Forum: HF, Funk und Felder HF Leistung schätzen bei kurzen Impulsen


von Thomas R. (thomasr)


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Mir ist ein ONWA AIS Transceiver KS200A zugelaufen der angeblich nicht 
funktioniert/nicht sendet. Allerdings kann ich mit einem RTL SDR auf den 
richtigen Freqeunzen (161,975MHz und 162,025MHz) kurze Impulse hören und 
im Wasserfall auch sehen. Eine Leistungsabschätzung wäre natürlich schön 
denn das können auf der Werkbank nur wenige mW sein....

Wie geht man da vor?
von Lu (oszi45)


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Einfach z.B.: Vergleichende Messungen? Oszillogramm Stromverbrauch?
Wenn das Gerät nur ein paar mW braucht, wird er nicht mit 5W senden. Im 
Physikunterricht hat ein Dipol mit angeschlossener Glühlampe zum 
Nachweis gereicht, wenn die Impulse lang genug sind?
: Bearbeitet durch User
von Thomas V. (tomv)


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"Max Hold" bzw. "Peak Hold" am Spektrumanalyzer aktivieren?
Dann bleibt die Anzeige für ein paar Sekunden stehen und Du kannst es 
ablesen.

Aber bitte das Dämpfungsglied zwischen Sender und Spekki nicht 
vergessen! =;-)
von Rainer W. (rawi)


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Thomas R. schrieb:
> Allerdings kann ich mit einem RTL SDR auf den
> richtigen Freqeunzen (161,975MHz und 162,025MHz) kurze Impulse hören

Lange Pulse kannst du bei AIS nicht erwarten. Die anderen sollen auch zu 
Wort kommen.
Hast du den Senderausgang sauber mit 50 Ω abgeschlossen, d.h. mit einem 
kräftiges 50 Ω Dämpfungsglied, an dessen Ausgang du zum Messen mit 50 Ω 
ran gehst? Sonst misst du nur Hausnummern, weil du nicht weißt, wie der 
Ausgang auf Fehlanpassung reagiert.

Lu schrieb:
> Im Physikunterricht hat ein Dipol mit angeschlossener Glühlampe zum
> Nachweis gereicht, wenn die Impulse lang genug sind?

Bei der maximalen Dauer einer AIS-Aussendung von nicht einmal 27ms wird 
deine Glühbirne eher ein Maß für die Energie des Pulses als für die 
Leistung sein.
: Bearbeitet durch User
von Bert 0. (maschinist)


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Thomas R. schrieb:

> Eine Leistungsabschätzung wäre natürlich schön
> denn das können auf der Werkbank nur wenige mW sein....
>
> Wie geht man da vor?

Antennenausgang mit 50R abschließen. Dazu parallel einen 
Spitzenwertgleichrichter anlegen, bestehend aus Schottkydiode, C, R, mit 
einem DC-Voltmeter Spannung über C/R messen, rechnen.

P = (Udc * 0,707)² / R   | R= 50 Ohm

Gruß... Bert
: Bearbeitet durch User
von Herbert Z. (herbertz)


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Wenn du von wenigen mW ausgehst, dann löte 2 100R SMD Widerstände 1206 
so zusammen an eine 50R SMA Buchse, dass zwischen beiden ein kleiner NTC 
erhältlich bei Reichelt mit 1,3mm Durchmesser Platz hat. Dann misst du 
die Abwärme über ein paar Minuten und misst den Widerstand des NTC. 
Danach bildest du diesen R Wert DC mäßig mit einem regelbaren N-Teil 
nach. P=U2/R.
: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Herbert Z. schrieb:
> Wenn du von wenigen mW ausgehst, ...

Wenn der AIS-Transponder ordnungsgemäß sendet, kommen da 5W raus 
(37dBm). Das sind deutlich mehr als "ein paar Milliwatt". Das 
Tastverhältnis ist allerdings so klein, dass die 1206er sich trotzdem 
nicht nennenswert erwärmen und die Taktung so langsam, dass du keine 
stabile Temperatur erreichen wirst, ohne deutlich größeren Aufwand zu 
treiben (Erhöhung der thermische Masse, gute Isolation).
: Bearbeitet durch User
von Soul E. (soul_eye)


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Thomas V. schrieb:
> "Max Hold" bzw. "Peak Hold" am Spektrumanalyzer aktivieren?
> Dann bleibt die Anzeige für ein paar Sekunden stehen und Du kannst es
> ablesen.

Peak Hold hält nicht die Anzeige an, sondern speichert den Spitzenwert. 
Du brauchst also mehrere Durchläufe um ein nichtkontinuierliches Signal 
hinreichend gut zu erfassen.

Die Funktion zum Anhalten der Anzeige heisst "Gated Sweep".


Im richtigen Leben würde man sowas mit einem Leistungsmesser mit 
Peak-Tastkopf messen. Der NRV-Z32 oder -T33 wäre eine gute Wahl.
von Herbert Z. (herbertz)


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Rainer W. schrieb:
> und die Taktung so langsam, dass du keine
> stabile Temperatur erreichen wirst,

Wenn das so ist, dann taugt meine Methode nicht, dann muss R&S ran...
In meiner Anordnung messe ich mit den 1206 er und dem NTC von Reichelt 
ab 200µW wenn ich gut bin und sicher ab 800µW bis 200mW mit hoher 
Genauigkeit.. Ich messe meistens Sinus Dauerstrich.
: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Herbert Z. schrieb:
> Wenn das so ist, ...

Warum sollte es nicht so sein?

Bei ruhendem Schiff senden Class-B und Class-B+ Transponder alle 3 
Minuten einen Positionsdatensatz und zusätzlich alle 6 Minuten einen 
Schiffsdatensatz.

Ein Class-B+ AIS Transponder (SOTDMA) würde mit 5W senden. Die 
vollständige Typenbezeichnung des Gerätes müsste dafür allerdings 
KS200A+ lauten.

Falls die Bezeichnung wirklich KS200A (ohne +) lautet, würde das auf 
einen älteren Class-B AIS Transponder (CSTDMA) hindeuten, der mit nur 2W 
sendet.
von Herbert Z. (herbertz)


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Rainer W. schrieb:
> Warum sollte es nicht so sein?

Eben...!  Ich kenne mich mit dieser Technik nicht aus!
von Rainer W. (rawi)


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Herbert Z. schrieb:
> Eben...!  Ich kenne mich mit dieser Technik nicht aus!

Wikipedia sagt dir etwas? Da gibt es Leute, die haben die Technik 
beschrieben - für jeden frei zugänglich ;-)
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