Unsere Beauftragung einer Leiterplattenfertigung bei JLCPCB hängt gerade an einem Punkt: Auf der Platine findet sich (neben der Produktbezeichnung, Anschlussklemmenkennzeichnung, ESD-Symbol, Messbereiche, Kundenlogo, etc.) ein MADE IN GERMANY. JLCPCB verweigert die Fertigung mit dieser Kennzeichnung, obwohl sie sich auf das Gesamtprodukt (d.h. die durch uns bestückte und programmierte Baugruppe) bezieht. Alle Klarstellungen werden ignoriert, es wird auf eine Compliance-Richtlinie verwiesen, die uns aber nicht vorgelegt wird. Bisher war das nie ein Problem. Kennt das jemand von Euch?
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Nunja... Wenn ich auf einer Platine "Made in Germany" sehe, erwarte ich auch, dass dem so ist. Dass ein Chinesischer Fertiger dort ein "Made in China" sehen möchte, kann mich auch nicht überraschen.
Alexander M. schrieb: > Bisher war das nie ein Problem. Bestelle sie am 2. April. Aber eigentlich sollte man sahen: such dir einen anderen Job, Betrüger brauchen wir hier nicht.
Alexander M. schrieb: > Auf der Platine findet sich (neben der Produktbezeichnung, > Anschlussklemmenkennzeichnung, ESD-Symbol, Messbereiche, Kundenlogo, > etc.) ein MADE IN GERMANY. > > JLCPCB verweigert die Fertigung mit dieser Kennzeichnung, obwohl sie > sich auf das Gesamtprodukt (d.h. die durch uns bestückte und > programmierte Baugruppe) bezieht. Dann schreib' doch einfach "designed & assembled in Germany" drauf. Grüßle, Volker
Nun, mit Betrug hat das rein gar nichts zu tun. Eine unbestückte Leiterplatte (deren Fertigung wir beauftragen) ist ein Bauteil wie jedes andere in einem Gesamtgerät. Jede Kennzeichnung auf der Leiterplatte bezieht sich auf die gesamte Baugruppe. Warum sonst z.B. ein ESD-Symbol auf eine unbestückte Leiterplatte drucken lassen? Die Wertschöpfung, d.h. die Bestückung, Programmierung, Abgleich erfolgt in Deutschland. Bauteile kommen nunmal dafür von überall her. Also verbitte ich mir solche Unterstellungen. Ein Betrug wäre es dann, wenn wir Leiterplatten in China fertigen lassen und sie dann - so wie sie sind - als deutsche Produkte weiterhandeln würden.
Danke für Deine Antwort, Volker. Das wäre durchaus ein Weg. Aber vermutlich werden wir uns einen anderen Fertiger suchen müssen. Wir haben diese Kennzeichnung seit Jahren auf unseren Baugruppen und das MADE IN GERMANY ist für unsere Kunden ein wichtiges Qualitätsversprechen. Ich denke es würde irritieren, wenn sich das plötzlich ändert. Mir ist auch nicht bekannt, auf welcher Grundlage diese "Fertigungsverweigerung" erfolgt ist. Auch auf mehrmalige Nachfrage konnte bei JLCPCB nichts Schriftliches oder ein Verweis auf Verordnungen o.ä. geliefert werden. Ich würde mich freuen, wenn es einfach ein Missverständnis wäre. Wie bereits oben beschrieben: unbestückte Leiterplatten "durchhandeln", das wäre ein berechtigter Grund für "machen wir nicht". Aber das haben wir gegenüber JLCPCB eindeutig klargestellt und belegt. Im Übrigen: Mit selber Argumentation könnte ja auch verweigert werden, unser Herstellerlogo auf die Leiterplatte zu drucken. Der Hersteller der Leiterplatte sind wir ja auch nicht.
Alexander M. schrieb: > JLCPCB verweigert die Fertigung mit dieser Kennzeichnung Der Brüller, der Chinese ist inzwischen ehrlicher als der Deutsche! Hierzulande geht es erst wieder an dem Tag vorwärts, an dem sämtliche Importe verboten werden. Dann muss man die fremden Federn zwangsweise ablegen, endlich wieder wirklich schuften, und stellt bald fest, daß man sich Jahrzehnte hinterher befindet. Das wäre so krass, daß es glatt das Thema Verhungern berühren könnte! Made in Germany - weltweit inzwischen der Garant für überteuerte, veraltete Ware, erzeugt von völlig dekadenten, stinkend faulen Paradiesvögeln. Nur hier will man sich das nicht eingestehen, is ja klar...
Alexander M. schrieb: > ist für unsere Kunden ein wichtiges > Qualitätsversprechen. Dann lass deine Platinen bei Würth, Contag, LeitOn produzieren. Wenn das da mit "Made in Germany" auch nicht geht, siehst Du gleich, ob deine Designs einfach nach JLCPCB weitergleitet werden, oder - was wir alle stark annehmen - man selbst im Hause produziert. Und dann kann man dort auch mit ruhigem Gewissen "Made in Germany" draufschreiben. DANN ist es ein Qualitätsversprechen.
Ihr wisst aber schon, dass die Bauteile, die auf einer Leiterplatte bestückt werden, mehrheitlich aus dem Rest der Welt kommen?
Alexander M. schrieb: > Ihr wisst aber schon, dass die Bauteile, die auf einer Leiterplatte > bestückt werden, mehrheitlich aus dem Rest der Welt kommen? Natürlich. Deswegen steht auf den Bauteilen auch nicht "made in germany" drauf.
Auf jedem Bauteil (auch auf der unbestückten Platine) steht entweder nichts oder das korrekte Herstellungsland. Alles andere wäre Irreführung und darauf achtet JLCPCB zu recht. Auf größeren ICs steht häufig ebenfalls das Herstellungsland und die änderst Du auch nicht. Auf dem Gerät bzw. der kompletten Baugruppe selbst kann eine zusätzliche Kennzeichnung wie "Made in Germany" mit Kennzeichnung der komplette Baugruppe angebracht werden (z.B. als Etikett). Die Verwendung sollte einer Überprüfung standhalten -> besser mit einem Rechtsanwalt klären. Mit der Kennzeichnung "Made in Germany" begibst Du Dich auf dünnes Eis. Die Kennzeichnung muss einer unabhängigen Überprüfung standhalten. Gerichte urteilen hier höchst unterschiedlich, was dafür ausschlaggebend ist. Das kann schnell teuer werden, wenn ein Wettbewerber gegen die Nutzung klagt. Selbst große Hersteller verzichten mittlerweile häufig darauf und nutzen "Made by <Hersteller>" oder "designed by <Hersteller>".
Ok, Ralf X., Du hast es nicht verstanden. Stell Dir die Bedruckung einer Frontplatte vor. Da steht die Gerätebezeichnung drauf, ein Herstellerlogo, Klemmenbezeichnungen, Skalen, etc. Und ein Made in Germany. Die Frontplatte ist das Gesicht des Geräts, mit allen wichtigen Informationen. Und Du vergibst die Bedruckung dieser Frontplatte. Nur ein Einzelteil von vielen des Gesamtprodukts. Aber der Fertiger sagt dann: so geht die Druckvorlage nicht. Das Made in Germany muss weg. Jetzt verstanden?
Michael H., Du hast diesen Strang um wichtige Informationen ergänzt. Vielen Dank! Für unsere Produkte gilt: wir haben keinerlei wettbewerbsrechtliche Abmahnungen o.ä. zu fürchten. Nun ist es aber auch Realität, dass Komponenten (Bauteile, Leiterplatten) heute in der Regel im Ausland bezogen werden. Das ist bei nahezu jedem elektroniklastigen Industrieprodukt so.
Alexander M. schrieb: > Jetzt verstanden? Jeder weiss, was "Made in Germany" inzwischen bedeutet: es hat mal in Deutschland jemand in der Hand gehabt und es danach doppelt so teuer verkauft "Wertschöpfung 50%". Es ist, wie ursprünglich auch gedacht, ein Warnzeichen.
Alexander M. schrieb: > Wir haben diese Kennzeichnung seit Jahren auf unseren Baugruppen und das > MADE IN GERMANY ist für unsere Kunden ein wichtiges > Qualitätsversprechen. Ihr habt also seit Jahren eure Kunden getäuscht und das Qualitätsversprechen eiskalt gebrochen.
Axel R. schrieb: > Und dann kann man dort auch mit ruhigem Gewissen "Made in Germany" > draufschreiben. DANN ist es ein Qualitätsversprechen. Sicher? Ich habe da so meine Zweifel.
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