Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik CJS1036D: Keine/fehlerhafte Lithium-Ladeschlusserkennung (Laden-LED erlischt nicht mehr)


von Timo N. (tim_mit_o)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Guten Tag,

ich habe einen Mini-Ventilator, der mit einer 3,7V 18650 Lithium-Zelle 
versorgt wird und auch über USB 5V wieder aufgeladen werden kann.

Seit einiger Zeit scheint es jedoch Probleme beim Ladevorgang zu geben. 
Die Lithium-Zelle wird zwar geladen, aber die rote Aufladen-LED erlischt 
auch nach mehreren Stunden des Ladevorgangs nicht mehr (wie sonst 
üblich). Ich habe auch 18650 Zellen anderer Kapazitäten getestet; das 
Ergebnis bleibt.

Ich konnte die Platine leider nicht vollständig entnehmen oder Defekte 
darauf erkennen (da hierfür erst Kabel abgelötet werden müssten).
Zu sehen war hier der Mikrochip "CJS1036D", zu dem es leider nur sehr 
wenige Informationen gibt und ich hier den Defekt vermute.

Kann mir jemand helfen, ein Pinout bzw. Datenblatt des Chips zu 
bekommen? Wo könnte der Defekt noch liegen? Gibt es Alternativen zu 
diesem Chip?

Ich freue mich über Antworten!
von B e r n d W. (smiley46)


Lesenswert?

>Die Lithium-Zelle wird zwar geladen, aber die rote Aufladen-LED
>erlischt auch nach mehreren Stunden des Ladevorgangs nicht

Wird der Akku überladen oder wird er nie voll?

Wie hoch ist die Ladeendspannung?

Wie hoch ist die "USB 5V", gemessen?
von Timo N. (tim_mit_o)


Lesenswert?

B e r n d W. schrieb:
> Wird der Akku überladen oder wird er nie voll?
>
> Wie hoch ist die Ladeendspannung?
>
> Wie hoch ist die "USB 5V", gemessen?

Ich würde mich dazu nochmal melden und einige Messungen vornehmen.
Der Akku wird definitiv geladen, ich gehe aber davon aus, dass er nicht 
mehr vollgeladen wird.

Nach dem nächsten Ladevorgang werde ich ein paar Messdaten mitteilen.
Ich hoffe nicht, dass der Chip einen Defekt hat... (leider so gut wie 
nicht mehr erhältlich).
: Bearbeitet durch User
von Εrnst B. (ernst)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Aus dem (sehr schlecht automatisch übersetzten) Datenblatt.

Zum Laden überbrückt der PNP die Diode.
Strombegrenzung:
Der SS8550 hat eine Gleichstromverstärkung von 120-400, Basiswiderstand 
820 Ohm.
von Timo N. (tim_mit_o)


Lesenswert?

B e r n d W. schrieb:
> Wird der Akku überladen oder wird er nie voll?

Ich beobachte das Auflade-Szenario meiner 3500 mAh 18650-Zelle aktuell 
noch genau und habe dafür auch ein USB-Messgerät zwischengeschaltet, um 
Spannungs- und Stromaufnahme einzusehen.
Momentan scheint die Zelle noch geladen zu werden - wenn auch sehr, sehr 
langsam (der Lüfter hängt dabei seit gestern Nachmittag am Ladegerät; 
normalerweise wäre der Ladevorgang nun schon abgeschlossen).

B e r n d W. schrieb:
> Wie hoch ist die Ladeendspannung?

Darauf bin ich aktuell gespannt und warte noch. In der Zwischenzeit habe 
ich aber schon 3 Messungen der Zellenspannung gemacht:
4,087 V (heute früh, ca. 06:00 Uhr)
4,115 V (heute, spät vormittags)
4,170 V (heute, nachmittags)

B e r n d W. schrieb:
> Wie hoch ist die "USB 5V", gemessen?

Die USB-Spannung beträgt stabile 5,164 V.

Desweiteren kann ich noch mitteilen, dass die Platine beim anfänglichen 
Ladevorgang (CC-Laden?) immer extrem warm wurde, was sich aber im Laufe 
der Ladezeit besserte. Ich vermute, dass dies bedingt durch die hohen 
Ladeströme durch den Transistor "PM1" (SS8550) verursacht wird, die vom 
Emitter zum Kollektor abfließen?

Eventuell hat hier schon ein Bauteil einen Hitzeschaden erlitten. Ich 
hoffe nur nicht, dass der Controller betroffen ist.
von Timo N. (tim_mit_o)


Lesenswert?

Nach ungewöhnlich langer Ladezeit ist gerade die Ladeschlussspannung von 
4,266 V erreicht worden. Die rote LED ist ebenfalls erlischt.
von Manfred P. (pruckelfred)


Lesenswert?

Timo N. schrieb:
> Nach ungewöhnlich langer Ladezeit ist gerade die Ladeschlussspannung von
> 4,266 V erreicht worden.

Ganz schön hoch, wobei ich Deine drei Nachkomastellen auch anzweifeln 
darf.

Teste das Gebilde mit einem anderen Akku, das sieht mir mehr nach einem 
defekten LiIon als Fehler des Ladegerätes aus.

> Die rote LED ist ebenfalls erlischt .

Auah.
von Timo N. (tim_mit_o)


Lesenswert?

Manfred P. schrieb:
> Ganz schön hoch, wobei ich Deine drei Nachkomastellen auch anzweifeln
> darf.

Inwiefern hoch? Kommt es wirklich auf 66 mV höherer Spannung an?

Manfred P. schrieb:
> Teste das Gebilde mit einem anderen Akku, das sieht mir mehr nach einem
> defekten LiIon als Fehler des Ladegerätes aus.

Alle LiIon in der Vergangenheit wurden so geladen - da gab es nie 
Probleme. Ich habe den Akku auch separat in einem externen Ladegerät 
verwendet, wurde nicht als defekt erkannt und normal geladen.

Aber ich komme nochmal zurück auf meine Fragen:
Was ist vermutlich ursächlich für den stark verlangsamten Ladevorgang 
der LiIon-Zelle? Könnte die Ursache ein (teil)defektes Bauteil sein, 
welches zu heiß geworden ist? Ich habe nach wie vor den Transistor PM1 
in Verdacht.
: Bearbeitet durch User
von Hans W. (hanswieland)


Lesenswert?

Timo N. schrieb:
> Könnte die Ursache ein (teil)defektes Bauteil sein,

Könnte, incl. des Akkus. Muss aber nicht.

> Ich habe nach wie vor den Transistor PM1 in Verdacht.

Dann teste ihn, am Besten außerhalb der Schaltung. Du könntest seine 
Dioden-Strecken ausmessen, und den Verstärkungsfaktor unter Last.
: Bearbeitet durch User
von Mi N. (msx)


Lesenswert?

Wäre es nicht eine pragmatische Lösung, eine Ladeschaltung mit dem 
TP4056 hinzuzufügen?
Nur als Beispiel: https://de.aliexpress.com/item/32467578996.html oder 
https://de.aliexpress.com/item/1005009325814790.html
von Armin X. (werweiswas)


Lesenswert?

Timo N. schrieb:
> Ladeschlussspannung von 4,266 V erreicht

Das ist völlig in Ordnung, nur 1,57% zu hoch und liegt innerhalb der 
Messtoleranz vieler Messgeräte.
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.