Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Fertige Lösung: Digitalpotentiometer Karte?


von Flöte (nsolo)


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Hallo Zusammen,

für einen Teststand bin ich auf der Suche nach einer weitgehend fertigen 
Lösung mit Digitalpotentiometern bis ca. 20 Kanälen.

Aktuell haben wir ein System mit mechanischen Potis, was nun 
digitalisiert werden soll, dass es über einen PC GUI gesteuert werden 
kann.

Die Potis haben Werte bis 25kOhm, Auflösung sollte vernachlässigbar 
sein.

Kennt jemand fertige Karten, die digital (UART, i2c, SPI, etc) 
angesteuert werden können?

Ich finde hauptsächlich LabView kompatible Karten, die das Budget leider 
sprengen: 
https://wireflow.com/products/interface/c-series/wf-3144-c-series-programmable-resistor-module/

Ich würde mich über Hinweise freuen und hoffe, dass ich initial 
ausreichende Infos gegeben habe.

Vielen Dank im voraus.

von Axel R. (axlr)


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Wieviel Leistung brauchst Du denn? Ich tät solch ein 4er AD5254 
digitalpoti nehmen und davon 4 oder 5 auf eine Platine packen. Leider, 
wenn ich mich errinnere, gibt es die nicht als 25K, sondern nur als 
"BRUZ50", also 50KΩ
https://www.mouser.de/ProductDetail/Analog-Devices/AD5254BRUZ50?qs=NmRFExCfTkHMtUtt5%2Fr1Zw%3D%3D
Anderserseits ist mir etwas "fertiges" auch noch nicht untergekommen.
Maximal ne Relaismatrix, die man über USB erreichen kann. Kostet aber 
auch.
https://www.masla.de/php/relaismatrix64.php
Da gibt es Master und Slave-Karten.
Da kannst Du Dir deine Widerstandsekade vielleicht selbst bauen?
EOL- Teststand  kostet IMMER! Da gibt es kein Budget.

von Flöte (nsolo)


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0,25W reicht vollkommen. Ich vermute auch, dass man um ein eigenes 
design nicht herumkommt. Fertige Arduino Module zu stapeln macht auch 
unnötigen Aufwand.

Vielleicht kommt ja noch jemand vorbei und hat eine coole fertige Lösung 
parat.

Danke Dir.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Flöte schrieb:
> Aktuell haben wir ein System mit mechanischen Potis, was nun
> digitalisiert werden soll, dass es über einen PC GUI gesteuert werden kann.
Dir ist schon klar, dass so ein digitales Poti einen Potentialbezug 
seiner Potianschlüsse zu seinem GND-Pin hat?

Oder andersrum: darfst du die Massen der Potiansteuerung und des 
geheimen "Systems" miteinander verbinden? Sind dann die Potianschlüsse 
alle im laut Datenblatt erlaubten Spannungsbereich?

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Weil ich mir ziemlich sicher bin, dass Loesungen mit Digitalpotis zu 
99.9% von Ahnungslosen gewuenscht werden, wuerde ich niemals so ein 
Produkt damit auf den Markt bringen.
Denn dann muesste ich ja den Ahnungslosen immer erklaeren, dass ihre 
Ahnungslosigkeit dazu gefuehrt hat, dass die Digitalpotikarte leider 
kaputt gegangen ist und nicht schlechtes Design des Herstellers...

Gruss
WK

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Flöte schrieb:
> 0,25W reicht vollkommen.

Das ist in der Welt der digitalen Potentiometer schon viel. Da geht es 
eher um max. 5V und maximale Ströme um 1mA (also maximal 5mW).

Digitale Potentiometer haben einen sehr, sehr begrenzten Einsatzbereich 
und man muss sich der Limits in Sachen Spannung und Strom bewusst sein.

In 99% der Fälle lässt sich ein Poti nicht einfach durch ein Digitales 
ersetzen.

: Bearbeitet durch User
von Flöte (nsolo)


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Lothar M. schrieb:
> Massen der Potiansteuerung und des
> geheimen "Systems"

Das geheime System ist eine Steuerung mit hauptsächlich NTC-5K 
Fühlereingänen zur Temperaturmessung.

Die Steuerung ist mit weiteren Sensoren externer Hersteller verbunden, 
bei denen die interne Schaltung nicht überall bekannt ist. Hier sind es 
auch hauptsächlich Temperaturfühler eingänge, die mech. Poti Beschaltung 
ist die gleiche, daher sollten das Auch NTC-5K Eingänge sein. Weitere 
Beschaltung mit 470k Poti und 10k Vorwiderstand ist aktuell unklar.

Man könnte also je Gerät einen Digitalpoti mit gemeinsamen GND nutzen. 
Soweit zumindest meine Abschätzung auf die Schnelle.

Dergute W. schrieb:
> Produkt damit auf den Markt

Nix Produkt, nix Markt, Bastellösung durch digitale Bastellösung 
ersetzen.

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Flöte schrieb:
> Ich finde hauptsächlich LabView kompatible Karten

Genau das ist der Standard, alles anderen sind Speziallösungen und 
werden noch teurer (ausser Bastelkram 
https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/entwicklerboards_-_digitalpotentiometer_50k-372841 
).

Flöte schrieb:
> 0,25W reicht vollkommen

Mit 'nem Digitalpoti ? Beachte den Schleiferwiderstand.

Flöte schrieb:
> Das geheime System ist eine Steuerung mit hauptsächlich NTC-5K
> Fühlereingänen zur Temperaturmessung.

Kann man nicht einfach ein paar definierte genaue Festwiderstände 
"100°C, 20°C, 0°C" per Reedrelais oder PhotoMOS umschalten ?

https://www.marvintest.com/pxi/Products/PXI-Programmable-Resistor-Board-GX1164-GX1164-Series.aspx

: Bearbeitet durch User
von Bauform B. (bauformb)


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Lothar M. schrieb:
> darfst du die Massen der Potiansteuerung und des
> geheimen "Systems" miteinander verbinden? Sind dann die Potianschlüsse
> alle im laut Datenblatt erlaubten Spannungsbereich?

Der AD5290 mit 10, 50, 100 kΩ verträgt ±15 Volt und dank SPI könnte man 
potentialfreie Potis haben. Oder als Kompromiss: AD5263 mit 20, 50, 200 
kΩ und max. 15 Volt. Bonus: den AD5290 gibt's sogar bei Reichelt.

: Bearbeitet durch User
von Jochen A. (lok01)


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Es gibt auch Potis mit Motor. Wie bei Mischpulten im Audiosektor.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Flöte schrieb:
> Das geheime System ist eine Steuerung mit hauptsächlich NTC-5K
> Fühlereingänen zur Temperaturmessung.
Dann würde ich schauen, ob ich dort einfach eine Spannung einspeisen 
kann. Die kann ich mit einem DAC viel genauer und mit weniger Toleranz 
einstellen als mit den paar Stufen eines Digipots.

Michael B. schrieb:
> Kann man nicht einfach ein paar definierte genaue Festwiderstände
> "100°C, 20°C, 0°C" per Reedrelais oder PhotoMOS umschalten ?
Das würde mir für einen Teststand ausreichen.

: Bearbeitet durch Moderator
von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Flöte schrieb:
> Dergute W. schrieb:
>> Produkt damit auf den Markt
>
> Nix Produkt, nix Markt, Bastellösung durch digitale Bastellösung
> ersetzen.

Ja. Genau. Du suchst eine fertige Loesung. Erinnerst du dich?

Flöte schrieb:
> für einen Teststand bin ich auf der Suche nach einer weitgehend fertigen
> Lösung mit Digitalpotentiometern bis ca. 20 Kanälen.

Was ich damit sagen will: Ich bezweifle, dass es eine fertige Loesung 
fuer dein Problem in Form von irgendwelchen Produkten mit mehren 
Digitalpotis gibt. (Ich bezweifle auch, dass es clever ist, selber 
irgendwas mit Digitalpotis zusammenzuspaxen).

Gruss
WK

von Flöte (nsolo)


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Dergute W. schrieb:
> Ja. Genau.

Missverständnis ausgeräumt, passt.

Ich verfolge mal den Ansatz mit der externen Spannung.

Danke an alle so weit.

: Bearbeitet durch User
von N. M. (mani)


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von Michael B. (laberkopp)


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Flöte schrieb:
> Ich verfolge mal den Ansatz mit der externen Spannung.

Das kann, je nach Gerät (batteriebetrieben ratiometrische Messung) 
entweder erhebliche Ungenauigkeit (Fehler Abhängig von der 
Betriebsspannung) bringen oder eben erfordern die Betriebsspannung 
mitzumessen.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Michael B. schrieb:
> Flöte schrieb:
>> Ich verfolge mal den Ansatz mit der externen Spannung.
>
> Das kann, je nach Gerät (batteriebetrieben ratiometrische Messung)
> entweder erhebliche Ungenauigkeit (Fehler Abhängig von der
> Betriebsspannung) bringen oder eben erfordern die Betriebsspannung
> mitzumessen.

Multiplizierende DACs sind schon erfunden.
Mit im allgemeinen sehr guter Genauigkeit und Auflösung.
Da kann jedes "Digitalpoti" wegtreten. ☺

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