Forum: Platinen JLCPCB - Probleme mit Bedruckung MADE IN GERMANY


von Alexander M. (alexander_m366)


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Unsere Beauftragung einer Leiterplattenfertigung bei JLCPCB hängt gerade 
an einem Punkt:

Auf der Platine findet sich (neben der Produktbezeichnung, 
Anschlussklemmenkennzeichnung, ESD-Symbol, Messbereiche, Kundenlogo, 
etc.) ein MADE IN GERMANY.

JLCPCB verweigert die Fertigung mit dieser Kennzeichnung, obwohl sie 
sich auf das Gesamtprodukt (d.h. die durch uns bestückte und 
programmierte Baugruppe) bezieht.

Alle Klarstellungen werden ignoriert, es wird auf eine 
Compliance-Richtlinie verwiesen, die uns aber nicht vorgelegt wird.

Bisher war das nie ein Problem.

Kennt das jemand von Euch?

: Verschoben durch Moderator
von Arduino F. (Firma: Gast) (arduinof)


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Nunja...

Wenn ich auf einer Platine "Made in Germany" sehe, erwarte ich auch, 
dass dem so ist.
Dass ein Chinesischer Fertiger dort ein "Made in China" sehen möchte, 
kann mich auch nicht überraschen.

von Michael B. (laberkopp)


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Alexander M. schrieb:
> Bisher war das nie ein Problem.

Bestelle sie am 2. April.

Aber eigentlich sollte man sahen: such dir einen anderen Job, Betrüger 
brauchen wir hier nicht.

von Volker B. (Firma: L-E-A) (vobs)


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Alexander M. schrieb:

> Auf der Platine findet sich (neben der Produktbezeichnung,
> Anschlussklemmenkennzeichnung, ESD-Symbol, Messbereiche, Kundenlogo,
> etc.) ein MADE IN GERMANY.
>
> JLCPCB verweigert die Fertigung mit dieser Kennzeichnung, obwohl sie
> sich auf das Gesamtprodukt (d.h. die durch uns bestückte und
> programmierte Baugruppe) bezieht.

Dann schreib' doch einfach "designed & assembled in Germany" drauf.

Grüßle,
Volker

von Alexander M. (alexander_m366)


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Nun, mit Betrug hat das rein gar nichts zu tun.

Eine unbestückte Leiterplatte (deren Fertigung wir beauftragen) ist ein 
Bauteil wie jedes andere in einem Gesamtgerät.

Jede Kennzeichnung auf der Leiterplatte bezieht sich auf die gesamte 
Baugruppe. Warum sonst z.B. ein ESD-Symbol auf eine unbestückte 
Leiterplatte drucken lassen?

Die Wertschöpfung, d.h. die Bestückung, Programmierung, Abgleich erfolgt 
in Deutschland. Bauteile kommen nunmal dafür von überall her.

Also verbitte ich mir solche Unterstellungen.

Ein Betrug wäre es dann, wenn wir Leiterplatten in China fertigen lassen 
und sie dann - so wie sie sind - als deutsche Produkte weiterhandeln 
würden.

von Alexander M. (alexander_m366)


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Danke für Deine Antwort, Volker.

Das wäre durchaus ein Weg. Aber vermutlich werden wir uns einen anderen 
Fertiger suchen müssen.

Wir haben diese Kennzeichnung seit Jahren auf unseren Baugruppen und das 
MADE IN GERMANY ist für unsere Kunden ein wichtiges 
Qualitätsversprechen. Ich denke es würde irritieren, wenn sich das 
plötzlich ändert.

Mir ist auch nicht bekannt, auf welcher Grundlage diese 
"Fertigungsverweigerung" erfolgt ist. Auch auf mehrmalige Nachfrage 
konnte bei JLCPCB nichts Schriftliches oder ein Verweis auf Verordnungen 
o.ä. geliefert werden.

Ich würde mich freuen, wenn es einfach ein Missverständnis wäre. Wie 
bereits oben beschrieben: unbestückte Leiterplatten "durchhandeln", das 
wäre ein berechtigter Grund für "machen wir nicht".

Aber das haben wir gegenüber JLCPCB eindeutig klargestellt und belegt.

Im Übrigen: Mit selber Argumentation könnte ja auch verweigert werden, 
unser Herstellerlogo auf die Leiterplatte zu drucken. Der Hersteller der 
Leiterplatte sind wir ja auch nicht.

von Uwe S. (bullshit-bingo)


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Alexander M. schrieb:
> JLCPCB verweigert die Fertigung mit dieser Kennzeichnung

Der Brüller, der Chinese ist inzwischen ehrlicher als der Deutsche!

Hierzulande geht es erst wieder an dem Tag vorwärts, an dem sämtliche 
Importe verboten werden. Dann muss man die fremden Federn zwangsweise 
ablegen, endlich wieder wirklich schuften, und stellt bald fest, daß man 
sich Jahrzehnte hinterher befindet. Das wäre so krass, daß es glatt das 
Thema Verhungern berühren könnte!

Made in Germany - weltweit inzwischen der Garant für überteuerte, 
veraltete Ware, erzeugt von völlig dekadenten, stinkend faulen 
Paradiesvögeln. Nur hier will man sich das nicht eingestehen, is ja 
klar...

von Axel R. (axlr)


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Alexander M. schrieb:
> ist für unsere Kunden ein wichtiges
> Qualitätsversprechen.

Dann lass deine Platinen bei Würth, Contag, LeitOn produzieren.
Wenn das da mit "Made in Germany" auch nicht geht, siehst Du gleich, ob 
deine Designs einfach nach JLCPCB weitergleitet werden, oder - was wir 
alle stark annehmen - man selbst im Hause produziert.
Und dann kann man dort auch mit ruhigem Gewissen "Made in Germany" 
draufschreiben. DANN ist es ein Qualitätsversprechen.

von Alexander M. (alexander_m366)


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Ihr wisst aber schon, dass die Bauteile, die auf einer Leiterplatte 
bestückt werden, mehrheitlich aus dem Rest der Welt kommen?

von Ralf X. (ralf0815)


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Alexander M. schrieb:
> Ihr wisst aber schon, dass die Bauteile, die auf einer Leiterplatte
> bestückt werden, mehrheitlich aus dem Rest der Welt kommen?

Natürlich.
Deswegen steht auf den Bauteilen auch nicht "made in germany" drauf.

von Michael H. (mha1)


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Auf jedem Bauteil (auch auf der unbestückten Platine) steht entweder 
nichts oder das korrekte Herstellungsland. Alles andere wäre Irreführung 
und darauf achtet JLCPCB zu recht. Auf größeren ICs steht häufig 
ebenfalls das Herstellungsland und die änderst Du auch nicht.

Auf dem Gerät bzw. der kompletten Baugruppe selbst kann eine zusätzliche 
Kennzeichnung wie "Made in Germany" mit Kennzeichnung der komplette 
Baugruppe angebracht werden (z.B. als Etikett). Die Verwendung sollte 
einer Überprüfung standhalten -> besser mit einem Rechtsanwalt klären.

Mit der Kennzeichnung "Made in Germany" begibst Du Dich auf dünnes Eis. 
Die Kennzeichnung muss einer unabhängigen Überprüfung standhalten. 
Gerichte urteilen hier höchst unterschiedlich, was dafür ausschlaggebend 
ist. Das kann schnell teuer werden, wenn ein Wettbewerber gegen die 
Nutzung klagt. Selbst große Hersteller verzichten mittlerweile häufig 
darauf und nutzen "Made by <Hersteller>" oder "designed by 
<Hersteller>".

von Alexander M. (alexander_m366)


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Ok, Ralf X.,
Du hast es nicht verstanden.

Stell Dir die Bedruckung einer Frontplatte vor. Da steht die 
Gerätebezeichnung drauf, ein Herstellerlogo, Klemmenbezeichnungen, 
Skalen, etc. Und ein Made in Germany.

Die Frontplatte ist das Gesicht des Geräts, mit allen wichtigen 
Informationen.

Und Du vergibst die Bedruckung dieser Frontplatte. Nur ein Einzelteil 
von vielen des Gesamtprodukts.
Aber der Fertiger sagt dann: so geht die Druckvorlage nicht. Das Made in 
Germany muss weg.

Jetzt verstanden?

von Alexander M. (alexander_m366)


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Michael H.,

Du hast diesen Strang um wichtige Informationen ergänzt. Vielen Dank!

Für unsere Produkte gilt: wir haben keinerlei wettbewerbsrechtliche 
Abmahnungen o.ä. zu fürchten.

Nun ist es aber auch Realität, dass Komponenten (Bauteile, 
Leiterplatten) heute in der Regel im Ausland bezogen werden. Das ist bei 
nahezu jedem elektroniklastigen Industrieprodukt so.

von Michael B. (laberkopp)


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Alexander M. schrieb:
> Jetzt verstanden?

Jeder weiss, was "Made in Germany" inzwischen bedeutet: es hat mal in 
Deutschland jemand in der Hand gehabt und es danach doppelt so teuer 
verkauft "Wertschöpfung 50%".

Es ist, wie ursprünglich auch gedacht, ein Warnzeichen.

von Alexander (alecxs)


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Alexander M. schrieb:
> Wir haben diese Kennzeichnung seit Jahren auf unseren Baugruppen und das
> MADE IN GERMANY ist für unsere Kunden ein wichtiges
> Qualitätsversprechen.

Ihr habt also seit Jahren eure Kunden getäuscht und das 
Qualitätsversprechen eiskalt gebrochen.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Axel R. schrieb:
> Und dann kann man dort auch mit ruhigem Gewissen "Made in Germany"
> draufschreiben. DANN ist es ein Qualitätsversprechen.

Sicher? Ich habe da so meine Zweifel.

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