Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Richtiger Drehstromschalter gesucht für eine Drehmaschine


von Kai S. (kaiman37)



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Hallo,

ich habe eine alte (1930er Jahre) Drehmaschine "geerbt". Es ist der alte 
selbst gebastelte Schalter dabei, aber ich möchte gerne einen modernen 
(Nocken-) Schalter installieren. Nur habe ich leider überhaupt keine 
Ahnung, was für einen Schalter ich nehmen soll, weil ich von 
Elektrotechnik nicht (mehr) so viel Ahnung habe. Elektrotechnik in 
meinem Luft- ud Raumfahrttechnik liegt nun schon dreißig Jahre zurück.

Könnt ihr mir erklären, was für ein Schalter der richtige wäre, also:

0-1, 1-0-2, L-0-R, 0-Stern-Dreieck u.s.w.

und was die Unterschiede sind? Ich weiß leider nicht, was der alte 
Schalter bewirkt har.

Anbei ein paar Bilder.

Gruß und Dank

: Bearbeitet durch User
von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Kai S. schrieb:
> Ich weiß leider nicht, was der alte
> Schalter bewirkt har.

Das wirst du vorher herausfinden müssen, indem du die Leitungen vom 
jetzigen Schalter bis zum Motor verfolgst. Und du dabei vielleicht auch 
noch den vorhandenen Schalter ausmisst und mit in die aufgezeichnete 
Schaltung bringst.

Dazu muss man eigentlich keine große Ahnung haben, ein 
Durchgangstester/Multimeter und 1,2 bis 2,0 gesunde Augen sollten 
ausreichen.

Gibt es eine mechanische Umschaltung zwischen Rechts- und Linkslauf?
Wenn nein, könnte ein L-0-R-Schalter denkbar sein, um zwischen Rechts- 
und Linkslauf umzuschalten.

Eine YΔ-Umschaltung nimmt man, um den Motor mit verringerter Leistung in 
Sternschaltung zu starten und dann auf Dreieck mit mehr Leistung 
umzuschalten, um Netz und Motor zu schonen. Dafür gibt es aber 
mittlerweile automatisierte Umschaltungen.

Wenn du es richtig bequem haben möchtest, könntest du auch den Schalter 
durch einen Frequenzumrichter ersetzen, der sich um das alles inkl. 
Motorschutz kümmert.

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Kai S. schrieb:
> was für ein Schalter der richtige wäre,

Dutzende Bilder, aber das einzig wichtige, der Schalter von vorne mit 
seinen Stellungen, NATÜRLICH nicht dabei.

Kauf einen Drehstrom (3-Phasen) MASCHINENSCHALTER (Hauptschalter) mit 
Not Aus, die schalten von alleine ab wenn der Strom ausfällt, und Not 
Aus ist heute Vorschrift.

https://www.elektroshopwagner.de/de/p/203384

Ob der nun 2 Stufen (eher nicht) oder Links/Rechtslauf (vielleicht) hat 
oder nur 0-1 ist, wissen wir NATÜRLICH nicht weil du es ja geheim 
hältst.

Es dürfte sogar ein Motorschutzschalter sein, der bei Überlastung und 
einzeln ausfallenden Phasen zur Sicherheit abschaltet, aber nötig ist 
das nicht.

Nit nur 200W Wellenleistung tut es der kleinste.


Du willst eher so kleine

https://www.ebay.de/itm/285267624964

Die haben keine Not Aus und keine Stromausfallfunktion und sind daher 
heute als Maschinenschalter nicht mehr zulässig, höchstens als 
Zweitschalter für die Drehrichtung.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Michael B. schrieb:
> der Schalter von vorne mit
> seinen Stellungen, NATÜRLICH nicht dabei.

Doch. 20260330_181332.jpg (das letzte Bild) zeigt den Schalter von vorn. 
Es gibt nur keinen Griff/Knebel/Knauf.

von Kai S. (kaiman37)


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Hallo,

vielen Dank schon mal an euch.

Die Kabel bis zum Motor verfolgen kann ich leider nicht, weil sie schon 
gekappt waren, also wirklich durchgeschnitten.

In dem letzten Bild sieht man den Schalter. Die kleine Welle mit den 
beiden Zapfen dran. Eine Beschriftung gibt es nicht. Ist ein damals 
selbst gebauter Schalter.

Sowohl der Motor als auch das Drehfutter haben verschiedene 
Riemenscheiben, über die man die Geschwindigkeiten einstellen kann. 
Daher denke ich mal, dass mir ein einfacher Schalter mit nur einer 
Geschwindigkeit reicht. Vor- und Rücklauf wäre vielleicht schon ganz 
gut.

Was für einen FU würdet ihr empfehlen?

Gruß
Kai

von Oliver S. (oliverso)


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Kai S. schrieb:
> Ich weiß leider nicht, was der alte
> Schalter bewirkt har.

Offensichtlich mehr als nur Ein/Aus. Und da wirst du nicht drum herum 
kommen, zu ergründen, was der alte Schalter tut.

Obs dann ein fertig kaufbares Produkt gibt, das den ersetzen kann, ist 
auch nicht garantiert.

Oliver

von Vanye R. (vanye_rijan)


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Ich bin auch der Meinung das du den Schalter durch einen 
Frequenzumrichter ersetzen solltest. Damit macht das drehen dann gleich 
viel mehr Spass.

Vanye

von Kai S. (kaiman37)


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Und welchen FU könnt ihr mir empfehlen?

von Kai S. (kaiman37)


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Wenn ich für den Anfang einfach den von oben, also

https://www.ebay.de/itm/285267624964

nehme. Dann wäre das doch schon mal was, oder?

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Kai S. schrieb:
> Die Kabel bis zum Motor verfolgen kann ich leider nicht, weil sie schon
> gekappt waren, also wirklich durchgeschnitten.

Die Adern sind nummeriert, das lässt sich also einigermaßen 
rekonstruieren.

Ich hab schon ein paar von Sourcetronic verbaut:
https://www.sourcetronic.com/shop/de/frequenzumrichter-st150-022-400v.html

Für den Preis sind die echt nicht schlecht.

Je nach Bedarf brauchst du dazu dann noch einen Netzfilter und einen 
Bremswiderstand.

Und einen Notaus-Schalter sollte es auch geben (unabhängig vom FU).

von Maik .. (basteling)


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Warum denn unbedingt einen modernen Schalter? Ich hab an meiner Mayford 
Kleindrehbank auch wieder auf den schönen originalen zurückgerüstet. 
Zuvor hatte ich da das Bedienteil meines Siemens Micromaster Umrichters 
hineingefriemelt.Sa gut aus, war aber fummelig mit den kleinen Tasten.

Du kannst ja z.B. so ein Aufputzkästli mit Hauptschalter/ 
Motorschutzschalter/Notaus Kombination dazusetzen. Da gibt schöne von 
Möller/Eaton. Ob nun als per Schloss sicherbarenDreh Hauptschalter oder 
mit Notaus Pilz auf dem Abschaltknopf des darin liegenden 
Motorschutzschalter.

Mit dem Frequenzumrichter muss man schauen, ob der Motor das von seiner 
Isolationsklasse und zusätzlich der dann schlechteren Kühlung auf Dauer 
mitmacht,mein uralter Drehbankmotor mit unbekannter Vorgeschichte mochte 
das nicht ;(

von Michael B. (laberkopp)


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Sebastian R. schrieb:
> zeigt den Schalter von vorn

Aber nicht mit seinen Stellungen aka Skalenschild

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Michael B. schrieb:
> Sebastian R. schrieb:
>> zeigt den Schalter von vorn
>
> Aber nicht mit seinen Stellungen aka Skalenschild

Weil dieses nicht existiert.

Kai S. schrieb:
> Eine Beschriftung gibt es nicht. Ist ein damals
> selbst gebauter Schalter.

von Michael B. (laberkopp)


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Kai S. schrieb:
> Wenn ich für den Anfang einfach den von oben, also

Ich wusste, den kleinsten billigsten ohne NotAus und ohne 
Stromausfallschutz.

Warum greifen alle (deutschen) zielgenau zum selben Schrott, genetische 
Geizigkeit um hinterher doppelt zu zahlen ?

Kai S. schrieb:
> Und welchen FU könnt ihr mir empfehlen?

Ein FU reduziert nicht nur die Drehzahl, sondern auch die Leistung. 1/10 
der Drehzahl macht auch 1/10 der Leistung (mehr bei fremdgekühlt, 
weniger bei eigengekühlt).

Es wird also nichts, das Getriebe durch FU zu ersetzen, man kann 
höchstens per FU aus Wechselstrom Drehstrom machen (nutzlich und gei 
200W kein Problem), den Motorschutz erreichen und zwischen den 
Getriebestufen (z.B. 1:2) von 50 bis 100% regeln, muss aber das Getriebe 
weiternutzen.

Ersetzt man den 200W Motor und Getriebe durch einen mit FU, sollte man 
auf einen 1.4kW Motor umstellen, und der passt selten rein.

von Kai S. (kaiman37)



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Hallo,

hier noch ein paar weitere Bilder.
Vergesst den derzeitigen Anschluss. Ein Bekannter hat ihn jetzt einfach 
an den normalen Wechselstrom angeschlossen. Aber da hat der Motor kaum 
Kraft. Verständlich.

Aber Drehstrom ist vorhanden. Da kann ich ihn anschließen. So wie ich 
das sehe, ist der momentan auf Dreieicksschaltung mit den drei Laschen 
in der Vertikalen.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Es wird also nichts, das Getriebe durch FU zu ersetzen, man kann

Davon hast bisher auch nur du geredet. Man kann aber beides nutzen und 
so die Drehzahl feiner einstellen. Eigentlich wuerde sogar niemand auf 
das Getriebe verzichten wollen weil ja noch die Leit/Zugspindel dran 
haengt.
Oh..und dann wollen wir mal nicht vergessen das im Privatbereich 
meistens nur Alu, Kunstoff, Messung verarbeitet wird. Sowas macht also 
schon Sinn.

Olaf

von Michael B. (laberkopp)


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Kai S. schrieb:
> Ein Bekannter hat ihn jetzt einfach an den normalen Wechselstrom
> angeschlossen.

Oh je, setz ihn vor die Tür.

Hat der alte Schalter 2 oder 3 Stellungen, und macht es Sinn wenn die 
Drehbank nicht nur vorwärts sondern auch rückwärts laufen kann ?

von Kai S. (kaiman37)


Angehängte Dateien:

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Der Schalter lässt sich immer um 90 Grad drehen bis er einrastet.

Anbei noch ein Bild von der gesamten Drehbank.

von Kai S. (kaiman37)


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Ich hatte gelesen, dass Links- und Rechtslauf sinnvoll wäre, bspw. zu 
Gewindeschneiden. Ergibt für mich auch einen gewissen Sinn.

Daher die Frage, ob ein L-0-R Schalter nicht ausreicht in der 
Dreiecksschaltung.

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