Ich habe eine Frage an euch Bastel-Experten! Wie kann ich einen Germanium-Halbleiter auf einer Platine fixieren? Da ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze, löte ich meine Bauelemente auf einer Platine mit einer Temperatur so um die 350°C. Das wäre allerdings für einen Germanium-Halbleiter viel zu heiß. Die Löttemperatur bei diesen Halbleitern soll ja lediglich bei max. 220°C liegen (soweit mir bekannt ist), die beim Lötvorgang sogar noch mit einer Telefonzange oder ähnliches, am Gehäuse abgekühlt werden sollte. Also, wie verfährt ihr mit Germanium-Halbleitern? Meine Überlegung war bisher, erst dafür extra eine Buchsenleiste einzulöten, halt mit diesen 350°C, um dann anschließend dort einen Ge-Transistor oder eine Ge-Diode o. ä. in diese Buchsenleiste einzustecken. Aber wie macht ihr das?
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Michael H. schrieb: > Ich habe eine Frage an euch Bastel-Experten! > > Wie kann ich einen Germanium-Halbleiter auf einer Platine fixieren? Da > ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze, löte ich meine Bauelemente auf > einer Platine mit einer Temperatur so um die 350°C. Das wäre allerdings > für einen Germanium-Halbleiter viel zu heiß. Die Löttemperatur bei > diesen Halbleitern soll ja lediglich bei max. 220°C liegen (soweit mir > bekannt ist), die beim Lötvorgang sogar noch mit einer Telefonzange oder > ähnliches, am Gehäuse abgekühlt werden sollte. > > Also, wie verfährt ihr mit Germanium-Halbleitern? Meine Überlegung war > bisher, erst dafür extra eine Buchsenleiste einzulöten, halt mit diesen > 350°C, um dann anschließend dort einen Ge-Transistor oder eine Ge-Diode > o. ä. in diese Buchsenleiste einzustecken. > > Aber wie macht ihr das? Wenn möglich vermeide die Verkürzung der Drähte - also neue Halbleiter Halte den Draht zur Ableitung der Hitze Energie individuell mit einer Flachzange Lerne schnell zu löten. Das ist die Hauptsache. Verwende eine großflächige Lötspitze (1.6/2.4x 0.8mm) die schnelles Erhitzen garantiert. So gesehen ist bleifreies Lot kein Nachteil. Dann geht es auch ohne Hitzeableitung. Der schlimmste Fehler wäre eine zu schmalbrüstige Lötspitze. Arbeite mit sauber neu verzinnter Spitzenoberfläche und guten Zustand. Verwende hochqualitatives Lot, welches sich anderswo schon bewährt hat. Wenn man das alles beachtet kann so schnell nichts passieren. Ich bin auch der Meinung, daß Ge-Transistoren im TO-18 o.ä. Metallgehäuse (AC126, AF126) weniger gefährdet sind als solche im Glasgehäuse (OC45,71, OC604). Dasselbe gilt für Ge-Dioden. Lass die Anschlussdrähte so lange wie möglich (Aufrollen) Mir ist früher nie etwas passiert. Wie gesagt: Lerne wie man schnell lötet. Das ist die beste Versicherung und ist eine alte Weisheit. Schon W. v. Diefenbach oder H. Richter wusste das.
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Michael H. schrieb: > Da ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze Ist das eine dogmatische Glaubensfrage oder hast du keines mehr? Ich mache es nämlich genau andersrum: ich verwende kein bleifreies Lot. > Aber wie macht ihr das? Mit bleihaltigem Lot an langen Anschlussbeinen zügig löten. Genau so würde ich es machen, wenn mich einer zur Nutzung von bleifreiem Lot zwingen würde.
Lothar M. schrieb: > Ist das eine dogmatische Glaubensfrage oder hast du keines mehr? > Ich mache es nämlich genau andersrum: ich verwende kein bleifreies Lot. Oh, oh - da solltest Du Dich dringend mal mit Deinem Moderator-Kollegen "J.W." unterhalten und anschließend gemeinsam den Exorzismus durchführen :-D
Danke, Gerhard O. für deine ausführliche Lötanleitung eines Germanium-Halbleiters. So wie ich aus deinen Ausführungen erkenne, könnte ich auch weiterhin meine Bauelemente einlöten, auch die auf Germaniumbasis. Germaniumtransistoren sind aber sehr selten geworden, einige Typen sind so gut wie gar nicht mehr zu finden. Sie sind wirklich teurer Goldstaub. Dennoch werde ich mal einfach mit einigen häufig aufgetretenen Typen herumprobieren und mir das Vor- und Nachher mit einer Transistormessung mal betrachten. Übrigens schau ich gerne in die alten Fachbücher hinein, allein die von Heinz Richter. Dort werden noch einige Bastelkniffe gezeigt, die heute schon so gut wie vergessen sind.
Michael H. schrieb: > die beim Lötvorgang sogar noch mit einer Telefonzange oder ähnliches, am > Gehäuse abgekühlt werden sollte Wenn du den Anschlussdraht über der Platine per Zange hältst, kannst du auch mit 350 löten.
Gequirlter Blötsinn. In der Zeit der Germanium Transistoren habe ich als Kind und Jugendlicher mit einem ungeregelten 60 W Kolben gelötet. Geregelte Kolben gab es noch nicht und nie ist mir ein Transistor kaputt gegangen. Durfte er bei 10 Mark Kosten auch nicht. Dioden Beine immer zu einer kleinen Spiralfeder aufgewickelt.
Maximilian schrieb: > Dioden Beine immer zu einer kleinen Spiralfeder aufgewickelt. Bei einem Glas-Körper? Das ist aber filigrane Handwerks-Kunst! Erinnert an Modeschmuck-Basteln ;-)
Maximilian schrieb: > Gequirlter Blötsinn. Hallo, Maximilian, gequirlter Blödsinn ist zwar etwas hart ausgedrückt. Aber du hast ja recht, dass man sich früher so gut wie keine Gedanken um den Lötvorgang machte. Man hatte einfach seinen Standardlötkolben ans Netz angeschlossen und drauflos gelötet, ohne sich Gedanken um Löttemperaturen oder sogar um die Zusammensetzungen von dem damaligen Lötzinn zu machen Man hatte sein Projekt einfach gelötet und fertig. Und hinterher funktionierte sein Werk auch so wie man es haben wollte. Lothar M. schrieb: > Mit bleihaltigem Lot an langen Anschlussbeinen zügig löten. Ja, und genau das ist ja heute das Problem, das verbleites Lötzinn in der Regel für Privatpersonen nicht mehr zur Verfügung steht. Natürlich habe ich noch eine Rolle verbleites Lötzinn in meinem Werkzeugkoffer aufbewahrt, wenn es wirklich nicht mehr anders gehen sollte. Aber eigentlich ist heute ein verbleites Lötzinn ein Tabu für mich geworden. Nein, die Lötanleitung von Gerhard O. stellt für mich eine plausible Lötanleitung dar, und ich werde mit einigen Germanium-Halbleitern damit mal herumexperiementiern.
"Früher" gab es sogar Fassungen für die Germanium-Transistoren. Heute eignen sich gedrehte Präzisions-Fassungen ganz ausgezeichnet dafür.
Michael H. schrieb: > Aber > eigentlich ist heute ein verbleites Lötzinn ein Tabu für mich geworden. Als gestandener Fernmeldetechniker? Hä, warum? Und: was bedeutet "eigentlich"? Meine Frau sagt das auch immer. ;)
Michael H. schrieb: > Aber du hast ja recht, dass man sich früher so gut wie keine Gedanken um > den Lötvorgang machte. Ähm, nein, was meinst du, woher die Flachzangenmethode stammt ? Und warum man früher Halbleiterbauteile mit ewig langen Anschlussdrähten einlötete. Dein Kommentar ist einfach falsch, offenbar aus Unkenntnis und Ahnungslosigkeit.
Man hat die Fassungen nicht für Germanium-Transistoren extra erfunden. Die stammen von den, durchaus üblichen, kleinen "Bleistift"Röhren mit 5 oder 7 Anschlüssen. https://kleines-roehrenmuseum.de/Miniroehren.htm https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/elektronenroehre_pentode_special-258547
Oh, mein Gott, da habe ich ja etwas losgetreten. Denkt da einfach nicht zu viel darüber nach. Ich könnte auf vieles eine Antwort darauf geben, aber das wäre mir zu müßig und es würde ein ellenlanger Text daraus werden. Ich lasse es lieber. Meine Frage wurde ja eigentlich auch schon von Gerhard O. beantwortet und ich sage es noch einmal, alles weitere werden mir meine Lötexperimente mit Germanium-Halbleitern zeigen!
Axel R. schrieb: > Man hat die Fassungen nicht für Germanium-Transistoren extra erfunden. > Die stammen von den, durchaus üblichen, kleinen "Bleistift"Röhren mit 5 > oder 7 Anschlüssen. Echt? Fassungen mit lediglich 3 Kontakten für 5- oder 7-polige Röhren? Ich will ja nicht behaupten, die Transistorfassung sei "extra" für Ge-Transistoren erfunden worden. Aber einige Explare aus meinem Fundus sind ähnlich alt. Ich habe die in meinen Anfangstagen, als pnp-Typen noch regelmäßig aus Germanium waren, für fliegende Aufbauten genutzt. Allerdings habe ich die als notorisch unzuverlässig in Erinnerung. Und natürlich stand in jedem Bastlerbuch, daß man die Beinchen von Dioden im Glasgehäuse zu kleinen Ringeln biegen sollte. Und ja keine Beinchen kürzen. Ich kann mich noch an Platinen aus Taschenradios erinnern, wo die Transistoren kopfüber eingebaut waren. So konnte man trotz voller Beinlänge die Bauhöhe gering halten.
Michael H. schrieb: > Da ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze, löte ich meine Bauelemente > auf einer Platine mit einer Temperatur so um die 350°C. Wobei diese Temperatur ja nicht am Bauteil ankommt. Aber falls du bei bleifreiem Lot bleiben möchtest und dem „Klassiker“, die Wärme an den Beinen mit einer Flachzange vom Bauteil abzuhalten, nicht übern Weg traust, stände dir ja heutzutage alternativ noch Bismut-haltiges Lot zur Verfügung. Dann kannst du mit der Temperatur noch ein ganzes Stück unter die gehen, die man für klasische Blei-Zinn-Lote brauchte. Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle, sonst sinkt der Schmelzpunkt noch weiter.
Axel S. schrieb: > Und natürlich stand in jedem Bastlerbuch, daß man die Beinchen von > Dioden im Glasgehäuse zu kleinen Ringeln biegen sollte. Dabei waren das Stahldrähte, die die Wärme sowieso nur schlecht leiten. :)
Jörg W Schrieb: > (...), stände dir ja heutzutage alternativ noch Bismut-haltiges Lot > zur Verfügung. Danke, Jörg W für deinen Super-Tipp mit einem bismuthaltigen Lötzinn. Bisher konnte ich das bismuthaltige Lötzinn nur mit einem Durchmesser von 1,0mm finden. Lötzinn mit einem Durchmesser von 1mm nutze ich aber nur bei größeren Kupferflächen. Kleine Größen habe ich aber bisher nicht finden können, wie z. B. 0,7mm oder sogar 0,5mm. Für Halbleiter im diskreten Aufbau nehme ja ich gerne ein 0,7mm-Lot. Bei IC's und SMD-Teile hingegen gerne auch ein 0,5mm-Lot oder halt noch kleiner. Darum an dich die Frage: Wo kann ich dieses bismuthaltige Lötzinn finden, vorausgesetzt, ich kann es überhaupt als Privatperson beim Elektronikfachhandel bestellen?
Hallo Michael, ich habe in meiner Jugend Germaniumtransistoren auch mit einen 80 Watt Lötkolben auf die Platine gelötet. Wenn man die Anschlüsse 1 cm und länger lässt, geht keiner kaputt. Da wird die angebliche Hitzeempfindlichkeit beim Löten völlig übertrieben. Und Thema bleihaltiges Lot - die ihr das verwendet und noch stolz drauf seid - euch ist nicht mehr zu helfen! Ewig Gestrige! Macht Euch mal kundig, was Blei in euren Körper anrichtet. Und jetzt mal schon etwas böse, aber hoffentlich aufrüttelnd: Es wird das Nervensystem und das Hirn angegriffen... vielleicht seid ihr deshalb nicht mehr so flexibel, um auf bleifreies Lot umzusteigen. Ist das etwa schon eine Folge der Bleivergiftung, die bei euch bereits stattgefunden hat? Bleifreies Lötzinn löte ich mit 315° . Das ist für mich ein guter Kompromiss aus schnellen Löten und das es noch nicht so sehr vergraut und teigig wird. Bei mehr als 330° sieht es bröcklig teigig und schlimm aus. Auch 290...300° gehen, muss man halt etwas länger durchwärmen.
Auch dir meinen Dank an dich Lothar. Also so langsam lese ich bei euch auch konkrete Anregungen für alte Germanium-Halbleiter. Dafür meinen Dank. Was deine Löttemperatur von 315°C betrifft, kann ich nur sagen, ich müsste mal mit einem Fernthermometer die tatsächliche Temperatur an meiner Lotkolbenspitze messen. Meine jetzt schon veraltete Weller-Lötstation arbeitet ja noch auf der Basis von 220V~. Wer weiss, was ich wirklich für Temperaturen an meiner Lötkolbenspitze habe? Jedenfalls wird mein Lötzinn Sn95Ag4Cu1 von dem Hersteller Stannol (den ich schon seit Jahrzehnten nutze) bei 320°C zu zähflüssig und ein schnelles Löten wird damit verhindert. Aber meine nächste Anschaffung wird tatsächlich ein Fernthermoter sein. Sie sind ja auch schon relativ preiswert zu haben.
Michael H. schrieb: > Darum an dich die Frage: Wo kann ich dieses bismuthaltige Lötzinn > finden, vorausgesetzt, ich kann es überhaupt als Privatperson beim > Elektronikfachhandel bestellen? Ich kenne es vor allem als Lötpaste. Kann man aber auch mit dem Lötkolben benutzen. ;-)
Jörg W schrieb:
> Ich kenne es vor allem als Lötpaste.
Ah, verstehe. Und die ist auch von einigen Herstellern tatsächlich
bestellbar. Diese Lötpaste werde ich mir tatsächlich zulegen. Mensch,
recht herzlichen Dank Jörg W.
Jörg W. schrieb: > Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle, sonst > sinkt der Schmelzpunkt noch weiter. Und genau das ist schwer zu realisieren, wenn das Bauteil oder die Platine schon einmal mit bleihaltigem Lot gelötet wurde.
Also, an alle, die ihr mir mit konkreten Anregungen weiterhelfen konntet, meinen größten Dank dafür. Nun werde ich mir die Germanium-Explemplare und auch diese Bismut-Lötpaste für meine Lötexperimente im nächsten Monat bestellen, leider erst dann, aus finanziellen Gründen. Diese Bauelemente werde ich dann auf einer Lochrasterplatine auflöten und meine entsprechenden Transistormessungen u. ä. vornehmen. Also, das wird noch gut einen Monat dauern. Aber dann werde ich mein Ergebnis in diesen Thread posten. Bis dahin habt wirklich meinen Dank für eure Anregungen!
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Michael H. schrieb: > Jörg W Schrieb: >> (...), stände dir ja heutzutage alternativ noch Bismut-haltiges Lot >> zur Verfügung. > > Danke, Jörg W für deinen Super-Tipp mit einem bismuthaltigen Lötzinn. > Bisher konnte ich das bismuthaltige Lötzinn nur mit einem Durchmesser > von 1,0mm finden. Lötzinn mit einem Durchmesser von 1mm nutze ich aber > nur bei größeren Kupferflächen. Kleine Größen habe ich aber bisher nicht > finden können, wie z. B. 0,7mm oder sogar 0,5mm. > > Für Halbleiter im diskreten Aufbau nehme ja ich gerne ein 0,7mm-Lot. Bei > IC's und SMD-Teile hingegen gerne auch ein 0,5mm-Lot oder halt noch > kleiner. > > Darum an dich die Frage: Wo kann ich dieses bismuthaltige Lötzinn > finden, vorausgesetzt, ich kann es überhaupt als Privatperson beim > Elektronikfachhandel bestellen? < https://www.digikey.de/de/products/detail/chip-quik-inc/NC191LTA10/13531404 > Indium: < https://www.digikey.de/de/products/detail/chip-quik-inc/SMDIN97AG3/8681828 > Die haben auch wismut & Indium-Draht, auch 60/40 Blei bis 0.25mm runter und beliefern jeden, solange die Kreditkarte oder PayPal funktionieren. Die haben schon Lieferzeiten von 1.5 Tagen geschafft, vom US-Mittelwesten bis zu meiner Haustür in D-66606, per UPS. Es ist immer interessant, mitzuverfolgen wie das Päckchen in den US von Stadt zu Stadt hüpft und dann in Köln einkratert. Ab 50€ Warenwert portofrei. Für Ge-Transistoren ist das aber unnötig. Den Transistor an seinen Drähten beim Löten mit einer breiten Pinzette festzuhalten hat bei mir immer gereicht. Gruß, Gerhard
Gerhard H. schrieb: > Den Transistor > an seinen Drähten beim Löten mit einer breiten Pinzette > festzuhalten hat bei mir immer gereicht. Ja, denke auch. Die ungeregelten Lötkolben seinerzeit hatten sicherlich deutlich höhere Leerlauftemperaturen an der Spitze als unsere geregelten Lötstationen heute. Michael H. schrieb: > nächsten Monat bestellen, leider erst dann, aus finanziellen Gründen Brauchst du noch Germaniumtransistoren zum Experimentieren? Kann ich dir welche schenken.
Michael H. schrieb: > Nun werde ich mir die Germanium-Explemplare und auch diese > Bismut-Lötpaste für meine Lötexperimente im nächsten Monat bestellen, > leider erst dann, aus finanziellen Gründen. Jörg W. schrieb: > Brauchst du noch Germaniumtransistoren zum Experimentieren? Kann ich dir > welche schenken. Von mir kannst Du auch noch ein paar bekommen: AC121, AC151, AF116, sowie unbekannter PNP-Typ
Jörg W. schrieb: > Aber falls du bei bleifreiem Lot bleiben möchtest und dem „Klassiker“, > die Wärme an den Beinen mit einer Flachzange vom Bauteil abzuhalten, > nicht übern Weg traust, stände dir ja heutzutage alternativ noch > Bismut-haltiges Lot zur Verfügung. Dann kannst du mit der Temperatur > noch ein ganzes Stück unter die gehen, die man für klasische > Blei-Zinn-Lote brauchte. > > Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle, sonst > sinkt der Schmelzpunkt noch weiter. https://bs-wiki.de/mediawiki/images/Rose-Eutektikum.jpg
Matthias S. schrieb: > Jörg W. schrieb: >> Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle, sonst >> sinkt der Schmelzpunkt noch weiter. > > Und genau das ist schwer zu realisieren, wenn das Bauteil oder die > Platine schon einmal mit bleihaltigem Lot gelötet wurde. Blei wollte er ja aber ohnehin nicht dabei haben. Man kann aber auch die Kirche im Dorf lassen: hier geht es nicht um ein paar Spuren-Atome, sondern um relevante prozentuale Anteile der jeweiligen Legierungspartner. Hinz hat ja den Link zum Diagramm geschickt.
Jörg W. schrieb: > sondern um relevante prozentuale Anteile Das hatte ich anders aufgefasst: Jörg W. schrieb: > Nur Blei sollte man dann ganz weit weg halten von der Lötstelle,
Jörg W. schrieb: > Brauchst du noch Germaniumtransistoren zum Experimentieren? Kann ich dir > welche schenken. Stephan S. schrieb: > Von mir kannst Du auch noch ein paar bekommen: AC121, AC151, AF116, > sowie unbekannter PNP-Typ Das ist wirklich sehr freundlich von euch beiden, aber es wird wohl wie immer im richtigen Leben sein: Man sammelt immer das verkehrte, was eh keiner mehr braucht. Da ich mich zur Zeit hauptsächlich mit Fernsteuer-Anlagen im Modellbau und auch dem Amateurfunk als solchen beschäftige, kann ich mir gerade in alten Fachbüchern ab den 60er Jahren dazu reichlich theoretische Kenntnisse aneignen, die ich in den neuen Fachbüchern vergeblich suche. Ich bin leider kein Freund vom einfachen Nachbauen komplizierter Gebilde. Letztendlich bleiben diese Geräte ja doch nur mehr oder weniger Blackboxen für mich. Im NF-Bereich brauche ich dort tatsächlich keine alten Germaniumtransistoren mehr, die in der Regel mit OC, GC, AC, OD oder AD usw. beginnen. Sie können wirklich, bis auf wenige Ausnahmen, durch modernere Siliziumtransistoren, bzw. MOSFET's ersetzt werden. Interessant wird es hingegen im HF-Bereich, der ja lange Zeit noch von der alten Röhrentechnik dominiert wurde. Die alten klobigen, teuren Röhren können heutzutage gottseidank weitestgehend durch moderne, preiswerte HF-FET's ersetzt werden. Nur die theoretischen Kenntnisse haben sich über die Jahrzehnte hinweg so gut wie nicht geändert. Aber gerade hier tut sich leider auch eine gewisse Unterscheidung der neuen zu den alten Fachbüchern auf. Während bei den aktuellen Fachbüchern theoretische Grundkenntnisse vorausgesetzt werden und daher nicht mehr in den Büchern erscheinen, werden noch in alten Fachbüchern die wesentlichen Grundlagen theoretischer Kenntnisse hergeleitet und sogar mit praktischen Beispielen untermauert, die allerdings noch mit zeittypischen Bauelementen aufgebaut wurden. Und dazu zählen leider auch Halbleiter auf Germaniumbasis. Also, wenn es für mich mal in naher Zukunft interessant werden sollte, komme ich auf eure Angebote zurück. Verbleiben wir so. Doch jetzt möchte ich mich wirklich hier ausklinken und wieder meine theoretischen Kenntnisse erweitern wollen.
Ach ja, hier ist von mir noch eine Übersicht meiner Germaniumdioden und -transistoren, die ich bis jetzt in meinem Fundus habe. Wobei noch diesen Monat die Transistoren AF127, AF137, AFY13 und AD139 dazukommen. Das war's nun aber wirklich erstmal von mir.
Michael H. schrieb: > Ach ja, hier ist von mir noch eine Übersicht meiner > Germaniumdioden und > -transistoren, die ich bis jetzt in meinem Fundus habe. > > Wobei noch diesen Monat die Transistoren AF127, AF137, AFY13 und AD139 > dazukommen. > > Das war's nun aber wirklich erstmal von mir. Moin, Was ich vergessen habe erstmalig zu erwähnen ist, als Junge lötete ich meine "Germanen" mit dem damals für Schüler preislosen ungeregelten Ersa30. Kann mich nicht erinnern damit ungewöhnliche Probleme gehabt zugaben. Natürlich war das Lot nicht bleifrei. Halbleiter wie OC171, OC45, OC71, AF115 u.ä. "OA"Dioden. Meist mit Ausschlacht-Teilen. Halbleiter waren damals noch sündhaft teuer. Ein AC126 für 30 OE Schilling. Das war sechs Wochen Taschengeld! Heute kostet ein BC845 Pfennige. Gerhard
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Lothar schrieb: > Und Thema bleihaltiges Lot - die ihr das verwendet und noch stolz drauf > seid - euch ist nicht mehr zu helfen! Ewig Gestrige! > Macht Euch mal kundig, was Blei in euren Körper anrichtet. Gar nichts! Zumindest das Blei aus dem Lot. Weil das Blei nämlich in der Lötstelle bleibt und gar nicht in den Körper gelangt. Man lötet schließlich nicht bei über 450°C oder leckt den Lötdraht ab. Und Dämpfe werden abgesaugt - nicht, weil da Blei drin wäre (das passiert erst deutlich oberhalb 450°C), sondern weil die Flußmitteldämpfe an sich gesundheitsschädlich sind. Flußmitteldämpfe bei bleifreiem Lot sind übrigens problematischer, weil diese Flußmittel aggressiver sein müssen und wegen der höheren Löttemperatur.
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Moin, Wahrscheinlich macht die Dosis das Gift. Ich ziele jetzt nicht auf die gesundlichen Risiken des Lötens im Allgemeinen, sondern auf die Auswirkungen einer Entsorgung elektronischer Geräte auf die Umwelt die mit nicht konformer Technik hergestellt wurden. Darunter fallen auch wir Hobbyisten die noch mit nicht-komformen vorhandenen Komponenten und bleihaltige Lotart basteln oder wollen. Früher oder später finden unsere selbstgebauten Geräte und Baugruppen und Komponentenschätze den Weg in die Entsorgung wenn sie nicht ein neues Bastlerzuhause finden. Prinzipiell ist dieser Sachverhalt natürlich ein Problem und eine solche Entsorgung problematischer als die Entsorgung konformer Technik. Man muß sich aber Fragen, warum konforme Technik überhaupt durchgesetzt wurde. Man darf also nicht übersehen, daß diese Probleme eher durch die Realitäten des modernen Marktes, insbesondere das Volumen der durch den Markt fliessenden kurzlebigen Produkte die notwendigerweise besser entsorgt werden müssen, entstand. Nie zuvor wurde so mit erzeugten Produkten umgegangen. In früheren Zeiten kostete alles relativ zum Einkommen der meisten Haushalte ein Vermögen und man reparierte. Man entsorgte widerwillig oder es landete im Dachboden. Das erhöhte den Lifecycle Intervall beträchtlich. In unser modernen Era werden relativ zu früheren Zeiten eine Unmenge an vielfältiger kurzlebiger Produkte aggressiv auf den Markt geworfen und in vielerlei Weise mit HW und SW Obsoleszenz vermarktet. Es fragt sich auch ob es umwelt-philosophisch akzeptabel ist so eine Unzahl an trivialen Produkten in die Welt zu setzen. Hin und wieder besuche ich Gebrauchtwaren Geschäfte. Es überrascht mich immer wieder, welch nutzloses, moderne Billigelektronik dort landet und man fragt sich, muß das wirklich sein. Aber wir leben in einer globalen Wirtschaft, die nicht freiwillig zu Sinnen kommen kann oder will. Es wird von Psychologen bestätigt, daß unsere Überflußgesellschaft nicht glücklich mit ihrer Vielzahl an "Zeugs" ist. Warum stellen wir dann unerbittlich so viel Trivial-Waren her, die bald den Weg aus den Haushalten finden. Gerade die SW-Obsoleszenz ist ein zunehmendes Problem, weil viele moderne Gerätschaften nicht mehr unabhängig funktionieren und vom externen Betreiber abhängen. So entstand die Entsorgungslawine. Sicher, wenn unsere selbstgebauten Gerätschaften und Komponenten den Weg in die Entsorgung finden, entsteht dadurch ein Problem für die Entsorger. Aber mit dieser Tatsache müssen sie auch jetzt rechnen, weil ja ein Teil der entsorgten Geräte ohnehin nicht alle konform sind. Langer Rede kurzer Sinn ist, dass es aus der Bastler Perspektive wahrscheinlich ein triviales Problem ist, weil einfach das Volumen der Bastler Sachen im Vergleich zum Mainstream fast unsichtbar ist und verbleit gelötete Geräte immer noch den Weg in die normale geregelte Entsorgung finden. So gesehen, verehrter Michael, ist es wahrscheinlich keine Todsünde weiterhin mit vorhandenem Bleilot zu hantieren. Aber das muß jeder selbst evaluieren. Vielleicht sehe ich es auch ganz falsch und man wird meine hier gegebene Ansicht hier wie die Wölfe zerreissen. Wer weiß... Gerhard
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Thorsten S. schrieb: > Flußmitteldämpfe bei bleifreiem Lot sind übrigens problematischer, weil > diese Flußmittel aggressiver sein müssen und wegen der höheren > Löttemperatur. Eine alte Mähr, die offenbar nicht ausrottbar scheint. Das Gegenteil ist bezüglich der Aggressivität der Flussmittel eher der Fall: durch die höhere Löttemperatur sind sie bei Löttemperatur aktiver und müssen daher insgesamt nicht so aggressiv sein. Allerdings sind die Flussmittel insbesondere bei schlechtem Werkzeug (zu geringer Wärmenachschub, der durch höhere Spitzentemperatur ausgeglichen wird) schneller verdampft, sodass man am Ende mehr Flussmittel braucht. > leckt den Lötdraht ab Es ist eher die Disziplin, dass man sich auch wirklich nach den Arbeiten damit ordentlich die Hände wäscht (nicht nur nach dem Löten selbst, auch nach dem Hantieren mit den entsprechenden Baugruppen). Funktioniert vielleicht als Selbstdisziplin noch ganz gut, spätestens aber, wenn ich Kinder bei Lötarbeiten begleite, bin ich ehrlich froh drüber, dass ich ihnen (bzw. deren Eltern) nicht vorher noch eine Giftbelehrung erteilen muss.
Ja, Gerhard O., man kann über die Entwicklungen des technischen Fortschritts reichlich philosophieren. Letztendlich muss jeder seine eigenen Grenzen darin setzen können. Also, wie weit will ich wirklich mit dem technischen Fortschritt mitgehen und brauche ich das für mich daraus Entstandene überhaupt. Kurz gesagt: Letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Was will ich und wo möchte ich hin? Und wo sind tatsächlich meine persönlichen Grenzen in der geistigen Fähigkeit und dem örtlich Machbaren. Für diese philosophischen Fragen könnte man einen eigenen Thread darüber eröffnen. Hier komme ich aber zurück zu meinem eingangs gestellten Problem der Fixierung von Germaniumhalbleitern auf einer Platine. Also, wie ich das bisher richtig verstanden habe, kann ich z. B. die alten Germaniumtransistoren auch mit der heutigen Löttechnik auf eine Platine löten. Für meine Lötexperimente habe ich mir dazu extra ein Germaniumtransistoren-Sortiment, eine bismuthaltige Lötpaste und ein Infrarot-Fernthermometer von dem Hersteller Stahlwerk bestellt. Für die Transistormessung verwende ich einfach mein vorhandenes Multimeter und evtl. auch mein LCR-Meßgerät für die Kapazitätsmessung, das muss ich allerdings noch ausprobieren, ob das überhaupt damit geht. So spare ich mir den technischen Aufwand für dem Aufbau einer Transistormeßschaltung, denn ich will ja nur die wesentlichen Eigenschaften Vor-dem-Löten und Nach-dem-Löten überprüfen. So weit so gut. Alles weitere dann später.
Michael H. schrieb: > denn ich will ja nur die wesentlichen Eigenschaften Vor-dem-Löten und > Nach-dem-Löten überprüfen Wenn du sie zu warm machst, könnte zuerst noch die Stromverstärkung ansteigen :-), danach dann irgendwann Schluss mit lustig, wenn beide Seiten durchlegiert sind.
Hach ja, Jörg W., könnte und sollte und müsste. Alles Konjunktive. Das fertige Ergebnis wird zählen. Nur dauert das leider etwas. Ich hatte ja schon einmal in einem früheren post von etwa einem Monat gesprochen. Das wird wohl leider auch weiterhin mein zeitlicher Rahmen sein. Meine endgültigen Ergebnisse werde ich auf jeden Fall hier in diesem Thread veröffentlichen.
Man kann mit einer dünnen Trennscheibe IC-Fassungen auseinandernehmen und die als Fassung verwenden, falls Ge-Transistoren schon mal eingebaut waren und die Drahtlänge am Minimum angekommen ist.
Götz R. schrieb: > Man kann mit einer dünnen Trennscheibe IC-Fassungen auseinandernehmen > und die als Fassung verwenden, falls Ge-Transistoren schon mal eingebaut > waren und die Drahtlänge am Minimum angekommen ist. Ja, das war auch meine anfängliche Überlegung, wenn man das vielleicht zu heisse Löten umgehen will. Also, auch deine Komponente wäre eine Option, wenn die Anschlussbeinchen mal zu kurz sein sollten, aus welchem Grund auch immer (z. B. schon einmal eingelötetes Bauteil u. ä.). Recht herzlichen Dank für deinen Tipp, Götz R.
Michael H. schrieb: > kann ich mir gerade in alten Fachbüchern ab den 60er Jahren dazu > reichlich theoretische Kenntnisse aneignen, die ich in den neuen > Fachbüchern vergeblich suche. Dann suchst du in den falschen Büchern. Michael H. schrieb: > werden noch in > alten Fachbüchern die wesentlichen Grundlagen theoretischer Kenntnisse > hergeleitet und sogar mit praktischen Beispielen untermauert, Das machen gute zeitgenössische Lehrbücher auch. Nur werden eben heutzutage keine guten (lehrreichen) Elektronik-"Bastelbücher" mehr geschrieben (da die Zielgruppe nahezu verschwunden ist). Die Theorie kann man sich aber nach wie vor mittels Studienliteratur (mehr oder weniger trocken) aneignen. Empfehlenswert ist bspw. "Grundlagen der Elektronik" von Stefan Goßner; vorwiegend an FH-Studenten gerichtet und daher nicht übermäßig theorielastig, zum Einstieg gut geeignet. Bei Bedarf kann man dann Uni-Lehrbücher wie "Halbleiter-Bauelemente" von Michael Reisch zu Rate ziehen. Götz R. schrieb: > Man kann mit einer dünnen Trennscheibe IC-Fassungen auseinandernehmen > und die als Fassung verwenden, Dafür braucht man nicht mal eine Trennscheibe. Die gedrehten Kontakte von "Präzisions-Fassungen" oder Buchsenleisten lassen sich mit passendem Werkzeug sehr leicht von unten aus den Kunststoffträgern herausdrücken.
Hallo Johannes F. Danke für deinen Einwand, was die Auswahl meiner Fachbücher betrifft. Es gehört hier zwar nicht hin, aber da ich eh noch auf meine bestellte Ware warten muss, gebe ich dir hier doch mal einen post von meiner so gut wie vollständigen Fachbücherliste ab. Ich habe die Feststellung machen müssen, dass sich die Profs und Doktoren mit ihren Beispielbetrachtungen auf modernste und teure Geräte beziehen, die sich ein pensionierter Hobby-Elektroniker wie mich nicht mehr leisten kann. Darum beziehe ich mein Fachwissen lieber mehr aus älteren Lehrbüchern, die von bisher bekannten Gerätschaften, die zwar älter aber dafür bezahlbar sind, begleitet werden. Nun bin ich ja weit weg von den Jahren eines angehenden Studenten und ich brauche auch keine aktuellen Fachbücher mehr für eine berufliche Laufbahn. Das habe ich nun alles hinter mir gelassen. Es ist also nur noch mein privates Vergnügen, in älteren Fachbüchern lesen zu können. Im Anhang befindet sich meine Fachbücherliste.
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So, nun habe ich einige Teile für meine Lötexperimente bestellt, als da wären: ein Sortiment Germaniumtransistoren ein IF-Fernthermometer ILT-600ST des Herstellers Stahlwerk eine Heissluft-Lötstation ZD-939L 320W des französischen Herstellers Zhongdi bleifreies Lötzinn Sn99,3Cu0,7 bismuthaltige Lötpaste Sn42Bi58. Als reines Flussmittel soll eine 20gr-Dose Kolophonium des Herstellers Stannol und alternativ auch das 10g-Flussmittelgel FL22YFL (was auch immer) des Herstellers Edsyn dienen. Mit diesen bestellten Dingen könnte ich auch zukünftig SMD-Teile auf eine Platine löten. Das wäre dann aber ein anderes Thema und diese SMD-Technik wäre für mich sowieso erst ab 800MHz interessant, davor nicht. Nun müssen die Teile nur noch kommen. Derweil habe ich die Spannung an meinem LCR-Meter gemessen. Es arbeitet mit einer effektiven Wechselspannung bei 100kHz von 0,75V gleichspannungsfrei. Also kann ich damit auch problemlos die Kapazitäten der Germaniumtransistoren messen. Alles weitere später...
Jörg W. schrieb: > Michael H. schrieb: >> französischen Herstellers Zhongdi > > :-) Kommt mir auch spanisch vor.
Michael H. schrieb: > Ich habe die Feststellung machen müssen, dass sich die Profs und > Doktoren mit ihren Beispielbetrachtungen auf modernste und teure Geräte > beziehen, die sich ein pensionierter Hobby-Elektroniker wie mich nicht > mehr leisten kann. Was sollen denn diese ominösen Geräte zum Beispiel sein? Selbst VNA und Spectrum Analyzer bekommt man in für didaktische Zwecke ausreichender Qualität und im Kleinformat heutzutage zu erschwinglichen Preisen. Muss ja kein 20 GHz Agilent sein. Michael H. schrieb: > Fachwissen lieber mehr aus > älteren Lehrbüchern, die von bisher bekannten Gerätschaften, die zwar > älter aber dafür bezahlbar sind, begleitet werden ... und halt auch von Bauteilen, die nur noch teuer und selten, wenn überhaupt, erhältlich sind, und längst nicht mehr dem Stand der Technik angehören. Wenn das einem lieber ist...
Hier sind wohl einige Fragezeichen wegen diesem ominösen Hersteller Zhongdi dieser Heissluft-Lötstation entstanden. Diese Lötstation habe ich bei dem Elektronikanbieter reichelt elektronik bestellt (siehe Anhang meines Sreenshots). Die Praxis wird mir zeigen, ob das preiswerte, um nicht zu sagen, billige Gerät für meine Bedürfnisse etwas taugt.
Michael H. schrieb: > Hier sind wohl einige Fragezeichen wegen diesem ominösen Hersteller > Zhongdi dieser Heissluft-Lötstation entstanden. Nö.
Michael H. schrieb: > Hier sind wohl einige Fragezeichen wegen diesem ominösen Hersteller > Zhongdi dieser Heissluft-Lötstation entstanden. Nicht wegen des Herstellers, sondern wegen "französisch". Zhongdi ist ein Handelsname, unter dem Billig-Lötwerkzeug aus China vertrieben wird. Michael H. schrieb: > Die Praxis wird mir zeigen, ob das preiswerte, um nicht zu sagen, > billige Gerät für meine Bedürfnisse etwas taugt. Nach vorherrschender Meinung sind die mit "858D[+]" beschrifteten Heißluftgeräte sowohl besser als auch noch günstiger.
H. H. schrieb: > Johannes F. schrieb: >> Zhongdi ist >> ein Handelsname > > Ist selbst Hersteller. Nur halt nicht aus Frankreich. Johannes F. schrieb: > Nach vorherrschender Meinung sind die mit "858D[+]" beschrifteten > Heißluftgeräte sowohl besser als auch noch günstiger. Vor allem sind sie handlicher und nicht so laut :), allerdings habe ich (obwohl ich so'n Teil benutze) nach wie vor Bauchschmerzen, was die Stärke des Schutzleiters zum Handstück betrifft. An einer Installation, die keinen FI benutzt, möchte ich mit so einem Gerät keinen Kurzschluss nach PE im Handstück erleben. Aber das ist 'ne andere Nummer. Ihren Zweck erfüllen die 939 auf jeden Fall auch.
Also, ich habe mal 3 Bilder im Anhang vorbereitet. Da wäre erstmal diese preiswerte Heissluft-Lötstation des Herstellers Zhongdi. Ich weiss jetzt auch nicht, wie ich auf das Wort "französisch" gekommen bin. Im Anhang findet sich auf jeden Fall eine Gebrauchsanweisung von dieser Station. Es scheint sich hier wohl tatsächlich um eine preiswerte Hausmarke des Anbieters reichelt elektronik zu handeln (wohl doch mehr ein China-Produkt). Wie dem auch sei. Ich habe dieses Gerät jetzt bestellt. Irgendwo muss man ja mal mit einer Heissluft-Lötstation beginnen. Bei diesem Einstiegspreis kann man wohl erstmal nichts verkehrt machen. Später, es wird die Praxis noch zeigen, kann man ja immer noch auf preiswertere Geräte von anderen Herstellern zurückgreifen. Da werde ich bestimmt nochmal eine Frage an euch stellen müssen. Ja, und dann sind ja da noch die Beispielanwendungen in einigen meiner aufgeführten Fachbücher. Ich greife mal ein Beispiel heraus: Dieses Beispiel kann ich jetzt leider nicht atock finden. Ist ja auch erstmal egal. Es ging jedenfalls in diesem Beispiel darum, die Reflektionen auf einem BNC-Kabelabschnitt bestimmter Länge mit einem Oszi sichtbar zu machen. In diesem vermeintlichen Buch, dessen Titel mir jetzt nicht einfällt, wurde zwar diese Versuchsanordnung dargestellt. Mit meinem 100MHz-Oszi war es allerdings nicht möglich, eine Reflexion von elektrischen Wellen zu erkennen. Die Frequenz meines Oszis von max. 100MHz war einfach dafür zu klein. Entweder hätte das Kabel mindestens 100m und mehr betragen müssen oder das Oszi hätte eine Messfrequenz von mehr als 100Mhz, besser noch 1 GHz, haben müssen. Oder halt dieses Beispiel aus einem Youtube-Video einer Studentin im HF-Studium. Sie zeigte dort, wie man den Abschlußwiderstand auf einen reinen Wirkwiderstand von 50 Ohm einstellen kann. Nutzte dazu allerdings ein Oszilloskop mit einer Darstellungsfreuenz von mind. 600 MHz. Na, usw. und so weiter. Ich habe mal noch zwei weitere Bilder angehängt, einmal von einem Spekki und einem komfortablen Oszi, die man heutzutage benutzen sollte. Aber sorry, bei diesen genannten Preisen da hört's denn bei mir wirklich auf mit meiner Elektronikleidenschaft. Irgendwo sind dann halt auch mal bei mir Grenzen, die ich mir selber setzen muss. Naja, genug davon. Ich möchte hier wieder zurückkommen auf meine baldigen Lötexperimente meiner Germaniumtransistoren. Also dann, wie gesagt, bis später ...
Michael H. schrieb: > Ich habe mal noch zwei weitere Bilder angehängt, einmal von einem Spekki > und einem komfortablen Oszi, die man heutzutage benutzen sollte. "Man" sollte die nicht benutzen. Sowas benutzt man in der Industrie. Als Hobbyist kauft man sich einen NanoVNA, damit kommst du allemal um die Runden. Selbst die (elektrische) Länge eines Kabels kannst du damit bestimmen. :-) Im Bild mal die Reflektion eines am Ende offenen Kabels am VNA. Die gelbe Linie ist der Phasengang, zwei Phasensprünge treten in der Beispielmessung bei 426 MHz und 476 MHz auf, die Differenz sind 50 MHz. 50 MHz entsprechen einer Wellenlänge von 6 m, da die Welle durch das Kabel hin und zurück läuft, ist das Kabel elektrisch 3 m lang. Passt gut dazu, mechanisch ist es 2 m lang, gängiger Verkürzungsfaktor der meisten 50-Ω-Kabel liegt bei 0,66. Beim Oszi gibt es auch ausreichend preiswerte Angebote heutzutage. Nach wie vor bestimmt natürlich die Grenzfrequenz nennenswert auch den Preis, aber für deine paar Germaniumtransistoren brauchst du sicher keinen Oszi mit 500 MHz Bandbreite. Einen Spektrumanalysator brauchst du eigentlich erst dann, wenn du ernsthaft Sender bauen willst.
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Hallo Jörg W., es gehört zwar auch nicht unbedingt zu diesem Thread dazu und ich dachte, dass jetzt wirklich alles darüber gesagt sei, möchte ich hier doch noch etwas weiter zu diesen Thema Spekki, Oszi und weiteres ausholen. Also, ich selbst nutze für meine Basteleien ein analoges 2-Kanal Oszi mit bis zu 100 Mhz von dem Hersteller Rohde und Schwarz. Das hatte ich mir mal vor langer Zeit günstig auf Ebay gekauft, der Preis lag wohl so um 300 oder 400 Euro. Da ich jetzt meine ersten Gehversuche im HF-Bereich noch in der KW absolviere, reichen für meine Basteleien 100 MHz vollkommen aus. Im NF-Bereich eh, hier würde sogar ein preiswertes Oszi mit 10 MHz ausreichen. Vor ewta 6 Jahren hatten mein ehemaliger Arbeitskollege und ich uns jeweils einen Spektrumanalysator Owon XSA1015-TG, also mit einem eingebauten Tracking-Generator, für je etwa 1200 Euro zugelegt. Da ich mich erst jetzt mit diesem Gerät vertraut machen möchte, muss es bisher kein höherwertigeres Gerät sein. Im Gegenteil: ich kenne leider niemanden, der sich mit einem Spektrumanalysator auskennt, um mir bei den ersten Schritten helfen zu können. Selbst mein junger Nachbar unter mir schaute mit mir zusammen auf das Gerät wie ein Schwein ins Uhrwerk. Ich verstand an diesem Gerät noch wenig. Er hingegen verstand garnichts. Er hatte dieses Gerät auch das erste Mal gesehen, obwohl er Maschinenbau und ein wenig Elektronik studiert. Er bräuchte auch seine Mitkomolitonen nicht befragen, weil auch sie dieses Gerät nicht kennen und wahrscheinlich in ihrem Berufsleben auch nie bräuchten. Nun sauge ich mir alles selbst aus den Fingern, nun ja. Das nur so nebenbei ...
Michael H. schrieb: > Da ich mich erst jetzt mit diesem Gerät vertraut machen möchte, muss es > bisher kein höherwertigeres Gerät sein. Solange du nicht jenseits von VHF experimentieren willst, brauchst du ohnehin nichts anderes. 1,5 GHz genügen ja noch für die Darstellung der 10. Oberwelle eines 145-MHz-Senders. Vorsicht ist nur geboten mit dem Eingang solcher Geräte. Gerade nachgesehen, deiner verträgt zumindest sogar Gleichspannung am Eingang, das ist keineswegs überall so der Fall. Maximale Eingangsleistung ist 1 W, die sollte man auch kurzzeitig nicht überschreiten. Beim Messen unbekannter Signale erstmal mit einem hohen Wert für den "reference level" anfangen, denn dann schaltet das Gerät intern Dämpfungsglieder vor den Mischer. (Der reference level ist der Pegel, auf den sich das obere Ende der Skala bezieht.) Ansonsten schalt das Ding mal ein auf eine Mittenfrequenz von 100 MHz und einen span (Spannweite) von 20 MHz und klemme irgendeine Teleskopantenne an den Eingang. Wenn du den Referenzpegel allmählich herunter schaltest, sollten dann die UKW-Rundfunksender irgendwann aus dem Rauschpegel auftauchen.
Nochmal back to topic: Ich habe mal ein paar alte Germaniumtransistoren aus der Kiste genommen. Es waren alles unmarkierte, also schätzungsweise solche aus dem damaligen „Bastlerbeutel 1“ von vor mehr als 50 Jahren, Typenreihe GC100 aufwärts. Zwei von dreien waren mittlerweile nur durch die Lagerung defekt, bei einem war noch eine Diode nachweisbar, der andere hat keinerlei Anzeichen irgendeiner Funktion. Beide waren noch nie eingelötet. Ein dritter hat eine Stromverstärkung von 115 am Tester. Nachdem ich eine geschlagene halbe Minute mit reichlich eingestellter Temperatur (350 °C, normalerweise löte ich eher mit 320 °C) an den Anschlüssen herum gebraten habe, nach Abkühlung nochmal gemessen: gleiche Stromverstärkung (im Rahmen der Toleranzen des Testers). Fazit: du musst dir wirklich keine Rübe machen, mit einer modernen geregelten Lötstation und normalem SAC-bleifrei-Lot irgendwo einen Germaniumtransistor einzulöten.
Jörg W. schrieb: > ... mit reichlich eingestellter Temperatur (350 °C, > normalerweise löte ich eher mit 320 °C) an den Anschlüssen herum > gebraten habe, nach Abkühlung nochmal gemessen: gleiche Stromverstärkung Deine Ausführungen, auch die, was den Spekki betrifft, geben mir weiterhin Hoffnung, das auch zu verstehen, was ich da eigentlich mache. Auch deine gesammelten Erfahrungen mit deinen Lötarbeiten alter Germaniumtransistoren beruhigt meine Gemüter. Dennoch möchte ich diesen Thread mit meinen eigenen Löterfahrungen abschliessen. Die Osterfeiertage sind ja nun schon vorbei und so werden wohl nach und nach auch meine bestellten Teile bis Ende nächster Woche so langsam bei mir eintrudeln. Dann kann ich endlich mit meinen Lötexperimenten beginnen. Wir schauen weiter ...
Bevor ich diesen Thread mit meinen Löterfahrungen mit alten Germaniumtransistoren schliesse, möchte ich doch noch wenigstens zwei Anwendungsbeispiele aus meinen alten Fachbüchern hier demonstrieren, warum mir die alten Germaniumtransistoren so wichtig erscheinen. Das erste Beispiel ist aus dem Topp-Buch der Reihe Elektronik aus dem Jahre 1963. Es zeigt den Schaltplan eines Superhet MW-Empfängers mit Schwundausgleich. Man hätte ebenso auch einen Schaltungsauszug eines UKW-Empfängers mit einer Frequenzmodulationsschaltung zeigen können! Das zweite Beispiel zeigt den Schaltplan eines 4-Kanal-FM-Senders im 80m-Band, aus dem Buch "Transistorsender" aus dem Jahre 1970. Dazu gehört auch das Bild vom fertig aufgebautem FM-Sender. Wie man vieleicht an der hohen Seitenzahl von 182/183 erkennen kann, geht natürlich eine Menge sehr interessanter und doch praxisbezogener Theorie voraus. Entnommen aus dem wohl ersten Topp-Buch der Reihe Elektronik "30 Transistor-Schaltungen" vom Autor l. Hildebrand aus dem Jahre 1963 und aus dem Buch "Transistorsender" vom Autor H. Koch aus dem Jahre 1970. Das wollte ich doch noch zeigen, bevor ich diesen Thread später dann wirklich schliessen möchte!
Falls Du nachbaubare Amateurfunk Schaltungsbeispiele suchst, findest Du in der Link viele Schaltungen von europäischen ehemaligen Herstellern so wie Semco u.a. Da findest Du bestimmt Interessantes: https://ve6aqo.com/baugruppen1.htm Dort findet man viele relativ einfache bewährte Schaltungen. Auch belegen viele Bilder den möglichen Aufbau. Voraussetzung ist natürlich eine gut mit HF taugliche ausgestattete Bauteilesammlung. Aber immerhin... https://ve6aqo.com/Semco-top.htm https://ve6aqo.com/funkschau1.htm
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Gerhard O.schrieb:
> Falls Du nachbaubare Amateurfunk Schaltungsbeispiele suchst ...
Wirklich sehr interessante Webseiten. Ich habe die Hauptseite gleich mal
bei mir abgespeichert. Dort gibt es ja doch noch vieles mehr zu
entdecken.
Mensch, recht vielen Dank für deinen sehr interessanten Webseitenfund!
Michael H. schrieb: > Gerhard O.schrieb: >> Falls Du nachbaubare Amateurfunk Schaltungsbeispiele suchst ... > > Wirklich sehr interessante Webseiten. Ich habe die Hauptseite gleich mal > bei mir abgespeichert. Dort gibt es ja doch noch vieles mehr zu > entdecken. > > Mensch, recht vielen Dank für deinen sehr interessanten Webseitenfund! Danke - Darüber freue ich mich;-)
Ich greife die Anschlussdrähte zur Wärmeableitung immer einer Telefonzange. Wenn mal doch einer defekt wird, dann naja, habe ich ja noch genug NOS :-D
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Gerhard O. schrieb: > Voraussetzung ist natürlich eine gut mit HF taugliche ausgestattete > Bauteilesammlung. Ja, daran könnte es tatsächlich ein wenig hapern. Allein die alten Filterspulen, bekannt sind ja u. a. vor allem die alten Neosid-Filterspulen und erst recht die damaligen HF-Übertrager, sind so gut wie nicht mehr verfügbar. Man müsste es tatsächlich wie mein ehemaliger Arbeitskollege machen, alte Transistor-Empfangsgeräte auf dem Flohmarkt auftreiben und daheim entsprechend ausschlachten. Naja, so weit möchte ich das dann doch nicht treiben wollen. Im Amateurfunk ist ein guter Empfang aufgrund der kleineren Sendeleistung bei Amateuren gegenüber den professionellen weltweiten Radiosendestationen ohnehin erst mit einem Silizium-FET oder -MOSFET möglich, und die kamen erst später als die bis dahin vorherrschenden Germaniumtransistoren auf dem Markt. Zur Zeit wickle ich meine notwendigen Spulen für die HF noch selber. Und danke Fred R. für deinen ratsamen Tipp. Du hattest ja geschrieben: > Ich greife die Anschlussdrähte zur Wärmeableitung immer mit einer > Telefonzange.
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Michael H. schrieb: > im 80m-Band Wollte mich schon wundern – es ist das 80-MHz-Band. Auf 80 m (3,5 MHz Amateurfunk) macht niemand FM, auch damals nicht.
Michael H. schrieb: > Im Amateurfunk ist ein guter Empfang aufgrund der kleineren > Sendeleistung bei Amateuren gegenüber den professionellen weltweiten > Radiosendestationen ohnehin erst mit einem Silizium-FET oder -MOSFET > möglich Geht sicher auch mit Germaniumtransistoren, aber gerade ein Audio würde ich mir mit denen bestimmt nicht mehr antun wollen. Signalpegel sind aber abends auf dem 40-m-Band nicht gerade klein.
Jörg W. schrieb: > Audio Meinst du "Audion"? Meine Erfahrungen mit solchen als Jugendlicher waren eher enttäuschend. Heute würde ich Anfängern gleich zu Direktmischern raten, da kommt man mit heutigen Mitteln einfacher zu Erfolgserlebnissen. Michael H. schrieb: > ohnehin erst mit einem Silizium-FET oder -MOSFET > möglich, Der erste Transistor soll ja ein FET (JFET?) gewesen sein, vielleicht war der noch mit Germanium gemacht.
Oh Gott, legt nicht alles gleich so auf die Goldwaage. In meinem Forumsbeitrag geht es ja hauptsächlich um das Löten von alten Germaniumtransistoren. Wenn ich HF-Fragen haben sollte, und die habe ich bestimmt, dann wende ich mich vertrauensvoll an die Forumsseite HF, Funk und Felder. So, nun komme ich wieder zurück zu meinem eingangs gestellten Problem. Jedenfalls sind jetzt die ersten Teile bei mir eingetroffen. Jetzt warte ich nur noch auf die verbleibenen Teile für meine baldigen Lötarbeiten an den Germaniumtransistoren.
Neosid Spulen werden immer noch von Neosid hergestellt. Auch Spukenbsusätze sind dort erhältlich. UKW Spulen kann man ohnehin leicht selber als Luftspulen ausgeführt werden und kapazitiv abgestimmt. Ist alles nicht so schlimm. ZF Übertrager und sonst allerhand Nützliches findet man in alten Radios. In der Bucht findet man hin und wieder alte HF Bestände in den ehemaligen Ostblockländern. Es geht halt um "Die Kunst des Bauteile Findens". Und die Kunst des Improvisieren. Ich lernte es schon als armer Schüler und konnte nette Erfolge verbuchen. Viele alte Radios fielen mir zum Opfer...
Gerhard O.. schrieb:
> Es geht halt um "Die Kunst des Bauteile Findens".
Ja, Gerhard O., da hast du recht. Ich erinnere mich an die Worte von
meinem ehemaligen Arbeitskollegen, der mir des Öfteren davon erzählte,
dass er regelmä0ig auf speziellen berliner Flohmärkten, die sich
besonders mit alter elektrischer Technik beschäftigten, umhersah und
preiswerte Bauteilefunde mitnahm. Nebenbei lernte er dort auch besondere
Käuze kennen, die ihre seltsamsten "Erfindungen" darboten und erklären
konnten.
Für meine Logopädin bin ich selber so ein seltsamer Kauz, wo sie ein
wachsames Auge auf mich halten möchte. Ich habe auch so seltsame Dinge
entworfen, bei denen ich aber bisher meine Ideen irgenwie mit
herkömmlichen Dingen verwirklichen konnte. Ich glaube, jetzt ist wohl
tatsächlich die Zeit gekommen, auch mal nach alter Technik im realen
Leben Ausschau zu halten. Die Kunst, die seltenen Bauteile finden zu
können darf aber nicht zu übermächtig werden, denn für mich ist die
zeitlose Theorie der Elektrotechnik und Elektronik vordergründig.
Michael H. schrieb: > Ich erinnere mich an die Worte von > meinem ehemaligen Arbeitskollegen, der mir des Öfteren davon erzählte, > dass er regelmä0ig auf speziellen berliner Flohmärkten, die sich > besonders mit alter elektrischer Technik beschäftigten, umhersah und > preiswerte Bauteilefunde mitnahm. Wie gesagt: Noch genug NOS. Sogar so viele, dass ich sie verkaufe :-D :-D :-D Ansonsten auch noch die anderen Webshops wie: musikding.de banzaimusic.com
Moin, Zur Lötspitzentemperatur: Was mich betrifft, bin ich der Meinung (wie schon früher erwähnt), dass etwas höhere Temperaturen zu schnellerer und schonenderer Lötung beitragen. Bei mir ist die Station (Hakko FX888D) permanent auf 360 Grad eingestellt, was der ehemaligen Weller Magnastat-Leitzahl Nummer 7 ungefähr entspricht. Damit lässt sich so ziemlich alles schnell und zügig löten. Die Hakko hält die Solltemperatur präzise ein. Bei 360 Grad ist die Spitzenlebensdauer noch nicht fühlbar beeinträchtigt. Ich arbeite nun schon über fünf Jahre mit der Original Hakko Spitze. Die einzige Schonung ist, nach dem Abschalten, die Spitze durch Abwischen (Messingwolle oder feuchter Schwamm) säubern und abschliessend zu verzinnen. (Diese Versieglung reduziert den Grad der Oxidierung bei Nichtgebrauch). Auch bei LP löten, hat sich diese Einstellung gut bewährt. Mein Argument, daß höhere Temperatur und schnelles Löten Vorteile bringt, besteht einfach und alleine auf das Verhalten der thermischen Zeitkonstante und Gesamtoberfläche zur Luftableitung. Wenn man so lötet, wird eine minimale Hitzeenergie über die Anschlußdrähte geleitet und die fertige Lötstelle kann sich schnell wieder abkühlen. Energiefluß und Zeit bestimmt hier die Auswirkung des Lötens. Wenn man aber dagegen mit schwachbrüstiger Spitze und zu niedriger Hitzeinstellung arbeitet, muß die Lötspitze viel länger die zu lötende Masse erhitzen. Folglich kann sich diese propagierte Hitzeenergie schädigend bequem über die Anschlußdrähte und Transistorkörper verbreiten, wenn man von der thermischen LP-Ableitung einmal absieht. Wichtig ist, wie schon früher gesagt, mit einer guten Flachspitze zu arbeiten, die genug Wärmeleitung hat, die Hitzeenergie schnell zum Lötpunkt gelangen zu lassen. Danach wird die Lötstelle schnell wieder kalt genug. Die Idee hier ist die übertragenen Joules minimal zu halten. Übrigens ich arbeite aus diesen Grund meist mit einem 1.6 oder 2.4x0.8 mm Spitzenprofil, weil damit die Lötstelle praktisch sofort heiss genug ist, das Lot willig fliessen zu lassen. Also, ängstigt Euch nicht, mit guter Hitze zu arbeiten. Das sind halt meine Erfahrungen. Eine gute Löttechnik (Erfahrung) trägt zu Erfolg bei. Gerhard
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Danke, Gerhard O., für deine ausführlichen Beschreibungen deiner Lötarbeiten mit deiner Lötstation Hakko FX888D. Ich habe nun selbst mit meinen Lötarbeiten begonnen. Das heisst, zur Zeit habe ich nur die mir erforderlichen Lötfahnen auf einer Lochrasterplatine angepint (siehe Bild). Morgen werde ich die elektrischen Messwerte der drei Germaniumtransistorentypen vor dem Einlöten ermitteln. Ich habe mir dazu 3 Transistortypen ausgesucht: AF201 und AF202 mit einem TO-1-Gehäuse und einem AF139 mit einem TO-72-Gehäuse. Mit dem Ferntermometer ILT-600-ST von Stahlwerk habe ich leider keine befriedigenden Ergebnisse erzielen können. Während an meiner Lötstation WECP-20 von Weller eine Temperatur von 350°C eingestellt ist, habe ich mit diesem Fernthermometer lediglich eine Temperatur von max. 230°C ablesen können. Ich glaube, dass die lokale Hitzefläche des Lötkolbens für das Fernthermometer einfach zu klein ist, um ein befriedigendes Ergebnis ablesen zu können. Weiteres dazu später ...
Moin, Es gibt, wenn Du es wirklich genau wissen willst, spezielle Lötspitzenthermometer. Hier ist ein Beispiel: https://www.aliexpress.com/item/1005007358846400.html Sehr wichtig ist es nicht. Ich besitze zwar so ein Messgerät, verwende es aber nur zum Nachweis bzw. Einstellung der Hakko Temperatur-Ablage Parametrisierung. Bei der Hakko muss das für jeden anderen angeschlossen Lötkolben ermittelt werden. Aber nach dieser einmaligen Justierung ist die Spitzen Temperatur Genauigkeit sehr gut und stabil. Was Dich betrifft, spar Dir lieber das Geld. Wenn Dein Lötkolben nicht willig das Lot zerfliessen lässt, stell die Temperatur einfach etwas höher ein, bis es in gewohnter Weise sofort flüssig wird. Musst halt ausprobieren, denn man muss nicht immer alles wissenschaftlich angehen;-) Du wirst bestimmt vom vorherigen Berufsleben noch viel Praxis Wissen haben - Trau ruhig Deinem Erfahrungsschatz. Manchmal geht es nicht ganz ohne Lehrgeld. Aber solange man aus Fehlern lernt... Gerhard
Danke, Gerhard O., für deinen Hinweis auf ein spezielles Temperaturmessgerät für Lötkolbenbspitzen. Mein ehemaliger Arbeitskollege hatte zusammen mit seinem Bastlerkollegen ja vieles über Ali-Express bestellt. Beide sind ja ganz vernarrt in diese winzige SMD-Technik. Mir ist Ali-Express mit seinen wirklich günstigen Preisen immer noch suspekt. Auch die SMD-Technik halte ich noch weitestgehend fern von mir. Früher hatte ich mich mal mit der alten Röhrentechnik befasst. Meine selbstgebauten Geräte waren aber in der Regel klobig und schwer und dann noch die großen Spannungen und die schwer erhältlichen Übertrager und Transformatoren ... ?! Seitdem beschäftige ich mich nur noch mit der kleinen handlichen Transistortechnik, bzw. THT-Technik, die ich bequem auf meine Steckbretter mit bis zu 100MHz aufbauen kann. Darum löte ich tatsächlich nur selten. Nur wenn tatsächlich ein brauchbares Gerät dabei herauskommt, löte ich auch die Bauelemente auf meine selbst angefertigten Platinen. Aber mir ist eingefallen, ich besitze ja noch ein grosses Stabthermometer und ein elektrisch arbeitendes Thermometer mit einem metallischen Messfühler. Wenn meine Lötarbeiten mit den Germaniumtransistoren beendet sind, werde ich anschliessend mal die Temperaturen einer kleinen Wasseroberfläche mit destilliertem Wasser messen. Damit kann ich die gemessenen Temperaturen meiner vorhandenen Thermometer mit der Anzeige an meinem IR-Fernthermometer vergleichen. So werde ich es machen!
Gerhard O. schrieb: > Wenn Dein Lötkolben nicht willig das Lot zerfliessen lässt, stell die > Temperatur einfach etwas höher ein, bis es in gewohnter Weise sofort > flüssig wird. Abgesehen vom Kauf einer völlig anderen Lötstation gäbe es ja ohnehin keine andere Möglichkeit. Gerhard O. schrieb: > Was mich betrifft, bin ich der Meinung (wie schon früher erwähnt), dass > etwas höhere Temperaturen zu schnellerer und schonenderer Lötung > beitragen. Da bin ich nicht deiner Meinung, insbesondere, weil dann das Flussmittel schneller verdampft.
Auszug aus einer Bedienungsanleitung unsererseits: 5.5 Einstellen der optimale Löttemperatur Generell ist die eingestellte Temperatur stark von der Schmelztemperatur des verwendeten Lotes abhängig. Die Schmelztemperatur finden Sie im Datenblatt des von Ihnen verwendeten Lotes. Als Faustformel gilt: Die eingestellte Arbeitstemperatur (an der Lötspitze) sollte ca. 120°C über dem Schmelzpunkt des Lotes liegen. Der Schmelzpunkt bei einem Lot mit der Legierung Sn99,3% Cu0,7% beträgt zum Beispiel 227 °C. Dies würde eine eingestellte Temperatur bei einer Sn99,3% Cu0,7% Legierung von ca. 340°C bedeuten. Mehr Temperatur ist besser als weniger –> NEIN Eine zu hohe Lötspitzentemperatur führt zu einem übermäßigen Verschleiß der Lötspitze und ist meist an einer Verfärbung der Lötspitze erkennbar, welche durch Oxidationsprozesse entsteht.
Fred R. schrieb: > Eine zu hohe Lötspitzentemperatur führt zu einem übermäßigen Verschleiß > der Lötspitze und ist meist an > einer Verfärbung der Lötspitze erkennbar, welche durch > Oxidationsprozesse entsteht. Wobei das natürlich kein nennenswertes Thema ist, wenn die Lötstation eine Standby-Funktion hat, die die Temperatur absenkt, wenn man den Kolben in die Ablage legt.
Das Problem ist und bleibt, dass die Struktur des Germanium Kristall eben irreversibel geschädigt wird. Teilweise steigt der Leckstrom, teilweise sind sie nach dem löten unbrauchbar. Wie bereits gesagt: Mit einer Telefonzange die Drähte halten um die Wärme abzuführen. Es kommt auch auf den Transistor selbst an. Habe mal zwei Bilder aus meinem Shop angehangen. Die Russischen Germaniumtransistoren waren da mechanischer schon weit stabiler. Dort geht die Wärme besser auf das Gehäuse über.
Ach ja, damit keine Missverständnisse aufkommen. Ich habe mir für meine HF-Experimente eine 3mm starke Aluminiumplatte für eine Erdung angefertigt.
Fred R. schrieb: > Teilweise steigt der Leckstrom, teilweise sind sie nach dem löten > unbrauchbar. > Wie bereits gesagt: Mit einer Telefonzange die Drähte halten um die > Wärme abzuführen. Ja, da hast du recht, Fred R. Der Leck- oder auch Reststrom ist bei Germaniumtransistoren gegenüber den Siliziumtransistoren wirklich relativ hoch und darf nicht übersehen werden. Ich brauche ja nur für diese HF-Beispielanwendungen aus den alten Fachbüchern die alten Germaniumtransistoren. Sonst ja nicht. Für diese seltenen Fälle kann ich mir auch tatsächlich mal eine Transistormessschaltung aufbauen, um diesen Leckstrom auch messen zu können. Bei Siliziumtransistoren allerdings bewegt sich ein Leckstrom in so kleinen Grössen, dass man ihn tatsächlich vernachlässigen kann. Ach ja, zur Wärmeableitung werde ich mal eine relativ grosse Kreuzpinzette ausprobieren. Als Alternative zu einer Flachzange.
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Fred R. schrieb: > Das Problem ist und bleibt, dass die Struktur des Germanium Kristall > eben irreversibel geschädigt wird. Siehe das Ergebnis meiner Versuche oben: zwei von drei Exemplaren waren bereits vor dem Löten „tot“, nur durch die jahrzehntelange Lagerung. Dem dritten hat auch ein längeres Herumbraten an den Anschlüssen absolut nichts ausgemacht. Die damaligen ungeregelten Lötkolben dürften insgesamt zu viel höheren Löttemperaturen geführt haben als unsere modernen Lötstationen.
Jörg W. schrieb: > zwei von drei Exemplaren waren bereits vor dem Löten „tot“, nur durch > die jahrzehntelange Lagerung. Das kann ich nachvollziehen. Darum werden unsere Transistoren per Hand und DCA77 selektiert. Auf HFE und Leckstrom.
Michael H. schrieb: > die mir > erforderlichen Lötfahnen auf einer Lochrasterplatine Wozu eigentlich diese Lötfahnen? Michael H. schrieb: > Ich habe mir für meine > HF-Experimente eine 3mm starke Aluminiumplatte für eine Erdung > angefertigt. Nur 3 mm stark? Ob das reicht?
Johannes F. Schrieb: > Wozu eigentlich diese Lötfahnen? und > Nur 3 mm stark? Ob das reicht? Zum schnelleren und einfachen Nachmessen der wichtigsten Eigenschaften der Germaniumtransistoren habe ich diese Lötfahnen auf der Lochrasterplatine vorgesehen. Momentan nur mit Lötzinn angepinnt. Also, wie ich schon sagte, werde ich drei Ge-Transistortypen AF201, AF202 und AF139 auf dieser Lochrasterplatine verlöten. Ein Bauteil mit bismuthaltiger Lötpaste mit einem Heissluft-Lötkolben und dagegen ein Bauteil mit der herkömmlichen Löttechnik, allerdings dann mit einem Lot Sn99,3Cu0,7. Mal schauen, wie weit ich mit diesen bleifreien Lötzinn (und nur das kommt bei mir noch in Frage) die Löttemperatur senken kann! Ja, und die Stärke von 3 mm bei einer relativ grossen quadratischen Aluplatte (250 x 250 mm) reicht, denke ich mal, für die Auflage von leichten Steckbrettern oder evtl. zukünftigen Platinen völlig aus. Auch die fast quadratischen Frontplatten (auch etwa 240 x 250 mm) für das Gehäuse meines regelbaren Trafos habe ich aus 3 mm starken Aluplatten gefertigt. Lediglich die Mechanik meines Morseschreibers habe ich auf kleine 2 mm Aluplättchen gefertigt. Bisher hatte ich bei diesen Stärken jedoch noch keine Probleme. Aber du hast natürlich recht, mein allererstes Gerät wurde noch mit einer Aluplatte der Stärke von 1,5 mm gefertigt. Bei 1,5 mm Stärke verformt sich die Aluplatte dann doch zusehenst.
Moin, Jörg W. schrieb: > Gerhard O. schrieb: >> Wenn Dein Lötkolben nicht willig das Lot zerfliessen lässt, stell die >> Temperatur einfach etwas höher ein, bis es in gewohnter Weise sofort >> flüssig wird. > > Abgesehen vom Kauf einer völlig anderen Lötstation gäbe es ja ohnehin > keine andere Möglichkeit. > > Gerhard O. schrieb: >> Was mich betrifft, bin ich der Meinung (wie schon früher erwähnt), dass >> etwas höhere Temperaturen zu schnellerer und schonenderer Lötung >> beitragen. > > Da bin ich nicht deiner Meinung, insbesondere, weil dann das Flussmittel > schneller verdampft. Das ist wahr, wenn man hier nicht aufpasst. Meine gewählte Temperatur von 360 DegC (680F) ist aber ja mit der Nummer 7 Spitze (700 DegF) des Weller TCPT Magnastat vergleichbar. Da sollte es mit der Flussmittel Verdampfung nicht schlimmer sein als mit dem 7er Magnastat. Mit dem Magnastat lötete es sich immer sehr zügig. Ich habe da mit meinem Lot nichts Ungewöhnliches bemerkt. Daheim löte ich allerdings nur mit gewöhnlichen bleihaltigen Lot. Bleifreies Lot probierte ich mit dieser Einstellung aus und funktionierte wie gewohnt. Wie ich erwähnt hatte, löte ich nun schon über fünf Jahre mit der Original Hakko Lötspitze. Die Beschichtung des lötbaren Teils der Lötspitze ist immer noch einwandfrei. Die einzige Pflege, die sie immer gleich nach dem Abschalten geniesst, ist ein Abwischen und Verzinnen. Gerhard
Hallo, @ TO. Mach dir nicht zu viele Sorgen, ich habe mit der gleichen Methode wie von Gerhard beschrieben eine 110°C Sicherung für einen Trafo eingelötet. Flachzange an Draht Zwecks Wärmeabfuhr, gut vorbereite Lötung, Finale, fertig. Das Hauptmerkmal eine guten Lötung ist dessen Vorbereitung. Die Lötung selbst ist nur die Kür.
Michael H. schrieb: > Zum schnelleren und einfachen Nachmessen der wichtigsten Eigenschaften > der Germaniumtransistoren habe ich diese Lötfahnen auf der > Lochrasterplatine vorgesehen. Ich erkenne halt den Sinn dieser Lötfahnen nicht. Warum verlötest du die Transistoren nicht einfach ganz normal von unten an den Lötaugen? Diese wackeligen Lötfahnen müssen ja beim Verlöten selbst noch fixiert werden, zusätzlich zum Transistor, und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies dem Ziel der ganzen Sache zuträglich ist. Michael H. schrieb: > Ja, und die Stärke von 3 mm bei einer relativ grossen quadratischen > Aluplatte (250 x 250 mm) reicht, denke ich mal, für die Auflage von > leichten Steckbrettern oder evtl. zukünftigen Platinen völlig aus. Meine Frage dazu war ironisch gemeint. Zum Zwecke einer HF-Massefläche reicht auch eine gewöhnliche Platine mit 35 µm Kupferschicht. Mir erschließt sich nicht, warum man unter seine Experimentieraufbauten eine fette Aluplatte legen müsste. Und was die bei einem Steckbrett bringen soll, ist mir auch schleierhaft. Wobei... nach irgendeinem Sinn und Zweck zu fragen, ist in diesem Thread wohl ohnehin unpassend. :-)
Hallo Johannes F. Diese Aluplatte habe ich mir angefertigt, nachdem mir ein alter Amateurfunkhase aus der Amateurfunk-Clubstation Tempelhof-Schöneberg in Berlin zu dieser Unterstellplatte für weitere HF-Experimente, die auch aus einfachem Blechdosenweißblech bestehen kann, geraten hatte. Und da erinnerte ich mich auch noch an die eingelassenen Aluplatten oder eingeklebten Alufolien, die in den Holzgehäusen der damaligen Röhrenradios eingesetzt wurden, um die HF-Ein- und Ausstrahlungen der Spulensätze in den Drucktastenaggregaten weitestgehend fernzuhalten. Was diesen Thread betrifft, soll es nicht an mir liegen, welche Richtung dieser Thread annimmt. Wie ein Germaniumtransistor mit heutigen Löttechniken auf eine Platine aufgebracht werden kann, ist ja nun hinlänglich beantwortet worden. Ich möchte halt nur noch mit einem Fazit meiner Lötexperimente mit alten Germaniumtransistoren diesen Thread abschliessen. Und da bin ich halt gerade dabei!
Bei meinen Messungen der elektrischen Werte meiner Germaniumtransistoren fehlten mir des Öfteren die Bezeichnungen der Anschlussdrähte aus den fehlenden Datenblättern. Darum habe ich mal 2 Dateien hochgeladen, die jeweils das Anschlussschema der gängigsten Germaniumtransistorfamilien zeigt.
Naja, das Pinout ermittelt einem heutzutage ein gängiger Bauteiltester
einfach so ("AVR-Transistortester" aus diesem Forum und dessen viele
Nachbauten). Es gibt natürlich noch mehr verschiedene Pinouts, die Basis
in der Mitte zu haben, rührt aus dem ursprünglichem Transistoraufbau mit
den zwei einlegierten Indiumperlen für Emitter und Kollektor. Ich hätte
hier beispielsweise noch ГT322, die E-B-C-S haben mit vier Drähten.
Stephan S. schrieb: > "Früher" gab es sogar Fassungen für die Germanium-Transistoren. Heute > eignen sich gedrehte Präzisions-Fassungen ganz ausgezeichnet dafür. KLapperatismus kann man durch Einlöten vermeiden. Zange zur Wärmeableitung benutzen, sofern die Beine noch lang genug sind! Vorher Reststrom und Stromverstärkung messen, da alte Ge-Kameraden auch Stomverstärkung verlieren können im Alter.
Jörg W. schrieb:
> Ich hätte hier beispielsweise noch ГT322
Das ist wirklich eine Überlegung wert. Wenn der russische Transistor dem
AF124 ähnelt, d. h. ich läge Wert auf die Grenzfrequenz von etwa 75MHz
mit einer C-E-Kapazität von 3pF. Das wären für mich für einen
HF-Transistor gute, individuelle Werte. Als Experimentiertransistoren
sind sie wirklich gut zu gebrauchen. Die kann ich mir mal tatsächlich in
meinem Fundus anlegen.
Wie kann ich dich am Besten erreichen? Meine Email-Adresse lautet:
(entfernt)
Und so nebenbei: Was das Pinout der Ge-Transistoren betrifft, sind diese
Dateien auch eigentlich mehr für meine persönlichen Dateien bestimmt.
Für meine wenigen Germaniumtransistoren, die ich mir nur der alten
Fachbücher wegen angeschafft habe, sind diese Dateiangaben der Pinouts
für einen schnellen Überblick völlig ausreichend.
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Bearbeitet durch Moderator
Du kannst auf meinen Namen klicken, und mir dann eine Nachricht schreiben, die ich als Mail bekomme. Ich schreibe dir dann eine Mail und habe mal sicherheitshalber deine Mailadresse hier entfernt.
Recht herzlichen Dank an alle, die ihr mir mit konkreten Antworten für meine eingangs gestellte Frage helfen konntet. Mein Fazit aus alledem: Eine Heissluft-Lötstation brauche ich für die THT-Technik nicht. Sie ist wirklich nur was für die Oberflächenmontage, sprich: SMD. Lediglich für Schrumpfschläuche werde ich wohl noch diese Lötstation verwenden. Das Kollophonium macht hier ebenso keinen Sinn, weil das Flußmittel erst beim Erhitzen flüssig wird. Auch die bismuthaltige Lötpaste, die mit einer Löttemperatur von 240°C arbeitet, ist nur etwas für SMD-Bauteile, weil eben die Lötpaste beim Erhitzen dünnflüssig wird und sich überall hin verteilt, nur nicht da, wo man sie wirklich braucht. Gut ist, immer ein Flußmittel zur Hand zu haben. Als Flußmittelgel aus einer Spritze und auch als flüssiges Flußmittel, welches man mit einem Pinsel großflächig verteilen kann. Darauf achten, dass diese Flußmittel die Bezeichnung "No Clean" haben, denn nur dann sind die darin enthaltenen Substanzen säurefrei und somit nicht korrosionsfähig. Bei der Montage meiner Lötfahnen werde ich zukünftig nur noch Schlitze mit einer Nadelfeile in die Platine feilen. Kreisrunde Bohrlöcher führten zu dem Ergebnis, dass entweder die Lötfahnen beim Löten rausrutschten oder die Drähte nicht eng genug an der Lötfahne anlagen. Das war wirklich ein unnützes Gefummel mit diesen Lötfahnen. Ich habe ein einfaches und somit preiswertes Lötzinn benutzt mit der Zusammensetzung Sn99,3Cu0,7. Damit konnte ich bei 320°C zügig löten. Mein derzeitiges Lötzinn hatte noch die Zusammensetzung Sn95,5 Ag3,8 Cu0,7 und erwartete 350°C zum zügigen Löten. Das ist allerdings für ein Germaniumhalbleiter, wie z. B. die Transistoren, definitiv zu heiss, und das muss nicht sein. Zur Wärmeableitung benutzte ich eine Kreuzpinzette. So hatte ich beide Hände frei, für das Halten des Lötkolbens in der einen Hand und den Lötzinn mit der anderen Hand. Ja dann, also nochmals recht herzlichen Dank an euch allen, die ihr mir mit euren Antworten helfen konntet.
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Bearbeitet durch User
Michael H. schrieb: > weil eben die Lötpaste beim Erhitzen dünnflüssig wird und sich überall > hin verteilt, nur nicht da, wo man sie wirklich braucht. Gebläse zu stark eingestellt. Michael H. schrieb: > Kreisrunde Bohrlöcher > führten zu dem Ergebnis, dass entweder die Lötfahnen beim Löten > rausrutschten oder die Drähte nicht eng genug an der Lötfahne anlagen. > Das war wirklich ein unnützes Gefummel mit diesen Lötfahnen. Meine Rede. Lötfahnen hatte man früher mal genommen, wenn man unbedingt von oberhalb der Platine Kabel anlöten musste, weil man unten nicht mehr rankam. Für alles andere, so auch bei deiner Lochrasterplatine, sind die absolut unnütz. Michael H. schrieb: > Das ist allerdings für ein > Germaniumhalbleiter, wie z. B. die Transistoren, definitiv zu heiss, und > das muss nicht sein. Zur Wärmeableitung benutzte ich eine Kreuzpinzette. Wenn du eh die Wärme oberhalb der Lötstelle ableitest, ist die Löttemperatur doch ziemlich unkritisch. Höhere Temperatur ermöglicht wesentlich schnellere Lötvorgänge, was die Wahrscheinlichkeit stark verringert, dass krititsche Temperatur am Halbleiter ankommt. Das wurde aber auch schon x-mal von mehreren Usern hier geschrieben.
Michael H. schrieb: > Auch die bismuthaltige Lötpaste, die mit einer Löttemperatur von 240°C > arbeitet, ist nur etwas für SMD-Bauteile, weil eben die Lötpaste beim > Erhitzen dünnflüssig wird und sich überall hin verteilt, nur nicht da, > wo man sie wirklich braucht. Wie ich oben schon schrieb, kann man die auch fürs Löten mit dem Lötkolben benutzen. Wenn ich das an einem meiner kaputten Germaniumtransistoren mache, dann kann ich da endlos lange löten, ohne dass ich mir am oberen (transistorseitigen) Ende der Drähte die Finger verbrennen würde. Ansonsten: klar, Heißluftstation braucht man für bedrahtete Bauteile nicht, aber für Schrumpfschlauch ist sie praktisch, auch sowas wie Polyethylen lässt sich damit mit etwas Übung schweißen.
Michael H. schrieb: > Das Kollophonium macht hier ebenso keinen Sinn, weil das > Flußmittel erst beim Erhitzen flüssig wird. Kolophonium löst man in Alkohol.
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