Forum: Haus & Smart Home Hilfe - Verzögerungsmodul Rost-Motor - Mini Projekt


von M.-A. F. (ma_f290)


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Hallo zusammen,

ich betreibe einen Viessmann Vitoligno 300-P Pelletkessel und habe ein 
bekanntes Problem: der Getriebemotor der Rostreinigung (SPG 
ISG-31230D002, 230V AC, 1,2 U/min) dreht nach dem Abschalten minimal 
zurück, wodurch der Mikroschalter erneut schließt und die Störmeldung F9 
ausgelöst wird.

Ich habe eine elegante Lösung gefunden: ein "Verzögerungsmodul 
Rost-Motor" von Rainer Korsen (Jan. 2019), das den Motor nach dem 
Abschalten kurz in Gegenrichtung dreht und so den Mikroschalter sauber 
in die Endlage bringt. Der Schaltplan liegt mir vor bzw. ist im 
Viessmann Forum zu finden:
https://community.viessmann.de/t5/Sonstige-Produkte/Rostreinigung-F9-GetriebemotorVitoligno-300-P-VL3B-Fast/td-p/39910

Die Schaltung besteht aus wenigen günstigen Standardbauteilen:
- Brückengleichrichter W04G (B400V/1A)
- R1: 100Ω / 0,5W
- R2: 470kΩ
- R3: 100Ω, R4: 270Ω, R5: 4,7kΩ
- C1: 0,22µF / 250V~ (X2-Kondensator)
- C2: 2200µF / 25V Elko
- Zenerdiode ZD 5,1V
- Optokoppler VO2223A (600V/1A)

Ich biete €25,- Pauschale (inkl. Bauteile, Platine, Lötarbeit 
Versandkosten).
Die Bauteile kosten bei Reichelt ca. 8-10 €, der Rest ist 
Aufwandsentschädigung.

Wer Interesse hat, bitte melden!

Danke und Gruß,
Jan

: Verschoben durch Moderator
von Jack V. (jackv)


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M.-A. F. schrieb:
> Ich biete €25,- Pauschale (inkl. Bauteile, Platine, Lötarbeit
> Versandkosten).
> Die Bauteile kosten bei Reichelt ca. 8-10 €, der Rest ist
> Aufwandsentschädigung.

Soll derjenige für die sagenhaft generösen fünfzehn Euro (die in der 
Realität wohl schon für die Zeit draufgehen würden, die Bauteile zu 
bestellen), die du für das Beschaffen der Komponenten und das Erstellen, 
Fertigen, Bestücken, Verpacken und Versenden Platine anbietest, auch die 
Gewährleistung übernehmen?

: Bearbeitet durch User
von M.-A. F. (ma_f290)


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Hallo Jack,
brauche keine Gewährleistung.
Würde auch 35Euro zahlen. Ich kann die Teile auch bestellen und direkt 
zu dir kommen lassen. Aber als Laie war ich mir nicht sicher.
Hauptsache einer probiert es mit mir :-)

von Michael B. (laberkopp)


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M.-A. F. schrieb:
> Viessmann Vitoligno 300-P Pelletkessel und habe ein bekanntes Problem:

Die Kiste hat doch zumindest 10 Jahre ohne Fehler F9 funktioniert.

Garantie ist abgelaufen, aber bring sie halt wieder in Ordnung statt 
dran rumzupfuschen.

Einfach mal ins blaue geraten: ein Lager ist inzwischen ausgeschlagen. 
Ersetzen und sie läuft wieder 10 Jahre.

von M.-A. F. (ma_f290)


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Bei dem Viessmann ist das ewige Problem die Schlacke. Der Rost bleibt 
immer wieder an Schlacke hängen. Es müsste etwas zurück drehen, dann 
kann die Schlacke wieder durch rutschen.

von Marcel V. (mavin)


Angehängte Dateien:

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Versuche doch einfach mal die Lochrasterplatine selbst zusammenzulöten. 
Neben dem Schaltplan ist sogar noch ein Bild von der bestückten Platine 
dabei, wo man bequem die Positionen der einzelnen Bauteile abgucken 
kann!

von Wolf17 (wolf17)


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Wenn ich den Schaltplan richtig verstehe, läuft der Motor einfach etwa 
eine Sekunde länger als der Mikroschalter ihn ansteuert. Er läuft nicht 
rückwärts!

Das eigentliche Problem laut Viessmann-Link ist, dass die steuernde 
Nockenscheibe sich nach Erreichen der Mikroschalter-Abschaltposition und 
Antriebsende nochmal minimal zurückdreht. Der Mikroschalter hat mit 
0,3mm Schaltdifferenz zu wenig Hysterese und wird nach der Abschaltung 
dadurch wieder eingeschaltet, was die Fehlermeldung auslöst.

Vermeiden kann man das, wenn man die Abschaltrampe flacher feilt, oder 
man durch einen kurzen Motornachlauf die Nockenscheibe so weit dreht, 
dass ein minimales Zurückdrehen den Mikroschalter dann nicht mehr 
aktiviert. Der Motornachlauf darf auch nicht zu lang sein, weil die 
Nockenscheibe sonst die darauffolgende Einschaltposition erreicht.

Wenn das flacher feilen nicht gewünscht ist, schlage ich statt einer 
Bastellösung ein fertiges 230V Relais mit einstellbarer 
Ausschaltverzögerung für 16€ vor:
https://www.amazon.de/DEWIN-Verz%C3%B6gerungszeitrelais-Einzelfunktions-Ausschaltverz%C3%B6gerungs-Zeitrelais-Hutschienenmontage/dp/B0DZHDKYTS

Plus jemanden der weiß wie man das im Kessel anschließt:
Man muss N und Dauer-L identifizieren, Relais A1 und 15 mit L verbinden, 
Relais A2 mit N verbinden, Relais S wird über den alten Mikroschalter 
mit L verbunden, der Motor wird zwischen N und 18 angeschlossen.

: Bearbeitet durch User
von Lutz (luka78)


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Hallo M.A.F.

wenn ich mir das anschaue, insbesondere das Video, dann ist das ja so, 
dass der Mikroschalter in der Flanke der Aussparung schaltet, sehr früh 
sobald die Rolle ganz wenig eintaucht.
Dort ist die Flanke am steilsten, d.h. wenig Winkeländerung mach relativ 
viel Hub am Mikroschalter.

Das der auf dem Videobild auf der Flanke schaltet könnte ein Verschleiß 
der Rolle sein, zumindest im angehaltenen Video aus dem Blickwinkel 
könnte man mutmaßen, das die Rolle verschliessen ist und nicht mehr 
mittig auf der Achse sitzt, also Loch ausgeschlagen durch verschlleiß, 
dann schaltet die zu früh, auf der Flanke.

Die Scheibe ist im Tal aber relativ Flach, du musst den Mikroschalter 
nur näher zum Mittellpunkt der Scheibe schieben, so dass der im Tal 
abschaltet.  Am besten mit einem Multimeter am Mikroschalter den 
Schaltpunkt messen. Den Mikroschallter mittig vor dem Tal platzieren, 
also Scheibe entsprehend ausrichten. So weit eintauchen das er schaltet, 
Position markieren, dann langsam zurück bis er öffnet, auch diese 
Position markieren. Wenn die Positionen ~1mm auseinanderliegen dann 
sollte das ok sein, den Schalter dann noch mal um den halben weg 
zwischen den Markierungen weiter von der Scheibe weg. Das wäre der 
Ausgangspunkt zum testen.


Es gibt auch Mikroschalter mit mehr Hub. Schau mal wieviel Hub der 
Schalter hat, über Typenbezeichnung Datenblatt suchen, passt das zur 
Messung? Wenn nicht solltest du den Schalter austauschen.

Ich hab direkt welche mit >1mm gefunden, dürfte reichen.

Die Elektronik als Streifenrasterplatine würde ich nicht machen, in 
einer Heizung hast du Temperatuzyklen, evtl. Vibrationen bei der 
Pelletförderung etc. wenn die Platine ausfällt kann zwar nicht viel 
passieren ausser das der Motor nicht mehr läuft, eine Gefahr das der 
permanent läuft ist nur vorhanden wenn der Optotriac defekt ist und 
permanent schaltet. Aber Schutzmaßnahmen für den TRIAC sehe ich keine, 
deswegen ein poetentielles Risiko.
Eine zuverlässige halbwegs getestete Schaltung auf PCB, die man 
rausgeben kann, da liegt man dann bei 10h Arbeit und mehr, das macht dir 
keiner zu einem Preis den du bereit bist auzugeben.

von Axel R. (axlr)


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Ich dachte wirklich, Du willst jedem, der sowas braucht, eins für 25€ 
aufbauen. Das wäre okay gewesen.
Ich kann Dir das gern, wie abgebildet, aufbauen.
220€ will ich dafür haben.

ich dachte auch, dass sich dort Rost bildet, der irgendwas behindert und 
hatte schon nach Rostwandler-Spray gegoogelt. Hab ich jetzt aber bleiben 
lassen, einen Link zu setzen.
Alternativ wäre tatsächlich ein Nachlauf-Relais für dich interessant. 
Link siehe oben Beitrag "Re: Hilfe - Verzögerungsmodul Rost-Motor - Mini Projekt"
https://m.media-amazon.com/images/I/61KXRNANuOL._AC_SX679_.jpg

https://www.pollin.de/p/eob-nachlaufrelais-cs3-1b-550351
Die Dinger fürs Badezimmer kannst Du nicht nehmen, weil die a) nicht 
sofort mit einschalten und b) mehrere Minuten nachlaufen.

: Bearbeitet durch User
von Lutz (luka78)


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Wolf17 schrieb:
> Vermeiden kann man das, wenn man die Abschaltrampe flacher feilt, oder
> man durch einen kurzen Motornachlauf die Nockenscheibe so weit dreht,
> dass ein minimales Zurückdrehen den Mikroschalter dann nicht mehr
> aktiviert. Der Motornachlauf darf auch nicht zu lang sein, weil die
> Nockenscheibe sonst die darauffolgende Einschaltposition erreicht.
>
> Wenn das flacher feilen nicht gewünscht ist,

Wenn man sich das Video anschaut, dann schaltet der direkt am Anfang der 
Kerbe, wo die Flank steiler ist, wenn man den Mikroschalter näher ran 
schiebt, dann schaltet der im Tal. Dann braucht man nichts zu feilen.

Wieso kommt das, sieht so aus als ob die Rolle mehr Spiel bekommt über 
die Jahre, der Schaltpunkt wandert nach aussen.
Die liefern ja bei Viessmann nicht allle Heizungen mit Fehller F9 aus, 
nur der Langzeittest war nicht richtig durchgeführt, Verschleiß nicht 
ausreichend berücksichtigt, das passiert halt schon mal. Deswegen 
nachjustieren und gut ist.

Etwas elektronisch zu lösen ist ja schön. Aber eine verschliessene 
Mechanik und einen ungeigneten Mikroschalter mit 0.3mm Hysterese durch 
Elektronik am Leben zu halten statt einen neuen Mikroschalter mit etwas 
mehr Hysterese und an die richtige Postion. Ich weiß nicht, macht wenig 
Sinn.

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