Das 9V 0.8A Flyback-Schaltnetzteil eines DAB-Radios zeigte einen Kurzschluss der sekundärseitigen Schottky-Diode, es handelte sich um eine SB260, laut Datenblatt für 60V Sperrspannung und 2A Vorwärtsstrom geeignet - erstaunlicherweise ist an der Stelle aber auch Platz für deutlich dickere axiale Gehäuse. Da ich nicht exakt denselben Diodentyp vorrätig hatte, versuchte ich mal nachzulesen, für welche Sperrspannung man Dioden an dieser Stelle denn so auslegen sollte (und immerhin war die vorhandene ja so gestorben, wie man sich das nach Lawinendurchbrüchen so vorstellt), aber ich fand widersprüchliche Hinweise, von 40V bis >100V Sperrspannung war alles dabei. Kennt jemand eine vertrauenswürdige Quelle für sowas?
Auch bei für die Diode ungünstiger Übersetzung des Trafos sind die 60V ausreichend.
H. H. schrieb: > Auch bei für die Diode ungünstiger Übersetzung des Trafos sind die 60V > ausreichend. Theoretisch. Praktisch habe ich schon etliche solcher Fälle erlebt. Es waren immer Schottky-Dioden, die ausfielen. Bezeichnenderweise gibt es nur in Ausnahmefällen avalanche-ratings bei Schottky-Dioden, gefunden bei STM. Vergleicht man die Durchflußspannung einer 60V-Schottky mit einer Si-Diode, ist der Gewinn marginal. Lange Rede kurzer Sinn: In solchen AC-Adaptern ersetze ich die defekten Schrottky-Dioden durch Si-Dioen und es gibt keinen Ärger mehr.
OCR sagt:
DYS AC-DC ADAPTER
P/N: DYS062-090080-11908
MODEL: DYS062-090080W-3
INPUT: 100-240V~ 50/60HZ
0.2A MAX
OUTPUT: 9.0V DC 0.8A
SGS GS geprüfte Sicherheit
indoor use only
double insulated CE
Die Temperatur hat ja einen starken Einfluss auf die Lebensdauer.
Es kommen immer mehrere Faktoren zusammen, die einen Bauteilausfall
bewirken.
Ein paar Löcher ins Gehäuse gebohrt, sorgt für einen kleinen
Luftaustausch und deutlich längere Lebensdauer.
Viel interessanter wären gute Bilder vom Innenleben.
Mark S. schrieb: > Lange Rede kurzer Sinn: In solchen > AC-Adaptern ersetze ich die defekten Schrottky-Dioden durch Si-Dioen und > es gibt keinen Ärger mehr. Das kann zwar funktionieren, aber durch den höheren Spannungsabfall in Vorwärtsrichtung wird eine Diode mit pn-Übergang mehr Leistung in Wärme umsetzen, als es die Schottky-Diode tat, und dann hängt es von der Auslegung der Wärmeabführung und der Wärmeempfindlichkeit der Komponenten ab, ob das gut geht. Und natürlich hat man bei Last etwas weniger Spannung am Ausgang als eigentlich vorgesehen.
Torsten B. schrieb: > Die Temperatur hat ja einen starken Einfluss auf die Lebensdauer. Das betreffende Netzteil wird nicht wahrnehmbar warm, auch deshalb, weil es praktisch immer nur einen kleinen Teil seiner Maximalleistung abgeben muss - und es ging auch in einer Phase des "standby" kaputt. Was insofern Theorie-kompatibel ist, als eine höhere Last am Ausgang die Spannungsspitzen an der Diode eher gesenkt hätte. > Viel interessanter wären gute Bilder vom Innenleben. Ein wirklich gutes Bild kann ich gerade nicht anbieten, auf dem anhängenden ist die kleine kaputte Diode schon ausgelötet, und Ersatzkandidaten liegen daneben. Es ist halt ein übliches kleines seriöses Schaltnetzteil, ordentliche Y1-Kondensatoren, gut isolierte Drähte zum Trafo, sehr guter Mindestabstand zwischen primär- und sekundär-Seite, aufgelötete MELD-Sicherung.
Lutz V. schrieb: > Was > insofern Theorie-kompatibel ist, als eine höhere Last am Ausgang die > Spannungsspitzen an der Diode eher gesenkt hätte. Man kann alles im Internet bekaspern oder einfach akzeptieren, dass mal etwas kaputt gehen kann. Mir ist in einem relativ jungen Schaltnetzteil die Schottky gestorben, anstatt hier zu fragen, habe ich sie ersetzt. Das Ding hat inzwischen ein vielfaches an Betriebszeit hinter sich und lebt noch immer. Das war bestimmt ein Fehler, den Ausfall einfach zu reparieren anstatt hier zu heulen und die Schaltung in Frage zu stellen.
Lutz V. schrieb: > Das kann zwar funktionieren, aber durch den höheren Spannungsabfall in > Vorwärtsrichtung wird eine Diode mit pn-Übergang mehr Leistung in Wärme > umsetzen Eben nicht, weil: Mark S. schrieb: > Vergleicht man die Durchflußspannung einer 60V-Schottky mit einer > Si-Diode, ist der Gewinn marginal Es gibt auch jede Menge normaler Dioden 60V, 2A mit kleinerer Vf als die 700mV der SB260. Manfred P. schrieb: > Das war bestimmt ein Fehler, den Ausfall einfach zu reparieren anstatt > hier zu heulen und die Schaltung in Frage zu stellen. Es gibt halt auch Leute, die Sachen hinterfragen. Nur so funktioniert Fortschritt. ;-) Ein Punkt wird aber das schnellere Schaltverhalten der Schottky Diode sein.
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Bearbeitet durch User
Mark S. schrieb: > In solchen > AC-Adaptern ersetze ich die defekten Schrottky-Dioden durch Si-Dioen und > es gibt keinen Ärger mehr. Si-Dioden sind hier "zu langsam". Zur problemfreien Funktion des Schaltnetzteils sollte eine "schnelle" Diode und ein passender Snubber verwendet werden, der die Funktion des Wandlers nicht beeinträchtigt. Oder Doppeldioden. Siehe Bild. Dass der Snubberwiderstand durchgebrannt ist, zeigt, dass da was falsch dimensioniet wurde. (Eine ganze Serie musste damals rückgerufen werden.) ciao gustav
Es gibt gefühlt 100 chinesische Hersteller für Schottkydioden. Manchmal ist ein Produkt so unglaublich billig, das halt Abstriche bei der Qualität, Zuverlässigkeit oder Lebensdauer möglich sind. Nur weißt du nie, ob es deine Charge betrifft, oder ob das Produkt eines Mittbewerbers für 0,1 Cent mehr pro 100 Stck die sicherere Wahl ist. Ersetze sie mit einem Modell, wo du zumindest schon mal den Herstellernamen gehört hast, und gut ist.
Man werfe einen unparteiischen Blick auf "Secondary Side RC" https://konplan.com/verbesserung-der-emv-performance-in-schaltnetzteilen/ Die Dimensionierung hat Haken und Ösen. ciao gustav
Gerald B. schrieb: > Ersetze sie mit einem Modell, wo du zumindest schon mal den > Herstellernamen gehört hast, und gut ist. Geht nicht, weil: Andreas B. schrieb: > Es gibt halt auch Leute, die Sachen hinterfragen. Nur so funktioniert > Fortschritt. ;-)
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