Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Fragen zu aktiven Balancern für kleine Akkupacks


von Tom H. (toemchen)


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Hallo zusammen,

und wieder eine Frage...

Ich habe einen LiIon-Akku 4S4P mit 20Ah konfiguriert, der den im 
Modellbau typischen Balancer-Anschluß hat. Normalerweise wird er incl. 
Balancing mit einem Modellbau-Ladegerät geladen.

Nun baue ich ihn aber auch in ein Gerät ein, dort kann er nur ohne die 
Balancerfunktion geladen werden. Gerne möchte ich ihn auch nur mit einer 
mittleren Spannungslage (z.B. 15V) stützen und nur als Puffer haben.

Für diesen Fall dachte ich an ein aktives Balancer-Board, das ich an den 
Balancer-Anschluß anstecke. Spannungsüberwachung, Über- und 
Unterspannungsschutz und Freischaltung/Sperrung, was viele kleine BMS 
haben, brauche ich nicht. Zumindest Abschaltung bei Entladeschluß macht 
die angeschlossene Elektronik selbst.

Vom aktiven Balancer erhoffe ich mir auch Balancing bei jeder 
Spannungslage, nicht nur am Ende der Volladung. Wäre wichtig, wenn der 
gesamte Akku lange mit 15V gestützt wird, aber doch ein bißchen um 
diesen Ladestand herum pendelt. Nicht daß dann eine "Etage" davonläuft, 
was man mit Halten/Überwachen der Gesamtspoannung nicht mitbekommt.

Nun die FRAGEN:

1. Es gibt die mit kapazitiven oder induktiven Bauelementen zum 
Ladungs-Transferieren. Was ist besser? Ruhestromverbrauch? Die 
kapazitiven scheinen teurer zu sein, das weist darauf hin, daß man sich 
damit bessere Eigenschaften erkauft.

2. Weiß jemand, ob die immer nur auf Spannungsunterschiede reagieren, 
egal bei welcher Gesamt-Spannungslage? Also auch bei einem 
teilentladenen Akku mit 3,75V/Zelle noch balancieren?

3. Ich habe bereits ein induktives Board, habe aber diese bereits 
geschrottet, weil der Stecker darauf entgegen der Konvention gepolt ist 
(Kotz-Smiley). Mit etwas Glück ist nur eine der Schutzdioden durch. Oder 
nach sekundenschnellem Ableben der Schutzdiode gingen dann weitere 
Schaltungsteile kaputt. Kennt sich jemand damit aus? Sind das ganz 
normale Si-Dioden?
von Michael B. (laberkopp)


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Tom H. schrieb:
> Spannungsüberwachung, Über- und Unterspannungsschutz und
> Freischaltung/Sperrung, was viele kleine BMS haben, brauche ich nicht

Natürlich brauchst du das (um Brände zu vermeiden).

Nur die Gesamtspannung nicht zu überschreiten reicht nicht, der 
Ladevorgang muss abgeschaltet werden wenn EINE Zelle über 4.25V geht, 
die Entladung wenn EINE Zelle unter 2.5V geht (oder was auch immer dir 
als Endspannungen genehm ist) und dazu musst du die Einzelspannungen 
messen, wie es bisher auch dein Ladegerät tat.

Ob man Überstrom und Kurzschlussschutz unbedingt braucht hängt an der 
Anwendung, wenn es möglich ist, dann ja.

Balancing ist nur ein Ausgleich unterschiedlicher Zellalterung und muss 
nicht schneller erfolgen, als diese Alterung (durch unterschiedliche 
Selbstentladung und Ladewirkungsgrad).

Balancing ist NUR notwendig (bzw. sinnvoll) wenn eine Zelle bei Laden 
als erste voll ist, und eine ANDERE Zelle beim Entladen als erste leer 
ist. In allen anderen Fällen (es ist dieselbe Zelle die zuerst voll und 
zuerst leer ist, dann ist sie halt die mit der geringsten Kapazität, 
oder der Akkupack wird nie soweit geladen bis eine voll ist oder nie 
soweit entladen dass eine leer wird) ist Balancing nicht sinnvoll unter 
erhoht die Kapazitât des Akkupacks nicht.

Wenn aber balancing gemacht werden soll, dann ist die eine Zelle zu 
zuerst voll aber nicht zuerst leer wurde langsam zu entladen, das kannan 
theoretisch nicht nur beim Ladevorgang sondern auch danach machen, man 
muss aber begrenzt entladen, z.B. jedes Mal nur ca. 0.01C.

Jegliche andere versuchte Angleichung der Spannungslage bringt gar 
nichts zur Kapazitatserhöhung des Akkupacks und reduziert nur die 
gespeicherte Ladung.

Ein Umladen von Zellen (die mit geringerer Spannungslage in die mit 
höherer Spannungslage bei jedem Ladezustand) bringt nur Verluste, 
keinerlei Gewinn. Die Spannungslage ist temperaturabhängig, die 
Ladekurve exemplarabhängig, und die Auswirkungen kürzlicher Lade- oder 
Entladevorgänge sind halt unterschiedlich je nach Zellenzustand. Ein 
umladen verzettelt sich nur in Nebenkriegsschauplätzen die nichts mit 
Ladeungleichgewicht zu tun haben und vernichtet Ladung.

Vergiss kontinuierliches umladen. Miss Zellenspannungen. Lass die 
globale Steuerung (BMS) entscheiden wann Zellen out of balance sind und 
gezielt nur 1 entladen. Es muss und sollte gar nicht bei 1 Ladezyklus 
alles behoben sein, da inbalancing sich auch langsam  uber die Zeit 
entwickelt. Es kann ruhig 50 Ladezyklen brauchen bis der Ladezustand 
wieder im Lot ist
: Bearbeitet durch User
von Tom H. (toemchen)


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Sehe ich alles nicht so kritisch.

Es ist kein "Gerät" in dem Sinne, ich verkaufe das nicht, bis 50 
Ladezyklen erreicht sind vergehen Jahrzehnte.

Es geht um einen Akku, der für Modellbauzwecke eingesetzt wird und 
normalerweise am dafür geeigneten Ladegerät geladen wird. Dieses macht 
vermutlich Top-Balancing, d.h. am Ende des Ladezyklus wird der Ladestrom 
an den bereits vollen Zellen vorbeigeleitet, damit auch die Nachzügler 
vollwerden. So weit, so gut.

Jetzt baue ich den Akku während ein paar Sommerwochen oder nur fürs 
Wochenende in einen geschlossenen Kasten ein (ein 
Kühlkoffer-Lkw-Anhänger im Maßstab 1:8), und dort ist der Lade- oder 
Stromversorgungszugang nur eine DC-Hohlbuchse (in der 1:8-Nachbildung 
eines CEE-Steckers versteckt).
Es gibt einen Hauptschalter, der den Akku ganz von der Elektronik 
freischaltet, und die Elektronik würde zumindest alle Verbraucher 
(Kompressor, Lüfter) abschalten, wenn die Gesamt-Akkuspannung zu weit 
absinkt. Zellüberwachung werde ich dort nicht integrieren.

Ich könnte nun darauf vertrauen, daß die Balance während dieser Zeit 
nicht aus den Fugen gerät, oder so ein Balancer-Board spendieren.

Ich habe bereits ein Ersatzboard bestellt. Wenn sich hier niemand 
meldet, der detailliertes Wissen über diese Boards einfach so parat hat, 
kann ich ja selbst mal ein bißchen testen. Einen Akku aus ein paar alten 
Zellen zusammentackern und schauen, bei welchen Spannungen funktioniert 
das Balancing? Wieviel Strom wird in Ruhe verbraucht?
von Tom H. (toemchen)


Angehängte Dateien:

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Das wäre übrigens exakt die Version des Balancers, die ich geschrottet 
habe. Das rot umrandete Bauteil hat sich mit magic smoke und 
Lichterscheinung verabschiedet. Ich nehme stark an, bei diesem und 
seinen drei Kollegen im oberen Bereich der Platine handelt es sich um 
Dioden, die sich im Fall der Verpolung opfern.

Ich werde mal möglichst "dicke" SMD-Dioden in gleicher Bauform ordern 
und alle ersetzen.

Genau dieser Typ ist im Moment wohl nicht lieferbar - vielleicht denkt 
der Hersteller gerade nochmal intensiv über die Polung des Steckers 
nach.

Der bestellte Ersatztyp sieht von den Bauteilen ähnlich aus, nur die 
Form der Platine ist anders.

Bin jetzt ein paar Tage auf Urlaub, ab Dienstag werde ich das Thema 
weiter bearbeiten.
von H. H. (hhinz)


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Tom H. schrieb:
> Das wäre übrigens exakt die Version des Balancers, die ich geschrottet
> habe.

Mach das Coating auf den Teilen mit Aceton weg.
von Rainer W. (rawi)


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Michael B. schrieb:
> Balancing ist NUR notwendig (bzw. sinnvoll) wenn eine Zelle bei Laden
> als erste voll ist, und eine ANDERE Zelle beim Entladen als erste leer
> ist.

Es ist IMMER eine Zelle als erstes voll und IMMER eine als erstes leer. 
Die Chance, dass dies nicht der Fall ist, geht gegen Null.
Wieder ein echter Laberkopp ...
von Michael B. (laberkopp)


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Rainer W. schrieb:
> Wieder ein echter Laberkopp ...

Geht wieder mal über deinen Verstand

Michael B. schrieb:
> eine ANDERE
von Stephan (stephan_h623)


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Tom H. schrieb:
> Vom aktiven Balancer erhoffe ich mir auch Balancing bei jeder
> Spannungslage, nicht nur am Ende der Volladung.

Im mittleren Spannungsbereich kannst nicht sinnvoll Balancen.
60% der Kapazität machen da 200-250mV aus. 3mV pro Prozent. Die Zellen 
liegen aber von sich aus schon 10-30 mV auseinander. Und zu Balancen ist 
normalerweise erheblich weniger als 1% der Kapazität.
Was du machen kannst ist ab so 50mV Differenz was auszugleichen. Da ist 
die Ladung vmtl. tatsächlich nicht gleichmäßig.

Wenn man aus der Spannung im mittleren Bereich was zuverlässig ablesen 
könnte gäbe es keine Fuel Gauge ICs.

Fertig wirst da aber lange suchen müssen, weil das ganze nur bei dir 
Sinn macht weil du damit zufrieden bist nur ca. 50% der Akkukapazität zu 
nutzen. In jedem kommerziellen Produkt wird die Akkukapazität voll 
genutzt und Balancen am Ladeende ist da die Methode der Wahl.
von Ralf X. (ralf0815)


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Tom H. schrieb:
> Mit etwas Glück ist nur eine der Schutzdioden durch. Oder
> nach sekundenschnellem Ableben der Schutzdiode gingen dann weitere
> Schaltungsteile kaputt. Kennt sich jemand damit aus? Sind das ganz
> normale Si-Dioden?

Prüfe doch einfach nach, ob diese "Bauteile" parallel zu den jeweiligen 
Zellen liegen oder nicht.
Bei parallelliegenden Schutzdioden hätten ja alle hochgehen müssen, da 
bei verdrehtem Anschlussschema des Steckers an sich alle Kanäle verdreht 
gewesen sein "müssten".
Aber, wie sollten die den Rest der Schaltung schützen, wenn da z.B. 
Strom aus 20 Ah drüber knallt?

Ist Deine geplante "Stützspannung" definitv auf die 15 V begrenzt und 
arbeitet auch nach cc/cv?
Zum Laden wäre das dann mE noch vertretbar.
Aber ganz ohne Tiefentladungsschutz würde ich niemals arbeiten, bei 4s 
ohne Einzelzellenüberwachung sollte die schon bei <~13 V sperren.
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