Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Schalter Gartenhäcksler


von Bird (reparaturvogel)



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Hallo zusammen,

ich habe hier einen Gartenhäcksler BJ 1998 mit folgendem Problem:
Das Gerät lässt sich sporadisch nicht einschalten. Wenn der Häcksler bei 
Betätigung des Ein-Taster korrekt an geht, funktioniert er ohne 
Probleme. Wenn man den Ein-Taster betätigt passiert es regemäßig, dass 
der Häcksler nicht anläuft bzw. nur sehr kurz an geht sodass die 
Motorwelle nur kurz zuckt bzw. weniger als eine Umdrehung macht.

Anbei gibt es folgende Bilder:
- Typenschild des Gerätes
- Schalter von Außen
- Schalter von Innen sowie ein auf dem Schalter abgedruckter Schaltplan
- Wenn man den Schalter öffnet gib es noch Bilder von den Innereien des 
Schalters

Wie geht man systematisch bei der Fehlersuche vor? Multimeter und ein 
Leistungsmessgerät sind vorhanden.
von Holger R. (holgerr)


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Die Schalter sind hoch komplex.
Die haben einen Anlaufschutz, Wiederanlaufschutz und zudem wird das 
Motorgehäuse mittels zusätzlichen Kontakt überwacht.
Meistens ist die Schaltereinheit mit den Relais defekt.
Mit messen ist da nicht viel.
Die Schalter kosten richtig Kohle, meist mehr als das Gerät noch wert 
ist.

Ich habe auch einen alten Gardena Häcksler, bei dem der Schalter kaputt 
war, hab die Kiste einfach auf einfachen Schalter umgebaut. Und gut ist. 
Darf halt keiner den Motor unter Spannung öffnen.
HolgerR
von Wolf17 (wolf17)


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Zuerst spannungsfrei den Gehäuseschalter auf Niederohmigkeit prüfen.

Der Hauptschalter hat eine Unterspannung- und Überstromüberwachung, die 
den geschlossenen Doppelkontakt wieder öffnen, oder das schließen ganz 
verhindern können. Da sind sicher reichlich Hebel und Federn verbaut.
Im einfachsten Fall ist nur einer der Kontakte verbrannt, aber an die 
heranzukommen ist eher was für Feinmechaniker.

Alternative wäre ein neuer 5-Pol Unterspannungsschalter
https://de.aliexpress.com/item/1005008975210316.html
plus ein 13A Thermoschutzschalter.
: Bearbeitet durch User
von Bernhard (bernhard_123)


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Schon mal an einer anderen Steckdose probiert, die näher am 
Sicherungskasten ist?
Oder ist vielleicht sogar eine Verlängerungsleitung dazwischen 
geschaltet?

Wenn der Leitungswiderstand zu hoch ist, sinkt beim Anlaufen des Motors, 
durch dessen hohe Stromaufnahme (um 50 A), die Spannung kurzzeitig so 
weit ab, dass der Unterspannungsauslöser sofort abschaltet. Das wäre 
dann ein normales Verhalten.

Bernhard
von Ralf X. (ralf0815)


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Bernhard schrieb:

> Oder ist vielleicht sogar eine Verlängerungsleitung dazwischen
> geschaltet?

Gartenhäcksler haben entweder einen Stecker im Gehäuse oder kurze 
Anschlussstrippen bis ca. 30 cm Länge.
Ohne Verlängerungsleitung läuft da also grundsätzlich nichts.
von Michael B. (laberkopp)


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Bird schrieb:
> dass der Häcksler nicht anläuft bzw. nur sehr kurz an geht sodass die
> Motorwelle nur kurz zuckt bzw. weniger als eine Umdrehung macht.

Brummt der Motor danach oder nicht ?

Läuft der Motor wenn du Netzspannung an braun/blau anlegst ?

Warum steht da handschriftlich Messer läuft nach drauf, ist die DC 
Bremse schon lange kaputt ?

Schliesst der Gehäuseschalter zuverlässig oder glaubt man es geht auch 
ohne den Decken richtig zuzuschrauben ?
von Schorsch M. (schorschm)


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Ich hatte ebenfalls ab und zu Ärger mit meinem Häcksler.

Manchmal ließ der sich nicht einschalten. Nach langer Suche habe ich 
dann den Fehler in diesem Schalter gefunden, es war nicht der 
Hauptschalter.
Dieser Schalter verhindert ein Anlaufen des Motors wenn kein 
Auffangbehälter eingesetzt ist. Er sitzt ganz unten am Gehäuse, wo er 
durch einen Zapfen des Auffangbehälters betätigt wird. Dort hatte sich 
jede Menge Dreck im Mechanismus
angesammelt.
Könnte sein, dass das bei dir ebenso ist.
von H. H. (hhinz)


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Michael B. schrieb:
> ist die DC
> Bremse schon lange kaputt ?

Laut Schaltplan gibt es keine.
von Michael B. (laberkopp)


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H. H. schrieb:
> Laut Schaltplan gibt es keine

Es gibt irgendwas transistorisiertes an Anschluss 3. Drehzahlregelung 
wohl kaum.
von H. H. (hhinz)


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Michael B. schrieb:
> Es gibt irgendwas transistorisiertes an Anschluss 3.

Nö, das ist das Symbol für den Motorschutzschalter.
von Armin X. (werweiswas)


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Holger R. schrieb:
> einen Anlaufschutz

Was soll das sein? Verwechselt Du da was mit dem Unterspannungsauslöser 
der auch den Wiederanlaufschutz gewährleistet?
von Thomas (kosmos)


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https://de.aliexpress.com/item/1005007728137864.html?
https://de.aliexpress.com/item/1005010226466698.html?

So komplex sind die nicht, beim Einschalten hält durch den Stromfluss 
ein Elektromagnet den Ein-Taster fest, wenn der Strom kurz weg ist fällt 
der Schalter ab weil der Elekromagnet ihn nicht mehr halten kann. So ist 
gewährleistet das wenn der Strom wieder da ist die Maschine nicht 
unerwartet anläuft, was bei einem Ein-Schalter der fall wäre.

Heute noch bestellt dürftest du dir, die 3€ EU-Freundschaftabgabe 
sparen.
von H. H. (hhinz)


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von Thomas (kosmos)


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wenn das alles ist, hier was rückstellbares, die 10A Version (thermische 
Auslösung) dürfte für 2,3kWh gut sein, und ein Kurzschlußschutz haben 
die ja auch.

Nur mal so ins blaue, Daten mit dem Kurzschlußstrom noch prüfen.
https://www.ebay.de/itm/406978166184?
von H. H. (hhinz)


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Thomas schrieb:
> die 10A Version

Das Original hat 13A.


Aber zunächst mal feststellen ob und was eigentlich defekt ist.
von Holger R. (holgerr)


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Armin X. schrieb:
> Holger R. schrieb:
>> einen Anlaufschutz
>
> Was soll das sein? Verwechselt Du da was mit dem Unterspannungsauslöser
> der auch den Wiederanlaufschutz gewährleistet?

Bei einigen von diesen Schaltern kannst Du den Einschalt-Knopf nicht 
betätigen, wenn keine Netzspannung anliegt.
HolgerR
von Armin X. (werweiswas)


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Das ist dem ausgelösten Unterspannungsauslöser geschuldet.
Ohne Netzspannung läuft eh nichts an.
: Bearbeitet durch User
von Bird (reparaturvogel)


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Vielen Dank für eure Rückmeldungen

Michael B. schrieb:
> Brummt der Motor danach oder nicht ?
Nein

> Läuft der Motor wenn du Netzspannung an braun/blau anlegst ?
Ja

> Warum steht da handschriftlich Messer läuft nach drauf, ist die DC
> Bremse schon lange kaputt ?
Das war eine federbetätigte Bremse auf der Motorwelle die beim Anlegen 
von Spannung an die Motoranschlüsse (keine separaten Anschlüsse) 
magnetisch gelüftet wurde. Die hatte vor einigen Jahren schon mal den 
Defekt, dass sie nicht mehr zuverlässig gelüftet wurde und im Betrieb 
immer gebremst hat. Diese zusätzliche mechanische Last hat den Häcksler 
(vermutlich über den integrierten Motorschutz) nach ca. 10min abschalten 
lassen. Sie wurde daraufhin mit dem Winkelschleifer von der Motorwelle 
enfernt ;-)

> Schliesst der Gehäuseschalter zuverlässig oder glaubt man es geht auch
> ohne den Decken richtig zuzuschrauben ?
Den Gehäuseschalter habe ich geprüft (Durchgang gemessen) und auch 
testweise überbrückt. Der ist in Ordnung, bzw. tritt der Fehler auch mit 
gebrückten Gehäuseschalter auf.

Also wenn ich bis hier hin alles richtig verstanden habe, haben wir 
einen Schalter der in der "Ein" Position magnetisch gehalten wird wenn
- Netzspannung anliegt (= Wiederanlaufschutz durch Unterspannungschutz 
zwschen L und N)
- die thermische Überlastsicherung nicht aktiv ist
- der Gehäuseschalter geschlossen ist (Unterspannungsschutz zwischen N 
und b )

Wolf17 schrieb:
> Alternative wäre ein neuer 5-Pol Unterspannungsschalter
> https://de.aliexpress.com/item/1005008975210316.html
> plus ein 13A Thermoschutzschalter.
So sehe ich das auch. Einwände?
: Bearbeitet durch User
von Bird (reparaturvogel)


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Wie sehr glauben wir, dass die folgenden Produkte ihren Zweck erfüllen? 
Insbesondere im Bezug auf die Auslösecharakteristik?

https://www.ebay.de/itm/406978166184

https://de.aliexpress.com/item/1005006058632559.html

https://www.ebay.de/itm/364336579344
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