Hi, habe mich schon sehr lange nicht mehr gemeldet, nun beschäftigt mich aber ein besonderer Bereich, da leider Netzteile nicht wirklich reparabel sind. Grund - heisse Widerstände und teils MosFets. Inkl. dem heutigen Feiertag bin ich durchgehend 4 Tage je 10-14h auf der Fehlersuche und endgültig ausgelaugt :( Ausgangslage: 1. Defektes Netzteil bekommen - keine Ahnung, wo das raus ist, es ist ein Versuchsobjekt für mich. 2. Gleich zu beginn wurde die geflogene 4A Sicherung ersetzt und auf 3. Kurzschlüsse gemessen, die nicht vorhanden sind. 4. Wärmebildkamera raus - eingeschaltet - und nach 10-15 Sek. und 70°C - zur Sicherheit abgeschaltet, bevor die Sicherungen wieder fliegt. 5. Elkos ausgelötet und gemessen (irre, die haben teils bis zu 20% mehr Kapazität als angegeben) - scheinen alle OK zu sein. ESR um die 0,11 Ohm 6. Auf den Bildern sind die Bauteile/-gruppen eingekreist, die besonders schnell heiss werden. Der grosse MosFet in der 3-er Gruppe geht auch gleich hoch, genau wie der einzelne. Beide getauscht, keine Änderung. Der grüne Widerstand nebendran glüht so richtig auf. Auf der Rückseite vom Board sind einige Gruppen mit Widerständen - die zeigen auch ein sehr schönes Farbbild unter der Wärmebildkamera. Ich habe jetzt pauschal - in der Hoffung einen Zufallstreffer zu landen - die meisten Elkos getauscht, die X-Kondensatoren und dann die alten halt wieder eingelötet, weil es das alles nicht war. Ich wäre sehr dankbar für einen Hilfreichen Tipp, wo ich noch ansetzen könnte. Ich habe sehr oft Platinen, wo Widerstände richtig aufleuchten und auch die Platine verfärben. Ganz anderes Gerät - Gaminglaptop - ein SMD Widerstand verbrennt fast - aber das Teil läuft. Nur wo soll man suchen in so einem Fall? Ich will nicht jedesmal aufgeben oder das "ignorieren". "Irgendwann krachts halt - dann wird der Widerstand ersetzt und es läuft wieder eine Zeit" - das ist nicht das, was mich zufrieden stellt. Manchmal sind es Kondensatoren - aber leider in den meisten Fällen nicht. Morgen werde ich mir die Kleinen Kondensatoren vornehmen, das war mir nur bis jetzt zu viel Arbeit die alle auszulöten ;) Und wenn die Frage auftaucht - die meisten muss ich auslöten, weil mein DMM keine Daten anzeigt - ich löte die also nicht sinnlos aus ;) Schönen Abend euch allen noch.
:
Bearbeitet durch User
Jasmin B. schrieb: > Ich wäre sehr dankbar für einen Hilfreichen Tipp, wo ich noch ansetzen > könnte. Hier ist: https://www.omchsmps.com/switch-mode-power-supplies-repair-guide/
Jasmin B. schrieb: > Gleich zu beginn wurde die geflogene 4A Sicherung ersetzt und Wenn sich der Rauch verzogen hat: Flüssiges Silizium ist schneller als jede Sicherung. Speise erst mal nur eine kleine Spannung ein und miss, wo was ankommt.
Da wird was kaputt sein. Die Widerstände sollen heiß werden. Sonst hätte der Erbauer nicht soviele davon genommen. Die Frage ist halt, wenn sie sehr heiß werden, wo der nötige Strom dafür hinfließt, wenn doch (nehme ich mal an) gar nichts angeschlossen ist. Da bleibt ja nur ein durchlegierter oder ein falsch angesteuerter Transistor übrig. Natürlich kann auch eine Schutzdiode am Ausgang kaputt sein oder sogar ein unauffälliger kleiner Keramikkondensator einen Kurzschluß haben (und tragen, ohne zu explodieren.) Da das kein Labornetzteil ist, kann es aber auch bei fehlender Mindestlast und externer Ansteuerung einfach zu spinnen anfangen.
Lu schrieb: > Speise erst mal nur eine kleine Spannung ein und miss, wo was ankommt. Kann auch ein Flop sein, wenn das Netzteil versucht aus der kleinen Eingangsspannung trotzdem die Ausgangsleistung zu regeln, dann braucht es mehr Strom und wird noch schneller heiss. Ist ja immerhin ein Schaltnetzteil. Aber die Widerstände werden bei Vollast heiss, daher wurden ja auch mehrere verbaut. Er scheint aber nicht ob überhaupt eine Last angeschlossen ist und eine Ausgangsspannung erzeugt wird.
Das NT hat doch bestimmt mehrere Ausgangsspannungen. Wo ist der Klemmenblock? Schon mal die Ausgangsspannungen gemessen? Glühlampe in Reihe als Knallschutz ist auch ratsam. Such dir die Datenblätter von den IC´s raus. Dann hat man schon mal eine grobe Funktionsübersicht. Ist da eine PFC drauf oder täuscht das?
Das Netzteil ist recht komplex. Muss man sich schon überlegen ob man da viel Zeit investiert. Zum lernen, OK. Aber auf gut Glück Bauteile zu tauschen ist wie ein Sechser im Lotto. Schon wegen dem Hühnerfutter auf der Rückseite.
:
Bearbeitet durch User
Jasmin B. schrieb: > 4. Wärmebildkamera raus - eingeschaltet - und nach 10-15 Sek. und 70°C Und was steht im Datenblatt zur zulässigen Arbeitstemperatur? Sind die 70°C schon ein halbwegs stationärer Wert oder läuft die Temperatur munter weiter hoch?
Man bekommt ein NT, von dem man nicht weiss, was da rauskommen sollen und versucht das zu reparieren, ohne zu wissen, ob es kaputt ist? Dass die zusammengeballten Widerstandsschaltungen immer die Glocken läuten lassen sollten, dass da wohl Leistung verheizt wird, sollte klar sein. Und wenn da offensichtlich ein Ventilator fehlt, muss man sich auch nicht wundern, dass es irgendwo zu warm wird. Schade, dass Jasmin bei inzwischen 50 bis 80 investierten Stunden nicht mehr berichten kann.
:
Bearbeitet durch User
Danke für eure Zahlreichen Antworten. Die Zeit spielt keine Rolle - das Lernergebnis muss passen, ein erweitertes Verständnis aufgbaut werden. Ich habe bei 70°C abgeschaltet um die Schaltung zu schützen. Keine Lust, das mir da noch mehr abraucht, hab mich aber gerade nochmal getraut auf 90°C zu gehen ;) Es dauert ca. 40 Sekunden bis der Widerstand die 90°C erreicht. Daran hängt ein P16NF06, den ich heute noch bestelle und auf Verdacht mal austausche. Auf der Rückseite vom Gehäuse steht 110V am Netzeingang, die habe ich auch mit dem Trenntravo eingestellt - die Bauteile X2 usw. sind aber alle um 275V ausgelegt. Werde erst mit der Wärmebildkamera langsam hoch drehen, wenn der Rest halbwegs passt. Ein winziger 50V/47uF hatte einen ESR von 2,1 Ohm - der wurde vorhin ausgetauscht mit einem Wert von 0,11Ohm. Eine Änderung ist nicht eingetreten. Datenblätter zu den MosFets hab ich noch nicht gelesen. Der H15NB50F pendelt sich aber bei 55-60°C ein. Kann schon passen. Was den Lüfter betrifft - der wurde nicht ausgeschlachtet - der war komplett festgefressen. Kenne ich von Papst gar nicht ;) War richtig ölig/fettig. Vielleicht hat auch der einen Überstrom verursacht, womit die Sicherung geflogen ist. Hatte testweise einen ähnlichen, PC Lüfter, abgeklemmt um zu sehen, ob sich was ändert. Hat sich nicht, deshalb hab ich ihn (vorerst) weggelassen, damit er mir nicht im Weg rumbaumelt. Die Ausgangspannungen von 5V und 12V kann ich an den Elkos stabil messen (hab noch nicht mit dem OSZI geschaut) Schönes Wochenende.
:
Bearbeitet durch User
Jasmin B. schrieb: [Schaltnetzteil] > 4 Tage je 10-14h Jasmin B. schrieb: > hab noch nicht mit dem OSZI geschaut Ernsthaft? Edit: Jasmin B. schrieb: > Trenntravo Da ein Trenntra_F_o vorhanden ist, sind auch Messungen primärseitig kein Problem.
:
Bearbeitet durch User
Beitrag #8044625 wurde vom Autor gelöscht.
Wie gesagt - Lernprojekt - da spielt Zeit keine Rolle. Musste aber heute mal wieder was tun - geht evtl. in den nächsten Tagen wieder weiter. Mit dem Oszi geh ich nur auf Sekundärseitige Elkos bis max. 50v und schaue ob die Linie "flattert" oder sich halt irgendwas bewegt. Viel Mehr hab ich damit bisher noch nicht gemacht und ich werde mich hüten das Teil an eine Primärseite anzulegen. Dafür war es zu teuer. Bisher hat mein DMM das meiste an Fehler gefunden. Und ja - Tra*F*o ... ein Wort, das ich seit 40 jahren immer wieder falsch schreibe ;)
Wenn die Widerstände die Grundlasten für das Netzteil darstellen, dann sind bis zu 100°C nicht ungewöhnlich. https://www.wolfgangrobel.de/electronics/arcadent.htm
Whow, ich bin beeindruckt, vielen lieben Dank. Ich hätte nicht gedacht, dass dies "gesund" ist in der Schaltung da Hitze eigentlich eher schadet. Habe schon so viele Netzteile entsorgt/verwertet, weil die so heiss werden an den Widerständen. Dachte, die sind halt ausgelutscht. Hätte manchmal gerne ein Fabrikneues zum vergleichen - aber selbst WENN eins da ist, macht man es aufgrund Garantie nicht auf ;) Dann bleibt nur die Frage - woher weiss ich, ob das normal ist, oder nicht ;) Einfach ohne Last mal laufen lassen?
Jasmin B. schrieb: > Dann bleibt nur die Frage - woher weiss ich, ob das normal ist Einfach unter Last laufen lassen - wenn die Ausgangsspannung stabil bleibt und die Temperatur sich einregelt, ist alles O.K.
Sorry, hatte mich oben verschrieben .. ich meinte MIT Last. Ganz lieben Dank nochal - eure Beitrage haben mich wirklich weiter gebracht! Wo es bei mir auch manchmal hakt, sind defekte Trafos auf Netzteilen - jetzt nicht bei diesem hier - aber bei einer Kasse war erst vor 2 Monaten ein Trafo defekt. Habe das Foto eben mal für hier zugeschnitten. Viele Trafos sind gar nicht existent im Netz - suche ich evtl. falsch? Beispiele: EI38-12F Trafvo 10,1V 4VA Travo 2106 Trafo 35479 und ein paar Kombinationen. Letztes Jahr hatte ich einen mit 11,irgendwas - da hab ich dann einfach einen 12V aufgesteckt - und funktioniert bis jetzt (Waschmaschine) Bei Reichelt hatte ich für das obige Beispiel den hier im Auge: https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/printtrafo_4_8_va_12_v_400_ma_rm_25_mm-2463 Aber 2V mehr könnten evtl. schon Probleme verursachen. Hab mich jedenfall nicht getraut - auch wenn es beim Test funktionieren mag - aber wie sieht es in ein paar Wochen aus. Hat man früher echt mit so doofen ungeraden zahlen gearbeitet .. also bitte - 10,1V - oder bei einem anderen Projekt - 17,3 🤣 Die Trafos, die heute zu bekommen sind haben alle nur 9V und der nächste Sprung ist dann gleich 12V. Ich geh jetzt ins WE - und wünsch euch ein ebenso schönes.
:
Bearbeitet durch User
Wer Trafos knapp kalkuliert, der kann Geld sparen, zumindest in größerer Serie.
Wobei die Toleranz der Trafos recht groß ist, und von der Eingangsspannung direkt abhängt. Ich vermute hinter dem Trafo Gleichrichtung und Längsregelung. Da wird vermutlich schon der 9V Trafo passen.
Mobile schrieb: > Da wird vermutlich schon der 9V Trafo > passen. Insbesondere wenn man einen mit etwas mehr Nennleistung nehmen kann. Erfordert halt wenige Millimeter mehr Bauhöhe.
Jasmin B. schrieb: > Hat man früher echt mit so doofen ungeraden zahlen gearbeitet .. also > bitte - 10,1V - oder bei einem anderen Projekt - 17,3 🤣 Entweder ist das die Trafospannung, die benötigt wird, um hinterm Gleichrichter die gewünschte Spannung zu erreichen und/oder Trafo besitzt auf der Sekundärseite nicht 10 Windungen pro Volt, so dass man sich die Ausgangsspannung nicht so ganz frei aussuchen kann, wenn die Spulenenden an einer bestimmten Position herausgeführt werden sollen.
:
Bearbeitet durch User
Guten Abend, ich muss nochmal auf das Netzteil zurück kommen - das lässt mir keine Ruhe. Habe jetzt nochmal die Spannungswandler getauscht - damit ist jetzt eigentlich so ziemlich alles getauscht, was grösser ist. DENN: Das die SMD Widerstände unter dem Trafo (8x 470 Ohm) schom durch die Platine brennen, das kann es ja echt nicht sein. Nach 2 Min. fast 110°C Unter den Leiterbahnen ist fast schon Asche. Habe auch diese ausgelötet und einzeln vermessen - alles OK. Alle anderen SMD im Verbund sind dann auch so um die 70-80°C rum. Also bei SMD Widerständen kann das unmöglich normal sein.
:
Bearbeitet durch User
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.





