Forum: Platinen Germanium-Halbleiter auf einer Platine fixieren


von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


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Ich habe eine Frage an euch Bastel-Experten!

Wie kann ich einen Germanium-Halbleiter auf einer Platine fixieren? Da 
ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze, löte ich meine Bauelemente auf 
einer Platine mit einer Temperatur so um die 350°C. Das wäre allerdings 
für einen Germanium-Halbleiter viel zu heiß. Die Löttemperatur bei 
diesen Halbleitern soll ja lediglich bei max. 220°C liegen (soweit mir 
bekannt ist), die beim Lötvorgang sogar noch mit einer Telefonzange oder 
ähnliches, am Gehäuse abgekühlt werden sollte.

Also, wie verfährt ihr mit Germanium-Halbleitern? Meine Überlegung war 
bisher, erst dafür extra eine Buchsenleiste einzulöten, halt mit diesen 
350°C, um dann anschließend dort einen Ge-Transistor oder eine Ge-Diode 
o. ä. in diese Buchsenleiste einzustecken.

Aber wie macht ihr das?

: Verschoben durch Moderator
von Gerhard O. (gerhard_)


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Michael H. schrieb:
> Ich habe eine Frage an euch Bastel-Experten!
>
> Wie kann ich einen Germanium-Halbleiter auf einer Platine fixieren? Da
> ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze, löte ich meine Bauelemente auf
> einer Platine mit einer Temperatur so um die 350°C. Das wäre allerdings
> für einen Germanium-Halbleiter viel zu heiß. Die Löttemperatur bei
> diesen Halbleitern soll ja lediglich bei max. 220°C liegen (soweit mir
> bekannt ist), die beim Lötvorgang sogar noch mit einer Telefonzange oder
> ähnliches, am Gehäuse abgekühlt werden sollte.
>
> Also, wie verfährt ihr mit Germanium-Halbleitern? Meine Überlegung war
> bisher, erst dafür extra eine Buchsenleiste einzulöten, halt mit diesen
> 350°C, um dann anschließend dort einen Ge-Transistor oder eine Ge-Diode
> o. ä. in diese Buchsenleiste einzustecken.
>
> Aber wie macht ihr das?

Wenn möglich vermeide die Verkürzung der Drähte - also neue Halbleiter

Halte den Draht zur Ableitung der Hitze Energie individuell mit einer 
Flachzange

Lerne schnell zu löten. Das ist die Hauptsache. Verwende eine 
großflächige Lötspitze (1.6/2.4x 0.8mm) die schnelles Erhitzen 
garantiert. So gesehen ist bleifreies Lot kein Nachteil. Dann geht es 
auch ohne Hitzeableitung. Der schlimmste Fehler wäre eine zu 
schmalbrüstige Lötspitze. Arbeite mit sauber neu verzinnter 
Spitzenoberfläche und guten Zustand. Verwende hochqualitatives Lot, 
welches sich anderswo schon bewährt hat.

Wenn man das alles beachtet kann so schnell nichts passieren. Ich bin 
auch der Meinung, daß Ge-Transistoren im TO-18 o.ä. Metallgehäuse 
(AC126, AF126) weniger gefährdet sind als solche im Glasgehäuse 
(OC45,71, OC604). Dasselbe gilt für Ge-Dioden. Lass die Anschlussdrähte 
so lange wie möglich (Aufrollen)

Mir ist früher nie etwas passiert. Wie gesagt: Lerne wie man schnell 
lötet. Das ist die beste Versicherung und ist eine alte Weisheit. Schon 
W. v. Diefenbach oder H. Richter wusste das.

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Michael H. schrieb:
> Da ich kein verbleites Lötzinn mehr benutze
Ist das eine dogmatische Glaubensfrage oder hast du keines mehr?
Ich mache es nämlich genau andersrum: ich verwende kein bleifreies Lot.

> Aber wie macht ihr das?
Mit bleihaltigem Lot an langen Anschlussbeinen zügig löten. Genau so 
würde ich es machen, wenn mich einer zur Nutzung von bleifreiem Lot 
zwingen würde.

von Hans F. (spartrafo)


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Lothar M. schrieb:
> Ist das eine dogmatische Glaubensfrage oder hast du keines mehr?
> Ich mache es nämlich genau andersrum: ich verwende kein bleifreies Lot.

Oh, oh - da solltest Du Dich dringend mal mit Deinem Moderator-Kollegen 
"J.W." unterhalten und anschließend gemeinsam den Exorzismus durchführen 
:-D

von Michael H. (Firma: ehemals Fernmeldetechniker) (emha)


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Danke, Gerhard O. für deine ausführliche Lötanleitung eines 
Germanium-Halbleiters.

So wie ich aus deinen Ausführungen erkenne, könnte ich auch weiterhin 
meine Bauelemente einlöten, auch die auf Germaniumbasis.

Germaniumtransistoren sind aber sehr selten geworden, einige Typen sind 
so gut wie gar nicht mehr zu finden. Sie sind wirklich teurer Goldstaub. 
Dennoch werde ich mal einfach mit einigen häufig aufgetretenen Typen 
herumprobieren und mir das Vor- und Nachher mit einer Transistormessung 
mal betrachten.

Übrigens schau ich gerne in die alten Fachbücher hinein, allein die von 
Heinz Richter. Dort werden noch einige Bastelkniffe gezeigt, die heute 
schon so gut wie vergessen sind.

von Michael B. (laberkopp)


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Michael H. schrieb:
> die beim Lötvorgang sogar noch mit einer Telefonzange oder ähnliches, am
> Gehäuse abgekühlt werden sollte

Wenn du den Anschlussdraht über der Platine per Zange hältst, kannst du 
auch mit 350 löten.

von Maximilian (maxclaus)


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Gequirlter Blötsinn. In der Zeit der Germanium Transistoren habe ich als 
Kind und Jugendlicher mit einem ungeregelten 60 W Kolben gelötet. 
Geregelte Kolben gab es noch nicht und nie ist mir ein Transistor kaputt 
gegangen. Durfte er bei 10 Mark Kosten auch nicht. Dioden Beine immer zu 
einer kleinen Spiralfeder aufgewickelt.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Maximilian schrieb:
> Dioden Beine immer zu einer kleinen Spiralfeder aufgewickelt.

Bei einem Glas-Körper? Das ist aber filigrane Handwerks-Kunst! Erinnert 
an Modeschmuck-Basteln ;-)

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