Forum: Markt [S] Reparatur Analog Messwerk Meter


von Paul (97paul)


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Hallo zusammen,
ich suche jemanden der eine Analoganzeige aus ein I 177B Röhrenprüfgerät 
reparieren kann.

Die Spule ist intakt. Der Zeiger ist an einer Stelle abgebrochen und es 
müsste ein neuer angebracht und anschließend ausbalanciert werden.

Vielleicht gibt es hier jemand mit Erfahrung oder kennt jemanden.

0-1,4mA DC
80 Ohm

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Ich habe sowas vor vielen Jahren mal gemacht: Glasstab im Butanbrenner 
erhitzt und auseinander gezogen, bis man einen dünnen Glasdraht hat. 
Entsprechende Länge abbrechen und ankleben, schwarz lackieren.

Ums Austarieren würde ich mir erstmal keine großen Gedanken machen, da 
hast du das Risiko, mehr kaputt zu machen als zu reparieren.  So goldig 
genau wird das Messwerk eh nicht sein, und bei einem Röhrenprüfgerät 
brauchst du keine extrem genaue Anzeige.

von Michael B. (laberkopp)


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Da das Bild ja wohl das defekte Messgerät zeigt, also nur die Spitze 
fehlt: klebe selber einen dünnen draht auf den Zeigerrest.

Ob das dann 'schick' aussieht dürfte  für ein Röhrenprüfgerät egal sein.

von Nick (b620ys)


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Paul schrieb:
> und anschließend ausbalanciert werden.

Das ist nicht so schwierig, kann man selber machen. Wenn man 
systematisch vorgeht sogar erfolgreich. :-)

Mit dem Zeiger selbst kann ich dir nicht weiterhelfen.
Ich hab den Eindruck, dass du eine perfekte Reparatur haben willst.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Ich würde das so benutzen wie es jetzt ist.
Viel besser wird es mit einem drangepappten Zeiger dann auch nicht.

Einen Glaszeiger könnte man natürlich sehr dünn ziehen, und
dann mit einem wenzigen Tropfen am Zeigerrest aufkleben.

Ich habe das mal mit dem Gasherd, mit abgenommenem Brenner
für die Kochtöpfe gemacht. Das war aber noch vor der Umstellung
auf Erdgas. Keine Ahnung wie gut das heute noch geht.

von Paul (97paul)


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Jörg W. schrieb:
> Ich habe sowas vor vielen Jahren mal gemacht: Glasstab im Butanbrenner
> erhitzt und auseinander gezogen, bis man einen dünnen Glasdraht hat.
> Entsprechende Länge abbrechen und ankleben, schwarz lackieren.
>
> Ums Austarieren würde ich mir erstmal keine großen Gedanken machen, da
> hast du das Risiko, mehr kaputt zu machen als zu reparieren.  So goldig
> genau wird das Messwerk eh nicht sein, und bei einem Röhrenprüfgerät
> brauchst du keine extrem genaue Anzeige.

Genau, ich hab da ehern Angst das ich was dabei kaputt mache. Also wird 
dadurch nicht der messwert verfälscht wenn ich es so lasse?

von Nick (b620ys)


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Paul schrieb:
> Also wird
> dadurch nicht der messwert verfälscht wenn ich es so lasse?

Wenn der Zeiger kürzer wird, dann wird er leichter. Folglich musst da 
den neu ausbalanzieren.
Wie viele Gegengewichte hast Du denn? Eines? Das ist dann wirklich 
einfach.

von Paul (97paul)


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Nick schrieb:
> Paul schrieb:
>> Also wird
>> dadurch nicht der messwert verfälscht wenn ich es so lasse?
>
> Wenn der Zeiger kürzer wird, dann wird er leichter. Folglich musst da
> den neu ausbalanzieren.
> Wie viele Gegengewichte hast Du denn? Eines? Das ist dann wirklich
> einfach.

Ich Versuche es mal morgen zu zerlegen und sende dann hier ein Foto 
rein.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Da das Ding eine lineare Skala hat, einfach mal mit einem Poti
einstellbar Strom drauf geben, und mit einem Multimeter vergleichen.
Dann siehst du ja ob es noch einigermassen linear ist, oder unten
zu viel Last dran hängt. ☺

Das würde ich auch vor weiteren Basteleien machen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Paul schrieb:
> Also wird dadurch nicht der messwert verfälscht wenn ich es so lasse?

Mal ehrlich: das Teil ist ein Röhrenprüfer.  Der testet die 
Emmisionsfähigkeit der Katode.  Du hast links einen Bereich, in dem die 
Röhre sicher als "schlecht" erkannt wird, rechts einen, in dem sie 
sicher "gut" ist, dazwischen etwas "Niemandsland".

Wenn sich das alles um ein kleines Stück hin und her schiebt wegen eines 
nicht ganz austarierten Zeigers, was passiert dann?

Wenn der Zeiger links ist: tot, wenn er rechts ist: OK.  Wenn er 
irgendwo in der Mitte ist, musst du eh mit dem Kopf entscheiden, ob du 
die Röhre nun unter "gerade noch brauchbar" oder "gerade so unbrauchbar" 
einstufst.

von Paul (97paul)


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Jörg W. schrieb:
> Paul schrieb:
>> Also wird dadurch nicht der messwert verfälscht wenn ich es so lasse?
>
> Mal ehrlich: das Teil ist ein Röhrenprüfer.  Der testet die
> Emmisionsfähigkeit der Katode.  Du hast links einen Bereich, in dem die
> Röhre sicher als "schlecht" erkannt wird, rechts einen, in dem sie
> sicher "gut" ist, dazwischen etwas "Niemandsland".
>
> Wenn sich das alles um ein kleines Stück hin und her schiebt wegen eines
> nicht ganz austarierten Zeigers, was passiert dann?
>
> Wenn der Zeiger links ist: tot, wenn er rechts ist: OK.  Wenn er
> irgendwo in der Mitte ist, musst du eh mit dem Kopf entscheiden, ob du
> die Röhre nun unter "gerade noch brauchbar" oder "gerade so unbrauchbar"
> einstufst.

OK danke. Da bin ich beruhigt. Ich prüfe mal morgen nach ob das 
abgebrochene stück noch dort auffindbar ist.

von Paul (97paul)


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So schaut das von innen aus. Ich nehme mal an, das dieser Draht der um 
das Zeigerkreuz gewickelt ist, die Gewichte sind? Habe da sonst nichts 
weiter gefunden. Der abgebrochene Zeiger ist nicht mehr auffindbar.

von Cartman E. (cartmaneric)


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Paul schrieb:
> ... Ich nehme mal an, das dieser Draht der um
> das Zeigerkreuz gewickelt ist, die Gewichte sind? Habe da sonst nichts
> weiter gefunden.

Ja.
Links einer und rechts zwei.

Ob du nun daran herummurxen musst, kannst mit einem Linearitaetstest
(s.o.) feststellen. Ich denke, dass das fehlende Teil eher sehr leicht
war...

von Arno R. (arnor)


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Kauf dir doch einfach ein intaktes baugleiches Instrument und tausche 
die Skalen aus, z.B.:
https://www.ebay.com/p/1101646761?iid=177838113750
https://www.ebay.com/p/1101646761?iid=177790813248

von Hans (ths23)


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Jörg W. schrieb:
> Ich habe sowas vor vielen Jahren mal gemacht: Glasstab im Butanbrenner
> erhitzt und auseinander gezogen, bis man einen dünnen Glasdraht hat.
> Entsprechende Länge abbrechen und ankleben, schwarz lackieren.

Noch besser geht das mit einem dünnen Glasröhrchen. Das wird beim 
Ausziehen eine Kapillare. Die taucht man einfach schwarze Tusche oder 
Tinte, wobei sie sich durch die Kapillarwirkung voll saugt. Jetzt kann 
man die Kapillare abbrechen und auf die gewünschte Länge kürzen.
Auf diese Art und Weise habe ich vor langer Zeit mal einen 
Vielfachmesser III (Bunte Kuh) repariert.

Michael B. schrieb:
> lebe selber einen dünnen draht auf den Zeigerrest.
Murks hoch 3

: Bearbeitet durch User
von Hans (ths23)


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Cartman E. schrieb:
> Einen Glaszeiger könnte man natürlich sehr dünn ziehen, und
> dann mit einem wenzigen Tropfen am Zeigerrest aufkleben.
Wenn es im Orginal ein Glaszeiger ist, und so sieht es aus weil 
abgebrochen, dann steckt der in einer Metallhülse - i.d.R. Aluminium. 
Den zieht man da einfach raus und steckt den neu geZogenen einfach rein. 
Klebstoff braucht es da nicht.

Die Fototos hier Beitrag "Re: [S] Reparatur Analog Messwerk Meter" 
zeigen das es so ist, wie ich schrieb. Der Zeiger ist eingesteckt.
Also Kapillare ziehen, diese einfärben, auf Länge bringen, den alten 
Glaszeiger herausziehen und Neuen einschieben.

: Bearbeitet durch User
von Marek N. (db1bmn)


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"Mhos" ist "Ohms" rückwärts gelesen, also der Kehrwert von Ohm, also 
Siemens.
Das Messgerät wird wahrscheinlich die Leitfähigkeit oder Leitwert von 
(destilliertem?) Wasser anzeigen!

von Hans (ths23)


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Marek N. schrieb:
> "Mhos" ist "Ohms" rückwärts gelesen, also der Kehrwert von Ohm, also
> Siemens.
> Das Messgerät wird wahrscheinlich die Leitfähigkeit oder Leitwert von
> (destilliertem?) Wasser anzeigen!

Also zeigt es an, daß man bei der Röhre Wasser auffüllen muß.
Noch meinmal für Dich, das Messwerk stammt aus einem Röhrenprüfer, nix 
destilliertes Wasser.

von Arno R. (arnor)


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Marek N. schrieb:
> "Mhos" ist "Ohms" rückwärts gelesen, also der Kehrwert von Ohm,
> also
> Siemens.
> Das Messgerät wird wahrscheinlich die Leitfähigkeit oder Leitwert von
> (destilliertem?) Wasser anzeigen!

Normalerweise wird damit die Steilheit bezeichnet, siehe Anhang.

von Soul E. (soul_eye)


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Marek N. schrieb:
> "Mhos" ist "Ohms" rückwärts gelesen, also der Kehrwert von Ohm, also
> Siemens.
> Das Messgerät wird wahrscheinlich die Leitfähigkeit oder Leitwert von
> (destilliertem?) Wasser anzeigen!

Nein die Transkonduktanz ("Steilheit") einer Röhre. Das ist die 
Anodenstromänderung pro Gitterspannungsänderung, delta Ia / delta Ug, im 
Arbeitspunkt.

von Paul (97paul)


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Habe gerade mal ein paar Messungen gemacht und an keiner Stelle weicht 
der Wert um mehr als 2,1% ab.

Also alles gut, zum Glück.

von Nick (b620ys)


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Paul schrieb:
> Also alles gut, zum Glück.

Dann spar ich mir die Beschreibung.
Viel Spaß mit der Gerät!

von Paul (97paul)


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Nick schrieb:
> Paul schrieb:
>> Also alles gut, zum Glück.
>
> Dann spar ich mir die Beschreibung.
> Viel Spaß mit der Gerät!

Danke! Muss noch die alten Massewiderstände (hochohmig geworden) und 
papierkondensatoren wechseln. Dann sollte das Teil funktionieren, 
allerdings nur am 110V Trafo. ;)

von Cartman E. (cartmaneric)


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Hans schrieb:
> Cartman E. schrieb:
>> Einen Glaszeiger könnte man natürlich sehr dünn ziehen, und
>> dann mit einem wenzigen Tropfen am Zeigerrest aufkleben.
> Wenn es im Orginal ein Glaszeiger ist, und so sieht es aus weil
> abgebrochen, dann steckt der in einer Metallhülse - i.d.R. Aluminium.
> Den zieht man da einfach raus und steckt den neu geZogenen einfach rein.
> Klebstoff braucht es da nicht.

Nach meiner Erfahrung: Den zieht man da nicht einfach so raus.
Der Zeigerrest war bei meinem Instrument recht gut festgeklemmt,
und der Zeiger direkt über der Aufnahme gebrochen.
Man will ja nicht die Spannbandaufhängung ramponieren...

Die Mühe mit einer Kapillare kann man sich sparen.
Bereits ein wasserfester schwarzer Filzstift reicht, um den
dünnen neuen Zeiger schwarz zu färben.
Im Zweifel, ist ein leichterer und dünnerer Zeiger als das Original
im Vorteil, um das Instrument wieder funktionsfähig zu machen.

"Fixiert" wurde der neue Zeiger mit einem winzigen Tropfen
Spiritus/Kolophoniumlösung. Der Spiritus verzieht sich von allein.
Der klebrige Rest erledigt dann den Rest. ☺


Paul schrieb:
> Habe gerade mal ein paar Messungen gemacht und an keiner Stelle weicht
> der Wert um mehr als 2,1% ab.
>
> Also alles gut, zum Glück.

Gut gemacht.

von Ludwig K. (hellas)


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Die nicht exakte Einstellung der Potis am 177 sorgen für eine  deutlich 
grössere Abweichung, als das Fehlen der 5mm Zeiger.
Nutze die Anzeige so wie sie ist, exakter Ersatz wird schwierig und 
teuer. Investiere lieber in in den Zusatzkasten (MX-949) für europäische 
Röhren, sofern Du den noch nicht hast. Viel Erfolg!

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