Forum: HF, Funk und Felder Kurzzeitschwankung DCF77 Frequenznormal Schwille 860


von Wolf17 (wolf17)


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Ich habe hier ein 40? Jahre altes 10MHz DCF77 Frequenznormal von 
Schwille Typ 860.

Damit wollte ich 10MHz OCXOs abgleichen. Leider ist die Frequenz nicht 
kurzzeitstabil. Die Schwankung ist so schnell, dass am Zweikanaloszi 
kein Vergleichsabgleich möglich ist, weil der zweite Wellenzug nicht 
erkennbar läuft, sondern unerkennbar verschmiert.
Laut Spezifikation sollen es bei 10s Mittelung 10ppb sein. Die 
gemessenen etwa 40ppb/10s, wären akzeptabel, aber die schnelle 
Schwankung macht einen Vergleichsabgleich mit Oszi unmöglich.

Frage 1: War dieses Schwanken beim Schwille schon immer so, oder ist das 
durch DCF77 Modulationsänderung gekommen. Ich erinnere mich dunkel an 
einen Artikel vor 10? Jahren, der das behauptet hat, den ich aber nicht 
mehr finde.

Frage 2: Stimmt wenigstens die über lange Zeit gemittelte 10MHz Frequenz 
vom Schwille, oder könnte es einen Offset geben?

Ein PTB Artikel von 2009 geht darauf nur am Rande ein:
https://www.ptb.de/cms/fileadmin/internet/fachabteilungen/abteilung_4/4.4_zeit_und_frequenz/pdf/2009_Bauch_PTBM__DCF77.pdf

"Bei der Nutzung der empfangenen Trägerfrequenz über kurze Messzeiten, 
z. B. bei fester Anbindung eines nachgesteuerten Oszillators mit einer 
Zeitkonstante von wenigen Sekunden, sind die Phasenzeitabweichungen vom 
Mittelwert zu beachten, die durch die pseudozufällige Phasenumtastung 
und durch Ein- und Ausschwingvorgänge der Sendeantenne im Rhythmus der 
Zeitsignale verursacht werden."

Auch die Senkung der Restamplitude in den AM-Sekundenmarken von 25 auf 
15% könnte eine Ursache sein.

: Bearbeitet durch User
von Al (almond)


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Die Kurzzeitstabilität von DCF77 ist wegen der Ausbreitungsbedingungen 
auf Langwelle generell nicht ausreichend kurzzeitstabil. Seit 1983 ist 
der Träger auch noch mit 15,6 ° PSK phasenmoduliert. Auch die Auslenkung 
der vertikalen Draht-Antenne bei Wind verursacht eine ungewollte 
Phasenmodulation. Ein Frequenznormal braucht am besten einige Stunden 
Einlaufzeit, um die geforderte Stabilität (relative Genauigkeit") zu 
erreichen.

Ein Fehler in dem betagten Schwille Empfänger kann natürlich nicht 
ausgeschlossen werden.

: Bearbeitet durch User
von Mobile (mobileteser)


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Eigentlich synchronisiert man mit DCF 77 einen 10 MHz Quarz. Das DCF 77 
Signal hat die Aufgabe die Alterung des Quarzes zu kompensieren. Dazu 
braucht es einen hochwertigen, kurzzeitstabilen Quarzosillator mt einer 
sehr langen Regelzeit.

von Wolf17 (wolf17)


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Al schrieb:
> Ein Frequenznormal braucht am besten einige Stunden
> Einlaufzeit, um die geforderte Stabilität (relative Genauigkeit") zu
> erreichen.
Das Schwille ist nach einigen Minuten eingeschwungen. Die Innstabilität 
wird unabhängig von Wetter oder Tageszeit auch nach >24h nicht besser.
Mobile schrieb:
> Das DCF 77
> Signal hat die Aufgabe die Alterung des Quarzes zu kompensieren. Dazu
> braucht es einen hochwertigen, kurzzeitstabilen Quarzosillator mt einer
> sehr langen Regelzeit.

Leider beantworten diese richtigen, aber allgemeingültigen Hinweise 
nicht meine Fragen, ob das Schwille das früher nicht machte, oder ob mit 
einem Offset zu rechnen ist.

von Dieter S. (ds1)


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Offensichtlich scheint das Signal des SCHWILLE DCF 77 TYPE 860 bei einem 
älteren Test auch beim Vergleich mittels Oszilloskop stabil gewesen zu 
sein:

www.pa0fri.com/Diversen/Frequency standard/Frequency standard-eng.htm

: Bearbeitet durch User
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