Hallo zusammen, vorab Entschuldigung, falls sowas hier schon mal diskutiert wurde. Ich habe etwas gesucht aber nichts Ähnliches gefunden. Ich habe einen CRT Monitor, einen Ilyama S902 JT, den ich original verpackt und unbenutzt ergattern konnte. Der Monitor liest sich von den Specs recht gut und ich wäre froh, wenn ich damit noch ein paar Jahre Spaß haben könnte. Nun bin ich aber verunsichert. Der Monitor ist aus 2001, also aus der Zeit der Kondensatorplage und ich hab etwas Sorge, den einfach einzuschalten und zu hoffen, dass nichts passiert, da die Elkos ja auch bei Nichtnutzung altern. Eine Sichtprüfung hat keine ausgelaufenen oder aufgeblusterten Elkos gezeigt. Es scheinen auch durchaus bessere Elkos von Nichicon verbaut zu sein. Die Frage, die ich nun habe ist, wie man da am besten Vorgehen würde. Ich bin grundsätzlich kein Freund von großflächigem Tausch von Elkos aber ich will auch nicht, dass mir da nach kurzer Betriebsdauer irgendeine Elektronik auf Grund von erhöhtem Leckstrom kaputt geht, die ich im Zweifelsfall nicht mehr ersetzen kann. Hier im Forum, wie überall auch, scheint es mehrere Fraktionen zu geben. Die einen sagen, alles was älter als 20 Jahre ist sollte getauscht werden. Andere tauschen wiederum nur wenn ein offensichtlicher Defekt vorliegt. Dann gibt es noch die Option des Formierens nach langem Stillstand, auch wenn mir nicht so ganz klar ist, wie ich das sanft bei einem solchen Gerät hinbekommen könnte. Meine persönliche Erfahrung ist, dass ich schon Elkos aus Technics Geräten der 90er ausgebaut habe, die immer noch nahezu volle Kapazität hatten. Bei Yamaha Geräten der gleichen Generation musste ich schon mal mehrere tauschen auch wenn sie optisch noch in Ordnung waren. Die meisten Elkos habe ich bisher bei Mainboards aus den 2000er Jahren tauschen müssen, also dem Zeitrahmen aus dem dieser Monitor ist. Grundsätzlich ist der Monitor sehr strukturiert aufgebaut, es gibt eine Platine wo die Elektronik sitzt, schön mit Beschriftung, was wofür zuständig ist und dann gibt es noch eine Platine, die für die Steuerung der Kathode zuständig ist. Wie würde denn jemand, der vielleicht mal Radio- und Fernsehtechnik gelernt hat, an so etwas ran gehen? Danke vorab für eure Beiträge! Viele Grüße, Patrick
Ans Netz mit der Kiste! Die Elkoplage betraf solcherlei Elkos, die dort verbaut sind, nicht.
Ich würde eine 40-60W-Glühlampe zur Strombegrenzung vorschalten.
https://support.industry.siemens.com/cs/document/109810859/sinamics-g180-formierung-der-zwischenkreiskondensatoren?dti=0&lc=de-DE Es gibt Empfehlungen für Frequenzumrichter die längere Zeit nicht am Netz waren. Die kann man sicher auch für deine Kondensatoren anwenden. Gemacht hab ich das allerdings bisher nur bei Geräten über 50KW. Daher denke ich auch das die Glühbirnen Variante aus dem Vorpost schon das höchste der Gefühle ist.
Patrick K. schrieb: > Ilyama S902 JT Blöder Tip. Wenn der Monitor um eine automatische 110/230V Umschaltung verfügt, hast du danach Elekonikschrott. Leider sagt IIjama beim Manual 404.
Michael B. schrieb: > Wenn der Monitor um eine automatische 110/230V Umschaltung verfügt, hast > du danach Elekonikschrott. > > Leider sagt IIjama beim Manual 404. Ich hab das User Manual hier liegen. Das gibt bei der Eingangsspannung 100-240VAC an. Scheint also als gäbe es dort einen Schaltkreis, der das regelt. Hier kann man das Service Manual runterladen (leider ohne Parts List): https://elektrotanya.com/iiyama_vision_master_451_s902jt.pdf/download.html Laut diesem PDF scheint es aber zumindest Sicherungsmaßnahmen gegen Überspannung zu geben: --- To prevent damage to the monitor, X-ray radiation etc., the POWER FACTOR and the MAIN POWER circuits stop in the following cases: +16V line: The voltage exceeds 23V. +8.5V line: The voltage exceeds 15V. +400V line: The voltage exceeds 460V. Variable B voltage line: The voltage exceeds 200V. X-ray protection circuit: The voltage exceeds 30kV. Arc limit circuit: The beam current exceeds 2.9mA ---
Paul B. schrieb: > https://support.industry.siemens.com/cs/document/109810859/sinamics-g180-formierung-der-zwischenkreiskondensatoren?dti=0&lc=de-DE > > Es gibt Empfehlungen für Frequenzumrichter die längere Zeit nicht am > Netz waren. Die kann man sicher auch für deine Kondensatoren anwenden. > Gemacht hab ich das allerdings bisher nur bei Geräten über 50KW. > > Daher denke ich auch das die Glühbirnen Variante aus dem Vorpost schon > das höchste der Gefühle ist. Liest sich interessant aber wüsste ich jetzt auch nicht wie ich das mit dem Monitor machen könnte. Da müsste ich vermutlich mit dem Labornetzteil die zu erwartenden Spannungen anlegen und dann bräuchte es vermutlich auch mehr als eins, um alle Spannungen abzubilden.
Habe nur das pdf-Manual für den S902UT (Vision Master 1451) gefunden: https://iiyama.com/gl_en/products/ls902ut-vision-master-1451 siehe auch im Anhang, dort sind auch 100-240VAC max 130 Watt (Weitbereich) angegeben. Der Hersteller heißt nicht ILYAMA, sondern IIYAMA (iiyama) https://de.wikipedia.org/wiki/Iiyama_(Unternehmen) benannt nach der Stadt https://de.wikipedia.org/wiki/Iiyama_(Nagano) in der Präfektur Nagano.
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Patrick K. schrieb: > Hier kann man das Service Manual runterladen Ok, das Ding hat eine PFC Schaltung, also keine Umschaltung wie https://www.st.com/resource/en/datasheet/avs12cb.pdf
Paul B. schrieb: > Es gibt Empfehlungen für Frequenzumrichter die längere Zeit nicht am > Netz waren. Die stammen aus alten Tagen, als Elkos noch andere Elektrolyten hatten. Seit gut 30 Jahren werden solche Elkos nicht mehr hergestellt, aber das ist für die Ersteller solcher Anleitungen zu unsicher...
Vorab: mein Vorschlag ist nicht durch Literatur belegt, ist also wegen moderner Elektrolyte möglicherweise unnötig, ist aber einfach durchzuführen. Das langsame Erhöhen der Versorgungsspannung wie es bei alten Röhrengeräten geraten wird, ist bei Geräten mit Schaltnetzteil nicht ratsam, weil das dort zu Überstromschäden im Primärteil führen könnte und sich die Sekundärspannung nicht genauso langsam erhöht. Elkos mit abgebauter Formierung haben anfangs einen höheren Leckstrom, der sich unter Spannung zwar schnell abbaut, aber theoretisch bei zu schnellem Druckaufbau zum Platzen führen könnte. Deshalb rate ich ein Gerät zuerst nur unter einer Sekunde einzuschalten und dann eine Minute zu warten. Dann etwas länger einschalten und wieder eine Minute warten. Und so weiter. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit eines unmittelbar zum Platzen führenden zu starken Druckanstiegs, weil die Formierung mehr Zeit hat sich wieder aufzubauen.
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Aus eigener Erfahrung: Die Inbetriebnahme eines CRT Monitor (19 Zoll, monochrom) einer ca. 35 Jahre alten Siemens Workstation war problemlos. Der Monitor war eingelagert und mindestens 25 Jahre nicht in Betrieb. Sicherheitshalber erfolgte das erste Einschalten an einem Trenn-/Stelltrafo, das aber hauptsächlich um zu vermeiden dass eventuell die Sicherung der Netzsteckdose auslöst (der Trenn-/Stelltrafo ist niedriger abgesichert).
Patrick K. schrieb: > Liest sich interessant aber wüsste ich jetzt auch nicht wie ich das mit > dem Monitor machen könnte. Da müsste ich vermutlich mit dem > Labornetzteil die zu erwartenden Spannungen anlegen und dann bräuchte es > vermutlich auch mehr als eins, um alle Spannungen abzubilden. Das ist ein Computermonitor. Die einzige Röhre darin ist die Bildröhre. Da braucht nichts formiert zu werden. Wenn Du mal einen Grundig Zauberspiegel von 1950 restaurierst, dann kannst Du Dir über solche Dinge Gedanken machen.
Wenn der Monitor sowieso eine Aktive PFC hat, hilft alles nix was du vor dem Netzeingang machst. Egal ob Stelltrafo oder Glühbirne, die Elkos nach der PFC kriegen ihre Sollspannung. Ich würde den einfach anstecken.
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