Forum: Haus & Smart Home Batterie ausgelaufen - Kontakt reinigen


von Christian H. (c_hange)


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Hallo ihr,

in einem Handcontroller meiner VR-Brille ist die Batterie ein wenig 
ausgelaufen.

Ich habe den Kontakt mit einem Wattestäbchen und Isopropanol (99,9%) 
abgerieben, allerdings bekomme ich es nicht so sauber wie zuvor. Was 
kann ich hier noch tun ohne den Kontakt noch mehr zu beschädigen?

Ich habe mal zwei Fotos angehängt. Eines von dem heilen Controller und 
eines von dem beschädigten.


Vielen lieben Dank euch im Voraus
von H. H. (hhinz)


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Wattestäbchen mit Essig.
von Christian H. (c_hange)


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H. H. schrieb:
> Wattestäbchen mit Essig.

Vielen Dank für die super schnelle Antwort. Ich habe hier 25%ige 
Essigessenz, damit einfach abreiben und trocknen lassen? Muss/sollte ich 
sonst noch irgendwodrauf achten?
von H. H. (hhinz)


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Christian H. schrieb:
> Ich habe hier 25%ige
> Essigessenz,

Ich schrieb aber:

H. H. schrieb:
> Essig
von Christian H. (c_hange)


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Entschuldige, mir war nicht klar, dass das ein wichtiger Punkt ist.
Es gibt ja so viele Essigsorten und diese Essig-Essenz kaufen wir immer 
für den Haushalt zum putzen.

Du meinst also bestimmt den 5%igen Tafelessig? Dann verdünne ich das 
noch mit wasser.
Sollte och zum verdünnen lieber destilliertes Wasser nehmen?

Viele Grüße
von Speedy G. (Firma: ACME) (speedy-g)


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Christian H. schrieb:
> diese Essig-Essenz kaufen wir immer für den Haushalt zum putzen.

Warum sollte man das tun? Das stinkt doch wie Sau. Da gibt's echt 
bessere Alternativen als 25% Essigsäure.
von Hannes J. (pnuebergang)


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Christian H. schrieb:
> Ich habe hier 25%ige
> Essigessenz, damit einfach abreiben

Durch 1:4 Verdünnen mit normalem Leitungswasser wird daraus Essig. Also 
wo ist das Problem?

> und trocknen lassen?

Nein. Reste entfernen, abwischen, spülen, z.B. mit Isopropanol. Das ist 
eine Säure, egal ob 25% oder 5% und frisst sich schneller oder langsamer 
weiter. Das ist auch der Grund warum die 25% Essigessenz ungünstig ist. 
Funktioniert zwar, aber die Gefahr für weiteren Schaden ist größer.

>> , allerdings bekomme ich es nicht so sauber wie zuvor.

So schön wie der Kontakt mal war wird er sowieso nicht mehr. Die 
Oberflächenbeschichtung ist durch die Lauge der Batterie an- oder 
weggeätzt.
von J. R. (yoc)


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Christian H. schrieb:
> Sollte och zum verdünnen lieber destilliertes Wasser nehmen?

Ist bei Essig sinnfrei.
Aber versuche es mal nur mit Wasser, viele dieser Kristallisationen sind 
erstaunlich wasserlöslich.
von Manfred P. (pruckelfred)


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Christian H. schrieb:
> Du meinst also bestimmt den 5%igen Tafelessig? Dann verdünne ich das
> noch mit wasser.
> Sollte och zum verdünnen lieber destilliertes Wasser nehmen?

Leitungswasser reicht zum Verdünnen. Ich trage den Essig vorsichtig mit 
einem Tuschepinsel auf und versuche das Gerät entgegen der Schwerkraft 
zu legen, soll ja nicht reinlaufen.

Hannes J. schrieb:
>> und trocknen lassen?
> Nein. Reste entfernen, abwischen, spülen, z.B. mit Isopropanol.

Warum immer mit Isopropanol panschen, eine Säure dürfte sich für den 
nicht interessieren.

> Das ist
> eine Säure, egal ob 25% oder 5% und frisst sich schneller oder langsamer
> weiter.

Eben, SÄURE, das Gegenmittel heißt Base. Wer einfach Wasser nicht traut, 
kann mit Natron spielen.

> Das ist auch der Grund warum die 25% Essigessenz ungünstig ist.
> Funktioniert zwar, aber die Gefahr für weiteren Schaden ist größer.

Nach meiner Erfahrung funktioniert Essigessenz schlechter, ist wohl zu 
wenig Wasseranteil drin.

J. R. schrieb:
> Aber versuche es mal nur mit Wasser, viele dieser Kristallisationen sind
> erstaunlich wasserlöslich.

Wasser muß offenbar, aber sauer eingestellt geht besser.
von Christian H. (c_hange)


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Speedy G. schrieb:
> Christian H. schrieb:
>> diese Essig-Essenz kaufen wir immer für den Haushalt zum putzen.
>
> Warum sollte man das tun? Das stinkt doch wie Sau. Da gibt's echt
> bessere Alternativen als 25% Essigsäure.

Ist günstiger als TZafelessig und wir verdünnen es natürlich immer.
Essig ist ein super Reinigungsmittel im Haushalt und der Geruch 
verfliegt schnell.

Hannes J. schrieb:
> Nein. Reste entfernen, abwischen, spülen, z.B. mit Isopropanol.
Ok, also ich kann es mit einem in Wasser getränkten Wattestäbchen 
abwischen, spülen geht hier schlecht ;-P

Mir ist klar, dass es nicht mehr wie früher wird. Solange der Konmtakt 
wieder gut Strom weiterleitet ist das fein :-)

Vielen Dank euch allen!

EDIT:
Ich habe nun mit 5%igem Essig kurz einwirken lassen, abgerieben mit 
einem Ohrenstäbchen und danach nochmal mit klarem wasser abgewischt und 
trocknen lassen. So ist der aktuelle Zwischenstand. Denkt ihr das reicht 
um eine gute Energieversorgung sicher zu stellen?
Aktuelles Ergebnis siehe Bild. (Habe es mit verschiedenen Winkeln und 
Beleuchtungen mal aufgenommen um den Schaden besser sichtbar zu machen.)
: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Christian H. schrieb:
> Aktuelles Ergebnis siehe Bild.

Im optimal beschissenen Format .png:
https://www.mikrocontroller.net/articles/Bildformate

Christian H. schrieb:
> Ich habe nun mit 5%igem Essig kurz einwirken lassen, abgerieben mit
> einem Ohrenstäbchen und danach nochmal mit klarem wasser abgewischt und
> trocknen lassen.

Es muß nicht "kurz" sein, Du musst sehen, ob noch Kristallreste 
vorhanden sind und ggfs. wiederholen.

> So ist der aktuelle Zwischenstand. Denkt ihr das reicht
> um eine gute Energieversorgung sicher zu stellen?

Ausprobieren, anhand der Bilder kann ich es nicht beurteilen. Wenn das 
nicht reicht, bleibt nur noch mechanische Nacharbeit mit dem allseits 
bekannten Tintenradierer oder Glasfaserpinsel.
von Christian H. (c_hange)


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Manfred P. schrieb:
> Im optimal beschissenen Format .png:
> https://www.mikrocontroller.net/articles/Bildformate
PNG ist nicht "optimal beschissen". PNG hat im Vergleich zu JPG nur 
einen einzigen Nachteil und das ist die Dateigröße. Ansonsten ist PNG in 
allen Belangen JPG überlegen. Das von mir angehängte Foto ist unter 1 
MB. Solange man nicht gerade noch ein 56k-Modem oder ISDN hat sollte die 
Größe für niemanden ein Problem darstellen.

Manfred P. schrieb:
> Ausprobieren, anhand der Bilder kann ich es nicht beurteilen. Wenn das
> nicht reicht, bleibt nur noch mechanische Nacharbeit mit dem allseits
> bekannten Tintenradierer oder Glasfaserpinsel.
Alles klar, werde ich machen. Einen Glasfaserpinsel habe ich zwar nicht 
aber einen "Tintenkiller" kann ich sicher besorgen :)
Geht es bei diesem lediglich um die Spitze oder auch das enthaltene 
Lösungsmittel?

Viele Grüße
von Mani W. (e-doc)


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Glasfaserpinsel wäre auch hilfreich...
von H. H. (hhinz)


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Christian H. schrieb:
> aber einen "Tintenkiller" kann ich sicher besorgen :)
> Geht es bei diesem lediglich um die Spitze oder auch das enthaltene
> Lösungsmittel?

Weder, noch. Es war ein Radiergummi gemeint, der entfernt die Tinte 
mechanisch.
von Hannes J. (pnuebergang)


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Manfred P. schrieb:
> Eben, SÄURE, das Gegenmittel heißt Base.

Ähm, die Base war schon im Spiel. Das Zeug aus der Batterie ist basisch. 
Du neutralisierst es mit dem Essig (oder einer anderen Säure deiner 
Wahl).

Problem:

Du triffst nie den genauen Punkt. Schon gar nicht über die gesamte 
behandelte Fläche gleichmäßig. Die Säure wird überdosiert. Du kannst 
jetzt natürlich ein hin- und her Geschaukel beginnen und wieder was 
Basisches zu geben. Danach wieder eine Säure, wenn du es mit der Base 
übertrieben hast ...

Oder du kannst die Säurereste abwischen, abspülen und so weit verdünnen 
dass die keinen zukünftigen Schaden anrichten.

So, und IPA statt Wasser weil IPA-Reste einfacher verdunsten, weil die 
Leitfähigkeit schlecht ist, während Wasserreste in Elektronik nicht so 
prickelnd sind, und weil die meisten Elektronikbauteile IPA vertragen.
von H. H. (hhinz)


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Hannes J. schrieb:
> Problem:
>
> Du triffst nie den genauen Punkt. Schon gar nicht über die gesamte
> behandelte Fläche gleichmäßig. Die Säure wird überdosiert.

Deshalb ja Essig, da macht das nicht viel aus.
von Manfred P. (pruckelfred)


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Hannes J. schrieb:
> Manfred P. schrieb:
>> Eben, SÄURE, das Gegenmittel heißt Base.
>
> Ähm, die Base war schon im Spiel. Das Zeug aus der Batterie ist basisch.
> Du neutralisierst es mit dem Essig (oder einer anderen Säure deiner
> Wahl).
>
> Problem:
>
> Du triffst nie den genauen Punkt. Schon gar nicht über die gesamte
> behandelte Fläche gleichmäßig. Die Säure wird überdosiert. Du kannst
> jetzt natürlich ein hin- und her Geschaukel beginnen und wieder was
> Basisches zu geben. Danach wieder eine Säure, wenn du es mit der Base
> übertrieben hast ...

Ich widerspreche Dir nicht generell, mit Deinem "hin- und her 
Geschaukel" hast Du vollkommen recht.

Sehr gut ist Dein Hinweis, dass sich Essig schon von vornherein gegen 
die alkalischen Ausläufe der Batterie neutralisieren kann.

Ich beharre aber darauf, dass ich in diesem Szenario keinen Sinn für 
Isoporopanol sehe.
von H. H. (hhinz)


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Manfred P. schrieb:
> Ich beharre aber darauf, dass ich in diesem Szenario keinen Sinn für
> Isoporopanol sehe.

Damit es schneller trocknet.
von Hans W. (hanswieland)


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Mani W. schrieb:
> Glasfaserpinsel wäre auch hilfreich...

Hab ich aus meinem Werkzeug-Set verbannt, weil ich damit alles nur 
zerstört habe. Die Fasern sehen harmlos aus, sind aber wirksamer als 
Drahtbürsten aus Stahl.
von Oliver S. (oliverso)


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Christian H. schrieb:
> allerdings bekomme ich es nicht so sauber wie zuvor. Was
> kann ich hier noch tun ohne den Kontakt noch mehr zu beschädigen?

Nur, weils vielleicht immer noch nicht ganz deutlich gesagt wurde: gar 
nichts, außer einen neuen Kontakt einbauen.

Oliver
von Wolle G. (wolleg)


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Noch ein kleiner Hinweis:
Wenn man den Kontakt mit einem Glasfaserpinsel o.ä. gereinigt hat, ist 
vorteilhaft, den Kontakt mit Kontaktöl oder Kontaktfett zu behandeln. 
Dadurch wird der blanke Kontakt länger geschützt.
von Harald K. (kirnbichler)


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Zu bevorzugen ist es dennoch, die Base zu neutralisieren, denn mit einer 
mechanischen Reinigung bekommt man den Schmodder nur an den Stellen weg, 
an die man auch rankommt. 5%-ige Essigsäure* ist da besser, nur 5% 
Konzentration, damit man das Teil nicht mit Wasser fluten muss, um die 
Säure wieder weitestgehend loszuwerden.

Danach kann man immer noch versuchen, die Kontaktbeschichtung zu 
verhübschen und zu schonen.

*) ob man das jetzt "Essig", "Essigessenz" oder "Haushaltsessig" nennt, 
es unterscheidet sich nur in der Konzentration. Stinken tun sie alle.
von Klaus F. (klaus27f)


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Hans W. schrieb:
>> Glasfaserpinsel
> Die Fasern sehen harmlos aus, sind aber wirksamer als
> Drahtbürsten aus Stahl.

Die Messingbürste ist bereits erfunden.
von Hans W. (hanswieland)


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Klaus F. schrieb:
> Die Messingbürste ist bereits erfunden.

Ich weiß, habe ich in vielen Varianten.
von Stefan M. (derwisch)


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Christian H. schrieb:
> Ich habe den Kontakt mit einem Wattestäbchen und Isopropanol (99,9%)
> abgerieben, allerdings bekomme ich es nicht so sauber wie zuvor. Was
> kann ich hier noch tun ohne den Kontakt noch mehr zu beschädigen?

Nicht nötig.
Warum sollte er nach der Reinigung nicht funktionieren?
Schön muss der Kontakt ja nicht sein.
Batterien rein und freuen.
: Bearbeitet durch User
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