Forum: Projekte & Code Widerstandskombinationen aus vorhandenen BOM-Werten finden


von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Hallo zusammen,

ich habe mir ein kleines Web-Tool gebaut, weil mich ein Problem beim 
PCB-Design immer wieder beschäftigt:

Für einen einzigen Spannungsteiler, Pull-up oder Pull-down kommt oft ein 
neuer Widerstandswert in die BOM. Bei kleinen Stückzahlen ist das wegen 
Beschaffung, Mindestmengen und Setup-Aufwand lästig. Bei größeren 
Stückzahlen kommen Lagerhaltung, Variantenpflege und PCNs dazu.

Der konkrete Anlass war eine Diskussion, in der ich etwas belächelt 
wurde, weil ich in meinen Designs teilweise intensiv mit 
Widerstandskombinationen arbeite. Ich nutze manchmal lieber zwei, drei 
oder auch vier vorhandene Einzelwerte, um einen neuen Widerstandswert in 
der BOM zu vermeiden.

Das Tool sucht Widerstandskombinationen aus bereits vorhandenen Werten 
und kann damit helfen, die Anzahl unterschiedlicher Widerstandswerte in 
der BOM klein zu halten.

Es ist kein Farbcode-Rechner, sondern eher ein kleiner BOM-Optimizer für 
den Schaltungsentwurf.

Link:
https://www.be-iis.eu/tools/resistor-combination-calculator/

Mich würde eure Meinung interessieren:

Gehört ihr eher zur Fraktion „ein exakter Einzelwert ist sauberer, auch 
wenn die BOM größer wird“ oder zur Fraktion „lieber vorhandene Werte 
kombinieren und die BOM klein halten“?

Feedback ist willkommen:
- Ist die Bedienung verständlich?
- Fehlen typische Werte oder E-Reihen?
- Wäre ein KiCad-BOM-CSV-Import sinnvoll?

Viele Grüße
Philipp
von Flip B. (frickelfreak)


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Sehr schön, ich habe mit solcher Optimierung (manuell) schon einige 
Nächte zugebracht. Irgendwie könnte ich mir vorstellen, so eine 
Funktionalität direkt in Kicad einzubauen. Also die Spannungen des 
Spannungsteilers, genauigkeitsanforderungen sowie maximale und minimale 
Impedanz (auch bei pullups/down), oder grenzfrequenz min/max von Filtern 
etc.

Eigentlich eine perfekte Aufgabe für den Rechner. Also falls ich mal 
ganz viel zeit übrig habe wird das ein Projekt.
von H. H. (hhinz)


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Philipp B. schrieb:
> Gehört ihr eher zur Fraktion „ein exakter Einzelwert ist sauberer, auch
> wenn die BOM größer wird“ oder zur Fraktion „lieber vorhandene Werte
> kombinieren und die BOM klein halten“?

Die Welt ist nicht S/W.
von Vanye R. (vanye_rijan)


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>  Ich nutze manchmal lieber zwei, drei
> oder auch vier vorhandene Einzelwerte, um einen neuen Widerstandswert in
> der BOM zu vermeiden.

Ich nehme an du musstest noch nie Ausfallwahrscheinlichkeiten deiner 
Schaltungen berechnen oder?

Privat mach ich sowas natuerlich auch, zumal sich 0603 ja beim 
handbestuecken auch wunderbar stapeln lassen, aber doch nicht in der 
Firma.

Und wenn du einen Taschenrechner mit UPN haettest dann wuerdest du auch 
nicht auf die Idee kommen Onlinetools zu schreiben. :-p

Vanye
von R ichard K. (kollomann)


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Moin, ich würde das stark von der Stückzahl abhängig machen. Bei 
Prototypen oder kleinen Serien kombiniere ich auch mal vorhandene Werte, 
bevor ich extra eine neue Position in die BOM aufnehme.
In der Serie sieht die Rechnung dann oft schon anders aus.
von Thorsten S. (thosch)


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In Firmen-Designs optimiere ich meist in der Art, daß ich z.B. bei 
Spannungsteilern für POL Regler den Teiler am Feedback so aufbaue, daß 
einer der Widerstände schon in der BOM ist. Müssen sowieso meist 0,1%er 
sein, damit die Toleranzen der Regler-ICs nicht noch vergrößert werden. 
Abgleich käme nicht in Frage.
Parallel- oder gar Serienschaltungen gibts dafür aber nicht.
von Giovanni (sqrt_minus_eins)


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sehr löblich!

Als Steigerung könnte man noch Toleranzwerte der Einzelwiderstände 
hinzufügen und dann die statistische Toleranz der Lösung berechnen.

Ist aber so auch OK.

Q: Verwendest Du zur Lösung ein bestimmtes Verfahren oder ist es 
einfaches Probieren?
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Das ist mir zu pauschal.

Ob eine Widerstandskombination sinnvoll ist, hängt vom Produkt, der 
Normenlage und vom konkreten Schaltungsteil ab. Nicht jede Schaltung ist 
safety-relevant.

Bei kritischen Funktionen muss man Ausfallwahrscheinlichkeit, 
Toleranzen, Verlustleistung und Prüfaufwand natürlich berücksichtigen. 
Bei Pull-ups, Pull-downs oder unkritischen Teilern kann die Bewertung 
aber ganz anders aussehen.

Das Tool ist daher kein Aufruf, überall mehrere Widerstände einzusetzen, 
sondern eine Hilfe, wenn man vorhandene BOM-Werte bewusst kombinieren 
möchte.
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Ja, prinzipiell richtig.

Die Stückzahl spielt natürlich eine große Rolle. Aber auch in 
Seriendesigns ist ein neuer Widerstandswert nicht immer „kostenlos“.

Jede neue Position in der BOM erzeugt Aufwand: Beschaffung, Freigabe, 
Lagerhaltung, Alternativtypen, PCN-Bewertung und im ungünstigsten Fall 
hängt später genau dieses eine Teil in der Bestückung, weil es gerade 
schlecht verfügbar ist.

Gerade wenn man z. B. exemption-free Widerstände braucht, kann die 
Marktlage je nach Wert und Bauform durchaus kritisch sein.

Und es gibt immer wieder Werte, die nur ein einziges Mal in der 
Schaltung vorkommen: DDR-Stromkalibrierwiderstände, USB 5.1k Pull-downs 
oder spezielle Feedback-/Sense-Werte. Genau da kann es sinnvoll sein, 
bewusst zu prüfen, ob ein vorhandener BOM-Wert oder eine sinnvolle 
Kombination reicht.

Natürlich muss man das im Einzelfall bewerten. Aber pauschal „in Serie 
macht man das nicht“ sehe ich so nicht.
von Soul E. (soul_eye)


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Philipp B. schrieb:
> Für einen einzigen Spannungsteiler, Pull-up oder Pull-down kommt oft ein
> neuer Widerstandswert in die BOM. Bei kleinen Stückzahlen ist das wegen
> Beschaffung, Mindestmengen und Setup-Aufwand lästig. Bei größeren
> Stückzahlen kommen Lagerhaltung, Variantenpflege und PCNs dazu.

Ein Widerstand kostet inklusive Gemeinkosten 0,1 ct, dazu kommen 0,5 ct 
Bestückkosten. Da kannst Du über die Gesamtmenge ausrechen wie teuer 
Deine Logistik sein müsste damit sich solche Stunts lohnen.

Für Prototypen im Modellbau sieht die Sache anders aus. Da kann man auch 
mal zwei Widerstände aufeinanderlöten oder der Automat bestückt was 
gerüstet ist und den Rest setzt man aus der Mustermappe von Hand nach.
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Ich glaube, wir reden hier über zwei verschiedene Dinge.

Mir geht es nicht darum, den Preis eines einzelnen Widerstands zu 
sparen. Natürlich ist ein 0603-Widerstand als Bauteil extrem günstig, 
und die Bestückkosten sind ebenfalls niedrig.

Der Aufwand entsteht für mich eher durch eine zusätzliche BOM-Position:

- neuer Wert muss beschafft und freigegeben werden
- Alternativtypen müssen gepflegt werden
- Lagerhaltung  Rüstbestand  Mindestmengen kommen dazu
- PCNs und Abkündigungen müssen bewertet werden
- im ungünstigen Fall hängt später die Bestückung, weil genau dieser 
eine exotische Wert gerade schlecht verfügbar ist

Gerade bei „grünen“ bzw. exemption-free Widerständen ist die 
Verfügbarkeit nicht bei jedem Wert gleich gut. Standardwerte sind meist 
unkritisch, exotischere Werte können aber schnell lästig werden.

Wenn ein Wert nur einmal in der Schaltung vorkommt, z. B. ein spezieller 
Feedback-Wert, ein DDR-Kalibrierwiderstand oder ein USB 5.1k Pull-down, 
dann kann es sinnvoll sein zu prüfen, ob man mit bereits vorhandenen 
BOM-Werten auskommt.

Das ist natürlich keine pauschale Regel. Wenn ein Einzelwert technisch, 
wirtschaftlich oder normativ sinnvoller ist, nimmt man den Einzelwert. 
Aber die reine Rechnung „Widerstand kostet fast nichts“ greift aus 
meiner Sicht zu kurz.
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Danke!

Toleranzen stehen tatsächlich auf der Liste. Besonders spannend wäre das 
bei Spannungsteilern, weil man dann direkt den resultierenden 
Ausgangsspannungsbereich berechnen könnte.

Ein Punkt, der dabei oft vergessen wird: Die angegebene 
Widerstandstoleranz ist in der Regel die Anfangstoleranz nach der 
Produktion bzw. bei Auslieferung, nicht zwingend die garantierte 
Abweichung über die gesamte Lebensdauer.

Aktuell ist das Tool bewusst einfach implementiert: Es erzeugt 
Kombinationen aus den eingegebenen Widerstandswerten und berechnet 
Reihen-, Parallel- und gemischte Schaltungen bis zur gewählten maximalen 
Bauteilanzahl. Danach werden die Ergebnisse gegen den Zielwert bewertet 
und nach Abweichung sortiert.

Also kein spezielles Optimierungsverfahren, sondern ein begrenzter 
kombinatorischer Suchlauf mit Bewertung. Für typische BOM-Wertlisten und 
kleine Bauteilanzahlen ist das schnell genug und gut nachvollziehbar.
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Kleines Update:

Ich habe inzwischen den ersten Teil der Toleranzfunktion eingebaut.

Zu den vorhandenen Widerstandswerten kann jetzt auch eine Toleranz 
angegeben werden. Das Tool berechnet daraus für jede gefundene 
Kombination zusätzlich den möglichen Widerstandsbereich. Damit sieht man 
schneller, ob eine Kombination nur rechnerisch gut aussieht oder auch 
mit realistischen Bauteiltoleranzen noch sinnvoll ist.

Für Spannungsteiler habe ich außerdem die Min-/Max-Werte der 
Feedback-Spannung ergänzt. Damit lässt sich z. B. bei DCDC-Wandlern oder 
LDOs direkt abschätzen, in welchem Bereich die resultierende 
Regelspannung liegt. Zusätzlich ist eine Rückrechnung auf die 
Ausgangs-/Regelspannung implementiert.

Das ist natürlich zunächst eine einfache Betrachtung der 
Bauteiltoleranzen. Temperaturkoeffizient, Alterung, Lastdrift und 
Feuchte sind damit noch nicht abgedeckt. Ein Punkt, der dabei oft 
vergessen wird: Die angegebene Widerstandstoleranz ist in der Regel die 
Anfangstoleranz nach Produktion bzw. bei Auslieferung, nicht zwingend 
die garantierte Abweichung über die gesamte Lebensdauer.

Zur Implementierung:

Aktuell ist das Tool bewusst einfach gehalten. Es erzeugt Kombinationen 
aus den eingegebenen Widerstandswerten und berechnet Reihen-, Parallel- 
und gemischte Schaltungen bis zur gewählten maximalen Bauteilanzahl. 
Danach werden die Ergebnisse gegen den Zielwert bewertet und nach 
Abweichung sortiert.

Also kein spezielles Optimierungsverfahren, sondern ein begrenzter 
kombinatorischer Suchlauf mit Bewertung. Für typische BOM-Wertlisten und 
kleine Bauteilanzahlen ist das schnell genug und gut nachvollziehbar.

Noch ein Punkt zur Testbarkeit:

Man hört manchmal die Aussage, dass bei einer Widerstandskaskade 
zwischen jedem Widerstand ein Testpunkt liegen müsse. Das ist aus meiner 
Sicht zu pauschal.

Im ICT können Widerstandskombinationen je nach Schaltung und Testkonzept 
auch als Kombination gemessen werden. Man muss also nicht automatisch 
jeden Zwischenknoten separat testen.

Das Tool ist für mich deshalb nicht nur ein Prototypen-Thema. Ich habe 
damit bereits bessere und kleinere Kombinationen gefunden, die ich auch 
in Serienelektronik verwende.

Natürlich muss man immer den konkreten Fall betrachten: Funktion, 
Toleranz, Testbarkeit, Verfügbarkeit, Normenlage und Fertigung. Aber 
grundsätzlich sind Widerstandskombinationen nicht automatisch unsauber 
oder unseriös.

Link bleibt gleich:
https://www.be-iis.eu/tools/resistor-combination-calculator/

Danke für den Hinweis mit den Toleranzen. Das war ein sinnvoller Punkt.
von Peter M. (r2d3)


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Hallo Philipp B.,

Dein Berechnungswerkzeug gefällt mir außerordentlich gut. Das hatte ich 
mir in Excel gebaut, meins nutzt aber nur maximal drei Widerstände.

Wenn ich den Zielwert mit vielen Nachkommstellen versehe, nutzt Dein 
Tool aber nur maximal 4 Widerstände, selbst wenn ich ihm 6 Widerstände 
erlaube. Hast Du das hart limitiert oder hängt das von der minimalen 
Fehlerabweichung ab?
von Axel R. (axlr)


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Gut geworden. Auch gut, wenn man ne Kombi braucht, dessen Zielwert man 
eben nicht zur Hand hat.
Gefällt mir gut. Gibt’s sicher nicht in Deutsch, oder? Na - macht ja 
nix. Gute Arbeit, danke!
von Giovanni (sqrt_minus_eins)


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wollte es selber versuchen, komme aber bei der Ermittlung der möglichen 
Kombinationen nicht weiter. Vielleicht klappt es wenn es wieder kühler 
wird.

Toleranz. Ist an sich ein statischer Wert.
Hier eine kurze Berechnung für 1k+1k+10k mit jeweils 5% Toleranz
(Ich habe Julia verwendet - war für mich am einfachsten).

Programm
1
using Measurements
2
@show R1 = 1000.0 ± 50
3
@show R2 = 1000.0 ± 50
4
@show R3 = 10000.0 ± 500
5
@show Rserie = R1+R2+R3
6
Rserie.err/Rserie.val*100.0   # Tol in %


Ergebnis
1
R1 = 1000.0 ± 50 = 1000.0 ± 50.0
2
R2 = 1000.0 ± 50 = 1000.0 ± 50.0
3
R3 = 10000.0 ± 500 = 10000.0 ± 500.0
4
Rserie = R1 + R2 + R3 = 12000.0 ± 500.0
5
4.208127057650866

==> d.h. die Serienschaltung hätte dann eine Toleranz von 4.208%

Die Julia-Funktionen von Measurements in Java abzusetzen ist 
wahrscheinlich nicht so einfach.
von Rainer W. (rawi)


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Peter M. schrieb:
> Wenn ich den Zielwert mit vielen Nachkommstellen versehe, nutzt Dein
> Tool aber nur maximal 4 Widerstände, selbst wenn ich ihm 6 Widerstände
> erlaube.

Die Anzahl der sinnvollen Nachkommastellen beim Zielwert hängt von der 
Toleranz der Widerstände ab. Wie viele Stellen du zusätzlich hin 
schreibst, ist völlig egal.

Bei Parallelschaltung hat die Toleranz des Widerstand mit dem größten 
Leitwert den Haupteinfluss, bei Serienschaltung die Toleranz des größten 
Widerstandes.

Giovanni schrieb:
> Rserie = R1 + R2 + R3 = 12000.0 ± 500.0

Wo bleibt die Toleranz von R1 und R2?

> 4.208127057650866
> ==> d.h. die Serienschaltung hätte dann eine Toleranz von 4.208%

Unsinnig - wie willst du aus einer auf eine Stelle genau angegebenen 
Toleranz der Ausgangswiderstände für die Zusammenschaltung einen Wert 
mit 16 bzw. 4 gültigen Stellen zaubern.
: Bearbeitet durch User
von Giovanni (sqrt_minus_eins)


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Rainer W. schrieb:
> Unsinnig - wie willst du aus einer auf eine Stelle genau angegebenen
> Toleranz der Ausgangswiderstände für die Zusammenschaltung einen Wert
> mit 16 bzw. 4 gültigen Stellen zaubern.

Das Zauberwort heißt Statistik. Was Du machst ist die max. Abweichungen 
zu addieren. Das ist "Unsinnig".

Hier etwas einfacher: 1kΩ+1kΩ je 5%
1
R1+R2
2
2000.0 ± 71.0

Gute Nacht.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Rainer W. schrieb:
> Unsinnig - wie willst du aus einer auf eine ....

Bei der Toleranzrechnung kommt das so vor.
1
R_ges = R1 + R2 + R3
2
R1: 1M +/-10%
3
R2: 1k +/-10%
4
R3: 1Ω +/-10%
5
R_ges = 1M +/-100k + 1k +/-100Ω + 1Ω +/- 0,1Ω 
6
      = 1001,001 kΩ +/-100,1001 kΩ
von Manfred P. (pruckelfred)


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Giovanni schrieb:
> Das Zauberwort heißt Statistik. Was Du machst ist die max. Abweichungen
> zu addieren. Das ist "Unsinnig".

Unsinnig ist einzig, dass Du eine Statistik erlügst.

> Hier etwas einfacher: 1kΩ+1kΩ je 5%
1
> R1+R2
2
> 2000.0 ± 71.0

Quark, und zwar verdorbener.

Es kann einer 950 und der andere 1050 Ohm haben, dann ergeben sich 0%.
Genauso können aber auch beide 950 oder 1050 haben, dann sind die vollen 
5% ausgenutzt. Das sind die Maxima, die man befürchten muß und sich 
nicht drauf verlassen kann, diese niemals zu treffen.
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Eine RSS-/Statistikrechnung wie sqrt(50² + 50²) = 70,7 Ω kann als 
Abschätzung interessant sein, ist aber keine garantierte Toleranz. Dafür 
müsste man Annahmen über Verteilung, Unabhängigkeit, Charge, 
Temperaturdrift und Alterung treffen.

Außerdem ist die Bauteiltoleranz typischerweise ein 
Produktions-/Lieferzustandswert unter definierten Bedingungen, nicht 
automatisch eine Lebensdauer-Garantie über alle Umgebungsbedingungen.

Darum zeigt das Tool zuerst den garantierten Worst Case. Eine 
zusätzliche RSS-Schätzung könnte man optional ergänzen, aber nicht als 
Ersatz für den Worst Case.
von Rainer W. (rawi)


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Giovanni schrieb:
> Das Zauberwort heißt Statistik. Was Du machst ist die max. Abweichungen
> zu addieren. Das ist "Unsinnig".

Quatsch - wieso sollte ich die maximale Abweichung addieren, obwohl die 
Fehler unkorreliert sind?

Dir scheint der Unterschied zwischen Toleranzangabe von 5% und 
5,000000000% nicht klar zu sein.

Eine Angabe von "5%" impliziert, dass der Fehler statistisch betrachtet 
genauso gut 4,6%, 4,9% oder 5,4% betragen kann.

Damit sind deine ganzen Nachkommastellen, egal ob 4 oder 16, nichts als 
erwürfelte Hausnummern.
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Der Ton ist aber schon ganz schön scharf.

Ich glaube, wir reden hier über zwei verschiedene Dinge: Eine 
Toleranzangabe wie ±5 % ist keine statistisch gerundete Messangabe, aus 
der dann auch 5,4 % werden könnten. Sie ist eine Spezifikationsgrenze. 
Ein 1-kΩ-Widerstand mit ±5 % liegt unter den spezifizierten Bedingungen 
also zwischen 950 Ω und 1050 Ω. 1054 Ω wäre außerhalb der Spezifikation.

Natürlich kann man zusätzlich statistisch rechnen, wenn man Annahmen 
über Verteilung, Unabhängigkeit, Charge usw. trifft. Das ist aber etwas 
anderes als eine Worst-Case-Berechnung.

Mein Tool rechnet bewusst den Worst Case aus den angegebenen 
Min-/Max-Grenzen. Die vielen Nachkommastellen sind dabei tatsächlich 
nicht schön; die werde ich auf zwei Nachkommastellen runden. Inhaltlich 
ändert das aber nichts an der Rechnung.
von StefanK (stefanka)


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Philipp B. schrieb:
> Link bleibt gleich:
> https://www.be-iis.eu/tools/resistor-combination-calculator/

Beim Versuch, Seite aufzurufen, erhalte ich die Warnung, daß was mit dem 
Zertfikat des Servers etwas nicht stimmt.
: Bearbeitet durch User
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Da habe ich tatsächlich gerade versucht, etwas zu optimieren. Das ging 
leider nach hinten los.

Ich sollte wohl besser bei Schaltungsdesign, Linux und Software bleiben. 
;-)

Die Seite sollte jetzt wieder erreichbar sein:
https://www.be-iis.eu/tools/resistor-combination-calculator/

Nebenbei: Die Toleranzen werden jetzt auch auf zwei Nachkommastellen 
gerundet.
von StefanK (stefanka)


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Gefällt mir gut! Zum Entwickeln ist das sehr hilfreich.

Dass ein BOM Resistor Optimizer nur auf das zurückgreift, was sich schon 
in der BOM findet ist nur logisch.

Wenn man aber 12k8 herstellen will, wäre es schön, das Tool würde 
optional auch auf bekannte E-Reihen zurückgreifen.
von Rainer W. (rawi)


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StefanK schrieb:
> Wenn man aber 12k8 herstellen will, wäre es schön, das Tool würde
> optional auch auf bekannte E-Reihen zurückgreifen.

Wozu brauchst du das Tool dann?
In dem Fall kannst du doch direkt den gewünschten Widerstandswert in die 
BOM setzen.
von StefanK (stefanka)


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Ist 12k8 in einer der E-Reihen? Hab ich dann wohl übersehen. Dann lass 
uns XkY zusammenbauen, der nicht in den E-Reihen vertreten ist und die 
am besten passenden Widerstandswerte nicht in der BOM sind. Wie baue ich 
den dann also?

In diesem Fall wäre eine Option  "verwende E-Reihen Werte" zur 
Generierung sinnvoll. Das meinte ich.
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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12k8 ist meines Wissens eher E192; in E96 liegen z. B. 12k7 und 13k0. 
Aber genau darum geht es bei dem Tool eigentlich nicht.

Das Tool ist bewusst kein E-Reihen-Rechner und auch kein Generator für 
beliebige Zielwerte aus kompletten Normreihen. Die Idee ist eine andere: 
Ich gebe die Widerstandswerte ein, die in meiner konkreten BOM ohnehin 
schon vorhanden sind. Das Tool sucht dann Kombinationen aus genau diesen 
vorhandenen Werten.

Wenn man in jeder Größenordnung ein paar Werte in der BOM hat, bekommt 
man mit 3 bis 4 Widerständen oft erstaunlich gute Kombinationen. Wenn 
kein sinnvoller Treffer dabei ist, ist die praktische Aussage eben: Für 
diesen Fall sollte man einen weiteren Widerstandswert in die BOM 
aufnehmen.

Eine zusätzliche Option „E-Reihen-Werte verwenden“ kann man natürlich 
später ergänzen. Das wäre dann aber ein anderer Betriebsmodus. Der 
aktuelle Nutzen ist gerade, die Anzahl verschiedener BOM-Positionen 
klein zu halten und vorhandene Werte mehrfach zu verwenden.
von Giovanni (sqrt_minus_eins)


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@Philipp B. :
Vielleicht wäre ein GIT Projekt (in https://github.com/be-iis) sinnvoll, 
um alle Wünsche/Ideen zu sammeln und ev. zu implementieren.

Ist das Projekt Open Source? Ich würde auf jeden Fall einen 
Haftungsausschluss hinzufügen.
https://spdx.org/licenses/
Welche Lizenz für das Firmenumfeld passt, muss man sich anschauen.

[nur so eine Idee bei 33°C]
von Philipp B. (Firma: Brechel Electronic) (philipp-be-iis)


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Danke fürs Teilen der Ideen.

Aktuell ist das Tool einfach direkt in JavaScript auf der Webseite 
implementiert. Damit ist es technisch ohnehin für jeden sichtbar und 
kopierbar. Einen großen Schutz gibt es da also nicht.

Mein Ziel damit ist im Moment vor allem, nützliche kleine Rechner zu 
bauen, die guten Traffic auf meine Webseite bringen und thematisch zu 
meinen Produkten passen. Inzwischen habe ich auch schon weitere Tools 
angefangen, zum Beispiel:

https://www.be-iis.eu/tools/reliability-lifetime-calculator/

und

https://www.be-iis.eu/tools/plca-bandwidth-calculator/

Ein eigenes GitHub-Projekt für die Tools kann später durchaus sinnvoll 
sein, besonders wenn wirklich mehrere Leute Ideen oder Patches beitragen 
möchten. Dann müsste man sich auch sauber um Lizenz, Haftungsausschluss 
und Projektstruktur kümmern.

Im Moment ist es aber eher ein Webseiten-Tool als ein klassisches 
Open-Source-Projekt.
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