Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Ersatz für Kondensator im Schaltnetzteil


von Kolja (bastler_kolja)



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Auf Vaillant Heizungssteuerung Platine auf sekundär Seite sind beide 
Kondensatoren ausgelaufen. Nach dem Saubermachen und 2 Leiterzuge 
wiederherstellen läuft die Heizung wieder. Als Ersatz habe ich diese 
ausgesucht: https://mou.sr/4tQwXA4 Kann jemand bestätigen dass die für 
den Zweck gut sind? Oder was soll ich besser nehmen?
von Irgend W. (Firma: egal) (irgendwer)


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Höhere Spannungsfestigkeit meist auch größere Bauform. Ob der bei dir 
reinpasst (und auch der Abstand der Anschlüsse passt) kannst nur du 
wissen.
von Dieter W. (dds5)


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Kolja schrieb:
> Als Ersatz habe ich diese
> ausgesucht: https://mou.sr/4tQwXA4 Kann jemand bestätigen dass die für
> den Zweck gut sind? Oder was soll ich besser nehmen?

Das ist die Bestellnummer für die kurze, dicke Bauform - 12,5x15mm.
Ich verwende in SNT gerne Panasonic EEU-FR1V471, die sind auch nur 16mm 
hoch.
: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Kann jemand bestätigen dass die für den Zweck gut sind?

Ohne die Schaltung zu kennen, ja ich wuerde sagen das die schon ziemlich 
gut sind.

> Oder was soll ich besser nehmen?

Wie du auf der ersten Seite des Datenblatt sehen kannst steigt die 
Lebensdauer wenn die Teile groesser werden. Und damit ist das 
Volumen/Durchmesser gemeint. Wenn du also genug Platz auf der Platine 
hast(!) dann kann es sinnvoll sein welche zu kaufen die eine hoehere 
Spannungsfestigkeit haben weil sie dann groesser sind.

Vanye
von Kolja (bastler_kolja)


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von H. H. (hhinz)


Angehängte Dateien:

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Datenblatt der Originale anbei.
von Gerald B. (gerald_b)


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Was recht aufschlussreich ist, ist die Lebensdauer der original 
verbauten Elkos: Shelf life at 0 V, 105 °C 1000 h.
von Kolja (bastler_kolja)


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Dieser scheint noch etwas besser zu sein und von den Maßen passend. 
https://mou.sr/4wybyOm
von Christoph Z. (rayelec)


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Gerald B. schrieb:
> Was recht aufschlussreich ist, ist die Lebensdauer der original
> verbauten Elkos: Shelf life at 0 V, 105 °C 1000 h.

Erstaunt mich nicht, es muss schliesslich billig sein und mit 
Serviceleistungen verdient man Geld.
Das Auslaufen hat allerdings mit den 1000h/105° wenig zu tun. Da ist 
einfach die Qualität der Dichtung schlecht.
von Manfred P. (pruckelfred)


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Christoph Z. schrieb:
>> verbauten Elkos: Shelf life at 0 V, 105 °C 1000 h.
>
> Erstaunt mich nicht, es muss schliesslich billig sein und mit
> Serviceleistungen verdient man Geld.

Wenn man keine Ahnung hat und das Datenblatt nicht versteht ... Gemäß 
dem von hinz gezeigten Datenblatt ist der Elko von einem etablierten 
Markenhersteller (Vishay) mit ordentlichen Daten. Lebensdauer siehe 
Daten auf Seite 7.

Ich kenne keine Anwendung, wo ein Elko spannugslos bei 105°C benutzt 
wird.
Auslaufende Radialelkos sind nicht wirklich neu und passieren diversen 
Herstellern.

Dieter W. schrieb:
> Das ist die Bestellnummer für die kurze, dicke Bauform - 12,5x15mm.

Beachte den Hinweis, je dicker, desto langlebiger:

Vanye R. schrieb:
> steigt die Lebensdauer wenn die Teile groesser werden.
> Und damit ist das Volumen/Durchmesser gemeint.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Manfred P. schrieb:
> Beachte den Hinweis, je dicker, desto langlebiger:

Hoffentlich gilt das auch für Menschen.
Laufe jetzt gleich zum Kühlschrank ...
von Stephan C. (stephan_c)


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Warum nicht Polymer?

-> Panasonic EEH-AZS1V471B
von H. H. (hhinz)


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Stephan C. schrieb:
> Warum nicht Polymer?
>
> -> Panasonic EEH-AZS1V471B

Zu kleiner ESR kann die Regelung durcheinander bringen.
von Stephan C. (stephan_c)


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Das ist natürlich blöd.

Wollte noch einwerfen, dass bei einem dickeren Elko weniger Luft 
zwischen dem Elko und dem Trafo ist.

Sollten 12.5mm Durchmesser und 20mm Höhe ok sein, dann vielleicht 
folgender:
-> TDK B41896C7477M000
: Bearbeitet durch User
von Nevs (noname_user)


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Manfred P. schrieb:
> Beachte den Hinweis, je dicker, desto langlebiger:
>
> Vanye R. schrieb:
>> steigt die Lebensdauer wenn die Teile groesser werden.
>> Und damit ist das Volumen/Durchmesser gemeint.

Das kann man pauschal gar nicht so sagen, weil der genau 
entgegengesetzte Fall in einem SNT von der OC130 von DeTeWe darin 
laufend aufgetreten ist.
Der 1000 µF 5V Elko oben links war mit 35V ausgelegt, und entsprechend 
groß, nur war der als erster immer platt (taub) und wurde durch einen 1k 
µF mit 6V oder 12 V ersetzt, und hielt danach viel länger. Die anderen 9 
Elkos wurden ja auch ganz knapp an die Umax Grenzen projektiert, und 
hielten ähnlich aber etwas länger, bei den 4x Spanungen.
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Das kann man pauschal gar nicht so sagen, weil der genau
> entgegengesetzte Fall

Sowohl Panasonic wie auch hier im Thread Nichicon sagen es dir aber im 
Datenblatt. Aber natuerlich gibt es Einzeleffekte die sich ueberlagern 
koennen. Wenn ein grosser Kondensator dann naeher an einem Ort ist wo es 
heisser wird dann ist das ein anderer Effekt.

Es gibt uebrigens noch weitere Effekte ueber den man lange diskutieren 
kann. :-)

Das Problem besteht ja darin das das Elektrolyt im Elko verschwindet, 
entweder indem es direkt auslaeuft und sich durch die Platine aetzt, 
oder indem es einfach so weg ist und der Elko wie neu aussieht, aber der 
ESR rauf geht und die Kapazitaet runter. Was davon genau eintritt 
duerfte IMHO vom verwendeten Elektrolyten abhaengen. Da ruehren sich die 
Hersteller wohl alle ein geheimes Sueppchen zusammen.
Ist aber viel Saft drin dauert es halt laenger bis er weg ist.

Problem ist also letztlich die Haltbarkeit und Qualitaet der Dichtung. 
Ist es nun besser wenn man Elkos beim einsetzen verklebt oder sogar 
komplett vergiesst? Das wuerde die am Boden besser abdichten. Oder ist 
es eher schlecht weil die Teile bei Luftdruckaenderung schlechter 
"atmen" koennen?

Oder wie wirkt sich die Montage der Platine, beziehungsweise der Elkos 
aus. Waere es von Vorteil wenn die typisch ueber Kopf montiert sind? 
Sollte doch weniger wahrscheinlich auslaufen.

Ein anderer interessanter Effekt ist das loeten. Platinen werden heute 
immer automatisch bestuckt und geloetet. Aber wenn du auf der Platine 
einen fetten Elkos hast dann ist das fuer den Elko nicht moeglich weil 
bedrahtet. Es kann sein das der dann von Hand bestueckt und geloetet 
wird oder automatisch selektiv geloetet wird. (Das ist ein fahrbarer 
Springbrunnen mit Loetzinn.)

Je nachdem wer und wie das Loetet, wie das programmiert ist, welches Lot 
und welche Temperatur eingestellt ist, was macht das mit der Abdichtung 
wo die Beine vom Elko durchs Gummi gehen? Ich wuerde erwarten das dies 
verschieden gut wird.

Und was ist mit liegenden Elkos, heute ja selten geworden, die haben nur 
ein Loch im Gummipoempel. Klingt eigentlich auch besser oder?

Der Hersteller des Elkos kann Fehler machen, der Hersteller von Teilen 
(Gummidichtung, Masterbatch, Elektrolyt) kann Fehler machen, der 
Entwickler kann Fehler machen, die Produktion kann Fehler machen, der 
Anwender/Installateur auch. Deshalb halten die Teile dann in der Praxis 
zwischen 5 und 50Jahren und keiner weiss es wirklch ganz genau und nur 
bei wirklich groben Fehlern ist es so schlecht das es in der Entwicklung 
bei Tests auffaellt.

Aber immerhin sorgen die Teile fuer reichlich Gespraechsstoff und bei 
Bastlern fuer schnelle Erfolgserlebnisse. Das ist doch auch schon mal 
was. :-D

Vanye
von Kolja (bastler_kolja)


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Vanye R. schrieb:
> Aber immerhin sorgen die Teile ... bei
> Bastlern fuer schnelle Erfolgserlebnisse

Der Bastler tauscht die ausgelaufene Elkos. Der Profi die ganze Platine.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Kolja schrieb:
> Der Bastler tauscht die ausgelaufene Elkos. Der Profi die ganze Platine.

Das geht in die richtige Richtung, stimmt aber noch nicht ganz. Der 
Profi tauscht das ganze Heizungssteuerungsgerät. :o)
von Nevs (noname_user)


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Christoph Z. schrieb:
> Erstaunt mich nicht, es muss schliesslich billig sein und mit
> Serviceleistungen verdient man Geld.
Ach was, wenn das Gerät während der regulären Gewährleistung deswegen 
ausfällt verdient der Hersteller noch was extra daran?

> Das Auslaufen hat allerdings mit den 1000h/105° wenig zu tun. Da ist
> einfach die Qualität der Dichtung schlecht.
Wer kann das eigentlich so pauschal sagen, vllt. waren ja auch die 
Betriebsbedingungen dort nicht ausreichend passend? Ein solcher Elko, 
und dazu noch beide, die knapp an der Grenze seiner Belastung arbeitet 
ohne große Reserven, der fällt dann vllt. mal eher aus. Und dabei wird 
wohl der Innendruck angestiegen sein, weil im Normalfall läuft ein Elko 
gar nicht, der trocknet nur innerlich aus.
von Nevs (noname_user)


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Vanye R. schrieb:
> Sowohl Panasonic wie auch hier im Thread Nichicon sagen es dir aber im
> Datenblatt.
Na was sagen sie denn im Datenblatt, erzähl mal, dass man Elkos weit 
über die idealen Betriebsbedingungen einsetzt, also für 3,3V einen dann 
mit 35V nimmt?
Nur dass die Paramter dann auch nur für diese Spannung gelten und nicht 
für 1/10 davon, denn der Leckstrom steigt genau um den mehrfachen wert 
an, aber der max. Rippelstrom dafür nur um das Doppelte. Falsche 
Parametrierung der Bauteile führen dann schon zum vorzeitigen Ausfall, 
ich habe davon genug solcher Fälle, wie oben geschildert, erlebt. Wenn 
man zig solcher Netzteile repariert und dann in der zeitlichen Folge der 
betreffende Elko vom Hersteller dann doch geändert wurde, auf einen 
niedrigeren U-Wert, womit die Ausfälle an dem Bauteil dann zurück 
gingen. Da greift die Theorie genauwo wenig, wie dass man auf der 
Autobahn mit einem Ferrari prinzipiell schneller vorwärts kommt, egal ob 
Stau oder zähfließender Verkehr.

> Aber natuerlich gibt es Einzeleffekte die sich ueberlagern
> koennen. Wenn ein grosser Kondensator dann naeher an einem Ort ist wo es
> heisser wird dann ist das ein anderer Effekt.
Der Elko in einem SNT wird maßgeblich durch die inneren Rippelströme so 
warm, nicht durch die läppische erhöhte Außen-Temp., die kommt vllt. 
noch ungünstig dazu.

> Es gibt uebrigens noch weitere Effekte ueber den man lange diskutieren
> kann. :-)
So man denn welche kennt ;-)
> Das Problem besteht ja darin das das Elektrolyt im Elko verschwindet,
> entweder indem es direkt auslaeuft und sich durch die Platine aetzt,
> oder indem es einfach so weg ist ....
Auslaufende Elkos haben nur 2x Gründe, einer davon ist durch termische 
Überlastung und der andere durch Alterung oder Materialermüdung.
Was in der Folge passiert ist unwichtig, weil es immer die Funktion 
lahmlegt, die Ursachen dafür kann man aber voraussehen und gegensteuern 
mit den richtigen Bauteilen für den spez. Zweck. Man kann auch statt 
einem Elko x kleinere parallel schalten, dann sinkt das Ausfallrisiko um 
die Anzahl der Stk.Zahl. So wurde das in dem SNT bei dem EB der OC130 
für die 42V und die 5V gemacht, die 3,3V und die ~53V hatten nur jeweils 
einen Elko im NT.
Aber hier sind ja lauter Spezialisten als StammtischTheoretiker dabei, 
mehr als Minus-Punkte und langes Geschwätz wird es dann nicht.
von Andrew T. (marsufant)


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Kolja schrieb:
> Platz ist reichlich da.
> 
https://www.grosshandel-hahn.de/produktbilder/500_VAILLANT_Leiterplatte_komplett_Nr_130826_-vab_w130826.jpg

ja, ist die klassische PCB für die Vaillant Brennwertheizung, Gas.
die Elkos kannst Du da einsetzen.
von Rainer W. (rawi)


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Dieter W. schrieb:
> Ich verwende in SNT gerne Panasonic EEU-FR1V471, die sind auch nur 16mm
> hoch.

Vorteil?
von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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Rainer W. schrieb:
> Vorteil?

Ja.
von Mladen G. (mgira)


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die originalen waren low ESR long life, 1100mA bei 100kHz und 105C
https://www.vishay.com/docs/28323/150rmi.pdf

Wenn da 25mm Bauhöhe reinpassen, würde ich zu diesen hier raten:
https://www.mouser.de/ProductDetail/Nichicon/UBW1H471MHD?qs=Wu4QelNNmeMKJYngndrUWw%3D%3D

135C und kann mehr Ripple ab, 1650mA bei 135C
https://www.mouser.de/datasheet/3/497/1/e_ubw.pdf
: Bearbeitet durch User
von Klaus H. (kher5)


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Kolja schrieb:

> Der Bastler tauscht die ausgelaufene Elkos. Der Profi die ganze Platine.

Der Profi tauscht die ausgelaufenen Elkos, der Depp die ganze Platine 
und der Halsabschneider das Gerät.
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