Bin gerade wieder am Experimentieren zur Analogen Klangerzeugung. Das geht hervorragend mit OTAs wie dem LM13700. Doch dabei gaibt es ein Problem: Ein OTA braucht einen Steuerstrom Iabc. Bei den Beispielschaltungen im Datenblatt ist da einfach ein Widerstand zur positiven Versorgungsspannung. Per Handbedienung kann man da ein Poti nehmen. Wenn man aber mit einer Spannung gegen Masse steuern will, ist das Problem der Bezugspunkt von Iabc in der Nähe der negativen Spannungsversorgung. Einige Zeit war ich am Grübeln, wie man mit Op-Amps den Bezugspunkt ändern kann, ohne von der Versorgungsspannung abhängig zu sein. Zum Glück hatte ich mich schon 30 Jahre früher schon mal mit OTAs beschäftigt, und beim Betrachten eines früheren Werkes fiel mir eine sehr einfache Lösung auf, die ich schon mal gefunden hatte. Ein simpler PNP-Transistor mit Basis an Masse, Kollektor zum Iabc und der Emitter über einen Widerstand als Eingang. Die Basisschaltung eines Transistors ist ein Stromfolger wie die Kollektorschaltung ein Spannungsfolger ist. Da der Kollektorstrom bis auf 1/Beta dem Emitterstrom entspricht. Damit kann man den Bezugspunkt beliebig verlegen. Verwunderlich finde ich, dass man in den Weiten des Internets so gut wie nichts über die Stromfolgerfunktion der Basisschaltung findet und immer nur die Vorteile in HF-Schaltungen erwähnt werden.
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Das wäre die erste Hälfte der Lösung. Die zweite bestehet darin ein OPV um den pnp herum zu bauen. Wie z.B. in dieser Kompressorschaltung https://www.valvewizard.co.uk/engineersthumb4.html
Jobst Q. schrieb: > Die Basisschaltung eines Transistors ist ein Stromfolger wie die > Kollektorschaltung ein Spannungsfolger ist. Da der Kollektorstrom bis > auf 1/Beta dem Emitterstrom entspricht. Damit kann man den Bezugspunkt > beliebig verlegen. Nur näherungsweise. Beta ist nicht stabil (exemplar- und stromabhängig). U_be ist temperaturabhängig. Der Bezugspunkt ist also auch nicht stabil. > Verwunderlich finde ich, dass man in den Weiten des Internets so gut wie > nichts über die Stromfolgerfunktion der Basisschaltung findet In der Praxis benutzt man eher einen OPV als spannungsgesteuerte Stromquelle. Bei den Strömen von denen wir hier reden, kann der OPV den Strom auch direkt liefern.
Jobst Q. schrieb: > Ein simpler PNP-Transistor mit Basis an Masse, Kollektor zum Iabc und > der Emitter über einen Widerstand als Eingang. Am besten beheizt wegen Temperaturdrift...
Axel S. schrieb: > Nur näherungsweise. Beta ist nicht stabil (exemplar- und stromabhängig). > U_be ist temperaturabhängig. Der Bezugspunkt ist also auch nicht stabil. U_be und damit die Temperaturabhängigkeit spielt in der Basisschaltung kaum eine Rolle, da der Strom I_e durch den vorgeschalteteten Widerstand bestimmt wird, der gegenüber dem Eingangswiderstand in Basisschaltung riesig ist. Die Abweichung zwischen I_c und I_e ist I_b, also 1/beta. Bei einem beta von 450 wäre I_c 99,78% von I_e bzw U_ein/R_ein. Stabil genug für die meisten Zwecke. > In der Praxis benutzt man eher einen OPV als spannungsgesteuerte > Stromquelle. Der Ausgang eines OPV ist aber eine Spannungsquelle und keine Stromquelle.
Jobst Q. schrieb: > U_be und damit die Temperaturabhängigkeit spielt in der Basisschaltung > kaum eine Rolle, da der Strom I_e durch den vorgeschalteteten Widerstand > bestimmt wird, der gegenüber dem Eingangswiderstand in Basisschaltung > riesig ist. Für Musikzwecke spielt das schon eine Rolle, siehe FORMANT...
> Bin gerade wieder am Experimentieren zur Analogen Klangerzeugung. Das > geht hervorragend mit OTAs wie dem LM13700. Haette ich jetzt nicht gedacht. Rauscht das nicht extrem? Vanye
Jobst Q. schrieb: > Axel S. schrieb: >> Nur näherungsweise. Beta ist nicht stabil (exemplar- und stromabhängig). >> U_be ist temperaturabhängig. Der Bezugspunkt ist also auch nicht stabil. > > U_be und damit die Temperaturabhängigkeit spielt in der Basisschaltung > kaum eine Rolle, da der Strom I_e durch den vorgeschalteteten Widerstand > bestimmt wird Es ist aber gar keine wirkliche Basisschaltung, sondern eine Stromquelle. Und da spielt U_be eben doch eine Rolle, weil sie den Nullpunkt verschiebt. Gerade für musikalische Zwecke muß das bombenstabil sein. Und der Strom variiert exponentiell (Verdopplung pro Oktave). > Die Abweichung zwischen I_c und I_e ist I_b, also 1/beta. Bei einem beta > von 450 wäre I_c 99,78% von I_e bzw U_ein/R_ein. Stabil genug für die > meisten Zwecke. Aber nicht für diesen Zweck! Zum ersten ist ein Beta von 450 vollkommen illusorisch, rechne mal eher mit 100. Und zum zweiten ist Beta nicht konstant. Schau mal in das Datenblatt deines hypothetischen Beta=450 Transistors, wo die Stromverstärkung bei I_c=10µA liegt. Für einen VCO mit OTA ist ein Steuerstrom von 10µA vollkommen normal. Sagen wir von 10µA bis 1.28mA = 7 Oktaven. >> In der Praxis benutzt man eher einen OPV als spannungsgesteuerte >> Stromquelle. > Der Ausgang eines OPV ist aber eine Spannungsquelle und keine > Stromquelle. Howland-Schaltung: https://www.ti.com/lit/an/snoa474a/snoa474a.pdf
Axel S. schrieb: > Zum ersten ist ein Beta von 450 vollkommen > illusorisch, rechne mal eher mit 100. Naja, es gibt schon eine Menge Transistoren die 450-fach oder mehr verstärken, sowohl als einzelne, als auch als duale. Axel S. schrieb: > Schau mal in das Datenblatt deines hypothetischen Beta=450 > Transistors, wo die Stromverstärkung bei I_c=10µA liegt. Für einen VCO > mit OTA ist ein Steuerstrom von 10µA vollkommen normal. Sagen wir von > 10µA bis 1.28mA = 7 Oktaven. Ein paar Beispiele im Anhang.
Jobst Q. schrieb: > Ein simpler PNP-Transistor mit Basis an Masse, Kollektor zum Iabc und > der Emitter über einen Widerstand als Eingang. Dieser simple PNP erzeugt aber, wie oben schon gesagt wurde, einen Versatz von Ube. Das kann man weitgehend vermeiden, wenn man einen NPN davorschaltet. Die Steuerspannung muss nun negativ sein, aber dafür bekommt man eine fast perfekte Kennlinie.
Arno R. schrieb: > Jobst Q. schrieb: >> Ein simpler PNP-Transistor mit Basis an Masse, Kollektor zum Iabc und >> der Emitter über einen Widerstand als Eingang. > > Dieser simple PNP erzeugt aber, wie oben schon gesagt wurde, einen > Versatz von Ube. Das kann man weitgehend vermeiden, wenn man einen NPN > davorschaltet. Die Steuerspannung muss nun negativ sein, aber dafür > bekommt man eine fast perfekte Kennlinie. Ist aber nicht optimal temperaturkompensiert; I_c und damit P_tot für die Transistoren ist unterschiedlich. Dadurch erwärmen sie sich unterschiedlich und die Spannung läuft weg. Wenn es nur um den statischen Einfluß von U_be ginge, den könnte man auch wegbekommen indem man die Basis des PNP um eine Flußspannung unter GND legt. Eine Diode reicht ja. Ist aber eben auch nicht temperaturkompensiert.
Axel S. schrieb: > Ist aber nicht optimal temperaturkompensiert Ah, doch noch ein Haar in der Suppe gefunden ;-) Die gezeige Schaltung/Dimensionierung sollte nur das Prinzip verdeutlichen. Durch geeignete Dimensionierung kann man das noch optimieren. Das ist aber ggfs. Aufgabe des TO.
Siehe z.B. unter https://web222.webclient5.de/prj/MusicEl/UBZR1/modules/Out für den Stromeingang eines CA3080. Der ist mit LM13700 vergleichbar. Ich habe auch mehrere LM13700 verwendet: - https://web222.webclient5.de/prj/MusicEl/UBZR1/modules/VCO - https://web222.webclient5.de/prj/MusicEl/UBZR1/modules/ADSR aber mit exponentieller Abhängigkeit. Wurde hier schon geschrieben: für höchste Anforderungen muss man die Temperatur-Abhängigkeit ausgleichen. Siehe Heizung des uA726 im VCO. Andere Möglichkeit ist ein NTC im Spannungsteiler.
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Thomas R. schrieb: > Andere Möglichkeit ist ein NTC im > Spannungsteiler. Reicht aber nicht für 2 oder 3 VCOs...
Axel S. schrieb: > Howland-Schaltung: https://www.ti.com/lit/an/snoa474a/snoa474a.pdf Danke für den Link. Ist schon interessant. Der einfache Transistor in Basisschaltung ist mir aber gut genug. Selbst wenn beta bei 10µA nur 100 wäre und bei 1,28mA 450 wäre es musikalisch gesehen nur eine Abweichung von 13,8 Cent der niedrigsten Oktave zur höchsten. Nach den Datenblättern von Arno wäre die beta-Differenz aber nur etwa 50 und die musikalische Abweichung 4,8 Cent.Und schon ab 20 µA wäre beta sogar gleichbleibend, dh nur die tiefste Oktave wäre betroffen.
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