Es geht um den schwarzen Motorola-Käfer: ist aus einem Golf 3 Cabrio Fensterheber, der mal geht und mal nicht. Kabel und Motor scheinen i.O. Ob der blaue Quarz / Reso damit was zu tun hat? Wüsste gern das Pinout des Chips zum Messen.
> Kabel und Motor scheinen i.O. Woher weisst du was? Bei Fensterhebern wird gerne mal die Mechanik schwergaengig und dann schaltet irgendwann die Elektronik wegen Ueberlast ab. Und das natuerlich je nach Temperatur und Wetterlage. > Ob der blaue Quarz / Reso damit was zu tun hat? Keramikresonator, 3.68Mhz. Sehr zuverlassige Bauteile. Vanye
Wird ein kundenspezifischer µC sein. Evtl hilft die Maskenrevision H75A um näheres zu ermitteln.
Wulf D. schrieb: > Wüsste gern das Pinout des Chips zum Messen. Wird wohl ein Motorola-µC mit kundenspezifischem Programminhalt sein. Da wird es also nix zu messen geben, da genaue Funktion unbekannt ...
Mit etwas Glück kriegt man zwar anhand der Pins raus, welche Serie es ist. Nur hat man dann zwar die Neugierde bedient, kann sich aber nichts davon kaufen.
Danke erstmal. Könnte demnach eine Maskenversion des MC68HC705P6 sein. Von der Pinanzahl passt es. Will eigentlich nur die Anschlüsse des Reso wissen. Kann die PCB leider nicht so einfach ausbauen und von unten schauen, ist verklebt.
Wulf D. schrieb: > Kabel und Motor scheinen i.O. Das Gemeine am Kabelbruch ist, dass es oft nur gelegentlich nicht geht. Wo sitzt das Steuergerät und was genau geht gelegentlich nicht? Wenn es nur links betrifft und alles in der linken Tür sitzt, braucht das Teil mit Glück nur +12V und Masse aus der stark knickbelasteten Scharnierleitung und links funktioniert es auch ohne Digitalkommunikation mit dem Restauto. Dann würde ich +12V und GND versuchsweise umgehen.
Das Steuergerät sitzt in der linken Tür. Der Golf 3 ist Bj Januar '94, weiss gar nicht ob der schon CAN- oder LIN-vernetzt ist. Die Kabel, auch die durch den Gummibalg am Türscharnier, haben wir alle abgetastet und damit wandert der Fehler nicht. Fehler ist ganz einfach, dass der Heber mal ganz normal funktioniert und manchmal gar nicht. Dann hört man auch kein Relais klicken. Im Steuergerät sitzt noch ein Ĥall-Geber der die Motordrehzahl überwacht. Anbei die paar Oszillogramme von OSC2 am µC in steigender zeitlicher Auflösung. Das ist doch der Resonator, oder schaltet der µC zyklisch seinen Taktgenerator ab? Geht doch nicht, jedenfalls nicht um 1993.
Wulf D. schrieb: > Fehler ist ganz einfach, dass der Heber mal ganz normal funktioniert und > manchmal gar nicht. Dann hört man auch kein Relais klicken. Wie viele Relais sitzen auf der Platine? Schon alle Relaiskontakte nach gelötet? Ich würde zuerst eine LED an 12V/GND und eine an die CPU Versorgung (5V?)/GND direkt auf der Elektronikplatine anlöten und im Alltagsbetrieb bei Fehlfunktion beobachten. Direkt, wegen Rissausschuss an der Platinenverbindung zum Stecker. Wenn die rechte Tür eine eigene Elektronik hat und nur dann gilt: Wenn die 5/12 immer ok sind, dann links probehalber einen anderen Schalter für UP/Down direkt an der Platine anschließen. Wenn der rechte Hebermotor jedoch von links mit gesteuert wird, kann es keiner der Schalter sein, wenn beide Seiten im Fehlerfall nicht gehen.
Ein Relais, jede Tür hat eigene Elektronik. Platine ausbauen unmöglich, da Stecker mit Gehäuse vergossen. Die Schaltspannung vom Taster kommt am Steuergerät an, Betriebsspannung sowieso. Mit Beifahrerseite getauscht, Fehler ist eindeutig Steuergerät-Motorkombi. Habe mit einem 25mm Forstnerbohrer ein Loch unter dem Resonator gebohrt und den durch einen Quarz ähnlicher Frequenz ersetzt. Absolut gleiches, fehlerhaftes Verhalten. Änderungen am Rückkopplungswiderstand oder Lastkapazitäten verbessern nichts. Vielleicht finde ich in meinem Fundus noch einen passenden Oszillator. Ansonsten bleibt nur einen gebrauchten Hebermotor incl Steuergerät zu erwerben. Neue kosten >350€
Wulf D. schrieb: > Mit Beifahrerseite getauscht, Fehler ist eindeutig Steuergerät-Motorkombi. Wenn das einzige Relais schon nicht anzieht, kann es der Motor nicht sein. Laut Bild ist die Platinenoberseite zugänglich. Dann die Freilaufdiode beim Relais suchen und dort Messleitungen anlöten. Bestimmt findet sich damit auch der Ansteuertransistor zum Messen. Dann besser gleich dort die Basis überwachen. Die Lötstellen der Steckerpins auf der Platinenoberseite auf Risse sichten, ggf nachlöten. Wenn auf der Unterseite keine Bauteile sitzen, müsste man die Schaltersignale auch ausgebaut bis zum MC verfolgen können, ob die ankommen.
Auf der Unterseite sind keine Bauteile, das kann ich durch das rückseitig gebohrte große Loch sehen. Wenn ich einen sehr starken Neodyn-Magnet nahe ans Relais halte, schaltet das und der Hebermotor läuft auch im Fehlerfall. Hast du dir oben die Oszilogramme angesehen? Der aussetzende Oszillator ist doch das Problem. Nehme an, die SW läuft gar nicht mehr. Leider war es der Resonator doch nicht. Da ist vermutlich der Inverter im µC beschädigt. Versuche mal extern zu takten.
Wulf D. schrieb: > Der aussetzende Oszillator ist doch das Problem. Nehme an, die SW läuft > gar nicht mehr. Hast Du auf der funktionierenden Platte gemessen, ob er dort durchläuft? Nicht, dass der µC gewollt abschaltet und erst per Taste geweckt wird?
Manfred P. schrieb: > Hast Du auf der funktionierenden Platte gemessen, ob er dort durchläuft? > Nicht, dass der µC gewollt abschaltet und erst per Taste geweckt wird? Ist wohl komplizierter als gedacht. Wie gesagt, der eingesetzte Quarz statt Resonator hat sich genauso verhalten. Immer einige 10ms ausgelückt, 10ms oszilliert etc. Habe aber nicht auf Funktionalität getestet. Das zweite Steuergerät mag ich nicht ausbauen, ist sehr aufwändig (Scheibe raus, ganze Seilzugmechanik abbauen, ...) Hab statt dessen aus einem SMD 74HC14 und dem Quarz einen Oszillator gebaut und das Signal in OSC1, dem Eingang am µC, eingespeist. An OSC2 (Oszillator-Ausgang) entsteht dennoch wieder das lückende Oszillatorsignal. Habe das provisorisch am Auto angeschlossen und läuft. Frage nur, ob dauerhaft. Schaue mir das ein paar Tage an, bevor ich alles wieder zusammensetzte. Warte eh noch auf Ersatzteile vom Getriebe.
Wulf D. schrieb: > Wie gesagt, der eingesetzte Quarz statt Resonator hat sich genauso > verhalten. Immer einige 10ms ausgelückt, 10ms oszilliert etc. Habe > aber nicht auf Funktionalität getestet. Dann macht der Oszillator wohl Pause, bis der Controller durch einen Watchdog wieder aus dem Tiefschlaf gerissen wird.
Rainer W. schrieb: > Dann macht der Oszillator wohl Pause, bis der Controller durch einen > Watchdog wieder aus dem Tiefschlaf gerissen wird. Oder durch einen Timer, falls es ein gewollter Ruhezustand zum Energiesparen ist. Z.B. während der Nachlaufphase nach Abstellen der Zündung, wo einige vom Innenraum aus erreichbare Funktionen einige Zeit lang weiter bedienbar bleiben sollen, während die Batterie aber geschont wird.
Möglich, aber so etwas hätte ich nicht erwartet. Im Unterschied zum vorherigen Zustand, schaltet jetzt das Oszillatorsignal knallhart ein- und aus (Bilder). Hoffe das gewährleistet die Funktion auf Dauer und dass das keine negative Auswirkung auf den Ruhestromverbrauch hat.
Wulf D. schrieb: > > Das ist doch der Resonator, oder schaltet der µC zyklisch > seinen Taktgenerator ab? > Geht doch nicht, jedenfalls nicht um 1993. Natürlich geht das. einfach ins Datenblatt des MC68HC705P6 schauen ("Section 6 - Low Power Modes"). Im Datenblatt steht auch viel zur Beschaltung des Oszillator.
Danke für den Hinweis. Vielleicht kommt der uC sporadisch nicht aus dem Stop-Mode raus. Die MCU wartet demnach nach Takt wiedereinschalten für 4064 cycles, das sollte nach den Oszi-Bildern locker reichen. Sieht nach ca 30us aus, das wären gut 100 cycles. Aber vielleicht kommt der Takt im Fehlerfall einfach nicht schnell genug in die Gänge.
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