Forum: PC Hard- und Software Wenn man Werkzeuge nicht versteht…


von Norbert (der_norbert)


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Hier ist eine schöne Anleitung wie man sich seine Daten zerstören kann 
ohne sich darüber im Klaren zu sein.

Besonders gut geeignet für Anfänger (oder die 1,2 Millionen Abonnenten)

https://youtu.be/1B7yg7LWiik?si=tyV0c6Kvc8xVYcU_&t=911

-f und -nsv ist das Problem.
Er glaubt, dass -n einen non-destructive scan durchführt,
während es in der Realität einen non-destructive read-write 
durchführt.

Was nicht weiter schlimm wäre, aber er forciert (-f) das Ganze auf einem 
›mounted‹ Filesystem.

Gratulation!

PS. Zumindest kann man dann mal wieder über dieses ›Linux‹ meckern. ;-)
von Johannes F. (jofe)


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Norbert schrieb:
> https://youtu.be/1B7yg7LWiik?si=tyV0c6Kvc8xVYcU_&t=911

Über zwei Minuten Gehirnwäsche-Spot 1 von 2, nicht überspringbar -- 
nein, danke ...
von Jack V. (jackv)


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Norbert schrieb:
> Er glaubt, dass -n einen non-destructive scan durchführt,
> während es in der Realität einen non-destructive read-write
> durchführt.

Sinn der Übung scheint gewesen zu sein, jeden Block einmal zu lesen und 
zurückzuschreiben (geht ja um „data refresh“) – wird ihm also klar 
gewesen sein, dass es liest und schreibt, weil er’s genau deswegen 
gemacht hat.

Was der Unsinn soll, auf einem eingehängten Dateisystem zu arbeiten, 
erschließt sich mir hingegen auch nicht. Einen USB-Stick für grml oder 
irgendein anderes Livesystem wird wohl jeder noch irgendwo auftreiben 
können.
von Norbert (der_norbert)


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Johannes F. schrieb:
> Über zwei Minuten Gehirnwäsche-Spot 1 von 2, nicht überspringbar --
> nein, danke ...

Den Browser richtig einrichten ist die allererste Bürgerpflicht zum 
Selbstschutz.
von Norbert (der_norbert)


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Jack V. schrieb:
> Sinn der Übung scheint gewesen zu sein, jeden Block einmal zu lesen und
> zurückzuschreiben

Aber er macht's mit einer SSD (Partition), die soll laut seiner Aussage 
jedoch nur gelesen werden.

Jack V. schrieb:
> Was der Unsinn soll, auf einem eingehängten Dateisystem zu arbeiten,
> erschließt sich mir hingegen auch nicht. Einen USB-Stick für grml oder
> irgendein anderes Livesystem wird wohl jeder noch irgendwo auftreiben
> können.

Muss man doch noch nicht einmal.
›systemctl rescue‹,
dann ›mount -oremount,ro‹ und ab geht die wilde Fahrt.
Wenn fertig, Ctrl-D…
: Bearbeitet durch User
von Jack V. (jackv)


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Norbert schrieb:
> Aber er macht's mit einer SSD (Partition), die soll laut seiner Aussage
> jedoch nur gelesen werden.

Nein, in dem Teil geht’s um HDD. Um SSD geht’s genau danach: Da lässt er 
’n ›grep -r‹ auf das Dateisystem los.
von Norbert (der_norbert)


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Jack V. schrieb:
> Nein, in dem Teil geht’s um HDD.

Jetzt musste ich doch gleich noch einmal nachsehen.
Ja, hast recht. Ich hatte mich von:
…to refresh a harddrive or flash media…
einlullen lassen.
Anyway, so etwas sollte man doch zehn mal nachprüfen und vor der 
Veröffentlichung dann noch einmal.
von Jack V. (jackv)


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Norbert schrieb:
> Anyway, so etwas sollte man doch zehn mal nachprüfen und vor der
> Veröffentlichung dann noch einmal.

Hm. Er sagt, dass es um HDD und Flash gehen soll, und dass er mit HDDs 
anfängt „Let’s see how to refresh a harddrive or flash media in the 
Linux terminal. Starting with harddrives, we can read and rewrite all 
data using badblocks […]“.

Sorry, hier kann ich deinen Kritikpunkt nicht nachvollziehen.
von Norbert (der_norbert)


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Jack V. schrieb:
> Hm. Er sagt, dass es um HDD und Flash gehen soll, und dass er mit HDDs
> anfängt „Let’s see how to refresh a harddrive or flash media in the
> Linux terminal.
> Starting with harddrives, we can read and rewrite all
> data using badblocks […]“.
>
> Sorry, hier kann ich deinen Kritikpunkt nicht nachvollziehen.

Der Punkt ist folgender:
Das Dateisystem ist mounted es kann und wird also jederzeit und völlig 
unvorhersehbar vom laufenden System gelesen und beschrieben.

›badblocks‹ liest und schreibt während dessen ebenfalls auf dem 
physikalischen Datenträger herum, eine logische Etage darüber.

Das ist ein Rezept für ein Desaster, wenn nämlich zwei unterschiedliche 
Prozesse unterschiedliche Versionen von Daten an der gleichen Stelle auf 
die Platte schreiben.
Das kann beim Superblock passieren, das kann bei den alle 32MiB*¹ 
auftretenden inode-Strukturen des EXT2/3/4 auftreten, das kann bei 
regulären Daten auftreten.

›badblocks‹ warnt sogar noch eindringlich.

1) Aus dem Gedächtnis.
von Jack V. (jackv)


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Norbert schrieb:
> Der Punkt ist folgender:
> Das Dateisystem ist mounted es kann und wird also jederzeit und völlig
> unvorhersehbar vom laufenden System gelesen und beschrieben.

Ja, schrieb ich ja selbst. Ich sah den Punkt im gequoteten Beitrag 
nicht, weil dort kein Bezug zu diesem Punkt vorhanden ist.
von Gustl B. (gustl_b)


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ZFS kann scrub natürlich auch wenn das Laufwerk gemounted ist. Schön 
mittels cronjob einmal im Monat.
von Norbert (der_norbert)


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Gustl B. schrieb:
> ZFS kann scrub natürlich auch wenn das Laufwerk gemounted ist.

Natürlich, denn es ist die einzige Instanz welche auf dem Plattenbereich 
herum wuselt. Lass die oben angeführte ›badblocks -nsvf‹ parallel darauf 
los und sei bereit zu staunen.
von Frank D. (Firma: LAPD) (frank_s634)


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Norbert schrieb:
> -f und -nsv ist das Problem.

Die Kommentare unterm Vid muss man sich mal durchlesen, dort findet man 
noch beklopptere Tipps.
von Norbert (der_norbert)


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Frank D. schrieb:
> Norbert schrieb:
>> -f und -nsv ist das Problem.
>
> Die Kommentare unterm Vid muss man sich mal durchlesen, dort findet man
> noch beklopptere Tipps.

Absolut. Die Menge von Jubelkaspern ist atemberaubend. Ich habe einen 
einzigen (Felix...) gefunden, der ähnliche Bedenken angemeldet hat. 
Unter Tausenden.

Aber es zeigt auch sehr schön, dass Menschen wirklich jeden Mist für 
glaubwürdig und richtig halten, wenn es nur mit genug Nachdruck 
vermittelt wird. Freue mich schon (nein, nicht wirklich) wenn AI von all 
denen ebenso unreflektiert eingesetzt wird. Und dann in Bereichen welche 
uns alle berühren.
von Thomas W. (datenreisender)


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Norbert schrieb:

> ›badblocks‹ liest und schreibt während dessen ebenfalls auf dem
> physikalischen Datenträger herum, eine logische Etage darüber.

Ich wusste ueberhaupt nicht, dass dieses Kommando ueberhaupt noch 
"funktioniert", denn badblocks soll eigentlich direkt auf den 
physikalischen Platter via direkten head/block/sector-Zugriff zugreifen. 
Eine "Badblock-Liste" kenne ich nur noch bei ST506-Device oder alten 
SCSI-Platten (wo der Controller Kenntnis von der Geometrie des Devices 
hat, so dass der Zugriff auf die Platters optimiert wird).

Heutige Controller (seit ca. 1995) machen ja das badblocks-Management 
selbst (genauer gesagt auf dem Device) so dass die Ergebnisse bei 
Badblocks  zweifelhaft sind (den Effekt des Caches auf dem Device darf 
man auch nicht vergessen).

> Das ist ein Rezept für ein Desaster, wenn nämlich zwei unterschiedliche
> Prozesse unterschiedliche Versionen von Daten an der gleichen Stelle auf
> die Platte schreiben.
> Das kann beim Superblock passieren, das kann bei den alle 32MiB*¹
> auftretenden inode-Strukturen des EXT2/3/4 auftreten, das kann bei
> regulären Daten auftreten.

so etwas wie dd if=/dev/random of=/dev/sda bs=1M count=1K wird Dein 
Filesystem bestimmt nicht ueberleben. Spannend ist aber, dass die 
Zuordnung logischer Sektor <-> physikalischer Sektor bei Flash-Devices 
vom Wear-Management kontrolliert wird. Zwei logisch zusammenliegende 
Sektor liegen nicht unbedingt physikalisch zusammen.
: Bearbeitet durch User
von Norbert (der_norbert)


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Thomas W. schrieb:
> Ich wusste ueberhaupt nicht, dass dieses Kommando ueberhaupt noch
> "funktioniert", denn badblocks soll eigentlich direkt auf den
> physikalischen Platter via direkten head/block/sector-Zugriff zugreifen.
> Eine "Badblock-Liste" kenne ich nur noch bei ST506-Device oder alten
> SCSI-Platten (wo der Controller Kenntnis von der Geometrie des Devices
> hat, so dass der Zugriff auf die Platters optimiert wird).

Ja, die greifen ›nur‹ noch über LBAs zu. Aber adressieren im Endeffekt 
natürlich ebenfalls Sektoren, in den meisten Fällen 2^9 Bytes oder 2^12 
Bytes groß.
Aber diese Lese/Schreibzugriffe kneten die Magnetische Schicht 
ordentlich durch und geben dem von dir erwähnten Block-Mapping 
Mechanismus die Chance sich zu beweisen. Wenn dann immer noch badblocks 
heraus purzeln, dann wird's aber richtig Zeit… ;-)

Thomas W. schrieb:
> so etwas wie dd if=/dev/random of=/dev/sda bs=1M count=1K wird Dein
> Filesystem bestimmt nicht ueberleben.

Das ist die schnelle Methode, aber schreibt auch nur ein GiB am Anfang. 
Bei großen Platten bleiben da noch eine Menge (schwierig, aber nicht 
unmöglich) erreichbarer Daten übrig.
: Bearbeitet durch User
von Johannes F. (jofe)


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Norbert schrieb:
> Aber es zeigt auch sehr schön, dass Menschen wirklich jeden Mist für
> glaubwürdig und richtig halten, wenn es nur mit genug Nachdruck
> vermittelt wird. Freue mich schon (nein, nicht wirklich) wenn AI von all
> denen ebenso unreflektiert eingesetzt wird. Und dann in Bereichen welche
> uns alle berühren.

Genau das halte ich persönlich für die zweitgrößte existentielle 
Gefahr der kommenden Jahrzehnte.
von BirnKichler S. (Firma: Papier & Knalltüten Manufaktur) (max707)


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Wenn man Werkzeuge nicht versteht…, dann liegt das daran das die 
Entwickler, bzw. Programmierer nicht fähig sind eine korrekte und 
verständliche Bedienungsanleitung zu schreiben.
von Johannes F. (jofe)


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BirnKichler S. schrieb:
> Wenn man Werkzeuge nicht versteht…, dann liegt das daran das die
> Entwickler, bzw. Programmierer nicht fähig sind eine korrekte und
> verständliche Bedienungsanleitung zu schreiben.

Nee. Liegt (zumindest hier) eher daran, daß betreffende User unfähig 
oder nicht willens sind, die vorhandene Dokumentation zu finden, zu 
lesen und zu verstehen.
von Norbert (der_norbert)


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BirnKichler S. schrieb:
> dann liegt das daran das die

So denkt man wohl wenn man in einer Knalltüten Manufaktur lebt.
: Bearbeitet durch User
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