Hallo, bei meinem 3phasigen WR darf der cos(Φ) nur 0,9 sein. Der Wechselrichter stellt 10KW max. zur Verfügung. Neben ein paar W in der Grundlast kommt aber der Kompressor der WP als Verbraucher im Notstrombetrieb dazu. Dieser hat aber 0,74 bei einer Wirkleistung von 2,13kW und einer Blindleistung von 1,96kVAr. Muß ich bei dieser Anlage dann noch Kondensatoren einbauen? Und wenn ja, wie berechne ich deren Größe? Die Leistungsaufnahme der WP schwankt auch je nach Temperatur am Eingang der WP zwischen 2 und 2,5kW. Hardy
Was heißt 0,9? Blindanteil bezogen auf die Gesamtscheinleistung von 10kW oder ein maximaler cos(phi) von 0,9 in jedem Leistungspunkt? Falls letzteres sagt Kreiskonstante mal Daumen um die 3 x 7 µF in Dreieck.
Ich bin mir fast sicher dass der WR seinen festen cos(phi) nur liefern kann, wenn er mit dem Stromnetz verbunden ist. Im Inselbetrieb definieren die angeschlossenen Verbraucher den Phasenwinkel.
Martin S. schrieb: > Was heißt 0,9? Φ ist der Phasenversatz zwischen Strom und Spannung. Wenn cos(Φ) gleich 0,9 angegeben ist, beträgt der Winkel also arccos(0,9) = 26°. Nils B. schrieb: > Ich bin mir fast sicher dass der WR seinen festen cos(phi) nur liefern > kann, wenn er mit dem Stromnetz verbunden ist. Begründung? Den Strom zieht der Motor, d.h. der legt den Winkel fest und der WR muss liefern. Wenn angegeben ist, dass der Ausgangsstrom der Ausgangsspannung um maximal 26° nacheilen darf, wird der WR wohl mehr nicht können.
Auf dem Schild des WR steht leider nicht viel: Grid/AC Output -> sollte also auch im Notstrombetrieb gelten @Martin wie kommts Du auf diese Werte?
:
Bearbeitet durch User
Hardy F. schrieb: > auf dem Schild des WR steht leider nicht viel: tip of the day: Beschreibung lesen: https://www.fsp-ps.de/download/ico/390/HPM10-Deutsches_Handbuch-Power_Manager.pdf.pdf Thema: Off-Grid Vielleicht bracht man auch eine Batterie?
Giovanni schrieb: > Vielleicht bracht man auch eine Batterie? Vielen Dank für die übersetzten Handbücher. Aber zu der Phasenverschiebung habe ich nichts gefunden. Das ich einen Akku habe sollte doch klar sein, wenn ich von Notstromversorgung mit dem WR spreche. Aber in der Broschüre sind die Angaben ja lustig: Der Akku mit 85mm² anzuschließen und im WR sind die Verbindungen nur in 35mm² ausgeführt.
Ein paar Fragen...Was ist es für ein Motor? Selbst für einen ollen Induktionsmotor von 2kW scheint mit 0,74 recht niedrig zu sein. Zunehmend üblich ist Inverterbetrieb der WP, d.h. Gleichrichtung + Wechselrichter für den Motor. Hardy F. schrieb: > als Verbraucher im Notstrombetrieb D.h. du willst nur im Fall der Fälle auf den Notstrom gehen, sonst aber netzparallel? Üblicherweise können die WR mehr Blindleistung als angegeben. Bei einem Verhältnis von 10kW zu 2kW würde ich mir da gar keine Gedanken machen und einfach mal probieren, das muss der WR in jedem Fall abkönnen. Max. darf er sich abschalten, aber nicht kaputt gehen. Welcher Wechselrichter genau ist es?
Hardy F. schrieb: > Aber in der Broschüre sind die Angaben ja lustig: Der Akku mit 85mm² > anzuschließen ??? Es steht doch Batteriespannung=48V. Und im Datenblatt: Ladestrom max = 200A. Würde dann etwa 10kW ergeben. Damit sind die 85mm² OK. Die genannten 35mm² konnte ich im Dokument nicht finden. Hardy F. schrieb: > Aber zu der > Phasenverschiebung habe ich nichts gefunden wie schon mehrfach gesagt. Ist egal. Der WP Motor ist 3~400V und wird nur Ein-/Ausgeschaltet. Kein Umrichter. Korrekt?
H.Joachim S. schrieb: > Ein paar Fragen...Was ist es für ein Motor? Selbst für einen ollen > Induktionsmotor von 2kW scheint mit 0,74 recht niedrig zu sein. > Zunehmend üblich ist Inverterbetrieb der WP, d.h. Gleichrichtung + > Wechselrichter für den Motor. Das ist noch eine WP aus dem Jahr 2016, da waren Frequenzumrichter noch nicht so weit verbreitet. > D.h. du willst nur im Fall der Fälle auf den Notstrom gehen, sonst aber > netzparallel? Ja, falls mal der Strom ausfällt soll das ganze Haus versorgt werden. Mit entsprechender Beachtung der Gesamtleistung. Also werde ich dann keine 5 Herdplatten mit den Backöfen nutzen während die WP läuft. > Üblicherweise können die WR mehr Blindleistung als angegeben. Bei einem > Verhältnis von 10kW zu 2kW würde ich mir da gar keine Gedanken machen > und einfach mal probieren, das muss der WR in jedem Fall abkönnen. Max. > darf er sich abschalten, aber nicht kaputt gehen. Ich werde es mal probieren, und hoffen, daß er ganz bleibt. Zur Not habe ich noch eine Hauptplatine mit dazu bekommen. > Welcher Wechselrichter genau ist es? Es ist ein IGrid-TT 10KW
Hardy F. schrieb: > Ja, falls mal der Strom ausfällt soll das ganze Haus versorgt werden. Naja, das ist so ne ziemlich sinnfreie Hoffnung. Klingt gut, ist aber nutzlos. 1 Tag Ausfall können wir aufgrund der Wärmekapazitzät völlig ohne Schmerzen aushalten. Der zweite und dritte Tag mit Pullover und Decke. Dauert es noch länger haben wir ganz andere Probleme als die Heizung. Im Notfall muss nicht das ganze Haus versorgt werden, sondern ein Raum in dem man überleben kann. Üblicherweise wird ein Heizungsnotstand im Winter stattfinden, Solar geht gegen Null, Speicher hilft dann 1 oder 2 Tage, dann ist Feierabend. Die echten Probleme finden im wegfallenden Umfeld statt. Kein Einkauf, kein Licht, kein Sprit, kein Geld. Hilf mit deinem Nostromfähigkeiten den Nachbarn mit Licht und Lademöglichkeiten. Sorg für ne Kochmöglichkeit und warmes Wasser, Vorräte an Essen und Trinkwasser. Ein ganzes Haus notheizen zu wollen ist irgendwie nur sinnlos.
Mein Epever IP-3000 arbeitet laut Handbuch bei einem induktivem cos(phi) zwischen 0.2 und 1. 0.9 sollten daher bei einem üblichen Wechselrichter kein Problem sein. Allerdings ist wichtig, dass die Scheinleistung nicht höher sein darf als die angegebene Maximalleistung. Die Wirkleistung ist dann um den Faktor cos(phi) kleiner.
von Hardy F. schrieb: >Muß ich bei dieser Anlage dann noch Kondensatoren einbauen? Und wenn ja, >wie berechne ich deren Größe? Der kapazitive Blindstrom der Kondensatoren sollte genauso groß sein wie der induktive Blindstrom des Kompressors, dann heben sich die Blindströme auf.
Einfach mal probieren, wenn es nicht geht, wird WR abschalten und eine Fehlermeldung schmeißen.
Hardy F. schrieb: > Auf dem Schild des WR steht leider nicht viel: Da steht eigentlich genug: > Power factor range 0.9 lead-0.9lag Bedeutet für mich nicht, dass er keinen größeren Phasenwinkel kann, sondern ihn nicht will. Ich denke, der WR wird sich <0,9 einfach abschalten.
Günter L. schrieb: > Der kapazitive Blindstrom der Kondensatoren sollte genauso groß > sein wie der induktive Blindstrom des Kompressors, > dann heben sich die Blindströme auf. Vollständige Kompensation vermeidet man, wäre ja genau ein Resonanzkreis.
> Vollständige Kompensation vermeidet man, wäre ja genau ein > Resonanzkreis. Der wäre aber stark bedämpft, daher ist das ziemlich egal. Man kompensiert eher deswegen auf z.B. 0,9, um Aufwand zu sparen.
Giovanni schrieb: > Hardy F. schrieb: >> Aber in der Broschüre sind die Angaben ja lustig: Der Akku mit 85mm² >> anzuschließen > > ??? > Es steht doch Batteriespannung=48V. Und im Datenblatt: Ladestrom max = > 200A. Würde dann etwa 10kW ergeben. Damit sind die 85mm² OK. > > Die genannten 35mm² konnte ich im Dokument nicht finden. Das steht ja auch dort nicht, sondern ist im inneren Verbaut. Der Vorbesitzer scheint die Leistungsgrenze schon mal getestet zu haben, so verkohlt das Kabel aussieht (s. Bild). > Der WP Motor ist 3~400V und wird nur Ein-/Ausgeschaltet. Kein Umrichter. > Korrekt? Ja, nur ein Anlaufstrombegrenzer ist verbaut und nach der Anlaufzeit schließen dort Relaiskontakte den Kompressor direkt an die Phasen an. Ich habe mal die WP direkt an den WR angeschlossen und der lief problemlos an, der WR hat keinen Fehler ausgegeben. Nur die angezeigte Leistungsaufnahme (50V und 50A) passte nicht so ganz zur Scheinleistung, war aber deutlich höher als die Wirkleistung. Über den Sinn oder nicht möchte ich hier nicht weiter diskutieren, so wie unser Stromnetz aufgebaut ist möchte ich vorbereitet sein. Und wenn nur ein Trafo mal abbrennt, wie lange dauert der Ersatz? In unserem Nachbarort buddeln und bauen die schon ein halbes Jahr für einen neuen Trafo ...
Es ist zu beachten, dass einige Motoren schon werksseitig mit Kompensationskondensatoren ausgestattet sind. (Die Trennung nach Licht- und Kraftstrom wie früher gibt es ja nur noch selten heute. Beim normalen öffentlichen Netz ist der cos phi von nahe 1 angestrebt.) Wieviel zusätzlich an Maßnahmen nun beim Betrieb des WR nötig und sinnvoll sind, kannst Du da nachlesen. https://de.electrical-installation.org/dewiki/Ermitteln_des_kapazitiven_Blindleistungsbedarfs ciao gustav
Karl B. schrieb: > Es ist zu beachten, dass einige Motoren schon werksseitig mit > Kompensationskondensatoren ausgestattet sind. Das ist hier definitiv nicht der Fall, der Wert von 0,74 wird vom Zähler angezeigt, der nur den Kompressorstromkreis zählt.
Hardy F. schrieb: > Das steht ja auch dort nicht, sondern ist im inneren Verbaut. Der > Vorbesitzer scheint die Leistungsgrenze schon mal getestet zu haben, so > verkohlt das Kabel aussieht (s. Bild). So würde auch ein hierzulande übliches 90mm² aussehen wenn dessen Crimpung schlecht durchgeführt worden ist. Wenn die Leitung den Strom nit tragen kann wird diese eher in der Mitte, wo weniger Wärme abgegeben werden kann abbrennen. Auf dem Bild gab es eher ein Kontaktproblem im Bereich der Übergänge Leitung - Kabelschuh - Batteriepol(oder was auch immer an der Gegenseite war) Nachtrag: So durchgehend schwarz wie der Kabelschuh ist war die Crimpung fehlerhaft oder bei Herstellung schon deutlich korrodiert. Die Schraube ist ja noch ziemlich heile und hatte wohl versucht die Wärme auf die Gegenseite weiter zu leiten...
:
Bearbeitet durch User
von H. H. schrieb: >Vollständige Kompensation vermeidet man, wäre ja genau ein >Resonanzkreis. Was für ein Nachteil hätte das deiner Meinung nach?
Günter L. schrieb: > Was für ein Nachteil hätte das deiner Meinung nach? Momentane Spannungsüberhöhung zum Beispiel. ciao gustav
von Karl B. schrieb:
>Momentane Spannungsüberhöhung zum Beispiel.
Die Spannung kann nicht größer als die Netzspannung
werden, ist ja im Prinzip ein Parallelschwingkreis
parallel zum Netz. Spannungsüberhöhung könnte nur
bei einen Reihenschwingkreis passieren.
Zum Beispiel bei einen Kondensatormotor der
Anlaufhilfskondensator, der ist in Reihe mit
einer Motorwicklung.
>> Was für ein Nachteil hätte das deiner Meinung nach? > Momentane Spannungsüberhöhung zum Beispiel. Diese "Spannungsüberhöhung" wäre dann aber immer noch weniger hoch, als wenn überhaupt keine Last dranhinge! Grundlagen!!! WIR brauchen dringendst Fachkräfte(iNNEN etc.) SCNR
Günter L. schrieb: > Die Spannung kann nicht größer als die Netzspannung > werden, ist ja im Prinzip ein Parallelschwingkreis > parallel zum Netz. Spannungsüberhöhung könnte nur > bei einen Reihenschwingkreis passieren. >> Wer das abqualifiziert, belegt meine voreingenommene Meinung, dass 'wir' (noch) mehr Fachkräfte(iNNEN etc.) bräuchten. SCNR
Uwe schrieb: > Wer das abqualifiziert, belegt meine voreingenommene Meinung, > dass 'wir' (noch) mehr Fachkräfte(iNNEN etc.) bräuchten. Da bin ich. Hängt von der Größe der Kondensatoren (Qc) ab. Üblicherweise wählt man Qc kleiner als den Blindleistungsbedarf bei Leerlauf. Wenn Qc > Qleerlauf dann kann Folgendes passieren. Motorbetrieb: Wenn der Umrichter auf Störung geht, dann würde die Spannung hoch gehen. Aber das ist auch nicht so tragisch, da die Drehzahl durch die Last schnell absinkt. Daher wird nichts passieren. Falls die Spannung wirklich größer wird, gibt es ja noch die Dioden und die Energie fährt in den Zwischenkreis. Generatorbetrieb: (hier aber nicht das Thema) Ganz schlecht. Durch den schnellen Drehzahlanstieg geht die Spannung hoch. Es gibt einige reale Beispiele von AsynchronGenerator+Kompensation, die nach einer Netztrennung abgebrannt sind. UND überhaupt: wir reden hier von Umrichterbetrieb (also variable Frequenz). Macht die Kondensator-Diskussion ohnehin überflüssig.
Giovanni schrieb: > UND überhaupt: wir reden hier von Umrichterbetrieb (also variable > Frequenz). Macht die Kondensator-Diskussion ohnehin überflüssig. Nein, also meine Frage bezog sich auf das reine ein/aus eines Drehstrommotors ohne FU. Vorgeschaltet ist nur ein Anlaufstrombegrenzer. Aber mit variabler Leistungsaufnahme im engen Bereich (2-2,5kW).
Giovanni schrieb: > UND überhaupt: wir reden hier von Umrichterbetrieb (also variable > Frequenz). Macht die Kondensator-Diskussion ohnehin überflüssig. Es geht um einen Wechselrichter für Not/Inselbetrieb. Das sind 50Hz.
Wenn der Motor samt Kondensatoren am Festnetz hängt, gibt es natürlich keine Spannungsüberhöhung. Wird er abgeschaltet, gibt es ggf. Transienten. Es ist aber in beiden Fällen egal, ob 'vorher', bei 50 Hz, auf 1,0 oder 0,9 kompensiert war.
Hardy F. schrieb: > Muß ich bei dieser Anlage dann noch Kondensatoren einbauen Nein. Der WR produziert den cosphi den die Last erzwingt. ABER: sie kann nur 10kW bis 0.9 liefern, bei schlechtetem cosphi sinkt die abgebare Leistung. Das alles ist irrelevant, da dein 2.13 kW Kompressor auf einer Phase arbeiten wird, da 12.5A zieht UND EINEN ANLAUFSTROM VON 40A hat. Und da schaltet der WR einfach ab und der Kompressor lâuft nicht an. Dein Problem ist der Anlaufstrom, nicht der Blindstrom.
Michael B. schrieb: > Das alles ist irrelevant, da dein 2.13 kW Kompressor auf einer Phase > arbeiten wird, da 12.5A zieht UND EINEN ANLAUFSTROM VON 40A hat. Und da > schaltet der WR einfach ab und der Kompressor lâuft nicht an. Ein Laberkopp wie aus dem Buch....
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.
