spannungsspitzen
> wegnehmen, die im Bordnetz auftreten.

Ist fast OK. Pack da noch einen 100nF Kondensator mit 50V dran und 
dahinter ne Verpolschutzdiode.

> Falk B. schrieb:
>> 1) Der Arduino Nano + LCD zieht ca. 40mA. Macht P=U*I = (14V-5V)*40mA =
>> 360mW. Das ist kein Problem.
>
> Nur interessehalber für die Zukunft - ab welcher Verlustleistung des
> LM1117 wird es denn kritisch?

So um die 500-600mW, je nach Kühlung auf der Platine (viel Kupfer am 
dicken Anschluß, siehe Kühlkörper).

> Mein Gedanke: Die 0-5V Analogausgangsspannung des Spartan beziehen sich
> auf die internen 5V des Spartan, nicht auf die internen 5V des Arduino.

Jain, Der Bezugspunkt ist Masse.

> Damit die Analogspannung sinnvoll gemessen werden kann, braucht es
> meiner Logik nach die Bezugsspannung der Quelle, in diesem Fall des
> Spartan. Habe ich da einen Denkfehler?

Jain. Man kann auch mit der Referenzspannung des Arduino messen, auch 
wenn die direkt vom LM1117 (VCC) kommt und eben halt nur mäßig genau ist 
(ich glaub 2%, kann aber auch schlechter sein). Wenn man eine genauere, 
externe Referenzspannung mit dem Arduino nutzen will, muss man die auch 
manuell einschalten (konfigurieren). Im Normalfall nutzt der Arduino VCC 
als Referenzspannung.
Wenn man die Referenzspannung vom Spartan nutzt, ist der Fehler 
praktisch Null, denn dann nutzen beide Module die gleiche Referenz. Das 
meinte der Manfred.

von Harald K. (kirnbichler)


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Ths S. schrieb:
> Nur interessehalber für die Zukunft - ab welcher Verlustleistung des
> LM1117 wird es denn kritisch?

Kommt auf das Gehäuse und gegebenenfalls die von Dir hinzugefügte 
Kühlung an. Große Masseflächen, thermisch gut angebunden, können als 
Kühlkörper dienen, damit sollten sich ein paar hundert Milliwatt 
wegschaffen lassen.

Aber bei Leistungen über einem halben Watt oder gar von einem Watt oder 
mehr ist ein richtiger Kühlkörper nötig - und dann sollte man sich auch 
die Frage stellen, warum man in einer Schaltung so viel Strom in Abwärme 
umsetzen muss.

--

Wenn man I2C mit tatsächlich unterschiedlichen Spannungspegeln verwenden 
will, dann gibt es einerseits die beliebten diskreten 
Pegelwandlerschaltungen mit ein paar Mosfets, oder einen ausgesprochen 
zuverlässig arbeitenden Baustein von NXP, der für genau diese Aufgabe 
gedacht ist. Das ist der PCA9517, den es in überarbeiter Form von TI als 
TCA9517A gibt.

https://www.nxp.com/products/interfaces/ic-spi-i3c-interface-devices/ic-bus-repeaters-buffers-extenders/level-translating-ic-bus-repeater:PCA9517

https://www.ti.com/product/de-de/TCA9517A

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Ths S. schrieb:
> Damit die Analogspannung sinnvoll gemessen werden kann, braucht es
> meiner Logik nach die Bezugsspannung der Quelle, in diesem Fall des
> Spartan. Habe ich da einen Denkfehler?

Da nicht. Gut, ist halt die Frage, wie genau das dann wirklich sein 
muss. Aber prinzipiell ist das schon der richtige Weg.
Was aber halt unschoen an der Loesung ist: Wenn die 2 verschiedenen 5V 
nicht genau gleichzeitig hoch- und runterfahren beim powercyclen, 
Spannungseinbruechen, Kurzschluessen, etc. bla., wird der AVR dann gerne 
mal kurzzeitig jenseits seiner Abs. Max. Ratings betrieben - wenn eben 
z.b. die AREF schon/noch anliegt, aber die 5V vom AVR gerade noch 
nicht/nicht mehr...

Gruss
WK

von Ths S. (motorburner)


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Hallo,

Harald K. schrieb:
> Kommt auf das Gehäuse und gegebenenfalls die von Dir hinzugefügte
> Kühlung an. Große Masseflächen, thermisch gut angebunden, können als
> Kühlkörper dienen, damit sollten sich ein paar hundert Milliwatt
> wegschaffen lassen.

ich meinte explizit der LM1117 auf dem Arduino Nano. Dort kann ich ja 
selbst keinen Einfluss auf die Kühlung nehmen.

Dergute W. schrieb:
> wird der AVR dann gerne
> mal kurzzeitig jenseits seiner Abs. Max. Ratings betrieben - wenn eben
> z.b. die AREF schon/noch anliegt, aber die 5V vom AVR gerade noch
> nicht/nicht mehr...

gibt es da einen Kniff, wie man das umgehen könnte?

von Harald K. (kirnbichler)


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Ths S. schrieb:
> ich meinte explizit der LM1117 auf dem Arduino Nano.

Da das kein dafür optimiertes Layout ist, dürfte das nur wenig besser 
als der komplett "nackte" Betrieb sein. Im Datenblatt findet man die 
thermischen Daten des SOT-223. "junction-to-case" liegt bei über 40°C/W.

Bei einem halben Watt wird das Ding also 20 °C wärmer als die Umgebung 
eh' schon ist.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Ths S. schrieb:
> Manfred P. schrieb:
>> Kann man drüber streiten, er will damit ratiometrisch werden und blendet
>> Abweichungen der Betriebsspannungen aus. Gegen Angst würde helfen, die
>> 5V über einen Spannungsteiler an AREF zu schalten. 2k-1k würde unter 5V
>> bleiben, falls anstatt der 5V die vollen 12V kommen. Der Arduino hat ja
>> kein Problem damit, seine interne Referenz liegt bei 1..1,2 Volt.
>
> Mein Gedanke: Die 0-5V Analogausgangsspannung des Spartan beziehen sich
> auf die internen 5V des Spartan, nicht auf die internen 5V des Arduino.
> Damit die Analogspannung sinnvoll gemessen werden kann, braucht es
> meiner Logik nach die Bezugsspannung der Quelle, in diesem Fall des
> Spartan. Habe ich da einen Denkfehler?

Du hast keinen Denkfehler, vermutlich sagt Dir "ratiometrisch" nichts. 
Du willst die 5V vom Spartan als Referenz nutzen, weil auch dessen 
Ausgang von diesen abhängt. Das ist richtig so, weil sich Abweichungen 
oder sogar Veränderungen im Betrieb damit kompensieren.

Weiter hinten werden Bedenken geäußert, falls die 5V an Ref anliegen, 
bevor der µC Spannung hat, berechtigt. Würde man die 5V nicht hart 
anlegen, sondern über einen Widerstandsteiler, wäre das mögliche 
Schadpotential deutlich verringert. Vielleicht kennt hier jemand Zahlen, 
wie hochohmig der Ref-Eingang ist.

Eine andere, mögliche Variante wäre, die interne Referenz des ATMega zu 
benutzen, die 5V des Spartan zu messen und Abweichungen gegenzurechnen. 
Von den Analogeingängen wissen wir, dass die mit 10kOhm Quellimpedanz 
zuverlässig laufen.

Ths S. schrieb:
> ich meinte explizit der LM1117 auf dem Arduino Nano. Dort kann ich ja
> selbst keinen Einfluss auf die Kühlung nehmen.

... der vermutlich ein AMS1117 oder AZ1117 ist, wenn es sich um einen 
ChiNano handelt. Ich würde den niemals mit 12V speisen. In einer 
speziellen Anwendung mit sehr weicher Rohspannung habe ich ein 
China-Schaltreglermodul der 50ct-Klasse vor den Nano gepackt und auf 7V 
eingestellt. Deinen Ansatz, die 12V vor dem Nano zu verringern, solltest 
Du unbedingt verfolgen.

Meistens brauche ich 5 Volt noch anderweitig, dann kommt auch der Nano 
direkt an einen LM7805.

Harald K. schrieb:
>> ich meinte explizit der LM1117 auf dem Arduino Nano.
>
> Da das kein dafür optimiertes Layout ist, dürfte das nur wenig besser
> als der komplett "nackte" Betrieb sein. Im Datenblatt findet man die
> thermischen Daten des SOT-223. "junction-to-case" liegt bei über 40°C/W.
>
> Bei einem halben Watt wird das Ding also 20 °C wärmer als die Umgebung
> eh' schon ist.

Vergiss das ganz schnell. Komplett nackt hat das Ding 120..140 K/W, was 
der Nano an Wärme abführt, lässt sich nur raten. Der interne Übergang 
Halbleiter zu Gehäuse ist dabei das geringste Problem. Für 
Junction-to-Case finde ich bessere Werte um 20K/W, AMS macht eine 
Abschätzung Junction-to-Ambient von 45K/W bei halbwegs sinnvoller 
Leiterplatte.

Was wirklich geht und wie lange, können wir beide nicht rechnen - also 
bleibe ich über den Daumen unter 300mW.

Ich weiß nicht, in wievielen Threads zu Unrecht auf die miese Qualität 
der China-1117 geschimpft wird, weil die in Wahrheit thermisch ermordet 
werden.

von Harald K. (kirnbichler)


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Manfred P. schrieb:
> Komplett nackt hat das Ding 120..140 K/W

Ich hab' extra ins Datenblatt gesehen - woher kommt diese Zahl?

https://www.ti.com/lit/ds/symlink/lm1117.pdf

Oder beziehst Du Dich auf das chinesische "Generikum"?

Nicht, daß ich das Abfackeln von Versorgungsspannung gutheißen würde, 
darum geht's nicht.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Harald K. schrieb:
> Manfred P. schrieb:
>> Komplett nackt hat das Ding 120..140 K/W
> Ich hab' extra ins Datenblatt gesehen - woher kommt diese Zahl?
> https://www.ti.com/lit/ds/symlink/lm1117.pdf

Da könnte die Tabelle 9-2 Seite 18 passen. Im Datenblatt von NS von 2004 
taucht auf Seite 11 im Text "136˚C/W" auf.

Bei Beiden gibt es etliche Diagramme, die ich nicht mal eben so 
verstehe.

> Oder beziehst Du Dich auf das chinesische "Generikum"?

Ja, auch auf z.B. den AZ1117 von Diodes und den AMS1117 von Advanced 
Monolithic Systems, beide habe ich schon auf meinen Boards gesehen.

> Nicht, daß ich das Abfackeln von Versorgungsspannung gutheißen würde,
> darum geht's nicht.

Ich muß kein kostenoptimiertes Seriengerät entwickeln und gehe 
thermische Belastungen extrem konservativ an. Das "Abfackeln" ist von 
Fall zu Fall zu bewerten, bei einem nur tage- oder stundenweise 
genutzten Gerät mit Netzversorgung ist mir ein Watt mehr oder weniger 
egal, bei Dauerbetrieb schaue ich aber sehr kleinlich hin.

von Falk B. (falk)


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Manfred P. schrieb:
> Ich muß kein kostenoptimiertes Seriengerät entwickeln und gehe
> thermische Belastungen extrem konservativ an.

Jaja, immer die kleinen Mädchen.
Das muss das Boot abkönnen, Männer!

https://www.youtube.com/watch?v=ewqXEXvp8XU

;-)

von Harald K. (kirnbichler)


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Manfred P. schrieb:
> Da könnte die Tabelle 9-2 Seite 18 passen. Im Datenblatt von NS von 2004
> taucht auf Seite 11 im Text "136˚C/W" auf.

Danke, ich hatte mich von der Tabelle im Abschnitt 7.4 (S. 4) irreführen 
lassen. War auch leicht erstaunt, weil die Werte doch recht ... 
brauchbar wirkten. Aber 136°C/W ... da ist ja schon ein Viertelwatt arg 
grenzwertig.

Manchmal lohnt es, einen zweiten und dritten Blick ins Datenblatt zu 
werfen, insbesondere in dieses hier. Daher: Nochmal danke.

: Bearbeitet durch User
von Falk B. (falk)


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Harald K. schrieb:
> Danke, ich hatte mich von der Tabelle im Abschnitt 7.4 (S. 4) irreführen
> lassen. War auch leicht erstaunt, weil die Werte doch recht ...
> brauchbar wirkten. Aber 136°C/W ... da ist ja schon ein Viertelwatt arg
> grenzwertig.

Noch so ein Mädchen! Selbst bei 136°C/W ist sind 250mW gerade mal 34 °C 
Übertemperatur, dh. selbst im heißesten Klimawandelsommer mit 40°C hat 
die Sperrschicht "schröckliche" 74°C. Da wird das Silizium nicht mal 
munter!
WTF!!!?!
Leistungshalbleiter laufen Jahre, teilweise jahrzehnte lang bei 100°C++!
Jaja, ich kenne die Arrheniusgleichung und erhöhte Temperaturen sind da 
eher kontraproduktiv. Aber bitte mal die Kirche im Dorf lassen!

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