Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schaltung für Linearverstärker


von David (ds2000)


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Könnte mir vielleicht jemand eine Einschätzung geben ob meine 
Verstärkerschaltung ein akzeptables Design ist.

Ziel ist es einen Linearverstärker mit 140Vp (Später etwas mehr) zu 
brauen, der 10kHz Bandbreite hat. Damit ich die Differenzstufe nicht 
selber bauen muss habe ich mich dafür entschieden einen Apex Verstärker 
mit Buffer zu benutzen.

Damit ich in der SOA der Mosfets bleibe habe ich die parallel 
geschaltet. Jeder einzelne Mosfet hat eine Strombegrenzung bekommen.

Meine Frage ist nun, ob das ein Deisgn ist, was üblich ist. Wie wird 
sich die Slew Rate verhalten? Wie kann man das Biasing der 
Ausgangstransistoren besser machen oder reicht das?

Ich habe das mit ngspice simuliert bekommen, allerdings nur AC und DC 
analyse. Transientenanalyse kovergiert nicht richtig oder ich bekomme 
bei sinusanregung ab 1kHz nur ein Rechteck am Ausgang.

Die AC analyse gibt mir 83kHz 3dB Bandbreite bei 1Vp Anregung, was zu 
schön wäre um wahr zu sein.
: Verschoben durch Moderator
von Arno R. (arnor)


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David schrieb:
> Die AC analyse gibt mir 83kHz 3dB Bandbreite

Das halte ich für unmöglich. Die ganzen parallelen Mosfets werden 
schließlich nur von R50 bzw. R51 mit Gatestrom (max. 1,5mA) versorgt, es 
ist nicht der OPV der den Gatestrom liefert.
von David (ds2000)


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Arno R. schrieb:
> Das halte ich für unmöglich. Die ganzen parallelen Mosfets werden
> schließlich nur von R50 bzw. R51 mit Gatestrom (max. 1,5mA) versorgt, es
> ist nicht der OPV der den Gatestrom liefert.

Das glaube ich nämlich ebenfalls. Wie kann ich denn nun einschätzen 
welche Bandbreite das Konstrukt am Ende hat? Also aufbauen und messen?

Meine Frage ist auch, ob das so jemand macht oder ob ich mit der 
Topologie vollkommen daneben liege.
von Michael B. (laberkopp)


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David schrieb:
> Die AC analyse gibt mir 83kHz 3dB

Das hast du simuliert ? R50/R51 werden kaum 83kHz zulassen.
von David (ds2000)


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Michael B. schrieb:
> David schrieb:
>> Die AC analyse gibt mir 83kHz 3dB
>
> Das hast du simuliert ? R50/R51 werden kaum 83kHz zulassen.

Ja ich habe das simuliert. Meine Idee wäre dann R50/R51 deutlich zu 
verkleinern. Die Frage ist nur, ob der PA341 das mitmacht. Der hat ein 
Stromlimit und im Arbeitspunk, also Eingang ändert sich nicht, sollte 
durch den Ausgang vom PA341 kaum Strom fließen. Bei einer sinusförmigen 
Anregung kann allerdings deutlich mehr Strom fließen.
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Als Ansatz kannst du mal den Tiefpass aus R60 usf. und der Gatekapazität 
berechnen.
von David (ds2000)


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Matthias S. schrieb:
> Als Ansatz kannst du mal den Tiefpass aus R60 usf. und der Gatekapazität
> berechnen.

Welche Gatekapazität? Im Datenblatt ist Ciss, Coss, Crss, Qgon, Qgs und 
Qgd gegeben. Mir ist klar, dass ich genug Strom brauche, um die Gates 
umzuladen aber welche Kapazität wogegen?

Ich habe mal R50 und R51 deutlich kleiner gemacht und auf 25k reduziert. 
Dann läuft auch die Transientensimulation bis 50kHz bei 1V Auslenkung.
von Arno R. (arnor)


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Matthias S. schrieb:
> Als Ansatz kannst du mal den Tiefpass aus R60 usf. und der Gatekapazität
> berechnen.

Dieser Kleinsignalansatz ist unvollständig, denn zu R60 liegt noch der 
differentielle Widerstand der Diodenkette + Ausgangswiderstand des OPV 
in Reihe. R50 können wir da vernachlässigen, aber die anderen parallelen 
Mosfets nicht, weil die auch alle an der Diodenkette hängen. Man bekommt 
durch die rel. niederohmigen Widerstände eine hohe Grenzfrequenz, die 
aber über das eigentlich interessierende Großsignalverhalten nichts 
aussagt.

David schrieb:
> Welche Gatekapazität? Im Datenblatt ist Ciss, Coss, Crss, Qgon, Qgs und
> Qgd gegeben. Mir ist klar, dass ich genug Strom brauche, um die Gates
> umzuladen aber welche Kapazität wogegen?

Am Gate wirkt direkt die Rückwirkungskapazität Crss, die 
Eingangskapazität Ciss wirkt mit dem "Bootstrapfaktor" des 
Sourcefolgers, da kannst du etwa 10% der Ciss ansetzen. Die wirksame 
Gatekapazität ist also etwa Crss+Ciss/10. Allerdings sind die 
Kapazitäten stark spannungsabhängig, die nehmen mit kleineren Spannungen 
zu. Bie Großsignalaussteuerung sinken die Spannungen am Transistor ab, 
die Kapazitäten nehmen zu und der Gatestrom nimmt ab. Dle SlewRate wird 
mit zunehmendem Ausgangspegel immer kleiner.
von David (ds2000)


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Arno R. schrieb:
> Am Gate wirkt direkt die Rückwirkungskapazität Crss, die
> Eingangskapazität Ciss wirkt mit dem "Bootstrapfaktor" des
> Sourcefolgers, da kannst du etwa 10% der Ciss ansetzen. Die wirksame
> Gatekapazität ist also etwa Crss+Ciss/10. Allerdings sind die
> Kapazitäten stark spannungsabhängig, die nehmen mit kleineren Spannungen
> zu. Bie Großsignalaussteuerung sinken die Spannungen am Transistor ab,
> die Kapazitäten nehmen zu und der Gatestrom nimmt ab. Dle SlewRate wird
> mit zunehmendem Ausgangspegel immer kleiner.

Danke für die Erklärung. Also wenn ich den Strom durch R50/R51 erhöhe 
bekomme ich eine besser Transientensimulation und Bandbreite. Das macht 
auch Sinn, denn umso mehr Strom kann ich für die Gates zur Verfügung 
stellen.

Da der PA341 nicht beliebig viel Strom liefern kann ist das natürlich 
begrenzt. Im DC Fall wäre das sogar noch möglich aber wenn ich zum 
Beispiel einen Sinus anlege muss ich immer wieder umladen und der kommt 
schnell an seine thermische Grenze.
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