Halb Offtopic aus dem Bereich Bürokratiewahnsinn der EU: Ab einem gewissen Versandvolumen müssen Firmen Angaben machen, welche Güter sie innerhalb der EU verschicken, die sogenannte Intrastatmeldung. Land, Warentarifnummer, Gewicht und Wert und das Statistische Bundesamt erstellt dann schönen Report. Mich würden Erfahrungsberichte interessieren, wie das bei euch auf Arbeit gelöst ist, vor allem im Hinblick auf Kleinkram bei Mouser und Co im Wert weniger Cent. Wenn ich zum Beispiel bei Mouser bestelle, kommt die Ware mit französischer Rechnung aus Frankreich. Nach Meinung auf Arbeit muss hierfür eine Intrastatmeldung abgegeben werden. Was dann in der Praxis bedeutet, dass jemand für jede Position im Warenkorb, auch wenn es nur ein Gurtabschnitt mit Widerständen ist, die Warentarifnummer sowie das Gewicht abrufen und in eine Liste eintragen muss, die dann ans Amt gemeldet wird. Das ist doch Quatsch, oder? Zum einen ist doch nicht der Sinn, dass jede größere Firma bei Überschreitung der Schwellwerte ab sofort sämtliche im Ausland gekauften Bleistifte und Rollen Klopapier melden muss. Und zum anderen steht der zeitliche Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen. Wie läuft das bei euch, falls ihr über der Meldeschwelle liegt? Das betrifft doch jede R&D-Abteilung, die abseits des ERP-Systems Kleinkram für Prototypen oder Versuche benötigt? Gibt es da keine Abkürzung oder Vereinfachung?
Karsten B. schrieb: > Ab einem gewissen Versandvolumen
1 | Von der Meldepflicht für die jeweilige Verkehrsrichtung (Versendung bzw. |
2 | Eingang) sind in Deutschland umsatzsteuerpflichtige Unternehmen befreit, |
3 | deren Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten den Statistischen Wert |
4 | von derzeit 1 000 000 Euro bzw. deren Eingänge aus anderen EU-Mitglied- |
5 | staaten den Statistischen Wert von derzeit 3 000 000 Euro im Vorjahr |
6 | oder im laufenden Kalenderjahr nicht überschritten haben. |
("Leitfaden zur Intrahandelsstatistik 2026", Abschnitt 1.3.2 auf Seite 9
https://erhebungsportal.estatistik.de/Erhebungsportal/informationen/links-und-downloads-4373)
Warum Du sowas als "Bürokratiewahnsinn" bezeichnen musst, hat Dir
sicherlich der Typ am Stammtisch erzählt, an dem Du das aufgeschnappt
hast.
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Lass uns die Frage konkretisieren: Die ging an Leute, die in einer großen Firma arbeiten.
Harald K. schrieb: > Warum Du sowas als "Bürokratiewahnsinn" bezeichnen musst, hat Dir > sicherlich der Typ am Stammtisch erzählt, an dem Du das aufgeschnappt > hast. Jaja, der Stammtisch. Erst vor einem Jahr wurden die Schwellen angehoben, bis dahin beispielsweise lediglich 500k pro Jahr Export, was bereits den Krauter trifft, wenn hochwertige Waren produziert. Andere EU-Länder haben stellenweise noch viel niedrigere Schwellen. Aber du scheinst mein Problem gar nicht verstanden zu haben: Gerade in einer großen Firma, die mehrere Millionen Warenwert pro Jahr exportiert, ergibt es doch keinen Sinn, wenn der Musterbau für ein Taschengeld passive Komponenten bei Mouser kauft und diese Warenbewegung dann für die Statistik gemeldet werden muss. Daher die Frage: Wie wird das in der Praxis bei euch gehandhabt? Uwe schrieb: > Lass uns die Frage konkretisieren: Die ging an Leute, die in einer > großen Firma arbeiten. Ging das an mich oder Harald? Darauf zielte ich mit der Frage Karsten B. schrieb: > Wie läuft das bei euch, falls ihr über der Meldeschwelle liegt? ab.
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Meine Absicht war, das was du im Eingangsbeitrag geschrieben hattest, nochmal für Harald und Co klarer zu formulieren. Leider ist die Schnittmenge der geeigneten Beantworter (also arbeitet in großer Firma, arbeitet als Besteller für R&D, und ist hier angemeldet) vermutlich nicht sehr groß. Ich drücke die Daumen, dass trotzdem sinnvolle Beiträge kommen.
Okay, danke. Früher, als es noch die Gehaltsthreads gab, war jedes zweite Mitglied bei einer großen IGM-Bude angestellt (angeblich). Vielleicht findet sich noch jemand, denn die bisherige 800k-Grenze fand ich persönlich nicht allzu hoch. Das reißt doch jeder Mittelständler, der zwei oder drei Anlagen pro Jahrs ins Ausland verkauft.
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