Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik [Leistungselektronik]: sicheres Schalten von Gleichspannung/Gleichstrom


von Finn R. (finn_der_ii)


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Ich würde hier gerne noch eine Frage hinsichtlich dem Schalten von 
Gleichspannungen bzw. Gleichströmen bei Leistungen im einstelligem KW 
Bereich loswerden.Ein Freund hat vor einiger Zeit seine PV-Module über 
einen MOSFET (weiss nicht, welcher Typ/Marke) als Schalter direkt mit 
einem Heizstab verbunden. Der MOSFET sollte bei einer bestimmten 
Temperatur die Module abschalten. Das tat das Bauteil lange auch. Dann 
ist er aber nachweislich aus irgendeinem Grund durchgebrannt - mit 
ungeahnten Folgen. Das war mir selber auch nicht so bewusst (habe die 
Dinger als Schalter bei kleinen Leistungen allerdings selber schon 
verwendet). Durchgebrannter MOSFET --> Kurzschluss statt Unterbrechung 
:-(

Sind in diesem Falle MOSFETs überhaupt das Mittel der Wahl oder wie 
schaltet ihr solche Leistungen, um auf der sicheren Seite zu sein? 
(Gleichstromsicherungen wären sicher eine Möglichkeit, solche 
Schaltungen sicherer zu machen, aber mir geht es um das SCHALTEN an 
sich)

Danke und liebe Grüße
Finn
: Bearbeitet durch User
von Marek N. (db1bmn)


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Solarzellen sind Stromquellen.
Zum Abschalten muss man sie kurzschließen.
von Andreas B. (abm)


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Finn R. schrieb:
> ist er aber nachweislich aus irgendeinem Grund durchgebrannt - mit
> ungeahnten Folgen. Das war mir selber auch nicht so bewusst (habe die

Das Zauberwort heißt ist solchen Fällen Sicherheitstemperaturbegrenzer.
Jede Art von Bauteil kann (selbst bei korrekter Auslegung) mal kaputt 
gehen, und wenn die Folgen des Versagens schwerwiegend wären, muss man 
halt an u. U. sogar mehrfache Absicherung denken.
von Jörg K. (joergk)


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Als Sicherheitsabschaltorgan würde ich mich nie auf Leistungshalbleiter 
verlassen sondern immer ein redundante Elektrotechnik Schütze 
hinzufügen.

Als "Betriebs"-Schaltorgan hätte ich wohl einen IGBT genommen.
Leerlaufspannung des Modulstrings beachten, Abscgaltspitzen durch 
Induktivität nicht vergessen und Snubber drüber.
Kurzschließen würde ich hier nicht.
von Jörg K. (joergk)


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Andreas B. schrieb:
> Sicherheitstemperaturbegrenzer
Vollste Zustimmen!

Aber Achtung: Die STB sind im allgemeinen nicht für die hier 
auftretenden DC-Spannungen und Ströme geeignet sondern erfordern ein 
Schütz bei DC-Betrieb.

PS: Mag der eingesetzte Heizstab überhaupt DC?
von Finn R. (finn_der_ii)


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Jörg K. schrieb:
> Mag der eingesetzte Heizstab überhaupt DC?

Meines Wissens nicht, er hatte glaube ich keinen speziellen für PV 
Anlagen.

Mein Frage ging aber allgemein in Richtung Leistungselektronik und 
MOSFETS bzw. Halbleiter, die in der Lage sind Gleichströme in solchen 
Leistungsbereichen sicher zu schalten (unabhängig, ob PV im Spiel ist).

MOSFETS können mit dem genannten Fall wie das Beispiel zeigt nachteilig 
sein. Schön wäre ein Bauelement, das ähnlich DC schalten kann aber im 
defekten Zustand sicher sperrt. Kennt jemand sowas?
von H. H. (hhinz)


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Finn R. schrieb:
> MOSFETS können mit dem genannten Fall wie das Beispiel zeigt nachteilig
> sein. Schön wäre ein Bauelement, das ähnlich DC schalten kann aber im
> defekten Zustand sicher sperrt. Kennt jemand sowas?

Es liegt in der Natur von Halbleitern, dass sie in durchlegiertem 
Zustand einen Kurzschluss darstellen.
von Torsten B. (butterbrotstern)


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Nein, weil sicher ist gaar nichts. Gewitterblitze lauern überall. Man 
kann aber die Schaltung so designen, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit 
geringer wird, z.B. Snubber, Überspannungsableiter, Fehlerüberwachung 
mit Alarm etc.
Unterschätze nicht die Lichtbogen bei DC, bei einem Solarstring kann man 
locker mehrere Zentimeter lange Funken ziehen. Eine Schutzschaltung muss 
damit klarkommen, wie bereits gesagt, der normale 
AC-Übertemperaturschutz wird bei DC einfach durchbrennen, wenn er 
abschalten wollte.

Und Heizstäbe sind innen auch mal feucht, dann gibt's Elektrolyse bei 
DC.
von Finn R. (finn_der_ii)


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Finn R. schrieb:
> Schön wäre ein Bauelement, das ähnlich DC schalten kann aber im
> defekten Zustand sicher sperrt. Kennt jemand sowas?

Nach einiger Suche könnte das vielleicht die Antwort auf die Frage sein:
SiC-JFETs (Siliziumkarbid-Sperrschicht-FETs), von Infineon. Werden 
angeblich bevorzugt in der Lauft- und Raumfahrttechnik zum Schalten 
benutzt; wahrscheinlich auch dementsprechend unbezahlbar.
von H. H. (hhinz)


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Finn R. schrieb:
> Nach einiger Suche könnte das vielleicht die Antwort auf die Frage sein:
> SiC-JFETs (Siliziumkarbid-Sperrschicht-FETs), von Infineon.

Auch die verhalten sich so wie Halbleiter es eben tun.
von Finn R. (finn_der_ii)


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H. H. schrieb:
> Auch die verhalten sich so wie Halbleiter es eben tun.

Hmm. Aber laut deren Doku sind solche Bauteile derart kombiniert 
miteinander, dass sie im Falle eines Kurzschlusses den Stromfluss 
sperren. Aber egal, ohne zusätzliche Sicherung wird es bei solchen 
Leistungsanwendungen eh nicht gehen.
von Thomas R. (thomasr)


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Warum nicht einfach ein gewöhnliches DC Schütz dafür verwenden?

Gibt es und sind teurer als SSR aber wir haben die massenhaft im Labor 
verbaut, GENAU aus dem Sicherheitsgrund heraus.

Beispiele hier:

https://www.schuetze24.com/gleichstromschuetz/bis-1200-volt-dc

https://www.te.com/de/products/relays-and-contactors/contactors/dc-contactors.html?tab=pgp-story

https://schaltbau.com/de/produkt/schuetze/cs/

Manche AC Schütze können bei einer Reihenschaltung der Kontaktsätze auch 
begrenzt für DC eingesetzt werden, steht dann im Anwenderhandbuch.
von Wolfgang D. (blitz_f)


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Moin,
ggf. suchen mit dem Begriff "DC-Schütz mit permanentmagnetisch 
geblasenen Kontakten" (z.B. Schaltbau München...).
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