Wir haben 3 Labormessgeräte über Modbus-RTU mit dem PC verbunden - RS485 Schnittstelle. Da wir keine verdrillte Zweidrahtleitung verfügbar hatten, haben wir uns mit einem Zweidraht-Lautsprecherkabel (0,5m²) beholfen. Die Geräte selber stehen nebeneinander (ca. 40 cm voneinander entfernt), der PC steht etwa 3m davon weg. Bislang keinen Abschlusswiederstand, keine verdrillte Leitung. Baudrate ist auf 9600 eingestellt. Der RS485 to USB Konverter kann die Daten offenbar korrekt wandeln und erscheinen auf dem PC bislang soweit wir das überblicken können korrekt. Die Frage ist, sind bei dieser unkonventionellen Konstellation keine Abschlusswiederstände nötig und wie groß müssten die Widerstände bei der Kupferlautsprecherleitung sein(bei dünner verdrillter Leitung sind ja 120 Ohm empfohlen)? Ein Oszi/Logikanalyzer steht uns leider nicht zur Verfügung, um uns die Signalqualität mal anzusehen. Oder wäre ein oder gar 2 Abschlusswiederstände in jedem Falle angebracht? Die Geräte selber haben intern offenbar keine 120Ohm Terminierung (zumindest nicht per Ohmmeter messbar). Wir haben die Geräte untereinander und mit dem PC nicht "busartig" sondern ohne "Schnittleitung" verbunden (s. Zeichnung)- vielleicht ist auch das der Grund, warum es so in der Form funktioniert?
Die RS485 Spezifikation ist da recht eindeutig. Ich sehe keinen Grund dagegen zu verstoßen. Zudem macht es meist Sinn GND mitzuführen und auch anzuschließen.
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Rob R. schrieb: > Die Frage ist, sind bei dieser unkonventionellen Konstellation keine > Abschlusswiederstände nötig Die Leitungslange ist 3m, die Frequenz 10kHz, Oberwelle 30kHz, Wellenlange 10km, die Störungen durch Reflektion wegen falschem Leitungsabschluss sind also langst vorbei wenn das Eingangssignal stabil sein muss. Es geht also auch ohne Abschlusswiderstand. ABER: Ihr habt nur 2 Leitungen, haben denn alle Geräte nahezu dieselbe Masse, durch Verbindung über einen dritten Weg ? Was passiert wenn Geräte abgesteckt oder ausgeschaltet sind, hat dann der Bus seine Vorzugslage (Stopbit). Ein so aufgebautes RS485 Netz zeigt halt manchmal Fehlfunktionen. Ist es wirklich unzumutbar, es ordentlich zu machen ?
Rob R. schrieb: > Die Frage ist, sind bei dieser unkonventionellen Konstellation keine > Abschlusswiederstände nötig ... Michael B. schrieb: > Was passiert wenn Geräte abgesteckt oder ausgeschaltet sind, hat dann > der Bus seine Vorzugslage (Stopbit). Die Vorzugslage wird mehr durch das Bias-Netzwerk bestimmt, nicht durch die Abschlusswiderstände der Leitungen.
Michael B. schrieb: > ABER: Ihr habt nur 2 Leitungen, haben denn alle Geräte nahezu dieselbe > Masse, durch Verbindung über einen dritten Weg ? Die RS485 Schnittstelle der Geräte sieht nur A und B Anschluss vor; ein separater Masseanschluss existiert nicht oder sollten wir einfach die Erde oder Gerätegehäuse als Masse mitziehen. Aber die Geräte selber sind über PN natürlich verbunden, nur der RS485 zu USB Konverter sieht auch keinen GND am Eingang vor. Insofern stellt sich die Frage, welche Masse und wohin damit am RS485 Konverter vor dem PC? > Was passiert wenn Geräte abgesteckt oder ausgeschaltet sind, hat dann > der Bus seine Vorzugslage (Stopbit). Wenn ein Gerät ausgeschaltet ist, haben wir bemerkt, dass die allererste Messung für das Nachbargerät nach dem Ausschalten fehl schlägt. Alle weiteren Messungen sind wieder korrekt (wir messen all 2 Minuten). > Ein so aufgebautes RS485 Netz zeigt halt manchmal Fehlfunktionen. Ist es > wirklich unzumutbar, es ordentlich zu machen ? Was schlägst du vor, wenn wie du selber vorrechnest die Wellenlänge so groß ist, dass eine reflexion keine Rolle spielt in der Konstellation? Du meinst "Schnittleitungen" nutzen und verdrilltes Kabel? Und dann ohne Abschlussiwderstände, die aufgrund der großen Wellenlänge keine Rolle spielen?
Rainer W. schrieb: > Die Vorzugslage wird mehr durch das Bias-Netzwerk bestimmt, nicht durch > die Abschlusswiderstände der Leitungen. Ja: Aktiver RS485 Terminator Googlen. Da gibt es fertige von z.Bsp. Siemens.
Was bedeutet dieser Satz? "Wir haben die Geräte untereinander und mit dem PC nicht "busartig" sondern ohne "Schnittleitung" verbunden"
Nils B. schrieb: > Was bedeutet dieser Satz? > "Wir ... Wen zitierst du da? Warum gibst du die Quelle für das Zitat nicht an? Verwende doch einfach die Forumsfunktion "Markierten Text zitieren". Rob R. schrieb: > Du meinst "Schnittleitungen" nutzen und verdrilltes Kabel? Was meinst du mit "Schnittleitungen"?
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Rainer W. schrieb: > Nils B. schrieb: >> Was bedeutet dieser Satz? >> "Wir ... > > Wen zitierst du da? Warum gibst du die Quelle für das Zitat nicht an? > > Verwende doch einfach die Forumsfunktion "Markierten Text zitieren". > > Rob R. schrieb: >> Du meinst "Schnittleitungen" nutzen und verdrilltes Kabel? > > Was meinst du mit "Schnittleitungen"? Wenn du mit deinem "Zitat" mich meinst, so habe ich mit "Schnittleitung" (ist wohl der falsche Ausdruck, besser wäre wohl "Stich"), die Verbindung zu den Slaves gemeint - ich habe es genauso wie auf der ersten Zeichnung angeschlossen und nicht wie bei einem klassischen Bus. Zum Vergleich nochmal ein Screenshot, der beide Möglichkeiten zeigt - ich habe die erstere gewählt
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RS485 ist, sofern man a) keine besonders langen Übertragungstrecken und b) keine besonders hohen Baudraten betreibt, recht robust; die von manchen gerne herbeizitierten Probleme sind in diesem Fall schlichtweg irrelevant. Aus dem Eröffnungspost erkennt man, daß es nur um ein paar Meter geht, das einzige, was nicht Erwähnung findet, ist die Baudrate, mit der das ganze genutzt werden soll. Wenn das irgendwas unter 115200 Baud ist, muss man sich keine unnötigen Sorgen machen. Anders sieht das ganze aus, wenn mehrere hundert Meter Strecke überwunden werden sollen, und/oder mit deutlich höheren Baudraten gearbeitet werden soll. Aber wenn es nur um ein paar Meter geht, ist es wirklich völlig wurscht, ob man eine Stern- oder Busverkabelung hat.
Rob R. schrieb: > Wenn du mit deinem "Zitat" mich meinst, ... Ja, deshalb steht über dem zitierten Text "Rob R. schrieb", dazu der hinterlegte Link ;-)
Modbus ist bei niedriger Baudrate sehr robust, ich betreibe hier eine Wallbox, 20m vom Master entfernt, angeschlossen über normale Lapp Ölflex Steuerleitung mit 57600 Baud, das funktioniert ohne Probleme.
Christian R. schrieb: > Modbus ist bei niedriger Baudrate sehr robust In der Gebäudeautomatisierung (so heißt "Smart Home", wenn es erwachsen wird), wird Modbus mit tatsächlich niedrigen Baudraten betrieben, und bei den dann üblichen 9600 Baud sind etliche hundert Meter Streckenlänge auch kein Problem, brauchbares Design der RS485-Treiber vorausgesetzt.
Rob R. schrieb: > Die RS485 Schnittstelle der Geräte sieht nur A und B Anschluss vor; ein > separater Masseanschluss existiert nicht oder sollten wir einfach die > Erde oder Gerätegehäuse als Masse mitziehen Schau halt einfach in die Spezifikation der RS485 IC um deinen Irrtum zu bemerken Es braucht einen gemeivsamen Bezug. Rob R. schrieb: > Was schlägst du vor, wenn wie du selber vorrechnest die Wellenlänge so > groß ist, dass eine reflexion keine Rolle spielt Die Reflektion spielt keine Rolle, aber der Massebezug. Will man ihn trotz galvanisch getrennter Endgeräte nicht über eine extra Leitung oder PE herstellen, braucht es halt die Widerstände am RS485. Auch wenn sie nicht 'terminieren'. Hab ich alles schon geschrieben.
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Taeglich gruesst das Murmeltier, sich auf ein rumwabernden Erde-Potential anstatt ein wohldefiniertes GND zu verlassen. Das Forum ist voll mit solchen Threads... Was Impedanz/Reflexionsverhalten einer nach Buch nicht empfohlenen Konfiguration angeht, laesst sich auch gut ein NanoVNA zur Reflexionsmessung missbrauchen. Sollte allerdings explizit auf das Setting im niedrigen Bereich (5-50 khz) kalibriert werden. Ansonsten sind das gut investierte 50.-. Ich wuerde mal sagen, dass deine Anschlussloesung unproblematisch ist - sofern GND mitgezogen.
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