Forum: PC Hard- und Software TCP-Ports bei Verbindung zum Server testen


von Jens M. (schuchkleisser)


Lesenswert?

Hallo, Profis,
ich möchte euch mal um Hilfe bitten, weil mein Googlefu keine 
Erkenntnisse gebracht hat.

Folgende Situation:
Ich habe an zwei Standorten jeweils einen Windows-PC, der mit einem 
Router ganz normal an einer Internetstrippe hängt, eine Seite 
Fritzbox/DSL, die andere Glasfaser und dementsprechende Hardware vom 
Provider.
Zwischen den beiden PCs soll eine Verbindung via TCP und UDP bestehen, 
auf einem bestimmten Netzwerkport.
Öffentliche IP und Portweiterleitungen sind da und funktionieren auch 
(mit anderen Diensten).

Auf beiden PCs läuft ein Client, der leider nur anzeigt, das die 
Verbindung über ein Relay des Herstellers läuft, nicht direkt.
Die Firewalls sind angeblich aus- wie eingehend offen (zumindest stehen 
da entsprechende Regeln drin).
Also alles auf "müsste so gehen", tut's aber nicht (richtig). IPs bzw. 
DynDNS ist korrekt, öffentliche IPv4 ohne IPv6/CGNAT passen.

Zur Diagnose suche ich nun eine Möglichkeit, unter Windows auf "meinem" 
PC mittels eines Scanners zu prüfen, welche Ports ich auf einem anderen 
Remotegerät (WAN nicht LAN!) erreichen kann. Evtl. auch "mein Scanner 
pingt zum Test einen öffentlich verfügbaren Server an, der dann sagt 
'hey, du hast mich gerade auf Port 4711 angestupst'".
Ich könnte dann sagen "bei mir geht Port 12345 ausgehend, es liegt an 
deinem Ende" oder eben nicht, dann wüsste ich das bei mir was nicht 
stimmt.
Ich finde aber nur Vorschläge wie ich sehen kann welche Ports auf meinem 
Router zumindest irgendwie beantwortet werden (öffentlicher Server 
scannt meine öffentliche IP) oder wie ich auf meinem PC offene Ports 
anzeigen kann (ein Programm wartet bei mir auf Daten).
Beides liefert im übrigen plausible Info, aber ich weiß halt nicht ob es 
auch ausgehend funktioniert.

Kennt da einer von euch was?

Und nein, VPN ist keine Alternative.

von Fred F. (fred08151)


Lesenswert?

Früher gab es für Windows mal Portscanner wie YAPS (Yet Another Port 
Scanner).
Kann Windows mittlerweile nicht auch Linux ?
Dann mit nmap (IP) -p (Port) -open

: Bearbeitet durch User
von Axel G. (axelg) Benutzerseite


Lesenswert?

Nmap gibt es auch für Windows (mit ein paar Einschränkungen).

Oder du machst mal ein
telnet IP Port
und schaust was zurück kommt.

Habt Ihr keine Lust auf Tunnelverwaltung, oder warum der Gang über 
öffentliche IPs?

: Bearbeitet durch User
von Mario M. (thelonging)


Lesenswert?

Jens M. schrieb:
> Auf beiden PCs läuft ein Client, der leider nur anzeigt, das die
> Verbindung über ein Relay des Herstellers läuft, nicht direkt.

Woher soll der ominöse Client wissen, unter welcher IP die Gegenstation 
erreichbar ist. Üblicherweise sucht solche Software im lokalen Netz per 
Broadcast ein Gegenüber und geht im Fehlerfall über das Gateway des 
Herstellers.

von Hannes J. (pnuebergang)


Lesenswert?

Klingt nach einer richtig schön kaput gehackten Konfiguration wenn VPN 
nicht geht. Ich würde mit dem kleinen Besteck anfangen:

Zuerst natürlich das Multimeter des Networking anklemmen: wireshark. Was 
geht wirklich raus, was kommt wirklich zurück? Dank der 
Paketschnittstelle der Fritzbox auch auf ihrer WAN-Seite, nicht nur im 
LAN.

ping. Ja, ist ICMP, aber zeigt ob da überhaupt was hin und her geroutet 
wird. Wenn nicht irgend welche idiotischen Admins mit im Spiel sind die 
ICMP abgeklemmt haben.

traceroute. Ein richtiges, dass TCP, UDP und Portnummern kann. Nicht das 
dreckelige Windows tracert.

Für TCP auch einfach mal curl. Und mit netcat kann man ebenfalls mal 
remote mit TCP oder UDP anklopfen. Notfalls sogar telnet für TCP.

Dann, und nach reiflicher Überlegung wie man vermeidet vom Provider oder 
Admins auf der anderen Seite eins auf den Deckel zu bekommen, das große 
Besteck: nmap. Aber ehrlich, was soll das bringen? Wenn ich auf port xyz 
will/muss, dann nützt es mir nicht zu wissen dass es auf der anderen 
Seite einen offenen Port abc gibt. xyz muss antworten, und das sagen mir 
die anderen Tools schon. Ja, ich kann nmap auf einen einzigen Port 
ansetzen. Das machen die anderen Tools schon.

: Bearbeitet durch User
von Icke ®. (49636b65)


Lesenswert?

Fred F. schrieb:
> Früher gab es für Windows mal Portscanner wie YAPS (Yet Another Port
> Scanner).

Sowas ähnliches:

https://www.heise.de/download/product/portscan-70308

Jens M. schrieb:
> Öffentliche IP und Portweiterleitungen sind da und funktionieren auch

Fehlt nur noch das Schild "hack me, please..."

von Jens M. (schuchkleisser)


Lesenswert?

Fred F. schrieb:
> Portscanner wie YAPS

Yaps hatte ich vor Jahren mal, aber seit W10 wird der glaub ich vom 
Defender gekillt. Hab ich schon ewig nicht mehr benutzt, da bin ich gar 
nicht drauf gekommen. Muss ich mal ausprobieren, vielleicht ist das 
schon was...
Man sieht manchmal den Wald vor Bäumen nicht...
Ob das ins Internet geht?

Axel G. schrieb:
> telnet IP Port

Da müsste ich ja 65535mal probieren...

Axel G. schrieb:
> Habt Ihr keine Lust auf Tunnelverwaltung, oder warum der Gang über
> öffentliche IPs?

Da ist prinzipiell ein Server, und "eine Menge" Clients, primär Windows 
aber auch Android. Diese Anwendung ist das einzige was so laufen soll, 
alles andere ist Cloud oder normales Internet. Dafür eine VPN-Geschichte 
aufziehen ist zuviel Aufwand.
Zumal es ja eigentlich gehen sollte und auch so gedacht ist, aber aus 
irgendeinem Grund sehen sich die Clients nicht direkt.

Mario M. schrieb:
> Woher soll der ominöse Client wissen, unter welcher IP die Gegenstation
> erreichbar ist.

Das ist schon so vorgesehen: der Hersteller betreibt "Telefonbuchserver" 
und "Relayserver". Die Clients haben IDs, melden sich beim 
Telefonbuchserver, der sagt die Erreichbarkeit des anderen an, die 
Verbindung wird versucht (steht im Log), dann kommt "Client can't be 
reached, trying Relay", und bingo geht, aber eben "Connection is 
relayed".
Angeblich brauchts nur einen eingehenden Port TCP und UDP, und die 
FW-Regeln stehen auch so an beiden Enden.

Hannes J. schrieb:
> Klingt nach einer richtig schön kaput gehackten Konfiguration wenn VPN
> nicht geht.

VPN "ginge", wird aber als zu viel Aufwand nur dafür gesehen.

Hannes J. schrieb:
> der
> Paketschnittstelle der Fritzbox auch auf ihrer WAN-Seite

Uhja, auch ein Tipp den ich testen kann, danke.

Hannes J. schrieb:
> ping. Ja, ist ICMP, aber zeigt ob da überhaupt was hin und her geroutet
> wird

Geht Ping auf einen öffentlichen DSL-Anschluss in die Fritzbox und kommt 
zurück? Kann ich kaum glauben.

Hannes J. schrieb:
> traceroute. Ein richtiges, dass TCP, UDP und Portnummern kann. Nicht das
> dreckelige Windows tracert

Du kennst nicht zuf#llig eins für windows das taugt? Linux kann ich 
nicht so toll...

Hannes J. schrieb:
> und nach reiflicher Überlegung wie man vermeidet vom Provider oder
> Admins auf der anderen Seite eins auf den Deckel zu bekommen

Der Admin auf beiden Seiten ist der gleiche, die Telekom sollte recht 
frendlich sein, der Glasanbieter ist eine kleine lokale Bude die selber 
Nerdet. Das wird kein Problem sein.

Hannes J. schrieb:
> Wenn ich auf port xyz
> will/muss, dann nützt es mir nicht zu wissen dass es auf der anderen
> Seite einen offenen Port abc gibt. xyz muss antworten

Richtig.
Mein Problem ist irgendwo in der Kette:
PC - Router/Firewall/Modem - DSL - Internet - Glas - Medienadapter - 
Router/Firewall - PC
Die regeln sehen gut aus, da steht dementsprechend "Client darf 
jeden:Port erreichen" und "Eingehend Port weiterleiten auf Server".

Da stellt sich mir die Frage:
- Komme ich auf meinem PC gar nicht aus der Windows-Firewall raus? Das 
Relay geht über https, das klappt ja, ist aber sehr langsam.
- komm ich aus meinem Router ins Internet, oder blockt die Firewall?
- Lässt der Provider (an beiden Enden) einen Client eine Verbindung auf 
diesen Port aufbauen? Ist eine nicht-Standard-Nummer...
- Komme ich am anderen Ende auf diesem Port in den Router?
- Oder durch die Firewall?
- Oder bis in den PC, aber nicht durch die Windows-FW?
Wie finde ich das raus?
Wireshark scheint da auskunftsfreudig, aber da muss ich mich ausgiebig 
mit beschäftigen, das ist ja schon was kompliziert...
Ich kann zwar einen Testclient via Teamviewer bedienen, aber ist doch 
schon was mühsam.
Der Android-Client ist leider recht schweigsam, da seh ich nur 
rot/gelb/grün, die Windows-App hat wenigstens so eine Logbuch-Liste, wo 
ich zuindest erahnen kann wie der Partner erreicht wird, mit IPs und so. 
Da seh ich auch die WAN-IP, aber eben "can't be reached".

von Jens M. (schuchkleisser)


Lesenswert?

Icke ®. schrieb:
> Fehlt nur noch das Schild "hack me, please..."

Ach, mal halblang.
Ein spezieller, per SHA gesicherter TCP-Zugang auf einem 
Nonstandard-Port, da geht gar nichts wenn du nicht den richtigen 
Schlüssel hast.
Und mehr als eben dieser Port ist auch nicht auf.
Die Software ist speziell, gegen Fuzzing oder Sicherheitslücken kann man 
nichts machen, aber eine offene SSH oder http dürfte ähnlich gefährlich 
sein.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.