Forum: HF, Funk und Felder WLAN Abbrüche durch NVR?


von Alexander H. (alexander_h732)


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Hallo Leute,

ich habe ein seltsames WLAN-Phänomen auf 2,4GHz. Mein Internet am Kabel 
ist super (10ms latency). Das WLAN steigt leider ständig aus (oft 
150-1000ms latency) und bis zu 50 Aussetzer/Tag.
Die BNETZA war bereits da und hatte am Anfang einen starken Verdacht und 
auch etwas Verdächtiges am Analyzer gesehen.
Der Verdacht ließ sich aber wohl nicht konkret erhärten. Zuerst hatten 
sie breite ca. 0,5s lange Pulse gemessen, die aber wohl im Rahmen von 
WLAN erlaubt wären.
Zudem sei das Signal zu kurz um es zu orten.
Einzige Empfehlung war jetzt selbst aufzurüsten um das WLAN zu 
stabilisieren.
Ein Wechsel auf 5GHz klappt leider aufgrund einiger Geräte systembedingt 
nicht zufriedenstellend.

Dann stellte sich während des Termins heraus:
Ein Nachbar betreibt ein NVR-Videosystem. Dieses scheint eventuell mein 
WLAN unregelmäßig zu stören, was zu WLAN Abbrüchen führt. Aber solange 
es nicht zu stark ist gäbe es keine Handhabe.
Was bereits getestet wurde:
Bei ausgeschaltetem eigenen Router empfange ich das NVR-Netz des 
Nachbarn mit voller Leistung (drei Balken am Iphone).
Direkt am eigenen Router messe ich mit der Umgebungssuche des 
Telekomrouters -65dB des NVRs.
Dieses NVR-Signal dominiert die Umgebung sobald es auftaucht.

Zwischen NVR-Sendeantenne der Kamera des Nachbarn und meinem Router 
liegen knapp 80m und zwei dichte Mauern (keine direkte Sichtverbindung). 
Wenn ich meinen Router mit einer Lage Alufolie komplett einhülle 
(fugendicht umschlossen) messe ich den NVR immer noch mit -74dB.
Was kann das bedeuten?
Also fange ich mir dann leitungsgebundene Störungen über die Kabel ein 
die zum Router führen?

Wer kann hier noch helfen? Die Telekom?
Vielleicht ließt hier ja jemand vom Fach mit.


Viele Grüße und vielen Dank schon einmal
Alex

von Hmmm (hmmm)


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Alexander H. schrieb:
> Zwischen NVR-Sendeantenne der Kamera des Nachbarn und meinem Router
> liegen knapp 80m und zwei dichte Mauern (keine direkte Sichtverbindung).

Alexander H. schrieb:
> Direkt am eigenen Router messe ich mit der Umgebungssuche des
> Telekomrouters -65dB des NVRs.

Das kann schon passen. Wenn seine Aussenkamera mit den maximal erlaubten 
100mW EIRP sendet, kommen an Deiner Hauswand noch bis zu -58dBm an.

Alexander H. schrieb:
> Wer kann hier noch helfen? Die Telekom?

Ein Kanalwechsel. Auf Überlappungen achten (1/6/11 oder 1/5/9/13).

von Alexander H. (alexander_h732)


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Habe alle Kanalvarianten durch. Nichts hilft.

Kann hier jemand (der vielleicht beruflich damit zu tun hat) erklären, 
warum der Router selbst mit Alukäfig das NVR Signal einfängt?

von Cartman E. (cartmaneric)


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NVR benutzt fallweise auch WLAN. Das ist also nix exotisches.
Wenn die Geräte des Nachbarn dein eigenes WLAN wegblasen, dann
hören sie es wohl nicht. Du müsstest also an deinen Router/
Accesspoint parallel(!) eine zweite Antenne anschliessen, die
dein Signal den Geräten des Nachbarn näher bringt.
Es muss das selbe Signal sein, dass du auch im Haus benutzt.
Wenn der Kanal dann durch dich belegt ist, werden sie dann dafür
Ruhe geben.

Zu WLAN-Anfangszeiten konnte ich auf meinem Router 1 mW einstellen,
und hatte eine ausreichende Abdeckung im ganzen Haus.
Daraus sind mittlerweile 6 Accesspoints geworden...
Was zum Teil natürlich auch den wesentlich schnelleren WLAN-Standards
Rechnung trägt.

von Hmmm (hmmm)


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Alexander H. schrieb:
> Habe alle Kanalvarianten durch. Nichts hilft.

Siehst Du denn sein NVR-Zeug auf mehreren Kanälen? Wenn nicht, ist es 
eher unwahrscheinlich, dass es daran liegt - es sei denn, er betreibt 
zusätzlich zum WLAN-Zeug noch analoge Kameras, die senden nämlich auch 
in dem Bereich.

Im 2.4GHz-Band ist heutzutage so viel los, dass Du ernsthaft über einen 
Wechsel auf 5GHz nachdenken solltest, ansonsten musst Du mit Retries 
(und den damit verbundenen Latenzen) leben.

Alexander H. schrieb:
> Kann hier jemand (der vielleicht beruflich damit zu tun hat) erklären,
> warum der Router selbst mit Alukäfig das NVR Signal einfängt?

Deine Alukonstruktion war halt kein perfekter Faradayscher Käfig. Aber 
immerhin 9dB Dämpfung, es blieb also nur noch 1/8 des Pegels übrig.

Sofern Deine "Gegner" WLAN-Geräte sind, ist das Abschirmen ohnehin nicht 
zielführend. WLAN funktioniert am besten, wenn sich alle Teilnehmer 
untereinander hören können, damit sie aufeinander Rücksicht nehmen 
können, Stichwort Hidden-Node-Problem.

Und wenn Du keinen freien überlappungsfreien Kanal findest, solltest Du 
Dich deshalb auf denselben setzen wie das NVR-Gerät, nicht knapp 
daneben.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Hmmm schrieb:

> ... noch analoge Kameras, die senden nämlich auch
> in dem Bereich.

Dagegen hülft es recht wirksam, die Beaconrate der eigenen Accesspoints
auf 21 ms zu stellen. ☺

So eine "Hamsterkamera" ist hier auch mal aufgetaucht.
Und hat mit ihrem Dauerträger mein WLAN gleich ganz abgeknipst.

von Alex Z. (alexander_z49)


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Hallo,

Ich würde als erstes mal mit dem Nachbarn reden, ob er nicht mal seine 
Kameras für 2 Tage deaktivieren kann, damit du testen kannst, ob es 
wirklich daran liegt.

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