Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Mahldauer einer Jura Kaffeemühle mit einem NE555 verkürzen


von Juergen S. (haloperi)


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Fogender Hintergrund:
Meine Jura Impressa 500 hat neue Mahlsteine bekommen (kein 
Originalersatzteil)
Problem:
Die Mühle hat jetzt für meinen Geschmack einen zu hohen Dursatz an 
Kaffeebohnen.
Mann Kann die Mühle zwar feiner stellen, ist dann immer noch zu viel und 
der Mahlgrad stimmt nicht mehr.
Der Motor der Mühle ist von einem Microcontroller + uln2003a + MOC 
gesteuert.

Mahlzeit ist einstellbar von ca. 5-10s (in 28 Schritten).
Die ersten 4 Sekunden sollen unterdrückt werden, dann kann ich von 1-6s 
einstellen.
Ich habe mal eine Schaltung entworfen die laut Simulation in Kicad 
funktionieren soll.
D2 Soll die Diode des MOC simulieren. Der NE555 soll ein MOSFET Type 
sein.

Kann da mal jemand ein Auge drauf werfen ob das so passt? (oder geht das 
auch einfacher?)

555-FET-Mono2.7z = Kicad10 Datensatz
: Bearbeitet durch User
von Frank O. (frank_o)


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Hast du schon mal bei Jura angefragt, ob die dir den Conroller mit 
deinen Wünschen programmieren und schicken können?
Versuch wäre es wert.
Wenn man den richtigen Leuten nette Briefe schreibt, dann passieren 
teilweise noch Wunder.
von Juergen S. (haloperi)


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Die Maschine ist über 28 Jahre alt, da glaube ich nicht an Wunder. 
Abgesehen davon hätte auch nicht das passende Equipment fürs 
Programmieren.
von Frank O. (frank_o)


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Juergen S. schrieb:
> 28 Jahre alt,

Nicht du solltest den programmieren, sondern die Jura Leute. Allerdings 
sehe ich nach 28 Jahren da auch schwarz.
von Andras H. (andras_h)


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Wird da kein Strom gemessen? Nicht dass es irgendwo eine Diagnose 
versteckt ist, und dann Sagt kein Strom gemessen daher ist Mahlwerk 
kaputt. Falls ja dann irgendwie mit einer Relay auf Dummylast schalten.
von Stefan R. (stefan_r_bs)


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Juergen S. schrieb:
> (oder geht das
> auch einfacher?)

Idee: Würde es das Mahlwerk wohl gut verkraften, wenn es z.B. nur für 
0.5 sec am Stück eingeschaltet wird, dann für 0.5 bis 1 sec abgeschaltet 
wird?

Dann könntest du deinen 555 mit fester, langsamer Frequenz oszillieren 
lassen. Dann hast du nach wie vor den Einstellungsbereich 5-10 sec zur 
Verfügung, bloß um einen entsprechenden Prozentsatz gekürzt. Erspart die 
für das Monoflop-Triggern nötige Beschaltung.
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Ein Impulsverkürzer mit 74HC132 braucht viel weniger Bauteile.
von Thomas S. (Firma: Chipwerkstatt) (tom_63)


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Juergen S. schrieb:
> Meine Jura Impressa 500 hat neue Mahlsteine bekommen (kein
> Originalersatzteil)

Dann würde ich den ORIGINAL-Mahlstein einsetzen. Das wäre einfacher. Der 
NE55 5 kostet auch, und das Drumherum auch, also hebt sich das auf.
von A. (beta-tester)


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oder ganz den controller ersetzen und dein eigenes ding machen.
oder so ähnlich wie hier sich in die serielle schnittstelle einklinken:
https://github.com/alco28/Jura-F7-ESPHOME

nur mit deiner maschine.
und könnte man den mahlprozess manuell unterbrechen?

hat deine maschine sensoren oder geht alles stur nach zeit?
: Bearbeitet durch User
von A. (beta-tester)


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A. schrieb:
> oder so ähnlich wie hier sich in die serielle schnittstelle einklinken:
https://github.com/Jutta-Proto/protocol-cpp?tab=readme-ov-file
von Enrico E. (pussy_brauser)


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Hier genügt sogar die Ein-Transistorlösung. Einfach über einen Hochpass 
die Basis eines Transistors mit dem Microcontrollersignal ansteuern, der 
dann widerum die LED in dem MOC3062 für ca. 4 Sekunden überbrückt, bzw. 
die Basis vom ULN2003 für 4 Sekunden gegen GND schaltet.
von Juergen S. (haloperi)


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Danke an die Kommentatoren und Hinweisgeber.

Andras H. schrieb:
> Wird da kein Strom gemessen? Nicht dass es irgendwo eine Diagnose
> versteckt ist ...
Danke für den Hinweis. Sehe aber keine Strommesser.

Stefan R. schrieb:
> Idee: Würde es das Mahlwerk wohl gut verkraften, wenn es z.B. nur für
> 0.5 sec am Stück eingeschaltet wird, dann für 0.5 bis 1 sec abgeschaltet
> wird? ...
Das Mahlwerk schiebt den Kaffee durch ein Schleuderrad in die 
Brühgruppe.
Ob das gut ist, wenn das im Aussetzbetieb läuft. Der Verschleiß am Motor 
wird dadurch auch nicht geringer (an der alten Mühle).

H. H. schrieb:
> Ein Impulsverkürzer mit 74HC132 braucht viel weniger Bauteile.
Kannst du mir die Schaltung mit Werten kurz auf skizzieren?
Aber wie weiter unten angemerkt sollte sich das nach dem ULN auf dem 
Leistungsprint abspielen.
Wenn mir der Prozessor abraucht gibt es dafür keinen einfachen Ersatz.

Thomas S. schrieb:
> Dann würde ich den ORIGINAL-Mahlstein einsetzen. Das wäre einfacher. Der
> NE55 5 kostet auch, und das Drumherum auch, also hebt sich das auf.
Der TLC555 kostet mich im 10er Pack 1,50 EUR.
Bei Jura gibt es keine ORIGINAL-Mahlsteine einzeln zu kaufen, gibt es 
nur als ganzes Mahlwerk wenn überhaupt für diese alte Maschine. Man kann 
nur Mahlsteine kaufen von denen man nicht weiß ob die Original sind. Die 
die ich jetzt habe mahlen ausgesprochen gut, aber eben etwas zu gut, 
aber so ist meine Ausgangssituation.

A. schrieb:
>> oder so ähnlich wie hier sich in die serielle schnittstelle einklinken:
So wie ich das verstehe kann man da nur bereits bestehende Programme 
auslösen.
Die bestehenden Tasten und Programme zu nutzen ist weniger aufwendig.

Enrico E. schrieb:
> Hier genügt sogar die Ein-Transistorlösung. Einfach über einen Hochpass
> die Basis eines Transistors mit dem Microcontrollersignal ansteuern, der
> dann widerum die LED in dem MOC3062 für ca. 4 Sekunden überbrückt, bzw.
> die Basis vom ULN2003 für 4 Sekunden gegen GND schaltet.

Im Bereich der Prpzessorplatine ist so gut wie kein Platz. Ich würde 
mein Gebastel gerne nach dem ULN2003 ansetzen, da ist im Fehlerfall der 
Prozessor besser geschützt. Wenn mir der Prozessor abraucht gibt es 
dafür keinen einfachen Ersatz.
von Olaf D. (Firma: O.D.I.S.) (dreyero)


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Moin,

ich würde den Motor über ein elektronisches Lastrelais (gibt es mit 5V 
Eingang) von einem uC um die gewünschte Zeit verzögern. Die Information, 
wann der Motor von der originalen Steuerung eingeschaltet wird, kann der 
mC über seinen ADC vom Motorsignal selber ermitteln.
So braucht man die originale Platine nicht anzufassen.

Gruß
Olaf
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Juergen S. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Ein Impulsverkürzer mit 74HC132 braucht viel weniger Bauteile.
> Kannst du mir die Schaltung mit Werten kurz auf skizzieren?

Sobald ich wieder ein Schaltplanprogramm zur Verfügung habe.


> Aber wie weiter unten angemerkt sollte sich das nach dem ULN auf dem
> Leistungsprint abspielen.
> Wenn mir der Prozessor abraucht gibt es dafür keinen einfachen Ersatz.

Und an der eh vorhandenen Steckverbindung lässt sich sowas ja auch 
besser einfügen.
: Bearbeitet durch User
von Thomas W. (goaty)


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So in etwa:
von Juergen S. (haloperi)


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Thomas W. schrieb:
> So in etwa:

Als Signal habe ich ja 5V die auf 0V gezogen werden, das Signal ist also 
5s auf 0V (eher 1V).
Von diesem Signal sollen die ersten 4 Sekunden unterdrückt werden.
Als Ausgang der Impuls Formung soll also 4s 5V und dann 0V bis das 
Singnal aufhört. Ist Das Eingangssignal länger ist der Ausgangsimpuls 
entsprechend länger. Die 4s Verzögerung bleiben fix. Der Ausgang soll 
die LED des MOC nach GND ziehen. Das ganze auf ca. 0,1s genau.
1
            -1s      0s      1s      2s      3s      4s      5s      
2
3
             |-------|-------|-------|-------|-------|-------|---> Zeit
4
5
Eingang:   5V|_______                                         __________
6
(Invertiert) |       |                                       |
7
           0V|       |_______________________________________|
8
             |       5s + x
9
             
10
Ausgang:   5V|_______________________________________         _________
11
(Verzögert)  |                                       |       |
12
           0V|                                       |_______|
13
14
             |
15
             |       <--- 4s Pause --->              |1s Impuls + x
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Thomas W. schrieb:
> So in etwa:

Nö, das sind ja zwei Oszillatoren.
von Wolf17 (wolf17)


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Thomas W. schrieb:
> So in etwa:
Die zweiten Gattereingänge nicht auf den Ausgang legen, sondern parallel 
zu den ersten.

Wird da nicht das Pulsende auch verzögert?
Eine Diode über R behebt das. Plus 470R in Reihe, um den Gatterstrom zu 
begrenzen.

Wenn der MC einen 5V Puls liefert, könne eine halbierte Spannung am 
Eingang zu niedrig sein. Falls Rpd nötig ist, den auf 220k vergrößern.
Wenn der MC niederohmig 5 und 0 liefert, kann man das direkt auf das 
Gatter geben.
: Bearbeitet durch User
von Enrico E. (pussy_brauser)


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Wolf17 schrieb:
> Eine Diode über R behebt das.

Da es sich um NAND-Gatter handelt, kann man sogar noch die Diode 
einsparen.
von Thomas W. (goaty)


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H. H. schrieb:
> Thomas W. schrieb:
>> So in etwa:
>
> Nö, das sind ja zwei Oszillatoren.

Haha, geil da sieht man was mit KI herauskommt. Nur Schrott ;-)
Das von Enrico funktioniert.
Ich entschuldige mich für den KI Blödsinn.
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Enrico E. schrieb:
> Wolf17 schrieb:
>> Eine Diode über R behebt das.
>
> Da es sich um NAND-Gatter handelt, kann man sogar noch die Diode
> einsparen.

So in etwa geht das. Lediglich die Polarität sollte man überdenken.
von Stefan R. (stefan_r_bs)


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Juergen S. schrieb:
> Als Signal habe ich ja 5V die auf 0V gezogen werden, das Signal ist also
> 5s auf 0V (eher 1V).
> Von diesem Signal sollen die ersten 4 Sekunden unterdrückt werden.

Ah, inzwischen kapiere ich die Vorgänge auch besser...

Als Alternative zum 74HC132-Vorschlag - der TLC555 (wenn eh schon 
vorhanden) kann auch Schmitt-Trigger:

https://www.elektronik-kompendium.de/sites/praxis/bausatz_ausschaltverzoegerung_ne555.htm

(Edit: ähm - vielleicht habe ich den R3 voreilig weggestrichen...)
: Bearbeitet durch User
von Juergen S. (haloperi)


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Also der Vorschlag mit dem 74HC132 sieht gut aus, ich habe mir mal 
welche bestellt. Und vielen Dank für die Hilfe.
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Juergen S. schrieb:
> Also der Vorschlag mit dem 74HC132 sieht gut aus, ich habe mir mal
> welche bestellt.

Vergiss nicht den Pullup am Eingang.
von Wollvieh W. (wollvieh)


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Keine dokumentierte oder geheime Einstellmöglichkeit?
Eigentlich haben all diese Kaffeevollernter ein Menü oder wilde 
Druckknopfkombinationen, um den Kaffe dünner oder dicker zu machen, 
womit man die Pulvermenge und damit die Mahldauer beeinflußt.
von Sheeva P. (sheevaplug)


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Wollvieh W. schrieb:
> Eigentlich haben all diese Kaffeevollernter ein Menü oder wilde
> Druckknopfkombinationen,

Da hat die betreffende Jura ein verstecktes Einstellpanel links neben 
dem Ausguß, siehe hier auf Seite 7, Nr. 9:

https://de.jura.com/de/support/produkte-support/IMPRESSA-500

Es ist mir aber unverständlich, warum man dünnen Kaffee trinken will, 
dafür eine Jura kauft und dann keine Originalteile nutzt. Man würde auch 
nicht den Motor vom Dacia in einen Lamborghini einbauen.
von Lutz (luka78)


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Wäre es nicht einfacher dem Motor des Mahlerwerks etwass langsamer 
laufen zu lassen statt umständlich an der Mahldauer zu manipulieren?
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