Mal wieder ein kleines Werkzeug, welches das Bastlerleben erleichtern kann. In der einen oder anderen Form sicherlich bekannt und benutzt. Da ich zum schnellen Entgraten von Bohrungen meist einen Metallbohrer verwende, hatte ich immer das Problem, dass sich der blanke Bohrer schlecht halten ließ. Extra zur Bohrmaschine laufen, wegen ein, zwei Entgratungen widerspricht dem natürlichen Verhalten jedes Bastlers. Die interessanteste und auch teuerste Variante, ist das "Handspannfutter Ei" aus der Schweiz für 29,50 CHF (zzgl. Versand, Mwst. und Zoll). Die preiswertere, und meiner Meinung nicht schlechtere, Variante besteht aus einem Schnellspannfutter bis 10mm Spannweite und einem darin mit Epoxidharz eingeklebten Vergaserschraubenzieher. Vorzugsweise sollte Schraubenzieher ein Querloch im Griff haben, um einen Stab zur Krafterhöhung durchstecken zu können. Durch die Verwendung des Vergaserschraubenziehers mit seinem relativ kugeligen Griff, lässt sich das eingespannte Werkzeug (z.B. der Bohrer) besser und kraftvoller führen. Bei den von Walter T. (nicolas) gezeigten Werkzeugen, stellt sich u.a. oft die Lebensfrage „Wo ist der Bohrfutterschlüssel?“.
Hartmut K. schrieb: > zum schnellen Entgraten von Bohrungen meist einen Metallbohrer > verwende Rattermarken sind ja ein Qualitätsmerkmal! Zum schnellen Entgraten: https://www.hoffmann-group.com/DE/de/hom/p/838960- Gibts auch als Nachbau und billiger.
Nick schrieb: > Hartmut K. schrieb: >> zum schnellen Entgraten von Bohrungen meist einen Metallbohrer >> verwende > Rattermarken sind ja ein Qualitätsmerkmal! Quatsch, bei Handbetrieb geht das ohne Rattern. Es gibt auch Dreischneider-Senker fertig mit Handgriff, nutze ich recht gerne, ähnlich https://www.hoffmann-group.com/DE/de/hom/p/150400-12%2C4 In der Tischbohrmaschine sind Lochsenker sicherer, ob die per Handgriff funktionieren, müsste man probieren. > Zum schnellen Entgraten: > https://www.hoffmann-group.com/DE/de/hom/p/838960- > Gibts auch als Nachbau und billiger. Diese gebogenen Messerchen in der sich drehenden Aufnahme erfordern Gefühl und Erfahrung, setze ich nur selten ein.
Manfred P. schrieb: > Diese gebogenen Messerchen Schau dir das Bild und die Folgebilder nochmal genauer an. Da ist auch ein Kegelsenker dabei. Die gebogenen Messer sind für große Bohrungen so über 10 mm oder für Kanten. Manfred P. schrieb: > Quatsch, bei Handbetrieb geht das ohne Rattern. Bohrer haben genau die richtige Geometrie zum Senken. Darum heißen sie ja auch Bohrer und nicht Senker. Manfred P. schrieb: > Es gibt auch Dreischneider-Senker fertig mit Handgriff, Die Kurbelsenker von Noga sind 17 mal schneller.
Für die Schweizer Mitleser (Lieferung nur in die Schweiz!): Der praktische "Handbohrgriff von Selva" ist hier gerade als Einzelstück für 1,20CHF zu bekommen plus 9CHF Spedition. https://www.ricardo.ch/de/a/handbohrgriff-1255304782/ Der kostet sonst 33€. Meiner spannt 0,7 bis 9,5mm, die Hohlachse hat eine 7mm Bohrung.
Hartmut K. schrieb: > "Handspannfutter Ei" Ein Anbieter (https://praktischewerkzeuge.ch/praktische-werkzeuge/hand-spannfutter-ei-27.182.00)? Keine weiteren Angaben wie maximal spannbarer Schaft. (zu dem Suchwort "Handspannfutter Ei" liefert meine Suchmaschine Dreibackenfutter etc. Da kann ich auch eine Gewinderatsche nehmen. Die Senker mit integriertem Griff bekomme ich sogar im lokalen Baumarkt. Und ab einer größeren Anzahl zu entgratener Bohrungen nehme ich einen Querlochsenker im Akkuschrauber oder die Standbohrmaschine.
Rahul D. schrieb: > Und ab einer größeren Anzahl zu entgratener Bohrungen nehme ich einen > Querlochsenker Die Querloch"senker" taugen nur, wie du schreibst, zum entgraten. Wirklich senken kann man damit nicht. Sie sind gut zum entgraten von Löchern in - hauptsächlich - Blech.
Nick schrieb: > Die Querloch"senker" taugen nur, wie du schreibst, zum entgraten. > Wirklich senken kann man damit nicht. > Sie sind gut zum entgraten von Löchern in - hauptsächlich - Blech. Das ist nicht richtig. Querlochsenker erzeugen saubere, grat- und ratterfreie sowie (einfacher) zentrische Senkungen. Besonders auch in weichen Werkstoffen wie Holz, Kunststoff, Alu. Uwe
Uwe B. schrieb: > Das ist nicht richtig. Für dich, das mag sein. > Querlochsenker erzeugen saubere, grat- und ratterfreie sowie (einfacher) > zentrische Senkungen. Schau dir mal die Geometrie der Querlochsenker an. Die haben keinen Freiwinkel, also können sie auch nicht ins Material eindringen. Sie können nur den Grat wegschaben.
Nick schrieb: > Schau dir mal die Geometrie der Querlochsenker an. Die haben keinen > Freiwinkel, also können sie auch nicht ins Material eindringen. Sie > können nur den Grat wegschaben. Sie schaben nicht, sie schälen. https://www.youtube.com/watch?v=ksni3w_WPu4 Uwe
Uwe B. schrieb: > Sie schaben nicht, sie schälen. Das ist ein schälender Schnitt: https://www.youtube.com/watch?v=tidkkYcArio Charakteristisch daran ist, dass der Span an den Rändern Null dick ist und zur Mitte hin dicker wird. Das erreicht man durch eine gekrümmte Schneide (Krümmung senkrecht z. Werkstückoberfläche) und dass die Schneide schräg zur Bewegungsrichtung steht. Was du zeigst, hat einen gleichmässig dicken Span.
Gute Ideen werden immer wieder neu gemacht! Die im Bild ist schon etliche Jahre älter (sieht man am Holzgriff) und nicht von mir. Das Bohrfutter stammt von einem kaputten Akkuschrauber.
Nick schrieb: > Charakteristisch daran ist, dass der Span an den Rändern Null dick ist > und zur Mitte hin dicker wird. Interessante Definition > Was du zeigst, hat einen gleichmässig dicken Span. Was ja eigentlich nach deiner Vorstellung garnnicht funktionierem kann "weil der Senker nicht ins Material eindringen kann" %-( Kleiner Hinweis: Querlochsenker sind (ganz) leicht exzentrisch geschliffen. Uwe
Nick schrieb: > Sie können nur den Grat wegschaben. Du hast noch nie mit einem Querlochsenker gearbeitet.
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Nick schrieb: > Die Querloch"senker" taugen nur, wie du schreibst, zum entgraten. > Wirklich senken kann man damit nicht. Du kannst es nicht, "man" kann es schon. Sie sind auch nicht so drehzahlkritisch wie Dreischneider. Uwe B. schrieb: > Querlochsenker erzeugen saubere, grat- und ratterfreie sowie (einfacher) > zentrische Senkungen. Besonders auch in weichen Werkstoffen wie Holz, > Kunststoff, Alu. Mit Dreischneidern habe ich Ärger, dass die in weichem Kunststoff zum Fressen neigen bzw. reinziehen - was ein Lochsenker nicht tut.
Nick schrieb: > Die Querloch"senker" taugen nur, wie du schreibst, zum entgraten. > Wirklich senken kann man damit nicht. Nach vielen tausend Senkungen mit Querlochsenkern kann ich behaupten, dass das sehr gut und sauber funktioniert...
Mani W. schrieb: > Nach vielen tausend Senkungen mit Querlochsenkern kann ich > behaupten, dass das sehr gut und sauber funktioniert... Dem stimme ich vollumfänglich zu. Vor allem auch bei Materialien die weicher sind als Stahl. (Hart)Holz lässt sich damit sehr sauber und ohne Rattermarken senken.
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Uwe B. schrieb: > Kleiner Hinweis: Querlochsenker sind (ganz) leicht exzentrisch > geschliffen. Er eiert also, laut deiner Beschreibung. Das Prinzip "Freiwinkel" ist wohl Neuland für dich. Durch Exzentrizität bekommst du den nicht hin. Du kannst ja mal versuchen, ihn in verschiedenen Positionen im Akkuschrauber zu spannen. Müsste ja dann unterschiedlich gut senken. Denn das Bohrfutter läuft garantiert unrund. Die Querlochsenker brauchen eine hohe Vorschubkraft, damit sie überhaupt schneiden/kratzen/sonstwas. Daher sind sie sehr gut zum Entgraten von Löchern in Blech. Das wars. Von Holz und Kunststoff rede weder ich noch der TO.
Nick schrieb: > Von Holz und Kunststoff rede weder ich noch der TO Wo schreibt der TO bitte explizit nur Stahl? Er schreibt: Hartmut K. schrieb: > ich zum schnellen Entgraten von Bohrungen meist einen Metallbohrer > verwende Und das Thema ist ein "Handspannfutter". Das darf man natürlich nur mit einem Senker für Stahl und richtigem Freiwinkel benutzen.
Nick schrieb: Ein Geisterfahrer? Hunderte! ;-) > Das Prinzip "Freiwinkel" ist wohl Neuland für dich. Während meiner Lehre zum Maschinenschlosser in der Industrie habe ich hin und wieder doch die Berufsschule besucht. Auch wenn ich eigentlich Besseres zu tun hatte... Ist reichlich lange her, ich meine aber wir hatten ausschließlich Querlochsenker an den Bohrmaschinen. In der Fertigung. Wenn einer der beiden Chefs, Leiter der Automatendreherei (mit Kurvenscheiben, Index oder Traub) einen von uns Azubis am Schleifbock sah stellte er sich hinter einen bis wirklich alles an Bohrer oder Drehstahl stimmte. Ich war aber nie wirklich gut. > Durch Exzentrizität bekommst du den nicht hin. Exzentrisch ist vielleicht nicht der richtige Begriff: Sie haben einen gewölbten Hinterschliff ähnlich dem Kegelmantelanschliff beim Spiralbohrer > Die Querlochsenker brauchen eine hohe Vorschubkraft, damit sie überhaupt > schneiden/kratzen/sonstwas. Daher sind sie sehr gut zum Entgraten von > Löchern in Blech. Das wars. Unsinn. Bevor du dich hier weiter blamierst (Bist du nicht eigentlich vom Fach?) solltest du mal einen Querlochsenker testen. Du wirst überrascht sein. Anbei ein Bild vom Schrank neben meiner Bohrmaschine. Die Dreilochsenker waren mal ein Fehlkauf für eine Montagekiste, bestimmt 15 Jahre alt aber erkennbar kaum gebraucht. (Die Pratzen gehören zu der MAHO daneben, nicht zur Bohrmaschine) Uwe
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Schöne Sammlung... Mit den Querlochsenkern wird es aber am schönsten, vor allem bei Alu mit Spiritus...
Uwe B. schrieb: > Anbei ein Bild vom Schrank neben meiner Bohrmaschine. Wird das Forum jetzt zum Xxxlängenvergleich? > Die Dreilochsenker > waren mal ein Fehlkauf für eine Montagekiste Übersehe ich etwas oder woltest Du Dreischneider schreiben?
Manfred P. schrieb: > Wird das Forum jetzt zum Xxxlängenvergleich? Nein. Ich möchte nur zeigen daß ich weiß wovon ich schreibe. Im Gegensatz zu anderen Teilnehmern in diesem Thread. Ist übrigens keine Hobbywerkstatt, also eher bescheiden. Zum Prahlen hätte ich ganz andere Dinge... > Übersehe ich etwas oder woltest Du Dreischneider schreiben? Ja. Schlimm? Hattest du große Mühe mich zu verstehen? Uwe
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Udo S. schrieb: > Wo schreibt der TO bitte explizit nur Stahl? Er schreibt: > > Hartmut K. schrieb: >> ich zum schnellen Entgraten von Bohrungen meist einen Metallbohrer >> verwende Wenn er Metallbohrer zum Ansenken von Holz/Kunststoff verwendet, dann ist ihm wirklich nicht mehr zu helfen. Und darum ging es ursprünglich. > Und das Thema ist ein "Handspannfutter". Das darf man natürlich nur mit > einem Senker für Stahl und richtigem Freiwinkel benutzen. Das Gerattere bekommt er selbst in Stahl mit einem BOHRER (wie er selbst geschrieben hat). Er kann natürlich beliebige Senker verwenden. Er bestand aber auf Bohrer. Weil die so gut gehen. Und damit fing der Unsinn an. Ob das sinnvoll ist, sich so einen Halter zu bauen in dem er verschiedene BOHRER spannen kann, statt die 4 benötigten Bohrer einfach in je ein Holzheft zu kleben sei mal dahingestellt. Uwe B. schrieb: > Wenn einer der beiden Chefs, Leiter der Automatendreherei (mit > Kurvenscheiben, Index oder Traub) Lass mich raten: Das war Fred Feuerstein. Uwe B. schrieb: > Exzentrisch ist vielleicht nicht der richtige Begriff: Du hast ihn verwendet, nicht ich. Schreib einfach oval, wenn du "oval" meinst. Uwe B. schrieb: > Ein Zitat aus: "Bei normalem Verschleiß wird nur die konische Fläche an der Querbohrung geschliffen. " Das sollte die Werkzeugschleiferei nochmal überdenken. Uwe B. schrieb: > solltest du mal einen Querlochsenker testen. Du wirst > überrascht sein. Hab ich, das ist aber schon über 50 Jahre her. Damals als Ferienjob in einer Bauschlosserei. Ich glaub, da hatten wir welche. Da die aber hauptsächlich nur reiben (ggü. dem schneidenden Teil des Querlochs, sofern sie oval sind) wurden die dort auch nur zum Entgraten von Blech verwendet. Was gesenkt wurde, wurde mit einem Kegelsenker gemacht. Komisch! Wenn ich an der Drehmaschine senke, dann mit einem Nine9 Senker für innen und aussen, wenn der Plattenbohrer schon im Loch ist, dann mit dem und bei AGW mit einem Kegelsenker (besser Bohrer mit Senkerstufe), gelegentlich mit einem NC-Anbohrer tief genug anbohren, dass man nicht mehr senken muss.
Nick schrieb: > Da die aber > hauptsächlich nur reiben (ggü. dem schneidenden Teil des Querlochs, > sofern sie oval sind) wurden die dort auch nur zum Entgraten von Blech > verwendet. Wenn Querlochsenker reiben, dann sind sie stumpf...
Nick schrieb: > Uwe B. schrieb: >> Automatendreherei (mit Kurvenscheiben, Index oder Traub) > > Lass mich raten: Das war Fred Feuerstein. Ganz so alt bin ich ja nun auch wieder nicht. Das war Ende der 70er. CNC Automaten gab es zwar bereits, exorbitant teuer und schnarchlangsam. Die kurvengesteuerten Drehautomaten haben, einmal (aufwändig) eingerichtet, mit einem Affenzahn einfache Drehteile z.B. für Möbelbeschläge hergestellt. Mit minimalem Einsatz von Arbeitskräften. Ich möchte glauben daß einige dieser Automaten noch heute in Hinterhofautomatendrehereien im produktivem Einsatz sind. Jedenfalls solange es noch qualifizierte Einrichter gibt. Weitere Info: https://forum.zerspanungsbude.net/viewtopic.php?t=13259 > Uwe B. schrieb: >> solltest du mal einen Querlochsenker testen. Du wirst >> überrascht sein. > > Hab ich, das ist aber schon über 50 Jahre her. Damals als Ferienjob in > einer Bauschlosserei. Mein gut abgehagenes Vorurteil vermutet in dem Umfeld nicht unbedingt gepflegtes und funktionierendes Werkzeug... > Wenn ich an der Drehmaschine senke, dann mit einem Nine9 Senker für > innen und aussen, wenn der Plattenbohrer schon im Loch ist, dann mit dem > und bei AGW mit einem Kegelsenker (besser Bohrer mit Senkerstufe), > gelegentlich mit einem NC-Anbohrer tief genug anbohren, dass man nicht > mehr senken muss. Das ist ein anderer Film. Diese, typischerweise einschneidigen, Werkzeuge lassen sich nur auf Fräsen oder Drehmaschinen verwenden. Wir sollten es dabei belassen. Es kann ja jeder (zumindest im Hobbybereich) entgraten und senken wie er möchte. Auch mit einem Bohrer. (Wie vermisst man eigenlich die Werkzeuglänge eines NC-Anbohrers richtig? Weil, der hat ja keine Spitze. Ich senke deswegen auf der CNC meist vorsichtshalber etwas weniger tief und arbeite auf der Bohrmaschine nach. Mit Querlochsenker ;-) Uwe
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