Ich habe hier vermutlich den Empfänger (BC-433) der Radiokompassanlage (SCR-269) die in vielen verschiedenen Flugzeugen der Amerikaner im 2.WK eingebaut war.
Wenn man sich das Gerät anschaut ist es vermutlich umgebaut worden um es mit gewöhnlicher Netzspannung zu betreiben. Man sieht auf den Fotos ein nachträglich eingebauten Trafo und Netzstecker (Wehrmacht). Es wurde außerdem eine komplette Frontblende angefertigt, um die sonst woanders liegenden Bereichsumschalter kompakt in einen Gerät zu haben.
Mir stellt sich nun die Frage ob das vor oder nach dem Krieg passierte. Das sieht alles ziemlich ordentlich gemacht aus. Die Zivilbezeichnungen der Militärröhren wurden mit ein Elektroschreiber daneben beschriftet.
Gibt es jemanden der mir mehr darüber berichten kann? Wurde sowas früher öfter gemacht? Ich konnte bisher leider nichts feststellen.
Früher wurde das ausgediente Militärmeterial als sogenannter "Surplus" vielfach an Bastler und Dabei Anateurfunker verkauft. Ein Beispiel war die Firma Helmut Singer in Aachen, da gab es ganze Kataloge mit Gebrauchttechnik. Nach den Krieg und nochmal nach der Wende war besonders viel, quasi in Massen verfügbar. Wobei Fa. Singer erst seit den Achtziger Jahren aktiv war, also sehr viel NATO und Ostblock oder auch Schweizer Geräte verkaufte. Dort legten sie sogar Umbauanleitungen bei.)
Früher wurde das ausgediente Militärmeterial als sogenannter "Surplus"
vielfach an Bastler und Dabei Anateurfunker verkauft. Ein Beispiel war
die Firma Helmut Singer in Aachen,
Voelkner in Braunschweig, Ernst-Amme-Str auch: Ganze Tische mit gruenen Geraeten. Aber im wesentlichen Funk, und das war nicht meine Welt.
Straffe Sache!
Was macht so ein Ding heute, wenn man es einschaltet? Tut sich da irgendwas? Piept, zappelt?
Auf jeden Fall lehrreich in Sachen erschütterungsfreie Verdrahtung.
Straffe Sache!
Was macht so ein Ding heute, wenn man es einschaltet? Tut sich da
irgendwas? Piept, zappelt?
Auf jeden Fall lehrreich in Sachen erschütterungsfreie Verdrahtung.
Da tut sich nichts mehr. Es fehlt ja auch einiges. Man könnte ihn als Langwellen bzw. Mittelwellenempfänger nutzen (200-1750khz).
Ich überlege ihn wieder dementsprechend herzurichten aber das ist schon eine Herausforderung.
Auf jeden Fall! Mir fehlen leider fast alle Röhren, ein paar habe ich noch. Ich muss mich mal mit den Schaltplänen beschäftigen. Das Gerät war sicher das letzte Mal in den 50ern bzw. 60er Jahre in Betrieb.
Ich habe meine alten Singer-Kataloge noch nicht entsorgt:
5100 Aachen
Sonderliste_19, Juni 1986
Sonderliste_18, ohne Datum
Sonderliste_17, Aug. 1985
Sonderliste_16, ohne Datum
Sonderliste_15, Juni 1985
Sonderliste_14, Dez. 1983
Sonderliste_13, Juni 1983
Sonderliste_12, Nov. 1982
Funktechnik --, Juni/Aug 1982
Klinkenberg 27211 Bassum
Postleitzahlen 5-stellig ab 1993
(https://de.wikipedia.org/wiki/Postleitzahl_(Deutschland)
4055 Niederkrüchtern:
Lagerliste_17, ohne Datum
Lagerliste_15, ohne Datum
Lagerliste_14, ohne Datum
Lagerliste_13, ohne Datum
Lagerliste_12, (1983)
Lagerliste_11, ohne Datum
Lagerliste_10, ohne Datum
Wenn man sich das Gerät anschaut ist es vermutlich umgebaut worden um es
mit gewöhnlicher Netzspannung zu betreiben. Man sieht auf den Fotos ein
nachträglich eingebauten Trafo und Netzstecker (Wehrmacht).
Mir stellt sich nun die Frage ob das vor oder nach dem Krieg passierte.
Das sieht alles ziemlich ordentlich gemacht aus.
...
Gibt es jemanden der mir mehr darüber berichten kann? Wurde sowas früher
öfter gemacht? Ich konnte bisher leider nichts feststellen.
Scherz beiseite, ich glaube nicht, das noch irgenjemand lebt, der zu dieser "Sonderanfertigung" was Belastbares sagen könnte.
Das mit dem "Netzumbau" wäre auch zu hinterfragen, in der Fliegerei hat man gern 400 Hz Bordnetz (wegen den kleineren Übertragern) und nach Frequenzumrichter sieht mir das nicht aus. Kann aber sein, das die Frequenz hier eher unwichtig ist
.
Im Dritten Reich ist das Kampfgeschwader 200 mit ausländischen Modellen geflogen, die hatten in Eberswalde-Finow ihre Umrüstwerft. Ansonsten gab es aber damals in jeder Stadt eine Elektrowerkstatt, die sowas konnte und Flugplätze auch fast soviel wie heute McDonalds Filialen ;-). Ein Blick auf die zugehörige Antennentechnik wäre auch hilfreich um die letzte Funktion der Gerätschaft erahnen zu können.
Vielleicht kann noch einer aus der Generation Flakhelfer dazu sagen, aber die wären heute 100 Jahre alt.
IMHO nur noch als Anschauungsobjekt in Sachen Chassisbauweise nutzbar, angesichts des Fehlens jeder Röhre halte ich eine Wiederinstandsetzung auch wegen der speziellen Funktion für zweckfrei.
Scherz beiseite, ich glaube nicht, das noch irgenjemand lebt, der zu
dieser "Sonderanfertigung" was Belastbares sagen könnte.
Das mit dem "Netzumbau" wäre auch zu hinterfragen, in der Fliegerei hat
man gern 400 Hz Bordnetz (wegen den kleineren Übertragern) und nach
Frequenzumrichter sieht mir das nicht aus. Kann aber sein, das die
Frequenz hier eher unwichtig ist
Das müsste schon so passen. Ich glaube original sitzt da ein kleiner Umformer.
Antennentechnik ist leider nichts mehr vorhanden.
Es gibt sogar eine Dienstvorschrift für damals erbeutete Geräte. Die nennt sich D50/13 Kennblätter fremden Geräts. Darin konnte ich das Gerät leider nicht finden.
Auf jeden Fall könnte ich mir vorstellen das man das genutzt hat um Versuche anzustellen, wie man das Signal beeinflussen bzw. stören kann.
Auf jeden Fall könnte ich mir vorstellen das man das genutzt hat um
Versuche anzustellen, wie man das Signal beeinflussen bzw. stören kann.
Hm, mein erster Gedanke war eher, das der Radiokompass (am Boden) anzeigte, das ein Bomberstrom grad auf einem Peilstrahl unterwegs war und das sich die Bedienmannschaften an der Fliegerabwehr schon mal bereit machen können (deshalb der Hinweis auf die Generation Flaghelfer (Jahrgang 1926)).
Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Passage im Jugendbuch "Die Abenteuer des Werner Holt" (1960) bei der berichtet wird, wie zwei Flakhelfer die Infos über die Luftlage abhören und weitergeben.
Es wäre schon gut zu wissen, wie und wo das Gerät Deutschland erreicht hat und auf welchen Weg es letzlich zum TO gekommen ist.
Das kann von einem Absturz/Notlandung geborgenes Gerät sein, das sich ein Schrotthändler unter den Nagel gerissen hat. Das kann über eine zentrale Instandsetzungstelle passiert sein. Oder irgendwie offiziell nach dem Krieg. Und ja, auch die Sowjetunion hat im Rahmen von Lend&Lease damals offiziell Flugzeug-Equipment bekommen. Berlin Blockade und Luftbrücke wäre auch noch so 'ne Idee/Spekulation. (https://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4rhistorisches_Museum_Flugplatz_Berlin-Gatow)
Im Umfeld des Deutschen Museums in München gibt es einiges KnowHow an Weltkriegsfliegern, ich bezweifle aber das die sich mit sowas wie einem extrahierten Radio-Kompass ausgehen.
Wäre es ein reines Funkgerät, hätte man über einen reiferen Funkamateur 'ne Chance mehr zu fahren. Mir hatt mal einer erzählt, das deren erste KW-Station gerätetechnisch aus einem Weltkriegspanzer stammte. Aber an einer Navigationsanlage in einem Flieger wären da lediglich die Röhren von Interesse.
Leute, Euch geht da etwas sie Phantasie durch. Am wahrscheinlichsten ist, dass das Gerät einige Jahre nach Kriegsende regulär ausgemustert, und durch einen Funkamateure als Empfänger modifiziert wurde. Da war es üblich, den Einankerumformer oder ein eventuelles Spezialnetzteil gegen einen Netztrafo zu tauschen.
Leute, Euch geht da etwas sie Phantasie durch. Am wahrscheinlichsten
ist, dass das Gerät einige Jahre nach Kriegsende regulär ausgemustert,
und durch einen Funkamateure als Empfänger modifiziert wurde.
Ick wees ja nich, für 'nen Amateurfunker, der erst ab 1949 langsam wieder legal funken durfte (vorher mussten sogar Brieftauben abgegeben werden), ist das 160m Band nicht sonderlich attraktiv (falls es damals überhaupt den Funkamateuren zugeteilt war) und als MW-Empfänger gab es noch genug Volksempfänger oder Röhrenradios, die nicht nur kleiner und hübscher sind sondern oft auch mit eingebauter Antenne daher kommen.
Aber ohne Kenntnis der Provenienz bleibt nur Spekulation.
Aber ohne Kenntnis der Provenienz bleibt nur Spekulation.
So ist es leider. Habe heute mal beim Museum für Kommunikation in Berlin nachgefragt. Deren Experte ist leider nicht im Haus und können auch nicht weiterhelfen.
Oder, ganz eigene Geschichte, da bin ich mal vor Jahrzehnten in ein Motoradmuseum in Brandenburg gestolpert, das einen Motor aus einem WWII-Bomber ausstellte und deren Chefin mir erzählte wie sie den privat aus einem See (?Glindower See?) bargen und dessen Geschichte recherchierten. Das war wohl was Zweiradmuseum in Werder, das 2012 aufgelöst wurde. Eventuell ist da einiges ins Luftfahrttechnische Museum in Rechlin gegangen: https://www.luftfahrttechnisches-museum-rechlin.de/aktuelles/details-zu/bergung-b-17-motor-aus-der-mueritz.html Das Museum in Rechlin ist ca 130 km N v. Berlin.
Viel Glück bei der Recherche, Flugsicherungs/Navigationstechnik ist IMHO ein recht spannendes Stück Technik/Elektronik-Geschichte.
Aber aus der Zeit sind faktisch keine Zeitzeugen mit diesen speziellen Geräteerfahrungen auffind- oder ansprechbar.