Ab dem neuen Release von Vivado 2026.1 wird leider in der freien Variante nicht mehr GNU/Linux als Hostsystem unterstützt. Nur noch ab der Core Variante mit einen Einstiegspreis von 1200$. Quelle: https://www.amd.com/en/products/software/adaptive-socs-and-fpgas/vivado/vivado-licensing-options.html#tabs-cbefba2790-item-68c20366cb-tab Was haltet Ihr davon?
Johannes schrieb: > Was haltet Ihr davon? Abstand. Bei Altera war das früher auch so und für mich damals ein Grund Xilinx zu verwenden. Der Grund fällt nun weg.
Rick D. schrieb: > Johannes schrieb: >> Was haltet Ihr davon? > Abstand. +1 Alles was Linux benachteiligt, fällt bei mir durchs Raster. Da zahl ich erst recht keinen Penny dafür. Klar kann man (fast) alles auf virtuellen Maschinen laufen lassen, aber warum?
fällt dann bei mir auch raus, nutze nur linux
Oh Mist, dann wird 2026 wohl auch wieder nicht das Jahr des Linux Desktops....
Cyblord -. schrieb: > Oh Mist, dann wird 2026 wohl auch wieder nicht das Jahr des Linux > Desktops.... OT: Bei mir ist der Linux Desktop seit 2007 Realität. Vorher Windows only. Hab ja bis ungefähr ~2021 noch Windows zusätzlich verwendet. Aber da Mircosoft für meinen uralt Prozessor (von 2008) offiziell kein Windows mehr anbietet, ist GNU/Linux nur mehr das einzige System, zusätzlich zu den *BSD Varianten. Muss aber wirklich mal eine neues System kaufen, warte aber noch bis sich die RAM-Preise wieder auf angemessene Preise ein pendeln.
Johannes schrieb: > Bei mir ist der Linux Desktop seit 2007 Realität. Irgendwo müssen die 3% ja herkommen. Aber als SW Bude lohnt es sich halt einfach nicht so eine extreme Nische zu unterstützen. Was dann wieder den Linux Desktop noch unattraktiver macht. Ein Teufelskreis.
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Cyblord -. schrieb: > Oh Mist, dann wird 2026 wohl auch wieder nicht das Jahr des Linux > Desktops.... Ist mir relativ wurscht was alle benutzen. So von wegen Fliegen und so.... Und das duerfte den meisten Linux Usern so gehen. Cyblord -. schrieb: > Aber als SW Bude lohnt es sich halt einfach nicht so eine extreme Nische > zu unterstützen. Hat wohl eher was mit unfaehigen Programmierern zu tun. Es gibt auch andere: Pico Technology bekommt das z.B. sehr gut hin. Dreimal darfst Du raten, was bei mir auf dem Schreibtisch steht.
Andreas B. schrieb: > Hat wohl eher was mit unfaehigen Programmierern zu tun. Klar weil in der Welt von Klein-Andi bei allen SW Buden die Programmierer die strategischen Entscheidungen treffen. Und natürlich weil in der Welt von Klein-Andi der Support von mehreren Betriebssystemen keine zusätzlichen Entwicklungskosten bedeutet.
Cyblord -. schrieb: > Und natürlich > weil in der Welt von Klein-Andi der Support von mehreren > Betriebssystemen keine zusätzlichen Entwicklungskosten bedeutet. Wo habe ich das behauptet? Aber wenn man es richtig macht, ist der Aufwand sehr ueberschaubar.
Andreas B. schrieb: > Wo habe ich das behauptet? Dein Post erweckt den Eindruck du würdest das so annehmen. > Aber wenn man es richtig macht, ist der Aufwand sehr ueberschaubar. Alles relativ. Mit 3% Gesamtmarktanteil eines OS, selbst für einen kleinen Aufschlag bei der Entwicklung und beim Support einen einigermaßen guten Business Case zu basteln wird schwierig.
Neben dem Entwicklungsaufwand kommt vor allem der deutlich erhöhte Supportaufwand hinzu, da es doch immer wieder ein paar kleine Unterschiede zwischen den Host-Plattformen gibt. Und bei Linux-Distributionen sind da leider die Unterschiede deutlich größer als bei verschiedenen Windows-Versionen. Einige Hersteller setzen daher auf Installationssperren für nicht offiziell unterstützte Distibutionen/Versionen, aber nach einem Distributionsupgrade kommen dann ggf. die Probleme. Und dann wenden sich die betreffenden Anwender an den Support, der all die relevanten Punkte dann erklären muss und ggf. ziemlichen Ärger ertragen muss. Es hilft überhaupt nichts, wenn irgendwelche Forennerds darüber philosophieren, dass nur Distribution X das einzig Wahre ist. Derjenige muss aber nicht den Personalaufwand für den Support bezahlen. Die von AMD/Xilinx eingeführten Kosten für die Linux-Version spiegeln wahrscheinlich ziemlich genau diesen erhöhten Aufwand wider.
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Johannes schrieb: > Was haltet Ihr davon? Ein kleiner Schub für Nanoxplore und Colognechip. Zwar voraussichtlich zu klein, um wirklich was zu bewirken, aber wer weiß. Allgemein natürlich aus Nutzersicht eine blöde Entscheidung. Allerdings kann man sich ja auch alte Versionen noch runterladen. Dann bleibt es halt bei 2025 oder früher.
Nachtrag: Neben dieser eher noch technischen Sicht kommt auch noch hinzu, dass Linux in den USA als unkapitalistisch und somit kommunistisch gilt. Steve Ballmer hatte ja schon vor etlichen Jahren den Einsatz der Nationalgarde gegen Linux gefordert. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass AMD (und andere Unternehmen) angesichts der aktuellen politischen Situation auch ein paar "freundliche" Aufforderungen von Regierungsseite erhalten haben, nur noch strikt patriotischen Betriebssystemhersteller wie z.B. Microsoft zu folgen. Es gibt ja schließlich weltweit, insbesondere auch in Europa, etliche Bestrebungen, die Abhängigkeit von Microsoft-Produkten zu reduzieren. Folglich "müssen" die USA natürlich versuchen, dies zu verhindern.
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Cyblord -. schrieb: > Andreas B. schrieb: >> Hat wohl eher was mit unfaehigen Programmierern zu tun. > > Klar weil in der Welt von Klein-Andi bei allen SW Buden die > Programmierer die strategischen Entscheidungen treffen. Auch Nichtentwickler sollten leicht verstehen, daß es eine kluge Strategie ist, Abhängigkeiten zu vermeiden und flexibel zu bleiben. > Und natürlich > weil in der Welt von Klein-Andi der Support von mehreren > Betriebssystemen keine zusätzlichen Entwicklungskosten bedeutet. Der Support mehrerer Systemen verursacht vor allem Kosten im Support und nur in geringem Umfang zusätzliche Entwicklungskosten, solange es nicht um eine systemnahe oder besonders triviale Software geht. Im Zusammenhang mit dieser nur geringen Erhöhung der Entwicklungskosten, der Vermeidung von Abhängigkeit und der Steigerung der Flexibilität ist die plattformunabhängige Entwicklung daher auch dann sinnvoll, wenn zunächst dennoch nur eine Plattform bedient, und dadurch Aufwände für Marketing, Vertrieb und Support gespart werden. Mir sind mehrere Unternehmen bekannt, deren Software zwar bereits für andere Plattformen vorbereitet ist und darauf auch regelmäßig getestet, aber bisher noch nicht dafür angeboten wird.
Andreas S. schrieb: > Und bei > Linux-Distributionen sind da leider die Unterschiede deutlich größer als > bei verschiedenen Windows-Versionen. Nicht wirklich, aus Entwicklersicht sind die Unterschiede eher überschaubar und leicht zu beherrschen. Etliche Unternehmen belegen das ebenso wie viele OpenSource-Projekte mit ihrem üblichen Mangel an Entwicklerressourcen. Ich meine, mit Debian- und RPM-Paketen ist bereits der größte Teil des Marktes abgedeckt, schlimmstenfalls macht man es wie IBM und installiert mit einem Skript nach /opt. Man muß nicht jeden Exoten unterstützen.
Andreas S. schrieb: > Neben dieser eher noch technischen Sicht kommt auch noch hinzu, dass > Linux in den USA als unkapitalistisch und somit kommunistisch gilt. > Steve Ballmer hatte ja schon vor etlichen Jahren den Einsatz der > Nationalgarde gegen Linux gefordert. Ich kann mir sehr gut vorstellen, > dass AMD (und andere Unternehmen) angesichts der aktuellen politischen > Situation auch ein paar "freundliche" Aufforderungen von Regierungsseite > erhalten haben, nur noch strikt patriotischen Betriebssystemhersteller > wie z.B. Microsoft zu folgen. Es gibt ja schließlich weltweit, > insbesondere auch in Europa, etliche Bestrebungen, die Abhängigkeit von > Microsoft-Produkten zu reduzieren. Folglich "müssen" die USA natürlich > versuchen, dies zu verhindern. Protektionismus und Lobbyismus existieren, keine Frage. Aber sie waren schon erfolglos, als die französische Gendarmerie und die italienischen Streitkräfte auf Linux umgestiegen sind, was auch wegen der hohen Interoperabilitäts- und Kompatibilitätsanforderungen des US-Militärs so reibunglos funktioniert, daß sowohl Frankreich als auch Italien sich mittlerweile für die Umstellung ihrer gesamten Verwaltungen entschieden haben.
Ein T. schrieb: > Protektionismus und Lobbyismus existieren, keine Frage. Wir sehen doch in Deutschland, dass ein anderes Parteibuch und ein paar gemeinsame Runden auf dem Golfplatz ausreichen, um schlagartig zigtausend Arbeitsplätze von OSS auf Microsoft-Produkte umstellen zu lassen. Und die aktuellen Bundesregierung hat doch im letzten Jahr auch ganz stolz verkündet, mit Microsoft einen umfangreichen Rahmenvertrag geschlossen zu haben. > Aber sie waren > schon erfolglos, als die französische Gendarmerie und die italienischen > Streitkräfte auf Linux umgestiegen sind, was auch wegen der hohen > Interoperabilitäts- und Kompatibilitätsanforderungen des US-Militärs so > reibunglos funktioniert, daß sowohl Frankreich als auch Italien sich > mittlerweile für die Umstellung ihrer gesamten Verwaltungen entschieden > haben. Ich habe selbst an einem Rüstungsprojekt gearbeitet, in dem von vornherein die Nägel fest eingeschlagen waren, dass die zugehörigen PCs ausschließlich unter Windows XP betrieben werden dürfen. Die Software musste sogar die Ausführung auf anderen Versionen erkennen und verbieten. Und das bei einem sehr umfangreichen System mit einer Einsatzdauer von mindestens vierzig Jahren. Aber so stand es nun einmal im Vertrag. Auch der Auftraggeber selbst war von diesem Passus angepisst, konnte ihn aber auch nicht mehr ändern, da damit das ursprüngliche Ausschreibungsverfahren hinfällig geworden wäre.
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Ein T. schrieb: > Andreas S. schrieb: >> Und bei >> Linux-Distributionen sind da leider die Unterschiede deutlich größer als >> bei verschiedenen Windows-Versionen. > > Nicht wirklich, aus Entwicklersicht sind die Unterschiede eher > überschaubar und leicht zu beherrschen. Die Entwicklersicht ist hierfür fast völlig irrelevant. Aus kommerzieller Sicht ist (mit-)entscheidend, welcher Personalaufwand im Support entsteht. Und dieser ist höher bei mehreren unterstützten Plattformen. Gibt es nur Windows, kann man sich einfach eine Handvoll billiger Aushilfskräfte auf der Straße suchen, die schon einmal einen Maus in der Hand gehalten haben. Leute mit Linux-Erfahrung sind schon deutlich rarer. Und Leute, die die typischen Fallstricke bei mehreren Linux-Distributionen kennen, muss man ggf. erst noch schulen, bevor man sie an die First-Level-Hotline setzt. In Zeiten KI-basierten Supportsysteme verschieben sich allerdings diese Anforderungen ganz gewaltig, so dass es in der Tat wieder hinreichend preisgünstig sein kann, auch Support für linuxbasierte Installationen bereitzustellen. Man darf bei der ganzen Thematik nicht vergessen, dass die allermeisten Anwender nur ihr etabliertes Desktop-Betriebssystem verwenden wollen und daher ihre Energie lieber darauf verwenden, Gründe gegen eine weiteres System zu finden, statt sich eben damit zu beschäftigen. Und dementsprechend "begeistert" ist natürlich auch der Support, wenn jemand ankommt und sagt: "Das ist doch alles scheiße und funktioniert eh nicht! Aber mein Chef hat mir befohlen, sie anzurufen."
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nein, Entwicklersicht und Personalaufwand sind irrelevant, da es nachwievor eine linux version gibt, nur nicht in der kostenlosen version. Bis auf den zusätzlichen upload würde das denke ich keine mehrkosten verursachen. Also der Gund für diese entscheidung liegt wohl doch an einer anderen stelle. # zu den sticheleien ala 'wieder nicht das Jahr des Linux Desktops': Mobilgeräte ~70 % (Android/Linux) Server & Cloud: ~ 85 % Home-Router: weit über >90% Supercomputer TOP500: 100% seit jahren denke mal Linus lacht darüber, genauso wie ARM vs Intel/AMD die welt besteht nich nur aus dem was manche auf ihrem Tisch sehen :)
Oliver D. schrieb: > Mobilgeräte ~70 % (Android/Linux) > Server & Cloud: ~ 85 % > Home-Router: weit über >90% > Supercomputer TOP500: 100% seit jahren Was hast du an "Linux DESKTOP" nicht verstanden?
> # zu den sticheleien ala 'wieder nicht das Jahr des Linux Desktops': > > Mobilgeräte ~70 % (Android/Linux) Also an einem Handy braucht man null Linux-Kenntnisse, andernfalls würden 99% der Handybenutzer scheitern. Und um mit dem Bus zu Fahren braucht man keine Fahrerlaubnis.
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Oliver D. schrieb: > nein, Entwicklersicht und Personalaufwand sind irrelevant, da es > nachwievor eine linux version gibt, nur nicht in der kostenlosen > version. Linux wird ja unterstützt - nur eben nicht mehr kostenlos. Wer es verwenden will muss für den Support und die Entwicklung zahlen. Ist doch ein sehr sinnvoller Ansatz. Würden andere Projekte es genauso machen, wäre Linux heute schon bei über 10% Marktanteil 😊.
Bradward B. schrieb: > Also an einem Handy braucht man null Linux-Kenntnisse, andernfalls > würden 99% der Handybenutzer scheitern. Das gilt für heutige Desktops allerdings auch, jedenfalls auf dem Kenntnislevel der meisten Windows User. Allerdings muß man hier auch mal festhalten, daß es in diesem Thread um elektronikbezogene SW geht. Und da dürfte auch der Anteil der Linuxuser erheblich höher sein als die besagten 3%. Andreas S. schrieb: > In Zeiten KI-basierten > Supportsysteme verschieben sich allerdings diese Anforderungen ganz > gewaltig, so dass es in der Tat wieder hinreichend preisgünstig sein > kann, auch Support für linuxbasierte Installationen bereitzustellen. Eben. Davon abgesehen ist der echte Support von SW schon seit Jahren nach Billiglohnländern ausgelagert. Sprich: Faktisch nicht mehr vorhanden. Davon abgesehen wird der Supportaufwand bei Win auch sinken, wenn mehr Linuxversionen existieren (nämlich um den Betrag wie er beim Linuxsupport steigt). Es wird wohl wenige User geben die sich für beide OS die gleiche SW installieren. Aber letztendlich eine Unternehmensentscheidung. Ich kaufe von solchen Unternehmen nichts und kann sehr gut damit leben. Die Unternehmen scheinbar auch und damit ist alles gut.
Andreas B. schrieb: > Allerdings muß man hier auch mal festhalten, daß es in diesem Thread um > elektronikbezogene SW geht. Und da dürfte auch der Anteil der Linuxuser > erheblich höher sein als die besagten 3%. Auch bei Elektronikentwicklern gibt es aber einige extrem veränderungsresistente Typen. Auch im FPGA-Bereich sind mir da bei Kunden schon ein paar äußerst heftige Fälle untergekommen. > Es wird wohl wenige User geben die sich für beide > OS die gleiche SW installieren. Gerade Vivado ist aber solch ein Beispiel. Es funktioniert sogar ganz passabel, das GUI unter Windows zu nutzen und damit die Generierung (Kompilation, Synthese, P&R, usw.) auf linuxbasierten Buildservern anzustoßen. Man kann hierfür "problemlos" ssh-Kommandos usw. integrierten. Besonders schick ist dabei, dass bei Projektverzeichnissen auf Netzwerk-Shares der Jobstatus im GUI auch der Buildstatus auf anderen Rechnern automatisch angezeigt wird. Hierfür benötigt man keine weiteren Synchronisationswerkzeuge o.ä..
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Andreas S. schrieb: > Ein T. schrieb: >> Protektionismus und Lobbyismus existieren, keine Frage. > > Wir sehen doch in Deutschland, dass ein anderes Parteibuch und ein paar > gemeinsame Runden auf dem Golfplatz ausreichen, um schlagartig > zigtausend Arbeitsplätze von OSS auf Microsoft-Produkte umstellen zu > lassen. Du spielst auf das zwischenzeitlich aufgegebene, jedoch Anfang dieses Jahres anscheinend wieder Fahrt aufnehmende LiMux-Projekt an. Dem Vernehmen nach hat dort allerdings noch ein bisschen mehr stattgefunden als ein paar Golfrunden und Parteibücher -- Koalitionspartner der Nachfolgeregierung war schließlich zuvor derselbe, der das Projekt überhaupt erst ins Rolle gebracht hatte, und trotzdem hat er den Abbruch des Projekts mitgetragen. Und am Ende hörte ich, daß das Projekt an manchen Stellen nicht gut gelaufen sei und obendrein auch noch von internen und externen Mitarbeitern sabotiert worden sei. Wenn solche Projekte nicht gut laufen, sie die Mitarbeiter nicht sonderlich gut einbinden und mitnehmen, dann entstehen innere und äußere Widerstände, die Wasser auf die Mühlen der Gegner solcher Projekte sind. Wenn dann politisch-ökonomische Entscheidungen wie die Verlagerung einer Unternehmenszentrale eine Rolle spielen, wird die Sache schwierig. Nichtsdestotrotz ist das ja nur ein gescheitertes von vielen erfolgreichen Projekten, sowas kommt vor und ich wundere mich ehrlich gesagt, warum so oft nur dieses (bisher) anscheinend gescheiterte Projekt betrachtet wird, und die vielen erfolgreichen Projekte in Deutschland und Europa oft ignoriert werden. Vielleicht hat das auch mit dem großen Hype in der OpenSource-Welt zu tun, wo der münchener Migrationsbeschluß begrüßt, gefeiert, und als großer Beweis von Linux' Desktoptauglichkeit beworben wurde. Möglicherweise hat dabei auch eine Rolle gespielt, daß MS Deutschland in der Nähe von München sitzt, und man das "Evil Empire" also quasi vor der eigenen Haustüre besiegt hatte und sogar der unbeliebte Microsoft-CEO Ballmer eigens seinen Skiurlaub unterbrochen hatte, um Münchens Entscheidung für OSS und Linux in letzter Sekunde abzuwenden. Davon abgesehen gibt es dem Vernehmen nach wieder eine neue Regierung in der bayerischen Landeshauptstadt, die die Annäherung an OpenSource und offene, freie Standards vorantreibt. Da müssen wir wohl abwarten, aber momentan sieht es eher danach aus, als sei der letzte Drops dort noch nicht gelutscht. > Und die aktuellen Bundesregierung hat doch im letzten Jahr auch > ganz stolz verkündet, mit Microsoft einen umfangreichen Rahmenvertrag > geschlossen zu haben. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, Du hast es zitiert: Protektionismus und Lobbyismus existieren, und es werden auch andere Möglichkeiten genutzt, solche Entscheidungen zu beeinflussen. Da Du ja selbst in dem Bereich tätig bist, kennst Du sicher selbst ein paar davon. > Ich habe selbst an einem Rüstungsprojekt gearbeitet, in dem von > vornherein die Nägel fest eingeschlagen waren, dass die zugehörigen PCs > ausschließlich unter Windows XP betrieben werden dürfen. Die Software > musste sogar die Ausführung auf anderen Versionen erkennen und > verbieten. Und das bei einem sehr umfangreichen System mit einer > Einsatzdauer von mindestens vierzig Jahren. Aber so stand es nun einmal > im Vertrag. Auch der Auftraggeber selbst war von diesem Passus > angepisst, konnte ihn aber auch nicht mehr ändern, da damit das > ursprüngliche Ausschreibungsverfahren hinfällig geworden wäre. Ja, so läuft sowas in Deutschland, da kann man nur mit dem Kopf schütteln und sich fragen, wer warum solche Entscheidungen trifft. Viele unserer Nachbarn in Europa sind da strategisch häufig klüger.
Andreas S. schrieb: > Ein T. schrieb: >> Andreas S. schrieb: >>> Und bei >>> Linux-Distributionen sind da leider die Unterschiede deutlich größer als >>> bei verschiedenen Windows-Versionen. >> >> Nicht wirklich, aus Entwicklersicht sind die Unterschiede eher >> überschaubar und leicht zu beherrschen. > > Die Entwicklersicht ist hierfür fast völlig irrelevant. Das kenne ich aus unterschiedlichen Perspektiven, die nach meiner Wahrnehmung im Wesentlichen von der Kultur der betreffenden Entität abhängen. Ich kenne Unternehmen, bei denen die Entwickler und Sysops gefragt werden, und andere, bei denen einfach über die Köpfe der Fachleute hinweg entschieden wird. > Aus > kommerzieller Sicht ist (mit-)entscheidend, welcher Personalaufwand im > Support entsteht. Und dieser ist höher bei mehreren unterstützten > Plattformen. Gibt es nur Windows, kann man sich einfach eine Handvoll > billiger Aushilfskräfte auf der Straße suchen, die schon einmal einen > Maus in der Hand gehalten haben. Leute mit Linux-Erfahrung sind schon > deutlich rarer. Und Leute, die die typischen Fallstricke bei mehreren > Linux-Distributionen kennen, muss man ggf. erst noch schulen, bevor man > sie an die First-Level-Hotline setzt. Das ist nicht nur in der Wirtschaft eine reine Kosten-Nutzen-Relation. Ist der Supportaufwand geringer oder höher als die Gewinne? Das ist das Einzige, das dabei eine Rolle spielt. > Man darf bei der ganzen Thematik nicht vergessen, dass die allermeisten > Anwender nur ihr etabliertes Desktop-Betriebssystem verwenden wollen und > daher ihre Energie lieber darauf verwenden, Gründe gegen eine weiteres > System zu finden, statt sich eben damit zu beschäftigen. Und > dementsprechend "begeistert" ist natürlich auch der Support, wenn jemand > ankommt und sagt: "Das ist doch alles scheiße und funktioniert eh nicht! > Aber mein Chef hat mir befohlen, sie anzurufen." Natürlich, jedoch sehe ich andererseits auch einen Trend, vermehrt auf den Einsatz von webbasierter Software zu setzen. Das verändert die Dinge sehr: dadurch bleibt dem Betriebssystem vornehmlich die Aufgabe, einen Webbrowser auszuführen, was Windows, Linux, MacOS und andere problemlos können. Auch in anderer Hinsicht hat dieser Ansatz im Unternehmens- und Behördeneinsatz sehr große Vorzüge: anstatt eine Software auf n Geräten zu pflegen, kann das an einer oder wenigen Stellen zentral stattfinden. Und, mal ehrlich: Webapps von MS 365 über Google Docs bis hin zu PgAdmin4 und viele ähnliche beweisen, wie leistungsfähig webbasierte Ansätze heute sind. Deswegen vermute ich, daß die Betriebssystemdebatten tendenziell an Bedeutung verlieren werden.
Andreas S. schrieb: > Andreas B. schrieb: >> Allerdings muß man hier auch mal festhalten, daß es in diesem Thread um >> elektronikbezogene SW geht. Und da dürfte auch der Anteil der Linuxuser >> erheblich höher sein als die besagten 3%. > > Auch bei Elektronikentwicklern gibt es aber einige extrem > veränderungsresistente Typen. Auch im FPGA-Bereich sind mir da bei > Kunden schon ein paar äußerst heftige Fälle untergekommen. Er spricht davon daß es im Elektronikumfeld einen überdurchschnittlichen Anteil an Linuxnutzern gibt, und Dein Gegen"argument" sind ein paat Sturköpfe, die Dir begegnet sind? Und damit möchtest Du ernstgenommen werden?
Vor Jahrzehnten hat Xilinx die FPGA-Entwicklungsoftware auch für Sparc-Workstations mit SunOS (BSD, später SystemV angelehntes UNIX) geliefert, was sich mit dem Aussterben der Workstations dann erledigte. Mir scheint es ohnehin weniger eine Diskussion um das OS als um den Preis zu sein. Aber wahrscheinlich wäre die Aufregung seitens der Linux-Jünger nicht weniger groß, wenn für die Linux-Lizenz ein Zehntel oder ein Hunderstel des oben genannten aufgerufen wurde.
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Bradward B. schrieb: > Aber wahrscheinlich wäre die Aufregung seitens der Linux-Jünger nicht > weniger groß, wenn für die Linux-Lizenz ein Zehntel oder ein Hunderstel > des oben genannten aufgerufen wurde. hat aber auch nichts mit dem system zu tun, wenn es die freie version für Windows nicht mehr gäbe würden sich auch einige aufregen. Für ein 30euro hobby oder OpenSource projekt ist es nunmal ein NoGo eine Software nutzen zu müssen die hunderte von euro kostet. Generell finde ich es doof für toolchains geld zu verlangen, ich zahl ja schon für die hardware.
> Generell finde ich es doof für toolchains geld zu verlangen, ich zahl ja > schon für die hardware. Klar bspw. bei RasPiPico 4.10 € - das deckt natürlich neben den Hardware-Herstellkosten auch die Entwicklungskosten für IDE, libs, docs, ... Wer sich's halt nicht leisten kann für die tools zu zahlen soll sich ein anderes Hobby suchen. An der Ecke stehen und Leute vollpflaumen ist IMHO noch kostenlos. SCNR
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Bradward B. schrieb: > Klar bspw. bei RasPiPico 4.10 € - das deckt natürlich neben den > Hardware-Herstellkosten auch die Entwicklungskosten für IDE, libs, docs, SDK: kostenlos libs: werden kostenlos mit dem SDK geliefert docs: werden kostenlos zur Verfügung gestellt IDE: Völlig freie Wahl. Man kann alles nehmen, was zZ. bereits existiert Vielen reicht ein Editor und make Debug: freie Software verfügbar für einen zweiten Pico
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Bradward B. schrieb: >> Generell finde ich es doof für toolchains geld zu verlangen, ich zahl ja >> schon für die hardware. > > Klar bspw. bei RasPiPico 4.10 € - das deckt natürlich neben den > Hardware-Herstellkosten auch die Entwicklungskosten für IDE, libs, docs, > ... klar für 4.10Euro nicht, aber: # Im Jahr 2024 verkaufte Raspberry Pi beeindruckende 5,7 Millionen Mikrocontroller # (RP2040 und RP2350). > Wer sich's halt nicht leisten kann für die tools zu zahlen soll sich ein > anderes Hobby suchen. An der Ecke stehen und Leute vollpflaumen ist IMHO > noch kostenlos. SCNR Und weil es für dich zu teuer war hast du das nun zu deinem hobby gemacht !?!?! Linux wäre auch nicht so groß geworden wenn man nur kostenpflichtige kompiler nutzen könnte. auch wenn ich es mir leisten könnte teure toolchains für meine opensource-projekte zu kaufen, wer es nachbauen/nutzen wöllte müsste das selbe dann auch nochmal zahlen.
Sheeva P. schrieb: > Er spricht davon daß es im Elektronikumfeld einen > überdurchschnittlichen Anteil an Linuxnutzern gibt, und /Dein/ > Gegen"argument" sind ein paat Sturköpfe, die Dir begegnet sind? Und > damit möchtest Du ernstgenommen werden? Diese paar Sturköpfe, egal in welchem Bereich, sind aber genau diejenigen, die den größten Personalaufwand im First-Level-Support der Hersteller verursachen, weil sie nicht einsehen, dass heutzutage etwas anders gemacht wird als früher. Und dann kommen sie wieder und immer wieder an, um von dem Support die Wiederherstellung des alten Zustandes zu verlangen oder um sich einfach nur über den Ärger mit ihrem Chef und den bösen Kollegen zu beschweren. Supportanfragen mit echten, klar formulierten Fehlerberichten werden von ordentlichen Herstellern hingegen gerne gesehen, da diese ja zu Qualitätsverbesserungen des Produktes führen.
Bradward B. schrieb: > Aber wahrscheinlich wäre die Aufregung seitens der Linux-Jünger nicht > weniger groß, wenn für die Linux-Lizenz ein Zehntel oder ein Hunderstel > des oben genannten aufgerufen wurde. Noe, weil ich ja leider mit jedem PC eine Win Lizenz abdruecken muss. Bradward B. schrieb: > Wer sich's halt nicht leisten kann für die tools zu zahlen soll sich ein > anderes Hobby suchen. Noe, einfach Linux nutzen
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Andreas B. schrieb: > Noe, weil ich ja leider mit jedem PC eine Win Lizenz abdruecken muss. Augen auf beim Computer Kauf.
Sheeva P. schrieb: > Andreas S. schrieb: >> Andreas B. schrieb: >>> Allerdings muß man hier auch mal festhalten, daß es in diesem Thread um >>> elektronikbezogene SW geht. Und da dürfte auch der Anteil der Linuxuser >>> erheblich höher sein als die besagten 3%. >> >> Auch bei Elektronikentwicklern gibt es aber einige extrem >> veränderungsresistente Typen. Auch im FPGA-Bereich sind mir da bei >> Kunden schon ein paar äußerst heftige Fälle untergekommen. > > Er spricht davon daß es im Elektronikumfeld einen > überdurchschnittlichen Anteil an Linuxnutzern gibt, und /Dein/ > Gegen"argument" sind ein paat Sturköpfe, die Dir begegnet sind? Und > damit möchtest Du ernstgenommen werden? Sag mal, war der letzte Satz hier wirklich notwendig? Wird man damit ernst genommen?
Hallo Andreas S. Andreas S. schrieb: > Es gibt ja schließlich weltweit, > insbesondere auch in Europa, etliche Bestrebungen, die Abhängigkeit von > Microsoft-Produkten zu reduzieren. Folglich "müssen" die USA natürlich > versuchen, dies zu verhindern. Wenn sich staatliche Akteure da reinhängen, sieht die Welt halt schon etwas anders aus. Siehe https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Freie-Software/freie-software.html und https://messenger.bwi.de/bwmessenger als Beispiel. Für privatwirtschaftliche Unternehmen gilt meine alte Leier: "Bei nicht quelloffener Software hat der Ersteller der Software den Nutzer der Software in der Hand, was die Zukunft angeht. Er kann bei der Weiterentwicklung seiner Software die Lizenzbedingungen ändern und der Anwender muss folgen, will er nicht auf seiner alten Softwareversion festsitzen. Auch der Ersteller von quelloffener Software kann seine zukünftigen Lizenzbedingungen ändern, aber wegen der offenen quellen bzw. der offenen Dateiformate hat der User dann die Chance des Ausweichens, weil solche Projekte dann meistens aufgegriffen werden und aus den alten offenen Quellen weiterentwickelt werden. Daher kann eine Entscheidung für openSource wichtige strategische Vorteile haben. Wenn jemand Software veröffentlichen will, die wirklich "frei" ist, gibt es sonst kaum einen Grund, die Quellen nicht zu veröffentlichen und proprietäre Lizenzen abweichend von den anerkannten Open Source Lizenzen wie GNU-GPL, Creative Commons, BSD-Lizenz, MIT-Lizenz oder auch der CERN-OHW mit all ihren Unterabspaltungen zu verwenden, oder auch alles gleich gemeinfrei zu stellen. Daher kann eine Entscheidung für openSource wichtige strategische Vorteile haben." aus https://www.mikrocontroller.net/articles/Schaltplaneditoren#Freeware_vs._Open_Source Davon abgesehen: Der Hauptgrund warum Leute privat noch auf Windows herumkauen ist ihre Trägheit. Da helfen dann auch keine Argumente, wenn ich müde und fertig von der Arbeit komme und die Nase für alles zu dick habe.....das verstehe ich gut. Ansonsten: Privat nutze ich seit 2002 oder so nur noch Linux. Auf der Arbeit habe ich Windows, aber auch einen Admin, der das pflegen muss. Eine Zeitlang hatte ich vor über 10 Jahren mal parallel einen Zweitrechner auf der Arbeit, ein Vorgänger von dem, den ich regulär nutzte. Da hatte ich Linux installiert und einen Screenshot einer Windows Oberfläche als Desktophintergrund....;O) War schneller und handlicher für das Tagesgeschäft........;O) Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic http://www.dl0dg.de
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Andreas S. schrieb: > Und bei > Linux-Distributionen sind da leider die Unterschiede deutlich größer als > bei verschiedenen Windows-Versionen. Seit Flatpack und AppImage sollte das weniger ein Problem sein. Udo K. schrieb: > Wer es verwenden will muss für den Support und die Entwicklung zahlen. Das wird nicht aufgehen; wenn die zusätzlichen Kosten für die Linuxversion tatsächlich der Grund sein sollten, könnte also auch Folgendes passieren: Beim nächsten Major-Release wird mit Verweis darauf, dass kaum jemand die mindestens 1k2€ für das hingelegt hat, was er mit ’nem Windows in ’ner VM umsonst haben kann, und es sich daher nicht lohnen würde, der Linux-Support wegfallen. Was den weiter oben angesprochenen Support angeht: Wer die kostenfreie Version nutzt, wird vermutlich sowieso nicht so schnell einen Menschen an die Strippe bekommen, sodass dieses Argument nicht völlig nachvollziehbar erscheint.
Bernd W. schrieb: > Für privatwirtschaftliche Unternehmen gilt meine alte Leier: > "Bei nicht quelloffener Software hat der Ersteller der Software den > Nutzer der Software in der Hand, was die Zukunft angeht. Er kann bei der > Weiterentwicklung seiner Software die Lizenzbedingungen ändern und der > Anwender muss folgen, will er nicht auf seiner alten Softwareversion > festsitzen. Der Anwender besitzt die bezahlte SW und die tut auch in Zukunft was sie soll. Es arbeitet nicht jeder gerne gratis für andere, dazu gehört schon viel fehlgeleiteter Ehrgeiz. Hätte der OSS Entwickler einen Job der ihn erfüllt, würde er nicht den Job anderer ruinieren. Sowas geht nur in Überflussgesellschaften eine Zeitlang gut.
Udo K. schrieb: > Hätte der OSS Entwickler einen Job der ihn erfüllt, würde er nicht den > Job anderer ruinieren. Sowas geht nur in Überflussgesellschaften eine > Zeitlang gut. Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Ohne OSS würde es diese Gesellschaft, wie es sie heute gibt, nicht geben. Das Internet und so ziemlich alle daran hängenden Entwicklungen basieren auf freier Software. Viele Firmen könnten heute direkt zumachen, wenn es von jetzt auf gleich keine freie Software mehr geben würde, und so ziemlich alles würde zusammenbrechen. Insofern ist mir nicht ganz klar, worauf du hinauswillst. Viele Entwickler haben übrigens einen Job, der sie aus- und erfüllt. Hinter Vielem, das heute als OSS veröffentlich wird, stehen Firmen, in denen eben diese Entwickler angestellt sind.
Hallo Udo K. Udo K. schrieb: >> Für privatwirtschaftliche Unternehmen gilt meine alte Leier: >> "Bei nicht quelloffener Software hat der Ersteller der Software den >> Nutzer der Software in der Hand, was die Zukunft angeht. Er kann bei der >> Weiterentwicklung seiner Software die Lizenzbedingungen ändern und der >> Anwender muss folgen, will er nicht auf seiner alten Softwareversion >> festsitzen. > > Der Anwender besitzt die bezahlte SW und die tut auch in Zukunft was sie > soll. Wie lange? Bekomme ich sie auf einem neueren Betriebssystem zum laufen? Bekomme ich sie auf neuerer Hardware zum laufen? Wie viel Aufwand bedeutet es, passende alte Systeme am Laufen zu halten? Gleiche Fragen zu Kompatibilität, Schnittstellen und Dateiformaten. Ist Deine alte Version auch für zukünftige Aufgaben noch geeignet? Kompatibilität und Schnittstellen sind bei proprietärer Software sowieso ein finsteres Kapitel. Warum sollen die sich auch kompatibel mit fremder Software machen, wenn sie viel lieber eigene Verkaufen wollen? > Es arbeitet nicht jeder gerne gratis für andere, dazu gehört > schon viel fehlgeleiteter Ehrgeiz. > Hätte der OSS Entwickler einen Job der ihn erfüllt, würde er nicht den > Job anderer ruinieren. Sowas geht nur in Überflussgesellschaften eine > Zeitlang gut. In einer Leistungsgesellschaft muss ich den Job machen den ich A) bekommen kann und B) auch noch so eben erledigen kann Ein Job, der einen erfüllt, ist da Luxus. Ein Job, der einen Überfordert, ist die Norm. Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic http://www.dl0dg.de
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Andreas S. schrieb: > Diese paar Sturköpfe, egal in welchem Bereich, sind aber genau > diejenigen, die den größten Personalaufwand im First-Level-Support der > Hersteller verursachen, weil sie nicht einsehen, dass heutzutage etwas > anders gemacht wird als früher. Das mag sein, aber welche Rolle spielt das hier?
Bernd W. schrieb: > Für privatwirtschaftliche Unternehmen gilt meine alte Leier: > "Bei nicht quelloffener Software hat der Ersteller der Software den > Nutzer der Software in der Hand, was die Zukunft angeht. Er kann bei der > Weiterentwicklung seiner Software die Lizenzbedingungen ändern und der > Anwender muss folgen, will er nicht auf seiner alten Softwareversion > festsitzen. Schlimmer noch: der Hersteller einer proprietären Software hat den Kunden meistens auch die Herrschaft über ihre Daten entzogen. Für die meisten Nutzer ist es gleichgültig, ob sie mit einer Software X oder einer anderen arbeiten, solange sie mit beiden ähnlich schnell und komfortabel ihre Aufgaben erledigen können. Aber wenn sie nicht oder nur gegen Lösegeld an ihre Daten kommen, dann wird es... sagen wir, schwierig. > Auch der Ersteller von quelloffener Software kann seine > zukünftigen Lizenzbedingungen ändern, aber wegen der offenen quellen > bzw. der offenen Dateiformate hat der User dann die Chance des > Ausweichens, weil solche Projekte dann meistens aufgegriffen werden und > aus den alten offenen Quellen weiterentwickelt werden. Daher kann eine > Entscheidung für openSource wichtige strategische Vorteile haben. Richtig, so geschehen etwa bei Hashicorps Terraform, als die Lizenz geändert wurde. Damit hat Hashicorp sich jetzt einen bialang sogar weitestgehend kompatiblen Wettbewerber namens OpenTofu geschaffen, und ob das am Ende den Geschäftsinteressen von Hashicorp dienlich sein wird, kann bezweifelt werden.
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