Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schützspulen in Parallelschaltung


von Jörg H. (jrged_h)


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In einer Kirchen-Heizungsanlage (gebaut 1996) sind für die Schaltung von 
12 Warmluftstationen mit je einem Einphasen-Motor (á 500 W) 4 
Möller/Eaton Kleinschütze mit ihren vier Spulenantrieben (230 V, 50 Hz) 
parallelgeschaltet (nicht die Kontaktbahnen), also alle A1 und alle A2 
verbunden. An jedem Hauptkontakt hängt ein einzelner Einphasen-Motor. 
Die vier Schütze schalten also gleichzeitig 4 x 3 = 12 Motoren. So weit 
so simpel, so funktionierte es klaglos seit 30 Jahren.

Seit einiger Zeit beobachte ich jedoch ein neues Phänomen: Eins der vier 
Schütze fällt mit gefühlt etwa 0,3-0,5 Sekunden verzögert ab. Wenn ich 
es von Hand mechanisch betätige, spüre ich in der Schützmechanik kein 
Problem, es läuft alles butterweich und hakelfrei. Das verzögerte 
Abschaltverhalten gibt es nur bei elektrischer Ansteuerung und bleibt 
dann auch, wenn die Kontaktbahnen stromlos sind. Kleben/Verschweißen 
scheint damit nicht vorzuliegen. Verschmutzung auch nicht, die Anlage 
ist sehr sauber. Hinzu kommt, dass die Verzögerungszeit recht konstant 
zu sein scheint.

Nun suche ich nach einer Erklärung. Könnte es zum Beispiel sein, dass 
durch unterschiedliche mechanische Alterung die Induktionsströme der 
schneller abfallenden Schütze auf das langsamste konzentrieren und 
deshalb den Anker noch etwas länger festhalten? Ich bin etwas ratlos.

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Vielleicht teilweise Windungsschluß der Wicklung,
daß führt zu einer Abfallsverzögerung. Bei Telefonrelais
hat man sowas auch manchmal absichtlich gemacht, die bekamen
eine Kurzschlußwicklung, wenn sie abfallsverzögert arbeiten
sollten. Den ohmschen Widerstand mal messen, ob der kleiner
geworden ist im Vergleich mit einem gleichen Relais.

von Rüdiger B. (rbruns)


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Reserveschütz kaufen, sonst ist Weihnachten wenn die Kirche 
ausnahmsweise voll ist das Gemecker gross.

von Wolf17 (wolf17)


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Falls die Widerstandsmessungen unauffällig waren:
Womit wird denn angesteuert? 1xEIN oder 1XUM mit Kurzschließung?
Ist irgendwas parallelgeschaltet, RC, VDR, defekte Anzeigelampe, weitere 
Baugruppen?

von Michael J. (jogibaer)


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Hallo,

einige Schütze von Eaton haben eine Elektronik eingebaut,
um die Verlustleistung der Spulen zu begrenzen.
Eventuell spinnt ein wenig die Elektronik.
Um welchen Typ handelt es sich denn?

Jogibär

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Jörg H. schrieb:
> Möller/Eaton Kleinschütze
Welche denn? Sind das AC oder DC Schütze?

> Nun suche ich nach einer Erklärung
Ich hatte schon mal ein Relsis, das ab Werk zu stark gefettet war. Das 
Fett floss in die Mechanik und machte ein Zeitrelais daraus. Insofern 
kann ich mir simple Verschmutuung durchaus sls Grund für das Verhalten 
vorstellen.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Lothar M. schrieb:
> Ich hatte schon mal ein Relsis,

Und wir haben FREITAG und einen Frischen:

Benutzername jrged_h
Angemeldet seit 03.04.2026 15:38
Beiträge 1

Es ist in dieser Anwendung vollkommen egal, mit welchem zeitlichen 
Versatz die vier Schütze reagieren.

von Mani W. (e-doc)


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Günter L. schrieb:
> Vielleicht teilweise Windungsschluß der Wicklung,

Günter L. schrieb:
> Den ohmschen Widerstand mal messen, ob der kleiner
> geworden ist im Vergleich mit einem gleichen Relais.

Hilft nicht, wenn nur wenige Windungen einen Schluss haben...

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Manfred P. schrieb:
> Es ist in dieser Anwendung vollkommen egal, mit welchem zeitlichen
> Versatz die vier Schütze reagieren.
Der Anwendung schon, nur dem TO nicht.

@Jörg H. (jrged_h): was stört (dich) an dieser ominösen Verzögerung? Wie 
ist das verzögerte Abschalten überhaupt aufgefallen?

von Frank O. (frank_o)


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Lothar M. schrieb:
> Wie
> ist das verzögerte Abschalten überhaupt aufgefallen?

Womöglich ist es erst jetzt aufgefallen und war schon immer so?

von Dietrich L. (dietrichl)


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Lothar M. schrieb:
> Welche denn? Sind das AC oder DC Schütze?

Jörg H. schrieb:
> mit ihren vier Spulenantrieben (230 V, 50 Hz)

von Jörg H. (jrged_h)


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Schon mal danke für Eure Antworten. Nach Ostern werde ich mich mal mit 
Meßgerät an den Schaltschrank begeben und den Spulenwiderstand messen 
und auch mal probieren, was passiert, wenn ich zwei oder drei Schütze 
aus der Parallelschaltung rausklemme.
Zu den Fragen nach der technischen Anordnung: Die Schütze haben keine 
Schutzbeschaltung mit RC-Glied, Varistor oder so. Auch keine innere 
Elektronik und keine Schmierung. Die Schützspulen werden durch einen 
Schließer eines vorgeschalteten Hilfsschützes gemeinsam angesteuert.

Aufgefallen ist der Abfallverzug aus folgendem Grund: Die Heizgebläse 
haben eine Dreistufensteuerung. Die Gebläsestufen werden durch drei 
Spannungen (150, 180, 230 V) realsiert, die von einem Spartrafo 
abgegriffen werden. Die Schützgruppe gibt es dreimal, für jede 
Spannungsstufe eine. Die Temperaturregelung gibt über Relais vor, welche 
Schützgruppe dran ist. Die Relais für Stufe 1, 2, 3 sind gegeneinander 
verriegelt. Die Schützschaltung hat auch noch eine 
Verriegelungsschaltung, die aber aus unerfindlichen Gründen nicht alle 
vorkommenden Schaltfolgen abdeckte. Wird von Stufe 2 auf Stufe 1 
zurückgeschaltet und von der Stufe 2 bleibt ein Schütz hängen, werden 
gleichzeitig 150 und 180 V vom Trafo auf die Motoren geschaltet und die 
Trafo-Ausgangssicherung fliegt. Letzteres ist 30 Jahre lang nie 
passiert. Nachdem ich in den letzten Wochen die Sicherungen zum 
zweitenmal getauscht hatte, habe ich mich auf die Suche gemacht und das 
verzögerte Schütz als tatssächliche Ursache gefunden.

Mittlerweile habe ich die Schützverriegelung vervollständigt, so dass 
der Spannungsschluss nicht mehr auftreten kann (Schützgruppe 1 zieht 
erst an, wenn auch das letzte Schütz von Gruppe 2 oder 3 abgefallen 
ist). Insofern ist das Problem für die Praxis erstmal gelöst und ich 
befürchte an Ostern keine kalte Kirche mehr - dennoch würde ich das 
Mysterium der Abfallverzögerung gerne aufklären.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Dietrich L. schrieb:
> Jörg H. schrieb:
>> mit ihren vier Spulenantrieben (230 V, 50 Hz)
Lesen sollte man...

Aber dann ist das mit dem Windungsschluss sicher ein Irrweg. Ein 
Windungschluss hätte nur bei DC-Ansteuerung eine Auswirkung. Bei 
AC-Ansteuerung hätte man nur eine erhöhte Verlustleistung und die Spule 
würde wärmer.

von Falk B. (falk)


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Vielleicht ein Problem mit Remananz. Möglicherweise ist der Luftspalt im 
Eisenkern, der durch einen dünnen Isolator hergestellt wird, durch 
Abnutzung so klein geworden, daß der Ankler beim Abfallen leicht klebt.

von Thomas S. (Firma: Chipwerkstatt) (tom_63)


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Jörg H. schrieb:
> Zu den Fragen nach der technischen Anordnung: Die Schütze haben keine
> Schutzbeschaltung mit RC-Glied, Varistor oder so.

Das könnte aber trotzdem das Problem sein. Denn das schaltende 
Relais/Schütz kriegt beim Ausschalten jedesmal eins auf die 'Nuss', von 
der Induktionsspannung.
Ich würde trotzallem, weil nicht so geplant mal entsprechende, baulich 
passende Entstörglieder den Schützen geben. Vieleicht reicht es eines 
für alle 4 der Gruppe zu stecken. Aber ganz ohne, und 4 Stück klingt mir 
das als Problem.
Der Kontakt das jeweils die 4 Stk. schaltet wird aber schon am Ende 
sein. - tauschen.

Jörg H. schrieb:
> Nach Ostern werde ich mich mal mit
> Meßgerät an den Schaltschrank begeben und den Spulenwiderstand messen
> und ...
Kannst Du machen, wirst aber nix Auffälliges finden.
Tausche das vorgeschaltete Schütz, oder was es auch immer ist, das die 4 
Schütze schaltet. Das wird 'fertig sein'.

Edit.
Nach 30 Jahren kann es auch in den Ruhestand gehen.

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Thomas S. schrieb:
> Denn das schaltende Relais/Schütz kriegt beim Ausschalten jedesmal eins
> auf die 'Nuss', von der Induktionsspannung.
Das ist zwar bildlich recht hübsch vorstellbar, physikalisch aber 
absoluter Nonsens. Denn du verwechselst da grundlegend Ursache mit 
Wirkung: woher kommt denn diese "Induktionsspannung"? Und wie sollte sie 
dem Schütz "eins auf die Nuss geben", damit das beschriebene Verhalten 
eintritt?

von Thorsten S. (whitejack)


Angehängte Dateien:

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So?

Die Ausgänge der unterschiedlichen Spannung direkt zu verbinden ist ja 
nie eine gute Idee - auch nicht mit einer Verriegelung. Besser wäre es 
in jedem Schütz einen Wechsler zu nutzen und die hintereinander zu 
schalten, aber bei Leistungsschütze ist ein Wechsler für Last ja eher 
unüblich meine ich...kann mich aber auch täuschen...

von Thomas S. (Firma: Chipwerkstatt) (tom_63)


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Lothar M. schrieb:
> Das ist zwar bildlich recht hübsch vorstellbar, physikalisch aber
> absoluter Nonsens.
Denke wir reden aneinander vorbei.

Jörg H. schrieb:
> Die Schützspulen werden durch einen
> Schließer eines vorgeschalteten Hilfsschützes gemeinsam angesteuert.
Ich meinte das vorgeschaltete Schütz. Das kriegt eine auf die Mütze.

Da ich es hier nicht weiß, ob:
Alle Spulen verbunden sind, und an EINEM Kontakt hängen?
oder
Jede Spule über einem Kontakt, und VOR DEM Schütz gebrückt sind.

Wenn zweiter Weg, dann hängt ein Kontakt des vorgeschalteten Schützes, 
oder 'ausgelutscht.
30 Jahre lügen nicht!

Nix Nonsens.

von Uwe (uhi)


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Jörg H. schrieb:
> 4 Möller/Eaton Kleinschütze mit ihren vier Spulenantrieben (230 V, 50
> Hz) parallelgeschaltet (nicht die Kontaktbahnen), also alle A1 und alle
> A2 verbunden.

sagt der Eingangspost

von Thomas S. (Firma: Chipwerkstatt) (tom_63)


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Uwe schrieb:
> mit ihren vier Spulenantrieben (230 V, 50
>> Hz) parallelgeschaltet (nicht die Kontaktbahnen), also alle A1 und alle
>> A2 verbunden.
>
> sagt der Eingangspost

So klar ist das nicht.

Ich habe mal die 2 Möglichkeiten hier angehängt.
Schaltung mit Q1 ist die 'schonendere' Schaltung für den Kontakt.
Schaltung mit Q2 würde mind. 1 RC-Glied erfordern.

Aber noch immer - 30 Jahre ohne Ausfall sind auch ne Leistung.

Edit:
Meckert nicht wegen der Zeichnung. Habe hier kein E-Plan P8 um konform 
zu zeichnen.

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Thomas S. schrieb:
> So klar ist das nicht.
Alle A1 sind verbunden und alle A2 sind verbunden. Das ist ugs. unter 
Elektrikern mit "parallel geschaltet" gemeint.

> Schaltung mit Q2 würde mind. 1 RC-Glied erfordern.
Warum würde sie das? Und warum dauernd diese Nebelkerzen?

Nochmal: es geht hier nicht um irgendwelche Störungen, sondern darum, 
warum 1 Schütz trotz der 4 **parallel** geschalteten Spulen dich völlig 
unerwartet anders verhält. Und ja, das hat 30 Jahre funktioniert, was 
für mich eindeutig auf Verschleiß oder Verschmutzung genau dieses einen 
Schützes hinweist.

: Bearbeitet durch Moderator
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Jörg H. schrieb:
> Möller/Eaton Kleinschütze

Nach Deinen Angaben soll die Spulenspannung auch für 230V AC sein. Sind 
dort die Kleinschütze für 3-Phasen etwas zweckentfremdet verwendet 
worden?

Normalerweise stehen darauf Typangaben. Wenn Du momentan nicht 
nachschauen kannst, kannst Du im Internet nachschauen, ob diese den 
Möller/Eaton DILEM-10 ähnlich aussehen.

von Thomas S. (Firma: Chipwerkstatt) (tom_63)


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Lothar M. schrieb:
> Nochmal: es geht hier nicht um irgendwelche Störungen, sondern darum,
> warum 1 Schütz trotz der 4 **parallel** geschalteten Spulen sich völlig
> unerwartet anders verhält.

Weil vieleicht ein Kontakt abgebrannt ist, und 'pappen' bleibt.

von Mani W. (e-doc)


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Jörg H. schrieb:
> Letzteres ist 30 Jahre lang nie
> passiert. Nachdem ich in den letzten Wochen die Sicherungen zum
> zweitenmal getauscht hatte, habe ich mich auf die Suche gemacht und das
> verzögerte Schütz als tatssächliche Ursache gefunden.

Nach 30 Jahren kannst Du den betreffenden Schütz ruhig mal tauschen...

Falk B. schrieb:
> Vielleicht ein Problem mit Remananz. Möglicherweise ist der Luftspalt im
> Eisenkern, der durch einen dünnen Isolator hergestellt wird, durch
> Abnutzung so klein geworden, daß der Ankler beim Abfallen leicht klebt.

Eben deswegen...

: Bearbeitet durch User
von Karl B. (gustav)


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Das Abfallen wird durch Federkraft bewirkt.
Bei "meinem" Schütz kann die Montagelage sogar "kopfüber" sein.
Fällt trotzdem sauber ab. Aber mindestens 10 ms - 30 ms sollten es schon 
sein, die der "Öffner"-Kontakt gedrückt sein muss.
Wenn es klebt, dann ist die Feder eben hinüber. Ist eben Mechanik.
So what?

ciao
gustav

von Jörg H. (jrged_h)


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Mit dieser Masse an Diskussionsbeiträgen habe ich nicht gerechnet. Danke 
dafür, man lernt immer einiges dazu, auch bei den Beiträgen, die am Ende 
nicht die Lösung sind. Aber nun die Auflösung des Ausgangsproblems - und 
die erwies sich als unerwartet banal:

Meinem Kleine-Jungen-Forscherdrang nachgebend habe ich das Schütz 
zerlegt. Das ist zwar alles in Knack-und-Back-Schnapptechnik 
zusammengesetzt, lässt sich aber mit etwas Vorsicht zerstörungsfrei 
lösen. Erste Festellung: Das Innere sieht sauber und unproblematisch 
aus. Wenn ich Eisenkern und Anker fest zusammengedrückt habe, bleiben 
sie leicht aneinander kleben. Zuerst vermutete ich trotz AC an einen 
ungewöhnlichen Remanenzeffekt. Aber dann zweite Feststellung nach noch 
genauerem Hinsehen: Auf den Schnittflächen von Eisenkern und Anker, nur 
dort, wo sie sich im angezogenen Zustand berühren, bemerkte ich einen 
ganz dünnen, leicht bräunlichen Film. Drüberwischen mit einem 
Waschbenzin-Läppchen ... und siehe da, die Oberfläche glänzte in alter 
Frische und das Kleben war völlig weg. Das Schütz läuft jetzt wie am 
ersten Tag. Offenbar bewirkte der Schmutzfilm bei festem Andrücken eine 
Art Festsaugen des Ankers.

Woher dieser Schmutzbelag kam, weiß ich nicht. Das Schütz arbeitet 
jedenfalls in sauberer Umgebung und ist auch nicht "zweckentfremded" 
oder überlastet. Ist jetzt auch egal. Es geht jetzt in Rente und kommt 
in die Krimskrams-Notfall-Reserve-Schublade. Und nach der Ergänzung der 
Verriegelungsschaltung mache ich mir auch sonst keine Sorgen mehr. 
Interessant bleibt allerdings, dass der Planer im Schaltplan eine 
korrekte Verriegelung vorgesehen hatte, die der ausführende 
Schaltschrankbauer dann - ohne es zu dokumentieren - "Vereinfacht" 
hatte. Aber nach 30 Jahren Betrieb braucht man deswegen niemand mehr 
anzugehen ...

: Bearbeitet durch User
Beitrag #8033302 wurde vom Autor gelöscht.
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Jörg H. schrieb:
> Woher dieser Schmutzbelag kam, weiß ich nicht.
Ich habe da so eine Idee:

Lothar M. schrieb:
> Ich hatte schon mal ein Relais, das ab Werk zu stark gefettet war.
> Das Fett floss in die Mechanik
Und wenn da anfangs warum auch immer nur eine "leicht fettige, klebrige" 
Fläche war, dann haftet jeder noch so winzige Dreck dort besser als 
woanders und 30 Jahre und viel Feinstaub in Kerzenruß und Weihrauch (;-) 
tun dann das Übrige.

von Jörg H. (jrged_h)


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Der Haken an der Geschichte: Die Kirche ist evangelisch ... also kein 
Weihrauch ... Kerzen gibts zwar, aber die Kesselanlage mit Schaltschrank 
steht in einem separaten Heizungsgebäude mit feinstaubfreien 
Leuchtstoffröhren ...
Nun ja, vielleicht war auf den Schnittflächen tatsächlich irgend was 
schmutzfangendes, fettähnliches. Vielleicht die fettigen Finger vom 
Butterbrot des Montagepersonals.

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