Moin, Ich verbrachte heute ein paar Stunden zwei tragbare P70 IBM PCs wieder zum Leben zu erwecken. http://john.ccac.rwth-aachen.de:8000/alf/ps2_p70/ Bei beiden Geräten war der Alps FD ausgefallen. Ersatz ist nur durch Modifikation gewöhnlicher Floppy Laufwerke möglich, weil der 34-Pin Anschluß auch die 5V und 12V Versorgung einschließen. Recherchen ergaben, daß auslaufende Elkos oft die Übeltäter sein könnten. Nach dem Ausbau und Inspektion fielen zwei ausgelaufenen Elkos sofort ins Auge. Auf der Motor LP befinden sich drei bi-polare Elkos und zwei normale SMD Typen in 6x6mm Gehäusegröße. Die bi-polaren Elkos der Ausgangtreiber waren in Ordnung und mussten nicht ausgetauscht werden. Beim Testen fiel mir auf, daß die Drehzahl mit 920rpm wesentlich zu hoch war. (Mit Strobe-Tacho gemessen) Dieser Sachverhalt ließ auf einen Fehler in der Drehzahlerfassung vermuten. Nominal sind bekanntlich 300rpm. Ein kurzer Blick ins Datenblatt des HA13440 ergab, daß die Tachowicklung (LP Spule) über einen Elko an den Steuereingang angekoppelt ist. Nach Austausch lief das Laufwerk sofort wieder einwandfrei und passierte alle Tests der Diagnostik SW. Jetzt laufen beide wieder brav. Der orange Planar Plasma Bildschirm hat auch seinen nostalgischen Reiz. Der ausgelaufene Elektrolyt erschwert das Säubern und Löten beträchtlich. Für mich sind diese alten Schinken noch recht nützlich, weil sie meine CNC Maschine perfekt über den LPT Port betreiben. Auch sind sie ein Stück interessanter Computer Geschichte. Einer der beiden hatte sogar einen 387DX Math-Coprocessor eingesteckt. Der MCA Bus ist natürlich sehr unbequem. Auch due ESDI Festplatten Schnittstelle ist wegen ihrer Seltenheit ein Risiko. Es ist schon erstaunlich, daß diese betagten Computer mit etwas Wartung noch einwandfrei funktionieren können. Wir haben es weit gebracht. Für das Geld, was das damals gekostet hat, kann man sich heute unvergleichlich Besseres kaufen. Einer der P70er hatte noch Win3.1 drauf und sagenhafte 12MB(!) an Arbeitsspeicher. Es funktionierte übrigens noch. Da sind unsere modernen PCs mit 300 mal schnellerem Takt und einige tausend MB mehr an Arbeitsspeicher und 4K Bildschirme schon ein ganz anderes Kaliber. Gerhard
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Gerhard O. schrieb: > Es ist schon erstaunlich, daß diese betagten Computer mit etwas Wartung > noch einwandfrei funktionieren können. DEC hat ihre Computer wie ein Panzer gebaut: Ich habe eine MicroVax II (Baujahr 1984 - 1985) im Buero. Das Gehaeuse ist 1.5mm Blech. Die laeuft immer noch (eine SCSI-Platte ist gestorben, war halt nicht-DEC). Der Price-Tag war auch ca. 32'000Sfr (damals ca. 40.000 DEM)! Dafuer hat das Ding acht Luefter, eine Leistungsaufnahme eines Heizluefters (das Gehaeuse hiess auch Space-Heater), Rechenleistung eines Taschenrechners (OK, ich habe sogar ein Coprozessor) und acht serielle Ports! Wurde fast 10 Jahre fuer Prozesssteuerung und Datenerfassung benutzt. 1995 wurde sie ausgemustert (durch eine VaxStation 4000 ersetzt. Mehr Ompf, weniger Strom, weniger Abwaerme). P.S.: Mein Terminak (DEC VT320) lebt auch noch.
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Sieh Dir noch die Antriebsriemen an und tausche diese ggf. aus. Im Laufe der Jahrzehnte können diese abschlaffen und zu einem klebrigen 'Brei' werden.
Gerhard O. schrieb: > Nominal sind bekanntlich 300rpm Gabs da nicht auch 360rpm bei manchen Ausführungen? Sonst mal wieder ein schöner Reparaturbericht :-)
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Mi N. schrieb: > Sieh Dir noch die Antriebsriemen an und tausche diese ggf. aus. Im > Laufe > der Jahrzehnte können diese abschlaffen und zu einem klebrigen 'Brei' > werden. Die dort verbauten Alps Laufwerke sind Direkt BLDC Antriebe. Den klebrigen Brei kenne ich noch aus alten Philips Bandgeräten und Kasettenrecordern. Ist absolut fürchterliches Zeug.
Matthias S. schrieb: > Gerhard O. schrieb: >> Nominal sind bekanntlich 300rpm > > Gabs da nicht auch 360rpm bei manchen Ausführungen? Sonst mal wieder ein > schöner Reparaturbericht :-) Danke! Da war ich auch neugierig und habe recherchiert. Gibt es, aber jene waren Spezial Anwendungen mit höherer Kapazität. 360rpm Antriebe konnte man auch bei den 1.2MB Fünf Zoll Laufwerken anfinden. Nach Verschwinden dieser Disketten muß scheinbar eine "Dateninflation" stattgefunden haben. Anders kann ich mir die Giga- und Tera Speicher Sucht nicht vorstellen. Vielleicht war das letzten Endes doch nicht so gut;-)
Thomas W. schrieb: > Gerhard O. schrieb: > >> Es ist schon erstaunlich, daß diese betagten Computer mit etwas Wartung >> noch einwandfrei funktionieren können. > > DEC hat ihre Computer wie ein Panzer gebaut: Ich habe eine MicroVax II > (Baujahr 1984 - 1985) im Buero. Das Gehaeuse ist 1.5mm Blech. Die laeuft > immer noch (eine SCSI-Platte ist gestorben, war halt nicht-DEC). Der > Price-Tag war auch ca. 32'000Sfr (damals ca. 40.000 DEM)! > > Dafuer hat das Ding acht Luefter, eine Leistungsaufnahme eines > Heizluefters (das Gehaeuse hiess auch Space-Heater), Rechenleistung > eines Taschenrechners (OK, ich habe sogar ein Coprozessor) und acht > serielle Ports! > > Wurde fast 10 Jahre fuer Prozesssteuerung und Datenerfassung benutzt. > 1995 wurde sie ausgemustert (durch eine VaxStation 4000 ersetzt. Mehr > Ompf, weniger Strom, weniger Abwaerme). > > P.S.: Mein Terminak (DEC VT320) lebt auch noch. Die VAX-11/780 mit VMS BS kannte ich. Hatten wir vor langer Zeit in der vorherigen Firma und durfte in BASIC auf einem Datensichtgerät damit spielen. Damals war das schon Ehrfurcht vermittelnde Technik. Ein Freund von mir war da als die "Respektsperson" dort zuständig. ...
Matthias S. schrieb: > Gerhard O. schrieb: >> Nominal sind bekanntlich 300rpm > > Gabs da nicht auch 360rpm bei manchen Ausführungen? Sonst mal wieder ein > schöner Reparaturbericht :-) So weit ich mich erinnere, bei 5 1/4 Zoll in HD, daher nur 1,2MB statt 1,44MB.
Gerhard O. schrieb: > ... Der MCA Bus ist natürlich sehr > unbequem. Auch due ESDI Festplatten Schnittstelle ist wegen ihrer > Seltenheit ein Risiko. Dann wären ja auch EISA oder die noch viel widerlichere Variante: ISA mit PNP unbequem. Es gibt viele interessante MCA-Adapter: Vom 620 Mbit ATM-Adapter, über die MCA-Variante der ATI Mach32, diverseste SCSI-Adapter aller Couleur, Video-De/Comressoren, auch Netzwerkhardware die bis zu Fast-Ethernet reicht, oder mehrere Ethernetsegmente bedienen kann. In einen X86-Server kann man immerhin sechs davon betreiben, plus 2 PCI(!)-Slots. Dafür braucht man dann aber einen Treiber, für die PCI-Microchannel- Bridge. Eine Wide-SCSI-Adaptec hat das Mainboard schon. Sehr verwunderlich, dass die IBM deinen Kisten kein ED-Laufwerk spendiert hat: "Interfaces (onboard): ... Floppy (1.44M), one internal drive ..." > Es ist schon erstaunlich, daß diese betagten Computer mit etwas Wartung > noch einwandfrei funktionieren können. Gelegentlich lassen sie die "Korken" (Elkos) knallen. ☺ > Wir haben es weit gebracht. Für das Geld, was das damals gekostet hat, > kann man sich heute unvergleichlich Besseres kaufen. Einer der P70er > hatte noch Win3.1 drauf und sagenhafte 12MB(!) an Arbeitsspeicher. Es > funktionierte übrigens noch. Da sind unsere modernen PCs mit 300 mal > schnellerem Takt und einige tausend MB mehr an Arbeitsspeicher und 4K > Bildschirme schon ein ganz anderes Kaliber. Wenn man will, kann man darauf heute noch Bücher setzen, denen man ihre Herkunft nicht ansieht.
Gerhard O. schrieb: > Für das Geld, was das damals gekostet hat, > kann man sich heute unvergleichlich Besseres kaufen. Ich habe mir vor 40 Jahren ein 3.5"-Diskettenlaufwerk gekauft. Volle Bauhöhe (1.6"), 720 kB Kapazität (bei üblicher Formatierung) und sogar ein Kopflademagnet. Das hat 250 DM gekostet - inflationsbereinigt sind das wohl gut 280 Euro.
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Preise von Ende 1986 für Atari ST Diskettenlaufwerke (3 1/2 Zoll): - SF354 (einseitig, 360 KB) DM 598,- - SF314 (zweiseitig, 720 KB) DM 798,- Die Diskettenlaufwerke hatte ein Gehäuse und ein Netzteil war dabei. Quelle: https://stcarchiv.de/st-computer/1986/11/einkaufsbummel
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Tja, dagegen war mein FD1035 (NEC) doch ein Schnäppchen. Allerdings: Ohne Gehäuse, ohne Netzteil und ohne klobiges Rundkabel. Und es brauchte, wie damals üblich, auch 12V Versorgungsspannung; 5-V-only-Diskettenlaufwerke gabs erst später.
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