Forum: Platinen Germanium-Halbleiter auf einer Platine fixieren


von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Ich habe eine Frage an euch Bastel-Experten!

Wie kann ich einen Germanium-Halbleiter auf einer Platine fixieren? Da 
ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze, löte ich meine Bauelemente auf 
einer Platine mit einer Temperatur so um die 350°C. Das wäre allerdings 
für einen Germanium-Halbleiter viel zu heiß. Die Löttemperatur bei 
diesen Halbleitern soll ja lediglich bei max. 220°C liegen (soweit mir 
bekannt ist), die beim Lötvorgang sogar noch mit einer Telefonzange oder 
ähnliches, am Gehäuse abgekühlt werden sollte.

Also, wie verfährt ihr mit Germanium-Halbleitern? Meine Überlegung war 
bisher, erst dafür extra eine Buchsenleiste einzulöten, halt mit diesen 
350°C, um dann anschließend dort einen Ge-Transistor oder eine Ge-Diode 
o. ä. in diese Buchsenleiste einzustecken.

Aber wie macht ihr das?

: Verschoben durch Moderator
von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Ich habe eine Frage an euch Bastel-Experten!
>
> Wie kann ich einen Germanium-Halbleiter auf einer Platine fixieren? Da
> ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze, löte ich meine Bauelemente auf
> einer Platine mit einer Temperatur so um die 350°C. Das wäre allerdings
> für einen Germanium-Halbleiter viel zu heiß. Die Löttemperatur bei
> diesen Halbleitern soll ja lediglich bei max. 220°C liegen (soweit mir
> bekannt ist), die beim Lötvorgang sogar noch mit einer Telefonzange oder
> ähnliches, am Gehäuse abgekühlt werden sollte.
>
> Also, wie verfährt ihr mit Germanium-Halbleitern? Meine Überlegung war
> bisher, erst dafür extra eine Buchsenleiste einzulöten, halt mit diesen
> 350°C, um dann anschließend dort einen Ge-Transistor oder eine Ge-Diode
> o. ä. in diese Buchsenleiste einzustecken.
>
> Aber wie macht ihr das?

Wenn möglich vermeide die Verkürzung der Drähte - also neue Halbleiter

Halte den Draht zur Ableitung der Hitze Energie individuell mit einer 
Flachzange

Lerne schnell zu löten. Das ist die Hauptsache. Verwende eine 
großflächige Lötspitze (1.6/2.4x 0.8mm) die schnelles Erhitzen 
garantiert. So gesehen ist bleifreies Lot kein Nachteil. Dann geht es 
auch ohne Hitzeableitung. Der schlimmste Fehler wäre eine zu 
schmalbrüstige Lötspitze. Arbeite mit sauber neu verzinnter 
Spitzenoberfläche und guten Zustand. Verwende hochqualitatives Lot, 
welches sich anderswo schon bewährt hat.

Wenn man das alles beachtet kann so schnell nichts passieren. Ich bin 
auch der Meinung, daß Ge-Transistoren im TO-18 o.ä. Metallgehäuse 
(AC126, AF126) weniger gefährdet sind als solche im Glasgehäuse 
(OC45,71, OC604). Dasselbe gilt für Ge-Dioden. Lass die Anschlussdrähte 
so lange wie möglich (Aufrollen)

Mir ist früher nie etwas passiert. Wie gesagt: Lerne wie man schnell 
lötet. Das ist die beste Versicherung und ist eine alte Weisheit. Schon 
W. v. Diefenbach oder H. Richter wusste das.

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Da ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze
Ist das eine dogmatische Glaubensfrage oder hast du keines mehr?
Ich mache es nämlich genau andersrum: ich verwende kein bleifreies Lot.

> Aber wie macht ihr das?
Mit bleihaltigem Lot an langen Anschlussbeinen zügig löten. Genau so 
würde ich es machen, wenn mich einer zur Nutzung von bleifreiem Lot 
zwingen würde.

von Hans F. (spartrafo)


Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Ist das eine dogmatische Glaubensfrage oder hast du keines mehr?
> Ich mache es nämlich genau andersrum: ich verwende kein bleifreies Lot.

Oh, oh - da solltest Du Dich dringend mal mit Deinem Moderator-Kollegen 
"J.W." unterhalten und anschließend gemeinsam den Exorzismus durchführen 
:-D

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Danke, Gerhard O. für deine ausführliche Lötanleitung eines 
Germanium-Halbleiters.

So wie ich aus deinen Ausführungen erkenne, könnte ich auch weiterhin 
meine Bauelemente einlöten, auch die auf Germaniumbasis.

Germaniumtransistoren sind aber sehr selten geworden, einige Typen sind 
so gut wie gar nicht mehr zu finden. Sie sind wirklich teurer Goldstaub. 
Dennoch werde ich mal einfach mit einigen häufig aufgetretenen Typen 
herumprobieren und mir das Vor- und Nachher mit einer Transistormessung 
mal betrachten.

Übrigens schau ich gerne in die alten Fachbücher hinein, allein die von 
Heinz Richter. Dort werden noch einige Bastelkniffe gezeigt, die heute 
schon so gut wie vergessen sind.

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> die beim Lötvorgang sogar noch mit einer Telefonzange oder ähnliches, am
> Gehäuse abgekühlt werden sollte

Wenn du den Anschlussdraht über der Platine per Zange hältst, kannst du 
auch mit 350 löten.

von Maximilian (maxclaus)


Lesenswert?

Gequirlter Blötsinn. In der Zeit der Germanium Transistoren habe ich als 
Kind und Jugendlicher mit einem ungeregelten 60 W Kolben gelötet. 
Geregelte Kolben gab es noch nicht und nie ist mir ein Transistor kaputt 
gegangen. Durfte er bei 10 Mark Kosten auch nicht. Dioden Beine immer zu 
einer kleinen Spiralfeder aufgewickelt.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


Lesenswert?

Maximilian schrieb:
> Dioden Beine immer zu einer kleinen Spiralfeder aufgewickelt.

Bei einem Glas-Körper? Das ist aber filigrane Handwerks-Kunst! Erinnert 
an Modeschmuck-Basteln ;-)

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Maximilian schrieb:
> Gequirlter Blötsinn.

Hallo, Maximilian, gequirlter Blödsinn ist zwar etwas hart ausgedrückt. 
Aber du hast ja recht, dass man sich früher so gut wie keine Gedanken um 
den Lötvorgang machte. Man hatte einfach seinen Standardlötkolben ans 
Netz angeschlossen und drauflos gelötet, ohne sich Gedanken um 
Löttemperaturen oder sogar um die Zusammensetzungen von dem damaligen 
Lötzinn zu machen Man hatte sein Projekt einfach gelötet und fertig. Und 
hinterher funktionierte sein Werk auch so wie man es haben wollte.

Lothar M. schrieb:
> Mit bleihaltigem Lot an langen Anschlussbeinen zügig löten.

Ja, und genau das ist ja heute das Problem, das verbleites Lötzinn in 
der Regel für Privatpersonen nicht mehr zur Verfügung steht. Natürlich 
habe ich noch eine Rolle verbleites Lötzinn in meinem Werkzeugkoffer 
aufbewahrt, wenn es wirklich nicht mehr anders gehen sollte. Aber 
eigentlich ist heute ein verbleites Lötzinn ein Tabu für mich geworden. 
Nein, die Lötanleitung von Gerhard O. stellt für mich eine plausible 
Lötanleitung dar, und ich werde mit einigen Germanium-Halbleitern damit 
mal herumexperiementiern.

von Stephan S. (uxdx)


Lesenswert?

"Früher" gab es sogar Fassungen für die Germanium-Transistoren. Heute 
eignen sich gedrehte Präzisions-Fassungen ganz ausgezeichnet dafür.

von Axel R. (axlr)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Aber
> eigentlich ist heute ein verbleites Lötzinn ein Tabu für mich geworden.

Als gestandener Fernmeldetechniker?
Hä, warum?
Und: was bedeutet "eigentlich"? Meine Frau sagt das auch immer. ;)

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Aber du hast ja recht, dass man sich früher so gut wie keine Gedanken um
> den Lötvorgang machte.

Ähm, nein, was meinst du, woher die Flachzangenmethode stammt ?

Und warum man früher Halbleiterbauteile mit ewig langen Anschlussdrähten 
einlötete.

Dein Kommentar ist einfach falsch, offenbar aus Unkenntnis und 
Ahnungslosigkeit.

von Axel R. (axlr)


Lesenswert?

Man hat die Fassungen nicht für Germanium-Transistoren extra erfunden. 
Die stammen von den, durchaus üblichen, kleinen "Bleistift"Röhren mit 5 
oder 7 Anschlüssen.
https://kleines-roehrenmuseum.de/Miniroehren.htm
https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/elektronenroehre_pentode_special-258547

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Oh, mein Gott, da habe ich ja etwas losgetreten. Denkt da einfach nicht 
zu viel darüber nach. Ich könnte auf vieles eine Antwort darauf geben, 
aber das wäre mir zu müßig und es würde ein ellenlanger Text daraus 
werden. Ich lasse es lieber. Meine Frage wurde ja eigentlich auch schon 
von Gerhard O. beantwortet und ich sage es noch einmal, alles weitere 
werden mir meine Lötexperimente mit Germanium-Halbleitern zeigen!

von Axel S. (a-za-z0-9)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Axel R. schrieb:
> Man hat die Fassungen nicht für Germanium-Transistoren extra erfunden.
> Die stammen von den, durchaus üblichen, kleinen "Bleistift"Röhren mit 5
> oder 7 Anschlüssen.

Echt? Fassungen mit lediglich 3 Kontakten für 5- oder 7-polige Röhren?

Ich will ja nicht behaupten, die Transistorfassung sei "extra" für 
Ge-Transistoren erfunden worden. Aber einige Explare aus meinem Fundus 
sind ähnlich alt. Ich habe die in meinen Anfangstagen, als pnp-Typen 
noch regelmäßig aus Germanium waren, für fliegende Aufbauten genutzt. 
Allerdings habe ich die als notorisch unzuverlässig in Erinnerung.

Und natürlich stand in jedem Bastlerbuch, daß man die Beinchen von 
Dioden im Glasgehäuse zu kleinen Ringeln biegen sollte. Und ja keine 
Beinchen kürzen. Ich kann mich noch an Platinen aus Taschenradios 
erinnern, wo die Transistoren kopfüber eingebaut waren. So konnte man 
trotz voller Beinlänge die Bauhöhe gering halten.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Da ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze, löte ich meine Bauelemente
> auf einer Platine mit einer Temperatur so um die 350°C.

Wobei diese Temperatur ja nicht am Bauteil ankommt.

Aber falls du bei bleifreiem Lot bleiben möchtest und dem „Klassiker“, 
die Wärme an den Beinen mit einer Flachzange vom Bauteil abzuhalten, 
nicht übern Weg traust, stände dir ja heutzutage alternativ noch 
Bismut-haltiges Lot zur Verfügung.  Dann kannst du mit der Temperatur 
noch ein ganzes Stück unter die gehen, die man für klasische 
Blei-Zinn-Lote brauchte.

Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle, sonst 
sinkt der Schmelzpunkt noch weiter.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Axel S. schrieb:
> Und natürlich stand in jedem Bastlerbuch, daß man die Beinchen von
> Dioden im Glasgehäuse zu kleinen Ringeln biegen sollte.

Dabei waren das Stahldrähte, die die Wärme sowieso nur schlecht leiten. 
:)

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Jörg W Schrieb:
> (...), stände dir ja heutzutage alternativ noch Bismut-haltiges Lot
> zur Verfügung.

Danke, Jörg W für deinen Super-Tipp mit einem bismuthaltigen Lötzinn. 
Bisher konnte ich das bismuthaltige Lötzinn nur mit einem Durchmesser 
von 1,0mm finden. Lötzinn mit einem Durchmesser von 1mm nutze ich aber 
nur bei größeren Kupferflächen. Kleine Größen habe ich aber bisher nicht 
finden können, wie z. B. 0,7mm oder sogar 0,5mm.

Für Halbleiter im diskreten Aufbau nehme ja ich gerne ein 0,7mm-Lot. Bei 
IC's und SMD-Teile hingegen gerne auch ein 0,5mm-Lot oder halt noch 
kleiner.

Darum an dich die Frage: Wo kann ich dieses bismuthaltige Lötzinn 
finden, vorausgesetzt, ich kann es überhaupt als Privatperson beim 
Elektronikfachhandel bestellen?

von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


Lesenswert?

Hallo Michael,
ich habe in meiner Jugend Germaniumtransistoren auch mit einen 80 Watt 
Lötkolben auf die Platine gelötet. Wenn man die Anschlüsse 1 cm und 
länger lässt, geht keiner kaputt. Da wird die angebliche 
Hitzeempfindlichkeit beim Löten völlig übertrieben.


Und Thema bleihaltiges Lot - die ihr das verwendet und noch stolz drauf 
seid - euch ist nicht mehr zu helfen! Ewig Gestrige!

Macht Euch mal kundig, was Blei in euren Körper anrichtet.

Und jetzt mal schon etwas böse, aber hoffentlich aufrüttelnd:

Es wird das Nervensystem und das Hirn angegriffen... vielleicht seid ihr 
deshalb nicht mehr so flexibel, um auf bleifreies Lot umzusteigen. Ist 
das etwa schon eine Folge der Bleivergiftung, die bei euch bereits 
stattgefunden hat?


Bleifreies Lötzinn löte ich mit 315° . Das ist für mich ein guter 
Kompromiss aus schnellen Löten und das es noch nicht so sehr vergraut 
und teigig wird.
Bei mehr als 330° sieht es bröcklig teigig und schlimm aus. Auch 
290...300° gehen, muss man halt etwas länger durchwärmen.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Auch dir meinen Dank an dich Lothar. Also so langsam lese ich bei euch 
auch konkrete Anregungen für alte Germanium-Halbleiter. Dafür meinen 
Dank.

Was deine Löttemperatur von 315°C betrifft, kann ich nur sagen, ich 
müsste mal mit einem Fernthermometer die tatsächliche Temperatur an 
meiner Lotkolbenspitze messen. Meine jetzt schon veraltete 
Weller-Lötstation arbeitet ja noch auf der Basis von 220V~. Wer weiss, 
was ich wirklich für Temperaturen an meiner Lötkolbenspitze habe? 
Jedenfalls wird mein Lötzinn Sn95Ag4Cu1 von dem Hersteller Stannol (den 
ich schon seit Jahrzehnten nutze) bei 320°C zu zähflüssig und ein 
schnelles Löten wird damit verhindert. Aber meine nächste Anschaffung 
wird tatsächlich ein Fernthermoter sein. Sie sind ja auch schon relativ 
preiswert zu haben.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Darum an dich die Frage: Wo kann ich dieses bismuthaltige Lötzinn
> finden, vorausgesetzt, ich kann es überhaupt als Privatperson beim
> Elektronikfachhandel bestellen?

Ich kenne es vor allem als Lötpaste. Kann man aber auch mit dem 
Lötkolben benutzen. ;-)

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Jörg W schrieb:
> Ich kenne es vor allem als Lötpaste.

Ah, verstehe. Und die ist auch von einigen Herstellern tatsächlich 
bestellbar. Diese Lötpaste werde ich mir tatsächlich zulegen. Mensch, 
recht herzlichen Dank Jörg W.

von Matthias S. (dachs)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle, sonst
> sinkt der Schmelzpunkt noch weiter.

Und genau das ist schwer zu realisieren, wenn das Bauteil oder die 
Platine schon einmal mit bleihaltigem Lot gelötet wurde.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Also, an alle, die ihr mir mit konkreten Anregungen weiterhelfen 
konntet, meinen größten Dank dafür.

Nun werde ich mir die Germanium-Explemplare und auch diese 
Bismut-Lötpaste für meine Lötexperimente im nächsten Monat bestellen, 
leider erst dann, aus finanziellen Gründen. Diese Bauelemente werde ich 
dann auf einer Lochrasterplatine auflöten und meine entsprechenden 
Transistormessungen u. ä. vornehmen.

Also, das wird noch gut einen Monat dauern. Aber dann werde ich mein 
Ergebnis in diesen Thread posten. Bis dahin habt wirklich meinen Dank 
für eure Anregungen!

: Bearbeitet durch User
von Gerhard H. (ghf)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Jörg W Schrieb:
>> (...), stände dir ja heutzutage alternativ noch Bismut-haltiges Lot
>> zur Verfügung.
>
> Danke, Jörg W für deinen Super-Tipp mit einem bismuthaltigen Lötzinn.
> Bisher konnte ich das bismuthaltige Lötzinn nur mit einem Durchmesser
> von 1,0mm finden. Lötzinn mit einem Durchmesser von 1mm nutze ich aber
> nur bei größeren Kupferflächen. Kleine Größen habe ich aber bisher nicht
> finden können, wie z. B. 0,7mm oder sogar 0,5mm.
>
> Für Halbleiter im diskreten Aufbau nehme ja ich gerne ein 0,7mm-Lot. Bei
> IC's und SMD-Teile hingegen gerne auch ein 0,5mm-Lot oder halt noch
> kleiner.
>
> Darum an dich die Frage: Wo kann ich dieses bismuthaltige Lötzinn
> finden, vorausgesetzt, ich kann es überhaupt als Privatperson beim
> Elektronikfachhandel bestellen?

< 
https://www.digikey.de/de/products/detail/chip-quik-inc/NC191LTA10/13531404 
>

Indium:
< 
https://www.digikey.de/de/products/detail/chip-quik-inc/SMDIN97AG3/8681828 
>

Die haben auch wismut & Indium-Draht, auch 60/40 Blei bis 0.25mm
runter und beliefern jeden, solange die Kreditkarte oder PayPal
funktionieren.

Die haben schon Lieferzeiten von 1.5 Tagen geschafft, vom
US-Mittelwesten bis zu meiner Haustür in D-66606, per UPS.
Es ist immer interessant, mitzuverfolgen wie das Päckchen
in den US von Stadt zu Stadt hüpft und dann in Köln einkratert.
Ab 50€ Warenwert portofrei.

Für Ge-Transistoren ist das aber unnötig. Den Transistor
an seinen Drähten beim Löten mit einer breiten Pinzette
festzuhalten hat bei mir immer gereicht.

Gruß, Gerhard

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Gerhard H. schrieb:
> Den Transistor
> an seinen Drähten beim Löten mit einer breiten Pinzette
> festzuhalten hat bei mir immer gereicht.

Ja, denke auch. Die ungeregelten Lötkolben seinerzeit hatten sicherlich 
deutlich höhere Leerlauftemperaturen an der Spitze als unsere geregelten 
Lötstationen heute.

Michael H. schrieb:
> nächsten Monat bestellen, leider erst dann, aus finanziellen Gründen

Brauchst du noch Germaniumtransistoren zum Experimentieren? Kann ich dir 
welche schenken.

von Stephan S. (uxdx)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Nun werde ich mir die Germanium-Explemplare und auch diese
> Bismut-Lötpaste für meine Lötexperimente im nächsten Monat bestellen,
> leider erst dann, aus finanziellen Gründen.

Jörg W. schrieb:
> Brauchst du noch Germaniumtransistoren zum Experimentieren? Kann ich dir
> welche schenken.

Von mir kannst Du auch noch ein paar bekommen: AC121, AC151, AF116, 
sowie unbekannter PNP-Typ

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Aber falls du bei bleifreiem Lot bleiben möchtest und dem „Klassiker“,
> die Wärme an den Beinen mit einer Flachzange vom Bauteil abzuhalten,
> nicht übern Weg traust, stände dir ja heutzutage alternativ noch
> Bismut-haltiges Lot zur Verfügung.  Dann kannst du mit der Temperatur
> noch ein ganzes Stück unter die gehen, die man für klasische
> Blei-Zinn-Lote brauchte.
>
> Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle, sonst
> sinkt der Schmelzpunkt noch weiter.

https://bs-wiki.de/mediawiki/images/Rose-Eutektikum.jpg

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Matthias S. schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle, sonst
>> sinkt der Schmelzpunkt noch weiter.
>
> Und genau das ist schwer zu realisieren, wenn das Bauteil oder die
> Platine schon einmal mit bleihaltigem Lot gelötet wurde.

Blei wollte er ja aber ohnehin nicht dabei haben. Man kann aber auch die 
Kirche im Dorf lassen: hier geht es nicht um ein paar Spuren-Atome, 
sondern um relevante prozentuale Anteile der jeweiligen 
Legierungspartner. Hinz hat ja den Link zum Diagramm geschickt.

von Matthias S. (dachs)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> sondern um relevante prozentuale Anteile

Das hatte ich anders aufgefasst:

Jörg W. schrieb:
> Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle,

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Brauchst du noch Germaniumtransistoren zum Experimentieren? Kann ich dir
> welche schenken.

Stephan S. schrieb:
> Von mir kannst Du auch noch ein paar bekommen: AC121, AC151, AF116,
> sowie unbekannter PNP-Typ

Das ist wirklich sehr freundlich von euch beiden, aber es wird wohl wie 
immer im richtigen Leben sein: Man sammelt immer das verkehrte, was eh 
keiner mehr braucht.

Da ich mich zur Zeit hauptsächlich mit Fernsteuer-Anlagen im Modellbau 
und auch dem Amateurfunk als solchen beschäftige,
kann ich mir gerade in alten Fachbüchern ab den 60er Jahren dazu 
reichlich theoretische Kenntnisse aneignen, die ich in den neuen 
Fachbüchern vergeblich suche. Ich bin leider kein Freund vom einfachen 
Nachbauen komplizierter Gebilde. Letztendlich bleiben diese Geräte ja 
doch nur mehr oder weniger Blackboxen für mich.

Im NF-Bereich brauche ich dort tatsächlich keine alten 
Germaniumtransistoren mehr, die in der Regel mit OC, GC, AC, OD oder AD 
usw. beginnen. Sie können wirklich, bis auf wenige Ausnahmen, durch 
modernere Siliziumtransistoren, bzw. MOSFET's ersetzt werden.

Interessant wird es hingegen im HF-Bereich, der ja lange Zeit noch von 
der alten Röhrentechnik dominiert wurde. Die alten klobigen, teuren 
Röhren können heutzutage gottseidank weitestgehend durch moderne, 
preiswerte HF-FET's ersetzt werden.

Nur die theoretischen Kenntnisse haben sich über die Jahrzehnte hinweg 
so gut wie nicht geändert. Aber gerade hier tut sich leider auch eine 
gewisse Unterscheidung der neuen zu den alten Fachbüchern auf. Während 
bei den aktuellen Fachbüchern theoretische Grundkenntnisse vorausgesetzt 
werden und daher nicht mehr in den Büchern erscheinen, werden noch in 
alten Fachbüchern die wesentlichen Grundlagen theoretischer  Kenntnisse 
hergeleitet und sogar mit praktischen Beispielen untermauert, die 
allerdings noch mit zeittypischen Bauelementen aufgebaut wurden. Und 
dazu zählen leider auch Halbleiter auf Germaniumbasis.

Also, wenn es für mich mal in naher Zukunft  interessant werden sollte, 
komme ich auf eure Angebote zurück. Verbleiben wir so. Doch jetzt möchte 
ich mich wirklich hier ausklinken und wieder meine theoretischen 
Kenntnisse erweitern wollen.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Ach ja, hier ist von mir noch eine Übersicht meiner Germaniumdioden und 
-transistoren, die ich bis jetzt in meinem Fundus habe.

Wobei noch diesen Monat die Transistoren AF127, AF137, AFY13 und AD139 
dazukommen.

Das war's nun aber wirklich erstmal von mir.

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Ach ja, hier ist von mir noch eine Übersicht meiner
> Germaniumdioden und
> -transistoren, die ich bis jetzt in meinem Fundus habe.
>
> Wobei noch diesen Monat die Transistoren AF127, AF137, AFY13 und AD139
> dazukommen.
>
> Das war's nun aber wirklich erstmal von mir.

Moin,

Was ich vergessen habe erstmalig zu erwähnen ist, als Junge lötete ich 
meine "Germanen" mit dem damals für Schüler preislosen ungeregelten 
Ersa30. Kann mich nicht erinnern damit ungewöhnliche Probleme gehabt 
zugaben. Natürlich war das Lot nicht bleifrei. Halbleiter wie OC171, 
OC45, OC71, AF115 u.ä.  "OA"Dioden. Meist mit Ausschlacht-Teilen. 
Halbleiter waren damals noch sündhaft teuer. Ein AC126 für 30 OE 
Schilling. Das war sechs Wochen Taschengeld! Heute kostet ein BC845 
Pfennige.

Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Thorsten S. (thosch)


Lesenswert?

Lothar schrieb:
> Und Thema bleihaltiges Lot - die ihr das verwendet und noch stolz drauf
> seid - euch ist nicht mehr zu helfen! Ewig Gestrige!

> Macht Euch mal kundig, was Blei in euren Körper anrichtet.

Gar nichts!
Zumindest das Blei aus dem Lot.
Weil das Blei nämlich in der Lötstelle bleibt und gar nicht in den 
Körper gelangt.

Man lötet schließlich nicht bei über 450°C oder leckt den Lötdraht ab.
Und Dämpfe werden abgesaugt - nicht, weil da Blei drin wäre (das 
passiert erst deutlich oberhalb 450°C), sondern weil die 
Flußmitteldämpfe an sich gesundheitsschädlich sind.

Flußmitteldämpfe bei bleifreiem Lot sind übrigens problematischer, weil 
diese Flußmittel aggressiver sein müssen und wegen der höheren 
Löttemperatur.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Moin,

Wahrscheinlich macht die Dosis das Gift. Ich ziele jetzt nicht auf die 
gesundlichen Risiken des Lötens im Allgemeinen, sondern auf die 
Auswirkungen einer Entsorgung elektronischer Geräte auf die Umwelt die 
mit nicht konformer Technik hergestellt wurden.

Darunter fallen auch wir Hobbyisten die noch mit nicht-komformen 
vorhandenen Komponenten und bleihaltige Lotart basteln oder wollen. 
Früher oder später finden unsere selbstgebauten Geräte und Baugruppen 
und Komponentenschätze den Weg in die Entsorgung wenn sie nicht ein 
neues Bastlerzuhause finden.

Prinzipiell ist dieser  Sachverhalt natürlich ein Problem und eine 
solche Entsorgung problematischer als die Entsorgung konformer Technik. 
Man muß sich aber Fragen, warum konforme Technik überhaupt durchgesetzt 
wurde.

Man darf also nicht übersehen, daß diese Probleme eher durch die 
Realitäten des modernen Marktes, insbesondere das Volumen der durch den 
Markt fliessenden kurzlebigen Produkte die notwendigerweise besser 
entsorgt werden müssen, entstand. Nie zuvor wurde so mit erzeugten 
Produkten umgegangen.

In früheren Zeiten kostete alles relativ zum Einkommen der meisten 
Haushalte ein Vermögen und man reparierte. Man entsorgte widerwillig 
oder es landete im Dachboden. Das erhöhte den Lifecycle Intervall 
beträchtlich. In unser modernen Era werden relativ zu früheren Zeiten 
eine Unmenge an vielfältiger kurzlebiger Produkte aggressiv auf den 
Markt geworfen und in vielerlei Weise mit HW und SW Obsoleszenz 
vermarktet. Es fragt sich auch ob es umwelt-philosophisch akzeptabel ist 
so eine Unzahl an trivialen Produkten in die Welt zu setzen.

Hin und wieder besuche ich Gebrauchtwaren Geschäfte. Es überrascht mich 
immer wieder, welch nutzloses, moderne Billigelektronik dort landet und 
man fragt sich, muß das wirklich sein. Aber wir leben in einer globalen 
Wirtschaft, die nicht freiwillig zu Sinnen kommen kann oder will. Es 
wird von Psychologen bestätigt, daß unsere Überflußgesellschaft nicht 
glücklich mit ihrer Vielzahl an "Zeugs" ist. Warum stellen wir dann 
unerbittlich so viel Trivial-Waren her, die bald den Weg aus den 
Haushalten finden.

Gerade die SW-Obsoleszenz ist ein zunehmendes Problem, weil viele 
moderne Gerätschaften nicht mehr unabhängig funktionieren und vom 
externen Betreiber abhängen. So entstand die Entsorgungslawine. Sicher, 
wenn unsere selbstgebauten Gerätschaften und Komponenten den Weg in die 
Entsorgung finden, entsteht dadurch ein Problem für die Entsorger. Aber 
mit dieser Tatsache müssen sie auch jetzt rechnen, weil ja ein Teil der 
entsorgten Geräte ohnehin  nicht alle konform sind.

Langer Rede kurzer Sinn ist, dass es aus der Bastler Perspektive 
wahrscheinlich ein triviales Problem ist, weil einfach das Volumen der 
Bastler Sachen im Vergleich zum Mainstream fast unsichtbar ist und 
verbleit gelötete Geräte immer noch den Weg in die normale geregelte 
Entsorgung finden.

So gesehen, verehrter Michael, ist es wahrscheinlich keine Todsünde 
weiterhin mit vorhandenem Bleilot zu hantieren. Aber das muß jeder 
selbst evaluieren. Vielleicht sehe ich es auch ganz falsch und man wird 
meine hier gegebene Ansicht hier wie die Wölfe zerreissen. Wer weiß...


Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Thorsten S. schrieb:
> Flußmitteldämpfe bei bleifreiem Lot sind übrigens problematischer, weil
> diese Flußmittel aggressiver sein müssen und wegen der höheren
> Löttemperatur.

Eine alte Mähr, die offenbar nicht ausrottbar scheint.

Das Gegenteil ist bezüglich der Aggressivität der Flussmittel eher der 
Fall: durch die höhere Löttemperatur sind sie bei Löttemperatur aktiver 
und müssen daher insgesamt nicht so aggressiv sein.

Allerdings sind die Flussmittel insbesondere bei schlechtem Werkzeug (zu 
geringer Wärmenachschub, der durch höhere Spitzentemperatur ausgeglichen 
wird) schneller verdampft, sodass man am Ende mehr Flussmittel braucht.

> leckt den Lötdraht ab

Es ist eher die Disziplin, dass man sich auch wirklich nach den Arbeiten 
damit ordentlich die Hände wäscht (nicht nur nach dem Löten selbst, auch 
nach dem Hantieren mit den entsprechenden Baugruppen).  Funktioniert 
vielleicht als Selbstdisziplin noch ganz gut, spätestens aber, wenn ich 
Kinder bei Lötarbeiten begleite, bin ich ehrlich froh drüber, dass ich 
ihnen (bzw. deren Eltern) nicht vorher noch eine Giftbelehrung erteilen 
muss.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Ja, Gerhard O., man kann über die Entwicklungen des technischen 
Fortschritts reichlich philosophieren. Letztendlich muss jeder seine 
eigenen Grenzen darin setzen können. Also, wie weit will ich wirklich 
mit dem technischen Fortschritt mitgehen und brauche ich das für mich 
daraus Entstandene überhaupt. Kurz gesagt: Letztendlich muss das jeder 
für sich selbst entscheiden. Was will ich und wo möchte ich hin? Und wo 
sind tatsächlich meine persönlichen Grenzen in der geistigen Fähigkeit 
und dem örtlich Machbaren. Für diese philosophischen Fragen könnte man 
einen eigenen Thread darüber eröffnen.

Hier komme ich aber zurück zu meinem eingangs gestellten Problem der 
Fixierung von Germaniumhalbleitern auf einer Platine.

Also, wie ich das bisher richtig verstanden habe, kann ich z. B. die 
alten Germaniumtransistoren auch mit der heutigen Löttechnik auf eine 
Platine löten. Für meine Lötexperimente habe ich mir dazu extra ein 
Germaniumtransistoren-Sortiment, eine bismuthaltige Lötpaste und ein 
Infrarot-Fernthermometer von dem Hersteller Stahlwerk bestellt.

Für die Transistormessung verwende ich einfach mein vorhandenes 
Multimeter und evtl. auch mein LCR-Meßgerät für die Kapazitätsmessung, 
das muss ich allerdings noch ausprobieren, ob das überhaupt damit geht. 
So spare ich mir den technischen Aufwand für dem Aufbau einer 
Transistormeßschaltung, denn ich will ja nur die wesentlichen 
Eigenschaften  Vor-dem-Löten und Nach-dem-Löten überprüfen. So weit so 
gut. Alles weitere dann später.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> denn ich will ja nur die wesentlichen Eigenschaften  Vor-dem-Löten und
> Nach-dem-Löten überprüfen

Wenn du sie zu warm machst, könnte zuerst noch die Stromverstärkung 
ansteigen :-), danach dann irgendwann Schluss mit lustig, wenn beide 
Seiten durchlegiert sind.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Hach ja, Jörg W., könnte und sollte und müsste. Alles Konjunktive. Das 
fertige Ergebnis wird zählen. Nur dauert das leider etwas. Ich hatte ja 
schon einmal in einem früheren post von etwa einem Monat gesprochen. Das 
wird wohl leider auch weiterhin mein zeitlicher Rahmen sein.

Meine endgültigen Ergebnisse werde ich auf jeden Fall hier in diesem 
Thread veröffentlichen.

von Götz R. (darfnurdiefolgendenz)


Lesenswert?

Man kann mit einer dünnen Trennscheibe IC-Fassungen auseinandernehmen 
und die als Fassung verwenden, falls Ge-Transistoren schon mal eingebaut 
waren und die Drahtlänge am Minimum angekommen ist.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Götz R. schrieb:
> Man kann mit einer dünnen Trennscheibe IC-Fassungen auseinandernehmen
> und die als Fassung verwenden, falls Ge-Transistoren schon mal eingebaut
> waren und die Drahtlänge am Minimum angekommen ist.

Ja, das war auch meine anfängliche Überlegung, wenn man das vielleicht 
zu heisse Löten umgehen will. Also, auch deine Komponente wäre eine 
Option, wenn die Anschlussbeinchen mal zu kurz sein sollten, aus welchem 
Grund auch immer (z. B. schon einmal eingelötetes Bauteil u. ä.).

Recht herzlichen Dank für deinen Tipp, Götz R.

von Johannes F. (jofe)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> kann ich mir gerade in alten Fachbüchern ab den 60er Jahren dazu
> reichlich theoretische Kenntnisse aneignen, die ich in den neuen
> Fachbüchern vergeblich suche.

Dann suchst du in den falschen Büchern.

Michael H. schrieb:
> werden noch in
> alten Fachbüchern die wesentlichen Grundlagen theoretischer  Kenntnisse
> hergeleitet und sogar mit praktischen Beispielen untermauert,

Das machen gute zeitgenössische Lehrbücher auch. Nur werden eben 
heutzutage keine guten (lehrreichen) Elektronik-"Bastelbücher" mehr 
geschrieben (da die Zielgruppe nahezu verschwunden ist). Die Theorie 
kann man sich aber nach wie vor mittels Studienliteratur (mehr oder 
weniger trocken) aneignen.

Empfehlenswert ist bspw. "Grundlagen der Elektronik" von Stefan Goßner; 
vorwiegend an FH-Studenten gerichtet und daher nicht übermäßig 
theorielastig, zum Einstieg gut geeignet. Bei Bedarf kann man dann 
Uni-Lehrbücher wie "Halbleiter-Bauelemente" von Michael Reisch zu Rate 
ziehen.

Götz R. schrieb:
> Man kann mit einer dünnen Trennscheibe IC-Fassungen auseinandernehmen
> und die als Fassung verwenden,

Dafür braucht man nicht mal eine Trennscheibe. Die gedrehten Kontakte 
von "Präzisions-Fassungen" oder Buchsenleisten lassen sich mit passendem 
Werkzeug sehr leicht von unten aus den Kunststoffträgern herausdrücken.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo Johannes F. Danke für deinen Einwand, was die Auswahl meiner 
Fachbücher betrifft. Es gehört hier zwar nicht hin, aber da ich eh noch 
auf meine bestellte Ware warten muss, gebe ich dir hier doch mal einen 
post von meiner so gut wie vollständigen Fachbücherliste ab.

Ich habe die Feststellung machen müssen, dass sich die Profs und 
Doktoren mit ihren Beispielbetrachtungen auf modernste und teure Geräte 
beziehen, die sich ein pensionierter Hobby-Elektroniker wie mich nicht 
mehr leisten kann. Darum beziehe ich mein Fachwissen lieber mehr aus 
älteren Lehrbüchern, die von bisher bekannten Gerätschaften, die zwar 
älter aber dafür bezahlbar sind, begleitet werden.

Nun bin ich ja weit weg von den Jahren eines angehenden Studenten und 
ich brauche auch keine aktuellen Fachbücher mehr für eine berufliche 
Laufbahn. Das habe ich nun alles hinter mir gelassen. Es ist also nur 
noch mein privates Vergnügen, in älteren Fachbüchern lesen zu können.

Im Anhang befindet sich meine Fachbücherliste.

Beitrag #8032407 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

So, nun habe ich einige Teile für meine Lötexperimente bestellt, als da 
wären:

ein Sortiment Germaniumtransistoren
ein IF-Fernthermometer ILT-600ST des Herstellers Stahlwerk
eine Heissluft-Lötstation ZD-939L 320W des französischen Herstellers 
Zhongdi
bleifreies Lötzinn  Sn99,3Cu0,7
bismuthaltige Lötpaste Sn42Bi58.

Als reines Flussmittel soll eine 20gr-Dose Kolophonium des Herstellers 
Stannol und alternativ auch das 10g-Flussmittelgel FL22YFL (was auch 
immer) des Herstellers Edsyn dienen.

Mit diesen bestellten Dingen könnte ich auch zukünftig SMD-Teile auf 
eine Platine löten. Das wäre dann aber ein anderes Thema und diese 
SMD-Technik wäre für mich sowieso erst ab 800MHz interessant, davor 
nicht.

Nun müssen die Teile nur noch kommen. Derweil habe ich die Spannung an 
meinem LCR-Meter gemessen. Es arbeitet mit einer effektiven 
Wechselspannung bei 100kHz von 0,75V gleichspannungsfrei. Also kann ich 
damit auch problemlos die Kapazitäten der Germaniumtransistoren messen.

Alles weitere später...

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> französischen Herstellers Zhongdi

:-)

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Michael H. schrieb:
>> französischen Herstellers Zhongdi
>
> :-)

Kommt mir auch spanisch vor.

von Johannes F. (jofe)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Ich habe die Feststellung machen müssen, dass sich die Profs und
> Doktoren mit ihren Beispielbetrachtungen auf modernste und teure Geräte
> beziehen, die sich ein pensionierter Hobby-Elektroniker wie mich nicht
> mehr leisten kann.

Was sollen denn diese ominösen Geräte zum Beispiel sein?

Selbst VNA und Spectrum Analyzer bekommt man in für didaktische Zwecke 
ausreichender Qualität und im Kleinformat heutzutage zu erschwinglichen 
Preisen. Muss ja kein 20 GHz Agilent sein.

Michael H. schrieb:
> Fachwissen lieber mehr aus
> älteren Lehrbüchern, die von bisher bekannten Gerätschaften, die zwar
> älter aber dafür bezahlbar sind, begleitet werden

... und halt auch von Bauteilen, die nur noch teuer und selten, wenn 
überhaupt, erhältlich sind, und längst nicht mehr dem Stand der Technik 
angehören. Wenn das einem lieber ist...

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hier sind wohl einige Fragezeichen wegen diesem ominösen Hersteller 
Zhongdi dieser Heissluft-Lötstation entstanden. Diese Lötstation habe 
ich bei dem Elektronikanbieter reichelt elektronik bestellt (siehe 
Anhang meines Sreenshots).

Die Praxis wird mir zeigen, ob das preiswerte, um nicht zu sagen, 
billige Gerät für meine Bedürfnisse etwas taugt.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Hier sind wohl einige Fragezeichen wegen diesem ominösen Hersteller
> Zhongdi dieser Heissluft-Lötstation entstanden.

Nö.

von Johannes F. (jofe)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Hier sind wohl einige Fragezeichen wegen diesem ominösen Hersteller
> Zhongdi dieser Heissluft-Lötstation entstanden.

Nicht wegen des Herstellers, sondern wegen "französisch". Zhongdi ist 
ein Handelsname, unter dem Billig-Lötwerkzeug aus China vertrieben wird.

Michael H. schrieb:
> Die Praxis wird mir zeigen, ob das preiswerte, um nicht zu sagen,
> billige Gerät für meine Bedürfnisse etwas taugt.

Nach vorherrschender Meinung sind die mit "858D[+]" beschrifteten 
Heißluftgeräte sowohl besser als auch noch günstiger.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Johannes F. schrieb:
> Zhongdi ist
> ein Handelsname

Ist selbst Hersteller.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Johannes F. schrieb:
>> Zhongdi ist
>> ein Handelsname
>
> Ist selbst Hersteller.

Nur halt nicht aus Frankreich.

Johannes F. schrieb:
> Nach vorherrschender Meinung sind die mit "858D[+]" beschrifteten
> Heißluftgeräte sowohl besser als auch noch günstiger.

Vor allem sind sie handlicher und nicht so laut :), allerdings habe ich 
(obwohl ich so'n Teil benutze) nach wie vor Bauchschmerzen, was die 
Stärke des Schutzleiters zum Handstück betrifft. An einer Installation, 
die keinen FI benutzt, möchte ich mit so einem Gerät keinen Kurzschluss 
nach PE im Handstück erleben.

Aber das ist 'ne andere Nummer.  Ihren Zweck erfüllen die 939 auf jeden 
Fall auch.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Also, ich habe mal 3 Bilder im Anhang vorbereitet.

Da wäre erstmal diese preiswerte Heissluft-Lötstation des Herstellers 
Zhongdi. Ich weiss jetzt auch nicht, wie ich auf das Wort "französisch" 
gekommen bin. Im Anhang findet sich auf jeden Fall eine 
Gebrauchsanweisung von dieser Station. Es scheint sich hier wohl 
tatsächlich um eine preiswerte Hausmarke des Anbieters reichelt 
elektronik zu handeln (wohl doch mehr ein China-Produkt).

Wie dem auch sei. Ich habe dieses Gerät jetzt bestellt. Irgendwo muss 
man ja mal mit einer Heissluft-Lötstation beginnen. Bei diesem 
Einstiegspreis kann man wohl erstmal nichts verkehrt machen. Später, es 
wird die Praxis noch zeigen, kann man ja immer noch auf preiswertere 
Geräte von anderen Herstellern zurückgreifen. Da werde ich bestimmt 
nochmal eine Frage an euch stellen müssen.

Ja, und dann sind ja da noch die Beispielanwendungen in einigen meiner 
aufgeführten Fachbücher. Ich greife mal ein Beispiel heraus:
Dieses Beispiel kann ich jetzt leider nicht atock finden. Ist ja auch 
erstmal egal. Es ging jedenfalls in diesem Beispiel darum, die 
Reflektionen auf einem BNC-Kabelabschnitt bestimmter Länge mit einem 
Oszi sichtbar zu machen. In diesem vermeintlichen Buch, dessen Titel mir 
jetzt nicht einfällt, wurde zwar diese Versuchsanordnung dargestellt. 
Mit meinem 100MHz-Oszi war es allerdings nicht möglich, eine Reflexion 
von elektrischen Wellen zu erkennen. Die Frequenz meines Oszis von max. 
100MHz war einfach dafür zu klein. Entweder hätte das Kabel mindestens 
100m und mehr betragen müssen oder das Oszi hätte eine Messfrequenz von 
mehr als 100Mhz, besser noch 1 GHz, haben müssen.

Oder halt dieses Beispiel aus einem Youtube-Video einer Studentin im 
HF-Studium. Sie zeigte dort, wie man den Abschlußwiderstand auf einen 
reinen Wirkwiderstand von 50 Ohm einstellen kann. Nutzte dazu allerdings 
ein Oszilloskop mit einer Darstellungsfreuenz von mind. 600 MHz. Na, 
usw. und so weiter.

Ich habe mal noch zwei weitere Bilder angehängt, einmal von einem Spekki 
und einem komfortablen Oszi, die man heutzutage benutzen sollte.

Aber sorry, bei diesen genannten Preisen da hört's denn bei mir wirklich 
auf mit meiner Elektronikleidenschaft. Irgendwo sind dann halt auch mal 
bei mir Grenzen, die ich mir selber setzen muss.

Naja, genug davon. Ich möchte hier wieder zurückkommen auf meine 
baldigen Lötexperimente meiner Germaniumtransistoren. Also dann, wie 
gesagt, bis später ...

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Ich habe mal noch zwei weitere Bilder angehängt, einmal von einem Spekki
> und einem komfortablen Oszi, die man heutzutage benutzen sollte.

"Man" sollte die nicht benutzen.

Sowas benutzt man in der Industrie.  Als Hobbyist kauft man sich einen 
NanoVNA, damit kommst du allemal um die Runden.  Selbst die 
(elektrische) Länge eines Kabels kannst du damit bestimmen. :-) Im Bild 
mal die Reflektion eines am Ende offenen Kabels am VNA.  Die gelbe Linie 
ist der Phasengang, zwei Phasensprünge treten in der Beispielmessung bei 
426 MHz und 476 MHz auf, die Differenz sind 50 MHz.  50 MHz entsprechen 
einer Wellenlänge von 6 m, da die Welle durch das Kabel hin und zurück 
läuft, ist das Kabel elektrisch 3 m lang.  Passt gut dazu, mechanisch 
ist es 2 m lang, gängiger Verkürzungsfaktor der meisten 50-Ω-Kabel liegt 
bei 0,66.

Beim Oszi gibt es auch ausreichend preiswerte Angebote heutzutage.  Nach 
wie vor bestimmt natürlich die Grenzfrequenz nennenswert auch den Preis, 
aber für deine paar Germaniumtransistoren brauchst du sicher keinen Oszi 
mit 500 MHz Bandbreite.

Einen Spektrumanalysator brauchst du eigentlich erst dann, wenn du 
ernsthaft Sender bauen willst.

: Bearbeitet durch Moderator
von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Hallo Jörg W., es gehört zwar auch nicht unbedingt zu diesem Thread dazu 
und ich dachte, dass jetzt wirklich alles darüber gesagt sei, möchte ich 
hier doch noch etwas weiter zu diesen Thema Spekki, Oszi und weiteres 
ausholen.

Also, ich selbst nutze für meine Basteleien ein analoges 2-Kanal Oszi 
mit bis zu 100 Mhz von dem Hersteller Rohde und Schwarz. Das hatte ich 
mir mal vor langer Zeit günstig auf Ebay gekauft, der Preis lag wohl so 
um 300 oder 400 Euro. Da ich jetzt meine ersten Gehversuche im 
HF-Bereich noch in der KW absolviere, reichen für meine Basteleien 100 
MHz vollkommen aus. Im NF-Bereich eh, hier würde sogar ein preiswertes 
Oszi mit 10 MHz ausreichen.

Vor ewta 6 Jahren hatten mein ehemaliger Arbeitskollege und ich uns 
jeweils einen Spektrumanalysator Owon XSA1015-TG, also mit einem 
eingebauten Tracking-Generator, für je etwa 1200 Euro zugelegt. Da ich 
mich erst jetzt mit diesem Gerät vertraut machen möchte, muss es bisher 
kein höherwertigeres Gerät sein. Im Gegenteil: ich kenne leider 
niemanden, der sich mit einem Spektrumanalysator auskennt, um mir bei 
den ersten Schritten helfen zu können. Selbst mein junger Nachbar unter 
mir schaute mit mir zusammen auf das Gerät wie ein Schwein ins Uhrwerk. 
Ich verstand an diesem Gerät noch wenig. Er hingegen verstand garnichts. 
Er hatte dieses Gerät auch das erste Mal gesehen, obwohl er Maschinenbau 
und ein wenig Elektronik studiert. Er bräuchte auch seine Mitkomolitonen 
nicht befragen, weil auch sie dieses Gerät nicht kennen und 
wahrscheinlich in ihrem Berufsleben auch nie bräuchten. Nun sauge ich 
mir alles selbst aus den Fingern, nun ja.

Das nur so nebenbei ...

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Da ich mich erst jetzt mit diesem Gerät vertraut machen möchte, muss es
> bisher kein höherwertigeres Gerät sein.

Solange du nicht jenseits von VHF experimentieren willst, brauchst du 
ohnehin nichts anderes. 1,5 GHz genügen ja noch für die Darstellung der 
10. Oberwelle eines 145-MHz-Senders.

Vorsicht ist nur geboten mit dem Eingang solcher Geräte. Gerade 
nachgesehen, deiner verträgt zumindest sogar Gleichspannung am Eingang, 
das ist keineswegs überall so der Fall. Maximale Eingangsleistung ist 1 
W, die sollte man auch kurzzeitig nicht überschreiten. Beim Messen 
unbekannter Signale erstmal mit einem hohen Wert für den "reference 
level" anfangen, denn dann schaltet das Gerät intern Dämpfungsglieder 
vor den Mischer.  (Der reference level ist der Pegel, auf den sich das 
obere Ende der Skala bezieht.)

Ansonsten schalt das Ding mal ein auf eine Mittenfrequenz von 100 MHz 
und einen span (Spannweite) von 20 MHz und klemme irgendeine 
Teleskopantenne an den Eingang.  Wenn du den Referenzpegel allmählich 
herunter schaltest, sollten dann die UKW-Rundfunksender irgendwann aus 
dem Rauschpegel auftauchen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Nochmal back to topic: Ich habe mal ein paar alte Germaniumtransistoren 
aus der Kiste genommen.  Es waren alles unmarkierte, also 
schätzungsweise solche aus dem damaligen „Bastlerbeutel 1“ von vor mehr 
als 50 Jahren, Typenreihe GC100 aufwärts.

Zwei von dreien waren mittlerweile nur durch die Lagerung defekt, bei 
einem war noch eine Diode nachweisbar, der andere hat keinerlei 
Anzeichen irgendeiner Funktion.  Beide waren noch nie eingelötet.  Ein 
dritter hat eine Stromverstärkung von 115 am Tester.  Nachdem ich eine 
geschlagene halbe Minute mit reichlich eingestellter Temperatur (350 °C, 
normalerweise löte ich eher mit 320 °C) an den Anschlüssen herum 
gebraten habe, nach Abkühlung nochmal gemessen: gleiche Stromverstärkung 
(im Rahmen der Toleranzen des Testers).

Fazit: du musst dir wirklich keine Rübe machen, mit einer modernen 
geregelten Lötstation und normalem SAC-bleifrei-Lot irgendwo einen 
Germaniumtransistor einzulöten.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> ... mit reichlich eingestellter Temperatur (350 °C,
> normalerweise löte ich eher mit 320 °C) an den Anschlüssen herum
> gebraten habe, nach Abkühlung nochmal gemessen: gleiche Stromverstärkung

Deine Ausführungen, auch die, was den Spekki betrifft, geben mir 
weiterhin Hoffnung, das auch zu verstehen, was ich da eigentlich mache. 
Auch deine gesammelten Erfahrungen mit deinen Lötarbeiten alter 
Germaniumtransistoren beruhigt meine Gemüter.

Dennoch möchte ich diesen Thread mit meinen eigenen Löterfahrungen 
abschliessen. Die Osterfeiertage sind ja nun schon vorbei und so werden 
wohl nach und nach auch meine bestellten Teile bis Ende nächster Woche 
so langsam bei mir eintrudeln. Dann kann ich endlich mit meinen 
Lötexperimenten beginnen.

Wir schauen weiter ...

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Bevor ich diesen Thread mit meinen Löterfahrungen mit alten 
Germaniumtransistoren schliesse, möchte ich doch noch wenigstens zwei 
Anwendungsbeispiele aus meinen alten Fachbüchern hier demonstrieren, 
warum mir die alten Germaniumtransistoren so wichtig erscheinen.

Das erste Beispiel ist aus dem Topp-Buch der Reihe Elektronik aus dem 
Jahre 1963. Es zeigt den Schaltplan eines Superhet MW-Empfängers mit 
Schwundausgleich. Man hätte ebenso auch einen Schaltungsauszug eines 
UKW-Empfängers mit einer Frequenzmodulationsschaltung zeigen können!

Das zweite Beispiel zeigt den Schaltplan eines 4-Kanal-FM-Senders im 
80m-Band, aus dem Buch "Transistorsender" aus dem Jahre 1970. Dazu 
gehört auch das Bild vom fertig aufgebautem FM-Sender. Wie man vieleicht 
an der hohen Seitenzahl von 182/183 erkennen kann, geht natürlich eine 
Menge sehr interessanter und doch praxisbezogener Theorie voraus.

Entnommen aus dem wohl ersten Topp-Buch der Reihe Elektronik "30 
Transistor-Schaltungen" vom Autor l. Hildebrand aus dem Jahre 1963 und 
aus dem Buch "Transistorsender" vom Autor H. Koch aus dem Jahre 1970.

Das wollte ich doch noch zeigen, bevor ich diesen Thread später dann 
wirklich schliessen möchte!

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Falls Du nachbaubare Amateurfunk Schaltungsbeispiele suchst, findest Du 
in der Link viele Schaltungen von europäischen ehemaligen Herstellern so 
wie Semco u.a. Da findest Du bestimmt Interessantes:

https://ve6aqo.com/baugruppen1.htm

Dort findet man viele relativ einfache bewährte Schaltungen. Auch 
belegen viele Bilder den möglichen Aufbau. Voraussetzung ist natürlich 
eine gut mit HF taugliche ausgestattete Bauteilesammlung. Aber 
immerhin...

https://ve6aqo.com/Semco-top.htm
https://ve6aqo.com/funkschau1.htm

: Bearbeitet durch User
von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Gerhard O.schrieb:
> Falls Du nachbaubare Amateurfunk Schaltungsbeispiele suchst ...

Wirklich sehr interessante Webseiten. Ich habe die Hauptseite gleich mal 
bei mir abgespeichert. Dort gibt es ja doch noch vieles mehr zu 
entdecken.

Mensch, recht vielen Dank für deinen sehr interessanten Webseitenfund!

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Gerhard O.schrieb:
>> Falls Du nachbaubare Amateurfunk Schaltungsbeispiele suchst ...
>
> Wirklich sehr interessante Webseiten. Ich habe die Hauptseite gleich mal
> bei mir abgespeichert. Dort gibt es ja doch noch vieles mehr zu
> entdecken.
>
> Mensch, recht vielen Dank für deinen sehr interessanten Webseitenfund!

Danke - Darüber freue ich mich;-)

von Fred R. (Firma: www.ramser-elektro.at/shop) (fred_ram)


Lesenswert?

Ich greife die Anschlussdrähte zur Wärmeableitung immer einer 
Telefonzange.
Wenn mal doch einer defekt wird, dann naja, habe ich ja noch genug NOS 
:-D

: Bearbeitet durch User
von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> Voraussetzung ist natürlich eine gut mit HF taugliche ausgestattete
> Bauteilesammlung.

Ja, daran könnte es tatsächlich ein wenig hapern. Allein die alten 
Filterspulen, bekannt sind ja u. a. vor allem die alten 
Neosid-Filterspulen und erst recht die damaligen HF-Übertrager, sind so 
gut wie nicht mehr verfügbar. Man müsste es tatsächlich wie mein 
ehemaliger Arbeitskollege machen, alte Transistor-Empfangsgeräte auf dem 
Flohmarkt auftreiben und daheim entsprechend ausschlachten.

Naja, so weit möchte ich das dann doch nicht treiben wollen. Im 
Amateurfunk ist ein guter Empfang aufgrund der kleineren Sendeleistung 
bei Amateuren gegenüber den professionellen weltweiten 
Radiosendestationen ohnehin erst mit einem Silizium-FET oder -MOSFET 
möglich, und die kamen erst später als die bis dahin vorherrschenden 
Germaniumtransistoren auf dem Markt.

Zur Zeit wickle ich meine notwendigen Spulen für die HF noch selber.

Und danke Fred R. für deinen ratsamen Tipp. Du hattest ja geschrieben:
> Ich greife die Anschlussdrähte zur Wärmeableitung immer mit einer
> Telefonzange.

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> im 80m-Band

Wollte mich schon wundern – es ist das 80-MHz-Band.

Auf 80 m (3,5 MHz Amateurfunk) macht niemand FM, auch damals nicht.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Im Amateurfunk ist ein guter Empfang aufgrund der kleineren
> Sendeleistung bei Amateuren gegenüber den professionellen weltweiten
> Radiosendestationen ohnehin erst mit einem Silizium-FET oder -MOSFET
> möglich

Geht sicher auch mit Germaniumtransistoren, aber gerade ein Audio würde 
ich mir mit denen bestimmt nicht mehr antun wollen.  Signalpegel sind 
aber abends auf dem 40-m-Band nicht gerade klein.

von Johannes F. (jofe)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Audio

Meinst du "Audion"? Meine Erfahrungen mit solchen als Jugendlicher waren 
eher enttäuschend. Heute würde ich Anfängern gleich zu Direktmischern 
raten, da kommt man mit heutigen Mitteln einfacher zu 
Erfolgserlebnissen.

Michael H. schrieb:
> ohnehin erst mit einem Silizium-FET oder -MOSFET
> möglich,

Der erste Transistor soll ja ein FET (JFET?) gewesen sein, vielleicht 
war der noch mit Germanium gemacht.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Oh Gott, legt nicht alles gleich so auf die Goldwaage. In meinem 
Forumsbeitrag geht es ja hauptsächlich um das Löten von alten 
Germaniumtransistoren. Wenn ich HF-Fragen haben sollte, und die habe ich 
bestimmt, dann wende ich mich vertrauensvoll an die Forumsseite HF, Funk 
und Felder.

So, nun komme ich wieder zurück zu meinem eingangs gestellten Problem.

Jedenfalls sind jetzt die ersten Teile bei mir eingetroffen. Jetzt warte 
ich nur noch auf die verbleibenen Teile für meine baldigen Lötarbeiten 
an den Germaniumtransistoren.

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Neosid Spulen werden immer noch von Neosid hergestellt. Auch 
Spukenbsusätze sind dort erhältlich. UKW Spulen kann man ohnehin leicht 
selber als Luftspulen ausgeführt werden und kapazitiv abgestimmt. Ist 
alles nicht so schlimm. ZF Übertrager und sonst allerhand Nützliches 
findet man in alten Radios. In der Bucht findet man hin und wieder alte 
HF Bestände in den ehemaligen Ostblockländern. Es geht halt um "Die 
Kunst des Bauteile Findens". Und die Kunst des Improvisieren. Ich lernte 
es schon als armer Schüler und konnte nette Erfolge verbuchen. Viele 
alte Radios fielen mir zum Opfer...

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Johannes F. schrieb:
>> Audio
>
> Meinst du "Audion"?

Ja, Tippfehler.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Gerhard O.. schrieb:
> Es geht halt um "Die Kunst des Bauteile Findens".

Ja, Gerhard O., da hast du recht. Ich erinnere mich an die Worte von 
meinem ehemaligen Arbeitskollegen, der mir des Öfteren davon erzählte, 
dass er regelmä0ig auf speziellen berliner Flohmärkten, die sich 
besonders mit alter elektrischer Technik beschäftigten, umhersah und 
preiswerte Bauteilefunde mitnahm. Nebenbei lernte er dort auch besondere 
Käuze kennen, die ihre seltsamsten "Erfindungen" darboten und erklären 
konnten.

Für meine Logopädin bin ich selber so ein seltsamer Kauz, wo sie ein 
wachsames Auge auf mich halten möchte. Ich habe auch so seltsame Dinge 
entworfen, bei denen ich aber bisher meine Ideen irgenwie mit 
herkömmlichen Dingen verwirklichen konnte. Ich glaube, jetzt ist wohl 
tatsächlich die Zeit gekommen, auch mal nach alter Technik im realen 
Leben Ausschau zu halten. Die Kunst, die seltenen Bauteile finden zu 
können darf aber nicht zu übermächtig werden, denn für mich ist die 
zeitlose Theorie der Elektrotechnik und Elektronik vordergründig.

von Fred R. (Firma: www.ramser-elektro.at/shop) (fred_ram)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Ich erinnere mich an die Worte von
> meinem ehemaligen Arbeitskollegen, der mir des Öfteren davon erzählte,
> dass er regelmä0ig auf speziellen berliner Flohmärkten, die sich
> besonders mit alter elektrischer Technik beschäftigten, umhersah und
> preiswerte Bauteilefunde mitnahm.

Wie gesagt: Noch genug NOS.
Sogar so viele, dass ich sie verkaufe :-D :-D :-D

Ansonsten auch noch die anderen Webshops wie:
musikding.de
banzaimusic.com

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Moin,

Zur Lötspitzentemperatur:

Was mich betrifft, bin ich der Meinung (wie schon früher erwähnt), dass 
etwas höhere Temperaturen zu schnellerer und schonenderer Lötung 
beitragen. Bei mir ist die Station (Hakko FX888D) permanent auf 360 Grad 
eingestellt, was der ehemaligen Weller Magnastat-Leitzahl Nummer 7 
ungefähr entspricht. Damit lässt sich so ziemlich alles schnell und 
zügig löten. Die Hakko hält die Solltemperatur präzise ein. Bei 360 Grad 
ist die Spitzenlebensdauer noch nicht fühlbar beeinträchtigt. Ich 
arbeite nun schon über fünf Jahre mit der Original Hakko Spitze. Die 
einzige Schonung ist, nach dem Abschalten, die Spitze durch Abwischen 
(Messingwolle oder feuchter Schwamm) säubern und abschliessend zu 
verzinnen. (Diese Versieglung reduziert den Grad der Oxidierung bei 
Nichtgebrauch).

Auch bei LP löten, hat sich diese Einstellung gut bewährt.

Mein Argument, daß höhere Temperatur und schnelles Löten Vorteile 
bringt, besteht einfach und alleine auf das Verhalten der thermischen 
Zeitkonstante und Gesamtoberfläche zur Luftableitung. Wenn man so lötet, 
wird eine minimale Hitzeenergie über die Anschlußdrähte geleitet und die 
fertige Lötstelle kann sich schnell wieder abkühlen. Energiefluß und 
Zeit bestimmt hier die Auswirkung des Lötens.

Wenn man aber dagegen mit schwachbrüstiger Spitze und zu niedriger 
Hitzeinstellung  arbeitet, muß die Lötspitze viel länger die zu lötende 
Masse erhitzen. Folglich kann sich diese propagierte Hitzeenergie 
schädigend bequem über die Anschlußdrähte und Transistorkörper 
verbreiten, wenn man von der thermischen LP-Ableitung einmal absieht.

Wichtig ist, wie schon früher gesagt, mit einer guten Flachspitze zu 
arbeiten, die genug Wärmeleitung hat, die Hitzeenergie schnell zum 
Lötpunkt gelangen zu lassen. Danach wird die Lötstelle schnell wieder 
kalt genug. Die Idee hier ist die übertragenen Joules minimal zu halten. 
Übrigens ich arbeite aus diesen Grund meist mit einem 1.6 oder 2.4x0.8 
mm Spitzenprofil, weil damit die Lötstelle praktisch sofort heiss genug 
ist, das Lot willig fliessen zu lassen.

Also, ängstigt Euch nicht, mit guter Hitze zu arbeiten. Das sind halt 
meine Erfahrungen. Eine gute Löttechnik (Erfahrung) trägt zu Erfolg bei.

Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Danke, Gerhard O., für deine ausführlichen Beschreibungen deiner 
Lötarbeiten mit deiner Lötstation Hakko FX888D. Ich habe nun selbst mit 
meinen Lötarbeiten begonnen. Das heisst, zur Zeit habe ich nur die mir 
erforderlichen Lötfahnen auf einer Lochrasterplatine angepint (siehe 
Bild).

Morgen werde ich die elektrischen Messwerte der drei 
Germaniumtransistorentypen vor dem Einlöten ermitteln. Ich habe mir dazu 
3 Transistortypen ausgesucht: AF201 und AF202 mit einem TO-1-Gehäuse und 
einem AF139 mit einem TO-72-Gehäuse.

Mit dem Ferntermometer ILT-600-ST von Stahlwerk habe ich leider keine 
befriedigenden Ergebnisse erzielen können. Während an meiner Lötstation 
WECP-20 von Weller eine Temperatur von 350°C eingestellt ist, habe ich 
mit diesem Fernthermometer lediglich eine Temperatur von max. 230°C 
ablesen können. Ich glaube, dass die lokale Hitzefläche des Lötkolbens 
für das Fernthermometer einfach zu klein ist, um ein befriedigendes 
Ergebnis ablesen zu können.

Weiteres dazu später ...

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Moin,

Es gibt, wenn Du es wirklich genau wissen willst, spezielle 
Lötspitzenthermometer. Hier ist ein Beispiel:

https://www.aliexpress.com/item/1005007358846400.html

Sehr wichtig ist es nicht. Ich besitze zwar so ein Messgerät, verwende 
es aber nur zum Nachweis bzw. Einstellung der Hakko Temperatur-Ablage 
Parametrisierung. Bei der Hakko muss das für jeden anderen angeschlossen 
Lötkolben ermittelt werden. Aber nach dieser einmaligen Justierung ist 
die Spitzen Temperatur Genauigkeit sehr gut und stabil.

Was Dich betrifft, spar Dir lieber das Geld. Wenn Dein Lötkolben nicht 
willig das Lot zerfliessen lässt, stell die Temperatur einfach etwas 
höher ein, bis es in gewohnter Weise sofort flüssig wird. Musst halt 
ausprobieren, denn man muss nicht immer alles wissenschaftlich 
angehen;-) Du wirst bestimmt vom vorherigen Berufsleben noch viel Praxis 
Wissen haben - Trau ruhig Deinem Erfahrungsschatz. Manchmal geht es 
nicht ganz ohne Lehrgeld. Aber solange man aus Fehlern lernt...

Gerhard

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Danke, Gerhard O.,  für deinen Hinweis auf ein spezielles 
Temperaturmessgerät für Lötkolbenbspitzen. Mein ehemaliger 
Arbeitskollege hatte zusammen mit seinem Bastlerkollegen ja vieles über 
Ali-Express bestellt. Beide sind ja ganz vernarrt in diese winzige 
SMD-Technik. Mir ist Ali-Express mit seinen wirklich günstigen Preisen 
immer noch suspekt. Auch die SMD-Technik halte ich noch weitestgehend 
fern von mir.

Früher hatte ich mich mal mit der alten Röhrentechnik befasst. Meine 
selbstgebauten Geräte waren aber in der Regel klobig und schwer und dann 
noch die großen Spannungen und die schwer erhältlichen Übertrager und 
Transformatoren ... ?! Seitdem beschäftige ich mich nur noch mit der 
kleinen handlichen Transistortechnik, bzw. THT-Technik, die ich bequem 
auf meine Steckbretter mit bis zu 100MHz aufbauen kann. Darum löte ich 
tatsächlich nur selten. Nur wenn tatsächlich ein brauchbares Gerät dabei 
herauskommt, löte ich auch die Bauelemente auf meine selbst 
angefertigten Platinen.

Aber mir ist eingefallen, ich besitze ja noch ein grosses 
Stabthermometer und ein elektrisch arbeitendes Thermometer mit einem 
metallischen Messfühler. Wenn meine Lötarbeiten mit den 
Germaniumtransistoren beendet sind, werde ich anschliessend mal die 
Temperaturen einer kleinen Wasseroberfläche mit destilliertem Wasser 
messen. Damit kann ich die gemessenen Temperaturen meiner vorhandenen 
Thermometer mit der Anzeige an meinem IR-Fernthermometer vergleichen.

So werde ich es machen!

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> Wenn Dein Lötkolben nicht willig das Lot zerfliessen lässt, stell die
> Temperatur einfach etwas höher ein, bis es in gewohnter Weise sofort
> flüssig wird.

Abgesehen vom Kauf einer völlig anderen Lötstation gäbe es ja ohnehin 
keine andere Möglichkeit.

Gerhard O. schrieb:
> Was mich betrifft, bin ich der Meinung (wie schon früher erwähnt), dass
> etwas höhere Temperaturen zu schnellerer und schonenderer Lötung
> beitragen.

Da bin ich nicht deiner Meinung, insbesondere, weil dann das Flussmittel 
schneller verdampft.

von Fred R. (Firma: www.ramser-elektro.at/shop) (fred_ram)


Lesenswert?

Auszug aus einer Bedienungsanleitung unsererseits:

5.5 Einstellen der optimale Löttemperatur
Generell ist die eingestellte Temperatur stark von der Schmelztemperatur 
des verwendeten Lotes abhängig.
Die Schmelztemperatur finden Sie im Datenblatt des von Ihnen verwendeten 
Lotes.
Als Faustformel gilt:
Die eingestellte Arbeitstemperatur (an der Lötspitze) sollte ca. 120°C 
über dem Schmelzpunkt des Lotes
liegen.
Der Schmelzpunkt bei einem Lot mit der Legierung Sn99,3% Cu0,7% beträgt 
zum Beispiel 227 °C.
Dies würde eine eingestellte Temperatur bei einer Sn99,3% Cu0,7% 
Legierung von ca. 340°C bedeuten.
Mehr Temperatur ist besser als weniger –> NEIN
Eine zu hohe Lötspitzentemperatur führt zu einem übermäßigen Verschleiß 
der Lötspitze und ist meist an
einer Verfärbung der Lötspitze erkennbar, welche durch 
Oxidationsprozesse entsteht.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Fred R. schrieb:
> Eine zu hohe Lötspitzentemperatur führt zu einem übermäßigen Verschleiß
> der Lötspitze und ist meist an
> einer Verfärbung der Lötspitze erkennbar, welche durch
> Oxidationsprozesse entsteht.

Wobei das natürlich kein nennenswertes Thema ist, wenn die Lötstation 
eine Standby-Funktion hat, die die Temperatur absenkt, wenn man den 
Kolben in die Ablage legt.

von Fred R. (Firma: www.ramser-elektro.at/shop) (fred_ram)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Das Problem ist und bleibt, dass die Struktur des Germanium Kristall 
eben irreversibel geschädigt wird.
Teilweise steigt der Leckstrom, teilweise sind sie nach dem löten 
unbrauchbar.
Wie bereits gesagt: Mit einer Telefonzange die Drähte halten um die 
Wärme abzuführen.
Es kommt auch auf den Transistor selbst an.
Habe mal zwei Bilder aus meinem Shop angehangen.
Die Russischen Germaniumtransistoren waren da mechanischer schon weit 
stabiler. Dort geht die Wärme besser auf das Gehäuse über.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Ach ja, damit keine Missverständnisse aufkommen. Ich habe mir für meine 
HF-Experimente eine 3mm starke Aluminiumplatte für eine Erdung 
angefertigt.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Fred R. schrieb:
> Teilweise steigt der Leckstrom, teilweise sind sie nach dem löten
> unbrauchbar.
> Wie bereits gesagt: Mit einer Telefonzange die Drähte halten um die
> Wärme abzuführen.

Ja, da hast du recht, Fred R. Der Leck- oder auch Reststrom ist bei 
Germaniumtransistoren gegenüber den Siliziumtransistoren wirklich 
relativ hoch und darf nicht übersehen werden. Ich brauche ja nur für 
diese HF-Beispielanwendungen aus den alten Fachbüchern die alten 
Germaniumtransistoren. Sonst ja nicht. Für diese seltenen Fälle kann ich 
mir auch tatsächlich mal eine Transistormessschaltung aufbauen, um 
diesen Leckstrom auch messen zu können.

Bei Siliziumtransistoren allerdings bewegt sich ein Leckstrom in so 
kleinen Grössen, dass man ihn tatsächlich vernachlässigen kann.

Ach ja, zur Wärmeableitung werde ich mal eine relativ grosse 
Kreuzpinzette ausprobieren. Als Alternative zu einer Flachzange.

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Fred R. schrieb:
> Das Problem ist und bleibt, dass die Struktur des Germanium Kristall
> eben irreversibel geschädigt wird.

Siehe das Ergebnis meiner Versuche oben: zwei von drei Exemplaren waren 
bereits vor dem Löten „tot“, nur durch die jahrzehntelange Lagerung. Dem 
dritten hat auch ein längeres Herumbraten an den Anschlüssen absolut 
nichts ausgemacht.

Die damaligen ungeregelten Lötkolben dürften insgesamt zu viel höheren 
Löttemperaturen geführt haben als unsere modernen Lötstationen.

von Fred R. (Firma: www.ramser-elektro.at/shop) (fred_ram)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> zwei von drei Exemplaren waren bereits vor dem Löten „tot“, nur durch
> die jahrzehntelange Lagerung.

Das kann ich nachvollziehen.
Darum werden unsere Transistoren per Hand und DCA77 selektiert.
Auf HFE und Leckstrom.

von Johannes F. (jofe)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> die mir
> erforderlichen Lötfahnen auf einer Lochrasterplatine

Wozu eigentlich diese Lötfahnen?

Michael H. schrieb:
> Ich habe mir für meine
> HF-Experimente eine 3mm starke Aluminiumplatte für eine Erdung
> angefertigt.

Nur 3 mm stark? Ob das reicht?

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Johannes F. Schrieb:
> Wozu eigentlich diese Lötfahnen?
und
> Nur 3 mm stark? Ob das reicht?

Zum schnelleren und einfachen Nachmessen der wichtigsten Eigenschaften 
der Germaniumtransistoren habe ich diese Lötfahnen auf der 
Lochrasterplatine vorgesehen. Momentan nur mit Lötzinn angepinnt.

Also, wie ich schon sagte, werde ich drei Ge-Transistortypen AF201, 
AF202 und AF139 auf dieser Lochrasterplatine verlöten. Ein Bauteil mit 
bismuthaltiger Lötpaste mit einem Heissluft-Lötkolben und dagegen ein 
Bauteil mit der herkömmlichen Löttechnik, allerdings dann mit einem Lot 
Sn99,3Cu0,7. Mal schauen, wie weit ich mit diesen bleifreien Lötzinn 
(und nur das kommt bei mir noch in Frage) die Löttemperatur senken kann!

Ja, und die Stärke von 3 mm bei einer relativ grossen quadratischen 
Aluplatte (250 x 250 mm) reicht, denke ich mal, für die Auflage von 
leichten Steckbrettern oder evtl. zukünftigen Platinen völlig aus. Auch 
die fast quadratischen Frontplatten (auch etwa 240 x 250 mm) für das 
Gehäuse meines regelbaren Trafos habe ich aus 3 mm starken Aluplatten 
gefertigt.

Lediglich die Mechanik meines Morseschreibers habe ich auf kleine 2 mm 
Aluplättchen gefertigt. Bisher hatte ich bei diesen Stärken jedoch noch 
keine Probleme. Aber du hast natürlich recht, mein allererstes Gerät 
wurde noch mit einer Aluplatte der Stärke von 1,5 mm gefertigt. Bei 1,5 
mm Stärke verformt sich die Aluplatte dann doch zusehenst.

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Moin,

Jörg W. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Wenn Dein Lötkolben nicht willig das Lot zerfliessen lässt, stell die
>> Temperatur einfach etwas höher ein, bis es in gewohnter Weise sofort
>> flüssig wird.
>
> Abgesehen vom Kauf einer völlig anderen Lötstation gäbe es ja ohnehin
> keine andere Möglichkeit.
>
> Gerhard O. schrieb:
>> Was mich betrifft, bin ich der Meinung (wie schon früher erwähnt), dass
>> etwas höhere Temperaturen zu schnellerer und schonenderer Lötung
>> beitragen.
>
> Da bin ich nicht deiner Meinung, insbesondere, weil dann das Flussmittel
> schneller verdampft.

Das ist wahr, wenn man hier nicht aufpasst. Meine gewählte Temperatur 
von 360 DegC (680F) ist aber ja mit der Nummer 7 Spitze (700 DegF) des 
Weller TCPT Magnastat vergleichbar. Da sollte es mit der Flussmittel 
Verdampfung nicht schlimmer sein als mit dem 7er Magnastat. Mit dem 
Magnastat lötete es sich immer sehr zügig. Ich habe da mit meinem Lot 
nichts Ungewöhnliches bemerkt. Daheim löte ich allerdings nur mit 
gewöhnlichen bleihaltigen Lot. Bleifreies Lot probierte ich mit dieser 
Einstellung aus und funktionierte wie gewohnt.

Wie ich erwähnt hatte, löte ich nun schon über fünf Jahre mit der 
Original Hakko Lötspitze. Die Beschichtung des lötbaren Teils der 
Lötspitze ist immer noch einwandfrei. Die einzige Pflege, die sie immer 
gleich nach dem Abschalten geniesst, ist ein Abwischen und Verzinnen.

Gerhard

von Veit D. (devil-elec)


Lesenswert?

Hallo,

@ TO.
Mach dir nicht zu viele Sorgen, ich habe mit der gleichen Methode wie 
von Gerhard beschrieben eine 110°C Sicherung für einen Trafo eingelötet. 
Flachzange an Draht Zwecks Wärmeabfuhr, gut vorbereite Lötung, Finale, 
fertig.  Das Hauptmerkmal eine guten Lötung ist dessen Vorbereitung. Die 
Lötung selbst ist nur die Kür.

von Johannes F. (jofe)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Zum schnelleren und einfachen Nachmessen der wichtigsten Eigenschaften
> der Germaniumtransistoren habe ich diese Lötfahnen auf der
> Lochrasterplatine vorgesehen.

Ich erkenne halt den Sinn dieser Lötfahnen nicht. Warum verlötest du die 
Transistoren nicht einfach ganz normal von unten an den Lötaugen? Diese 
wackeligen Lötfahnen müssen ja beim Verlöten selbst noch fixiert werden, 
zusätzlich zum Transistor, und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies 
dem Ziel der ganzen Sache zuträglich ist.

Michael H. schrieb:
> Ja, und die Stärke von 3 mm bei einer relativ grossen quadratischen
> Aluplatte (250 x 250 mm) reicht, denke ich mal, für die Auflage von
> leichten Steckbrettern oder evtl. zukünftigen Platinen völlig aus.

Meine Frage dazu war ironisch gemeint. Zum Zwecke einer HF-Massefläche 
reicht auch eine gewöhnliche Platine mit 35 µm Kupferschicht. Mir 
erschließt sich nicht, warum man unter seine Experimentieraufbauten eine 
fette Aluplatte legen müsste. Und was die bei einem Steckbrett bringen 
soll, ist mir auch schleierhaft.

Wobei... nach irgendeinem Sinn und Zweck zu fragen, ist in diesem Thread 
wohl ohnehin unpassend. :-)

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Hallo Johannes F. Diese Aluplatte habe ich mir angefertigt, nachdem mir 
ein alter Amateurfunkhase aus der Amateurfunk-Clubstation 
Tempelhof-Schöneberg in Berlin zu dieser Unterstellplatte für weitere 
HF-Experimente, die auch aus einfachem Blechdosenweißblech bestehen 
kann, geraten hatte. Und da erinnerte ich mich auch noch an die 
eingelassenen Aluplatten oder eingeklebten Alufolien, die in den 
Holzgehäusen der damaligen Röhrenradios eingesetzt wurden, um die 
HF-Ein- und Ausstrahlungen der Spulensätze in den Drucktastenaggregaten 
weitestgehend fernzuhalten.

Was diesen Thread betrifft, soll es nicht an mir liegen, welche Richtung 
dieser Thread annimmt. Wie ein Germaniumtransistor mit heutigen 
Löttechniken auf eine Platine aufgebracht werden kann, ist ja nun 
hinlänglich beantwortet worden. Ich möchte halt nur noch mit einem Fazit 
meiner Lötexperimente mit alten Germaniumtransistoren diesen Thread 
abschliessen. Und da bin ich halt gerade dabei!

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)



Lesenswert?

Bei meinen Messungen der elektrischen Werte meiner Germaniumtransistoren 
fehlten mir des Öfteren die Bezeichnungen der Anschlussdrähte aus den 
fehlenden Datenblättern. Darum habe ich mal 2 Dateien hochgeladen, die 
jeweils das Anschlussschema der gängigsten Germaniumtransistorfamilien 
zeigt.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Naja, das Pinout ermittelt einem heutzutage ein gängiger Bauteiltester 
einfach so ("AVR-Transistortester" aus diesem Forum und dessen viele 
Nachbauten). Es gibt natürlich noch mehr verschiedene Pinouts, die Basis 
in der Mitte zu haben, rührt aus dem ursprünglichem Transistoraufbau mit 
den zwei einlegierten Indiumperlen für Emitter und Kollektor. Ich hätte 
hier beispielsweise noch ГT322, die E-B-C-S haben mit vier Drähten.

von Lu (oszi45)


Lesenswert?

Stephan S. schrieb:
> "Früher" gab es sogar Fassungen für die Germanium-Transistoren. Heute
> eignen sich gedrehte Präzisions-Fassungen ganz ausgezeichnet dafür.

KLapperatismus kann man durch Einlöten vermeiden. Zange zur 
Wärmeableitung benutzen, sofern die Beine noch lang genug sind! Vorher 
Reststrom und Stromverstärkung messen, da alte Ge-Kameraden auch 
Stomverstärkung verlieren können im Alter.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Ich hätte hier beispielsweise noch ГT322

Das ist wirklich eine Überlegung wert. Wenn der russische Transistor dem 
AF124 ähnelt, d. h. ich läge Wert auf die Grenzfrequenz von etwa 75MHz 
mit einer C-E-Kapazität von 3pF. Das wären für mich für einen 
HF-Transistor gute, individuelle Werte. Als Experimentiertransistoren 
sind sie wirklich gut zu gebrauchen. Die kann ich mir mal tatsächlich in 
meinem Fundus anlegen.

Wie kann ich dich am Besten erreichen? Meine Email-Adresse lautet: 
(entfernt)

Und so nebenbei: Was das Pinout der Ge-Transistoren betrifft, sind diese 
Dateien auch eigentlich mehr für meine persönlichen Dateien bestimmt. 
Für meine wenigen Germaniumtransistoren, die ich mir nur der alten 
Fachbücher wegen angeschafft habe, sind diese Dateiangaben der Pinouts 
für einen schnellen Überblick völlig ausreichend.

: Bearbeitet durch Moderator
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Du kannst auf meinen Namen klicken, und mir dann eine Nachricht 
schreiben, die ich als Mail bekomme.

Ich schreibe dir dann eine Mail und habe mal sicherheitshalber deine 
Mailadresse hier entfernt.

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Recht herzlichen Dank an alle, die ihr mir mit konkreten Antworten für 
meine eingangs gestellte Frage helfen konntet.

Mein Fazit aus alledem:

Eine Heissluft-Lötstation brauche ich für die THT-Technik nicht. Sie ist 
wirklich nur was für die Oberflächenmontage, sprich: SMD. Lediglich für 
Schrumpfschläuche werde ich wohl noch diese Lötstation verwenden.  Das 
Kollophonium macht hier ebenso keinen Sinn, weil das Flußmittel erst 
beim Erhitzen flüssig wird. Auch die bismuthaltige Lötpaste, die mit 
einer Löttemperatur von 240°C arbeitet, ist nur etwas für SMD-Bauteile, 
weil eben die Lötpaste beim Erhitzen dünnflüssig wird und sich überall 
hin verteilt, nur nicht da, wo man sie wirklich braucht.

Gut ist, immer ein Flußmittel zur Hand zu haben. Als Flußmittelgel aus 
einer Spritze und auch als flüssiges Flußmittel, welches man mit einem 
Pinsel großflächig verteilen kann. Darauf achten, dass diese Flußmittel 
die Bezeichnung "No Clean" haben, denn nur dann sind die darin 
enthaltenen Substanzen säurefrei und somit nicht korrosionsfähig.

Bei der Montage meiner Lötfahnen werde ich zukünftig nur noch Schlitze 
mit einer Nadelfeile in die Platine feilen.  Kreisrunde Bohrlöcher 
führten zu dem Ergebnis, dass entweder die Lötfahnen beim Löten 
rausrutschten oder die Drähte nicht eng genug an der Lötfahne anlagen. 
Das war wirklich ein unnützes Gefummel mit diesen Lötfahnen.

Ich habe ein einfaches und somit preiswertes Lötzinn benutzt mit der 
Zusammensetzung Sn99,3Cu0,7. Damit konnte ich bei 320°C zügig löten. 
Mein derzeitiges Lötzinn hatte noch die Zusammensetzung Sn95,5 Ag3,8 
Cu0,7 und erwartete 350°C zum zügigen Löten. Das ist allerdings für ein 
Germaniumhalbleiter, wie z. B. die Transistoren, definitiv zu heiss, und 
das muss nicht sein. Zur Wärmeableitung benutzte ich eine Kreuzpinzette. 
So hatte ich beide Hände frei, für das Halten des Lötkolbens in der 
einen Hand und den Lötzinn mit der anderen Hand.

Ja dann, also nochmals recht herzlichen Dank an euch allen, die ihr mir 
mit euren Antworten helfen konntet.

: Bearbeitet durch User
von Johannes F. (jofe)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> weil eben die Lötpaste beim Erhitzen dünnflüssig wird und sich überall
> hin verteilt, nur nicht da, wo man sie wirklich braucht.

Gebläse zu stark eingestellt.

Michael H. schrieb:
> Kreisrunde Bohrlöcher
> führten zu dem Ergebnis, dass entweder die Lötfahnen beim Löten
> rausrutschten oder die Drähte nicht eng genug an der Lötfahne anlagen.
> Das war wirklich ein unnützes Gefummel mit diesen Lötfahnen.

Meine Rede. Lötfahnen hatte man früher mal genommen, wenn man unbedingt 
von oberhalb der Platine Kabel anlöten musste, weil man unten nicht mehr 
rankam.

Für alles andere, so auch bei deiner Lochrasterplatine, sind die absolut 
unnütz.

Michael H. schrieb:
> Das ist allerdings für ein
> Germaniumhalbleiter, wie z. B. die Transistoren, definitiv zu heiss, und
> das muss nicht sein. Zur Wärmeableitung benutzte ich eine Kreuzpinzette.

Wenn du eh die Wärme oberhalb der Lötstelle ableitest, ist die 
Löttemperatur doch ziemlich unkritisch. Höhere Temperatur ermöglicht 
wesentlich schnellere Lötvorgänge, was die Wahrscheinlichkeit stark 
verringert, dass krititsche Temperatur am Halbleiter ankommt.

Das wurde aber auch schon x-mal von mehreren Usern hier geschrieben.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Auch die bismuthaltige Lötpaste, die mit einer Löttemperatur von 240°C
> arbeitet, ist nur etwas für SMD-Bauteile, weil eben die Lötpaste beim
> Erhitzen dünnflüssig wird und sich überall hin verteilt, nur nicht da,
> wo man sie wirklich braucht.

Wie ich oben schon schrieb, kann man die auch fürs Löten mit dem 
Lötkolben benutzen.  Wenn ich das an einem meiner kaputten 
Germaniumtransistoren mache, dann kann ich da endlos lange löten, ohne 
dass ich mir am oberen (transistorseitigen) Ende der Drähte die Finger 
verbrennen würde.

Ansonsten: klar, Heißluftstation braucht man für bedrahtete Bauteile 
nicht, aber für Schrumpfschlauch ist sie praktisch, auch sowas wie 
Polyethylen lässt sich damit mit etwas Übung schweißen.

von Harald K. (kirnbichler)


Lesenswert?

Michael H. schrieb:
> Das Kollophonium macht hier ebenso keinen Sinn, weil das
> Flußmittel erst beim Erhitzen flüssig wird.

Kolophonium löst man in Alkohol.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.