Hallo, der Teufel hat mich geritten ein Bleiakku-Ladegerät zu analysieren, nur um zu verstehen, wie das eigentlich funktioniert. Und als bekennender Nicht-Elektroniker hab ich mit so was natürlich auch immer mal ein Problem. So auch diesmal. Analoge Schaltungslogik ist das Stichwort. Da mein Gehirn inzwischen schon erste Anzeichen von entweichendem Rauch zeigt, bitte ich euch nun hier um Erleuchtung. Bild 1 zeigt schematisch den Teil der Schaltung, der die Ausgangsstrombegrenzung und die Ladeendeerkennung (Erreichen der Ladeendspannung) erledigt: <Bild1> Für die Funktion ist zwingend erforderlich, dass der OpAmp-B-Ausgang auf low bleibt, solange die Ladeendspannung nicht erreicht wurde - unabhängig davon, ob die Strombegrenzung aktiv ist oder nicht. Und genau da liegt mein Problem: wenn OpAmp-A-Ausgang gegen VDD geht (Strombegrenzung nicht aktiv), sollte nach meinem Verständnis der nichtinvertierende Eingang von OpAmp-B eine höhere Spannung sehen als der invertierende. Wo liegt da mein Sehfehler??? Ich hätte soetwas wie hier in Bild 2 erwartet (D??? und R??? ergänzt): <Bild2> Für alle die neugierig sind oder meiner Schematisierung der Schaltung (ob berechtigt oder unberechtigt) nicht trauen, hier noch die Gesamtschaltung: <Bild 3> Der fragliche Schaltungsteil liegt unten in der Mitte. Hier dann mit ein paar Kommentaren, die ich gewohnheitsmäßig an den Stellen einfüge, die sich mir beim Anschauen nicht sofort erschließen. Wünsche euch ein schönes Osterfest - Ostereier suchen macht mehr Spaß als Schaltungstücken verstehen :))) Gruß, Ralph PS: Entschuldigt bitte die fehlende Bildverlinkung, hab die Syntax auf die Schnelle nicht gefunden und MUSS jetzt aufhören.
Gut, du hast selbst bemerkt, dass in deinem reduzierten Schaltplan eine Diode fehlt. Grundsätzliches zur Funktion: Der Ausgang vom OP-Amp B ist nur für die laden/fertig Anzeige. Er regelt nichts. Bei Überschreiten der Ladespannung schaltet der TL431 die LED vom Feedback-Optokoppler ein, damit der Schaltregler abregelt. Bei Überschreiten des Ladestroms zieht OP-Amp A die Leitung zum Optokoppler runter, so dass die LED leuchtet und der Schaltregler abregelt. Ralph K. schrieb: > wenn OpAmp-A-Ausgang gegen VDD geht (Strombegrenzung nicht aktiv), > sollte nach meinem Verständnis der nichtinvertierende Eingang von > OpAmp-B eine höhere Spannung sehen als der invertierende. Das tut er auch. Am Ausgang des TL431 ist die Spannung hoch solange die Schlussspannung nicht erreicht ist. Der + Eingang vom OP-Amp A sieht dann etwa 11 Volt. Die Spannung am 1M Widerstand und - Eingang des OP-Amp ist wegen den zwei Dioden um 1,2V niedriger. Mir ist etwas anderes unklar: Wie kommt der - Eingang (= 1M Widerstand) am Ende des Ladevorgangs auf eine höhere Spannung, als der + Eingang? Ich sehe keine Quelle, die die Spannun am 1M Widerstand so hoch bringen kann. Möglicherweise wird dabei eine spezielle Eigenschaft des OP-Amp ausgenutzt, die von einem idealen OP-Amp abweicht. So genau kenne ich dieses IC nicht.
:
Bearbeitet durch User
Moin Hans, danke für's Reingucken. Hans W. schrieb: > Der Ausgang vom OP-Amp B ist nur für die laden/fertig Anzeige. Er regelt > nichts. Doch, er triggert mit einer high-low-Flanke den Count-Down des MC14541. (Während dessen ca. einstündigen Countdowns soll die Spannung auf Ladeendspannung 14.7V bleiben und die Batterie mit allmählich sinkendem Strom weiter laden. Am Ende dieser Zeit schaltet der MC1451 Transistor Q2 aus und damit wird die Ausgangspannung des Schaltnetzteils auf Erhaltungsladung abgesenkt.) Hans W. schrieb: > Mir ist etwas anderes unklar: Wie kommt der - Eingang (= 1M Widerstand) > am Ende des Ladevorgangs auf eine höhere Spannung, als der + Eingang? > Ich sehe keine Quelle, die die Spannun am 1M Widerstand so hoch bringen > kann. Stimmt. Danke für den Hinweis. Aber hier gibt es leider auch ein Missverständnis, weil ich aus Versehen im hochgeladenen kompletten Schaltplan die "erfundenen" R??? und D??? drin gelassen habe. Die sind ja hardwareseitig nicht vorhanden (D??? ist ein Leiterzug). Der Ausgang von OPA A zieht also den invertierenden Eingang von OPA B hoch. Ich habe hier den kompletten Plan noch mal hochgeladen [[Datei:Ladegeraet.png]], exakt so wie die Platine bestückt ist (vorausgesetzt ich habe beim Re-Tracen keinen Fehler gemacht). Ralph K. schrieb: > wenn OpAmp-A-Ausgang gegen VDD geht (Strombegrenzung nicht aktiv), > sollte nach meinem Verständnis der nichtinvertierende Eingang von > OpAmp-B eine höhere Spannung sehen als der invertierende. Oops, man sollte sein Problem korrekt beschreiben können :-o War wohl gestern nicht mein Tag. Ich wollte schreiben: ... der invertierende Eingang von OpAmp-B eine höhere Spannung sehen als der nicht invertierende ... Das Problem ist, dass er das eben nicht darf, solange die Ladeschlussspannung nicht erreicht wurde, egal ob die Strombegrenzung zuschlägt oder nicht. Kann die Lösung vielleicht in ein paar Millivolt liegen?? Der Spannungsabfall am Optokoppler könnte bei kleinen Strömen z.B. nur 1.2V...1.3V sein, die Ausgänge des LM358 dagegen bleiben laut Datenblatt
1 | IOUT = 50 μA 1.35 ... 1.42 V |
2 | IOUT = 1 mA 1.40 ... 1.48 V |
3 | IOUT = 5 mA 1.50 ... 1.61 V |
unter VDD. Dann wäre der Ausgang von OPA A also wie gefordert auch bei "output high" immer unter der Spannung an der Kathode des Optokopplers. Nur 'ne Idee. Taugt die was?
Der Brückengleichrichter für die Netzspannung sieht seltsam aus. Der Strom vom Minuspol der Verbraucher kann nicht zurück zur Netzleitung. Die Dioden DBG2 und DBG4 unterbrechen abwechselnd den Stromkreis.
Also nochmal mit dem neuen Schaltplan. Phase 1: Constant Current: Zunächst fließt beim Laden der maximale Strom. Darum geht der Ausgang von OP-Amp A her runter. Durch die beiden Dioden wird die LED vom Feedback-Optokoppler zum Leuchten gebracht, so dass der Schaltregler auf die Schwelle zum maximalen Strom herunter regelt. Am unteren Anschluss des Optokopplers stellen sich etwa 9V ein. Der Ausgang des OP-Amp A muss dazu wegen den beiden Dioden D8/D9 etwa 1,2V tiefer gehen, also auf ungefähr 7,8V. Der Spannungsabfall an den beiden Dioden D8/D9 bewirkt, dass die Spannung am + Eingang von OP-Amp B etwa 1,2V höher ist, als am - Eingang. Sein Ausgang geht also sicher auf HIGH (=aufladen). Phase 2: Constant Voltage: Irgendwann erreicht der Akku die maximale Ladespannung. Der linke TL431 zieht seinen Ausgang auf knapp unter 9V herunter und übernimmt damit die Kontrolle über die Regelung durch den Optokoppler. Damit wird der Schaltregler nun auf die Schwelle zur maximalen Spannung herunter geregelt. Da die Akkuspannung nun konstant ist, sinkt der Ladestrom ab. Der Ausgang von OP-Amp A steigt nun allmählich von 7,8V auf knapp über 9V an. Die beiden Dioden spielen dabei keine Rolle mehr (sie leiten nicht). Bald erreicht der Ausgang von OP-Amp A mehr als die 9V vom TLV431, dann kippt der Ausgang von OP-Amp B zum LOW Pegel (=fast fertig). Dadurch triggert er den Timer, welcher nach einer Weile "fertig" meldet. Möglicherweise stimmt meine Schätzung mit den 9V und 1,2V nicht, dann sind alle genannten Spannungen halt etwas anders. Es ändert aber nichts am Funktionsprinzip.
:
Bearbeitet durch User
Hans schrieb: > Der Brückengleichrichter für die Netzspannung sieht seltsam aus. > Der Strom vom Minuspol der Verbraucher kann nicht zurück zur > Netzleitung. > Die Dioden DBG2 und DBG4 unterbrechen abwechselnd den Stromkreis. Oh natürlich. Ist im hier angehängten Schaltplan korrigiert. Dieser enthält außerdem eine verbesserte Beschreibung der OpAmp-Funktionalität. Dazu gleich noch mehr...
Da mein nur mäßig elektronisch trainiertes Hirn sich geweigert hat, die bisherigen Erklärungen als endgültige Wahrheit zu akzeptieren, habe ich die Sache inzwischen mal simuliert - siehe Bild im Anhang. Gezeigt werden je die zwei Potentiale "nonCC" (Ausgang von OPA-A) und "Opto-K" (Kathode des Optokopplers) sowie deren beider Differenz. In den Simulationen wurde etwa in der Mitte (nach 1s) die Ladeschlußspannung erreicht. Jedes der vier Teilbilder enthält zwei Diagramme: links das Ergebnis mit einem OPA mit einem ähnlichen Ausgangsspannungsbereich wie der konkret verwendete LM358 und rechts davon das Ergebnis mit einem "Full-Rail-to-Rail" OPA. Entscheidend für die Funktion der Schaltung ist nun, dass eine eventuell vor dem Erreichen der Ladeschlußspannung beendete Ladestrombegrenzung (siehe die beiden rechten Teilbilder) nicht bereits zum "Umschalten" von OPA-B führt. Anders gesagt: die Differenzspannung in den Diagrammen muss über null Volt bleiben, solange die Ladeschlußspannung nicht erreicht wurde. Ralph K. schrieb: > Kann die Lösung vielleicht in ein paar Millivolt liegen?? > Der Spannungsabfall am Optokoppler könnte bei kleinen Strömen z.B. nur > 1.2V...1.3V sein, die Ausgänge des LM358 dagegen bleiben laut Datenblatt > IOUT = 50 μA 1.35 ... 1.42 V > IOUT = 1 mA 1.40 ... 1.48 V > IOUT = 5 mA 1.50 ... 1.61 V > unter VDD. Dann wäre der Ausgang von OPA A also wie gefordert auch bei > "output high" immer unter der Spannung an der Kathode des Optokopplers. > Nur 'ne Idee. Taugt die was? Das Ergebnis zeigt, dass das die richtige Denkrichtung war. Damit der Ausgang von OPA-B auf HIGH bleibt, auch wenn die Ladestrombegrenzung vor dem Erreichen der Ladeschlußspannung beendet wird, muss die Ausgangsspannung von OPA-A halt immer unter der Spannung an der LED-Kathode des Optokopplers bleiben. Und das tut der konkret verbaute OpAmp LM358 auch, weil sein "Output Voltage Swing" so klein ist, dass er nie "VDD minus Spannungsabfall am Optokoppler" erreicht. Verwendet man stattdessen z.B. einen OpAmp mit "Full Rail-to-Rail"-Ausgang, sieht die Sache anders aus: das Ende der Ladestrombegrenzung würde vorzeitig zur Beendung des Ladeprozesses durch OPA-B führen, wenn dieser Zeitpunkt vor dem Erreichen der Ladeschlußspannung liegt. Die Simulation zeigt auch klar, dass die doppelte Flußspannung durch die zwei seriellen Dioden D8+D9 für die "Logikfunktion" unerheblich ist. Sieht jemand einen davon unabhängigen Grund, warum der Entwickler die zwei Dioden statt nur einer verwendet haben könnte?
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.





