Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Photodiode auslesen für Pulsoximeter


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von Mike M. (mikemcc)


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Hallo,

Für eine Studienarbeit möchte ich eine Pulsoximeter Schaltung bauen.

Dazu habe ich folgenden Schaltplan entworfen. Kann mit jemand helfen, ob 
das so funktionieren wird, und die Photodiode Vishay BPW34 auszulesen 
und sauber die DC und die verstärkte AC Komponente messen zu können?

Danke für Eure Hilfe

Mike
von Nick (b620ys)


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Mike M. schrieb:
> Für eine Studienarbeit möchte ich eine Pulsoximeter Schaltung bauen.

Stand in der Aufgabenstellung, dass du keinen Lötkolben und kein Spice 
verwenden darfst?
von Rainer W. (rawi)


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Mike M. schrieb:
> Kann mit jemand helfen, ob das so funktionieren wird ...

Wird es wohl nicht.
Deine zweite Stufe ist kein Verstärker, sondern ein Schmitt-Trigger. Ein 
Verstärker braucht eine Gegenkopplung, keine Mitkopplung.

Wo sind im Schaltplan R_F und R_S? ;-)

Um über die Schaltung diskutieren zu können, solltest du alle Bauteile 
mit Namen kennzeichnen (R1, R2, C1, OP1, ...).

Wie sieht die Versorgung für die OpAmps aus? Die fehlt in deinem 
Schaltplan.
: Bearbeitet durch User
von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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Das genaue OPAMP Modell wurde auch nicht genannt und die Lichtquelle 
fehlt.
von Nemopuk (nemopuk)


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Nick schrieb:
> Stand in der Aufgabenstellung, dass du keinen Lötkolben und kein Spice
> verwenden darfst?

Ich vermute, dass die Simulation in diesem Fall wenig hilft. Denn man 
müsste die Wirkung des Lichts und des Körpers realitätsnah simulieren. 
Bis man das (ohne Erfahrung) fertig hat kann Monate dauern.

Ich würde es aufbauen und mit echten Bauteilen experimentieren.
: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Mike M. schrieb:
> ob das so funktionieren wird,

Neun, die erste Stufe verwendet eine virtuelle Masse so dass der OpAmp 
mit einer einfachen Versorgungsspannung auskommt, die zweite bezieht 
sich auf GND und bräuchte einen OpAmp der mit positiver und negativer 
Versorgung läuft. Ausserdem ist der OpAmp nicht als gain Verstärker 
beschaltet.
von Frank O. (frank_o)


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Ich musste erstmal schauen was das ist und dabei habe ich solch ein 
Gerät.
Vielleicht schaust du erstmal was es so im Netz zu lesen gibt?
https://www.all-electronics.de/elektronik-entwicklung/pulsoximeter-mit-wenigen-bauteilen-entwickeln/733936
von Mike M. (mikemcc)


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Herzlichen Dank schonmal für die Antworten!
Ich habe auch schon einiges im Netz gelesen und den Aufbau probiert, 
aberso ganz funktioniert es noch nicht. Der Knackpunkt ist, dass auch 
das Messsignal recht wackelig ist, so dass ich gerne eine robuste 
SChaltung hätte, damit ich mich um das optische SIgnal kümmern kann. 
(Bin ja für die biologische Seite dran, aber ich möchte die Elektronik 
trotzdem ein wenig verstehen):

Ich habe jetzt den Schaltplan überarbeitet und angehängt. Freue mich auf 
Euren kritischen Blick :-).
von Jens G. (jensig)


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Mike M. schrieb:
> ch habe jetzt den Schaltplan überarbeitet und angehängt. Freue mich auf
> Euren kritischen Blick :-).

Sieht auf den ersten Blick ok aus.
Auf den zweiten Blick fehlt noch die Betriebsspannungabblockung.
Ob der HP mit reichlich 1Hz nicht etwas zu hochpassig ist, müsste 
vielleicht auch nochmal geschaut werden. Aber grundsätzlich müsste das 
so schon funktionieren ...
von Gerd E. (robberknight)


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Du erzeugst die 2,5V mit einem 10 kOhm Spannungsteiler. Ok.

Aber dann passt Dein Rg2 mit 1 kOhm nicht den Du aus diesen 2,5V speist. 
Das ist deutlich zu niederohmig und wird die 2,5V merklich beeinflussen.

Puffere die 2,5V statt dessen z.B. mit einem einfachen Opamp.
von Gabriel M. (gabse)


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Bau auf der 2,5V rail noch einen OPV als Impedanzwandler ein, sonst 
verzieht dir die zweite stufe deine Referenz.
von Gunnar F. (gufi36)


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Mike M. schrieb:
> das Messsignal recht wackelig ist,

Eben deswegen würde ich ein MAX30101 verwenden. Fertig!
https://www.analog.com/en/products/max30101.html
von H. H. (hhinz)


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Gunnar F. schrieb:
> Eben deswegen würde ich ein MAX30101 verwenden. Fertig!

Gleich ein fertiges Pulsoximeter kaufen...
von Arno R. (arnor)


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Gerd E. schrieb:
> Du erzeugst die 2,5V mit einem 10 kOhm Spannungsteiler. Ok.

Der Innenwiderstand ist somit 5KOhm.

> Aber dann passt Dein Rg2 mit 1 kOhm nicht den Du aus diesen 2,5V speist.
> Das ist deutlich zu niederohmig und wird die 2,5V merklich beeinflussen.

Der Strom, der die künstliche Masse verschiebt, kommt aus 51KOhm, nicht 
aus 1KOhm. Der OPV-Ausgang ist die Quelle, nicht der invertierende 
Eingang. Die maximale Verschiebung ist also <10%.
von Gunnar F. (gufi36)


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H. H. schrieb:
> kaufen

Mike M. schrieb:
> bauen
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Gunnar F. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> kaufen
>
> Mike M. schrieb:
>> bauen

Musst du mir nicht erklären.
von Nemopuk (nemopuk)


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Gerd E. schrieb:
> Aber dann passt Dein Rg2 mit 1 kOhm nicht den Du aus diesen 2,5V speist.
> Das ist deutlich zu niederohmig und wird die 2,5V merklich beeinflussen.

Das ist mir auch aufgefallen. Dadurch entsteht wahrscheinlich wieder ein 
ungewollter Schmitt-Trigger Effekt.

Zum OPA2390: Den gibt es nicht, du meintest wohl den OPA2391. Ich würde 
einen billigeren nehmen.
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Nemopuk schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> Aber dann passt Dein Rg2 mit 1 kOhm nicht den Du aus diesen 2,5V speist.
>> Das ist deutlich zu niederohmig und wird die 2,5V merklich beeinflussen.
>
> Das ist mir auch aufgefallen. Dadurch entsteht wahrscheinlich wieder ein
> ungewollter Schmitt-Trigger Effekt.

Einfach symmetrische Versorgung nehmen, ggf mittels ICL7660.


> Zum OPA2390: Den gibt es nicht, du meintest wohl den OPA2391. Ich würde
> einen billigeren nehmen.

Billiger Standard-Opamp reicht völlig.
: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


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H. H. schrieb:
> Einfach symmetrische Versorgung nehmen,

Oder den negativen Eingang des zweiten OP-AMP nicht an den 
Spannungsteiler hängen, sondern an einen Kondensator. Dann passt sich 
sein Ruhepegel automatisch an die Mitte an, einschließlich Offset und 
Drift.

So wie dort: 
https://www.mikrocontroller.net/articles/Operationsverst%C3%A4rker-Grundschaltungen#Nichtinvertierender_Verst%C3%A4rker
: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Nemopuk schrieb:
> Ich vermute, dass die Simulation in diesem Fall wenig hilft.

Da liegst du falsch. Zumindest die Fehler in der AC-Stufe wären dort 
sofort erkennbar. Die Simulation darf sich durchaus auf Einzelstufen 
beziehen.
von Stephan S. (uxdx)


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Die BPW34 als Photodiode dürfte reichlich unpassend sein, weil Du ja 2 
Wellenlängen messen musst, die des sauerstoffreichen Teils und die des 
weniger sauerstoffhaltigen Teils des Hämoglobins. Damit Fremdlicht nicht 
stört brauchst  Du entweder Filter oder Photodioden mit entsprechendem 
selektiven Eigenschaften.
von H. H. (hhinz)


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Stephan S. schrieb:
> Damit Fremdlicht nicht
> stört

Man moduliert.
von Gerd E. (robberknight)


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H. H. schrieb:
> Stephan S. schrieb:
>> Damit Fremdlicht nicht
>> stört
>
> Man moduliert.

Ja. Dann darf man es aber mit dem Tiefpassfilter nicht übertreiben, 
sonst ist nix mehr mit demodulieren.
von Stephan S. (uxdx)


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m.W. werden 2 LEDs und 2 dazu passende Photodioden verwendet, mi ca 680 
nm und ca 900 nm
von Sebastian W. (wangnick)


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Nicht auf Steckbrett aufbauen, sondern verlöten. Sonst sucht man ewig 
nach Wacklern.

LG, Sebastian
von Frank O. (frank_o)


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Mike M. schrieb:
> Für eine Studienarbeit möchte ich eine Pulsoximeter Schaltung bauen.

Wenn das mit der BPW34 geklappt hat, wäre es schön, wenn du das hier 
zeigst.
von Rainer W. (rawi)


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Gerd E. schrieb:
> Ja. Dann darf man es aber mit dem Tiefpassfilter nicht übertreiben,
> sonst ist nix mehr mit demodulieren.

Der Bandpass für das Modulationssignal muss schmal sein und auf die 
Modulationsfrequenz abgestimm sein. Mit dem Tiefpass hat das nichts zu 
tun.
Das Tiefpassfilter für das Nutzsignal muss natürlich HINTER dem 
Demodulator/Gleichrichter sitzen.
: Bearbeitet durch User
von Gerd E. (robberknight)


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Rainer W. schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> Ja. Dann darf man es aber mit dem Tiefpassfilter nicht übertreiben,
>> sonst ist nix mehr mit demodulieren.
>
> Der Bandpass für das Modulationssignal muss schmal sein und auf die
> Modulationsfrequenz abgestimm sein. Mit dem Tiefpass hat das nichts zu
> tun.
> Das Tiefpassfilter für das Nutzsignal muss natürlich HINTER dem
> Demodulator/Gleichrichter sitzen.

Im Schema oben ist aber ein Tiefpass mit 39 kOhm und 100 µF direkt 
zwischen TIA und Gain-Stufe. Der dürfte in der Form jegliche Modulation 
wegbügeln.

Sagen wir man möchte mit nem digitalen Lock-In arbeiten, dann müsste man 
diesen Tiefpass in der Frequenz deutlich verschieben, so dass er nur 
noch als Anti-Aliasing-Filter für den ADC wirkt. Das Demodulieren und 
Filtern des Nutzsignals macht man dann digital.

Beispielprojekt für sowas:
https://github.com/OpenLockIn/OLIA
von Rainer W. (rawi)


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Gerd E. schrieb:
> Im Schema oben ist aber ein Tiefpass mit 39 kOhm und 100 µF direkt
> zwischen TIA und Gain-Stufe. Der dürfte in der Form jegliche Modulation
> wegbügeln.

Da kann man sich noch streiten, ob das im Schaltplan oben "uF" oder "nF" 
heißt. In jedem Fall fehlt für moduliertes Licht der Demodulator. Dafür 
würde der Schaltplan anders aussehen.
: Bearbeitet durch User
von Rolf (rolf22)


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Stephan S. schrieb:
> Die BPW34 als Photodiode dürfte reichlich unpassend sein, weil Du ja 2
> Wellenlängen messen musst, die des sauerstoffreichen Teils und die des
> weniger sauerstoffhaltigen Teils des Hämoglobins.

Man nimmt zwei LEDs und schaltet die wechselweise ein. Als Photodiode 
nimmt man dann eine breitbandige.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pulsoxymetrie
von Rainer W. (rawi)


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Rolf schrieb:
> Als Photodiode nimmt man dann eine breitbandige.

Es gibt gar keine wirklich schmalbandigen Photodioden. Selbst eine 
IR-Photodiode, wie die SFH 203 FA, bei der das Gehäuse als IR-Filter 
dient, besitzt noch eine Bandbreite von 350 nm. Für ein Pulsoximeter 
läge deren Filterkante mit 750 nm allerdings zu hoch.

Die BPW34 passt doch gut für die 680 nm und die 900 nm. Mit einem 
zusätzlichen Kantenfilter könnte man allen falls den sichtbaren Bereich 
des Umgebungslichtes unterdrücken, z.B. Schott RG630
https://www.pgo-online.com/de/schott-filter-rechner.html?filters=RG610,RG630,RG645,RG665,RG695&thickness=3,3,3,3,3
von M.A. S. (mse2)


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Interessantes Thema, man bekommt glatt Lust, sowas auch mal zu bauen.
Aber, ganz andere Frage: Wenn man selber gesund ist und auch niemand 
wirklich kranken in seiner Umgebung hat: wie testet man so ein Ding?
Sprich: wo bekomme ich einen Finger mit geringer O2-Sättigung her (ohne 
ein Verbrechen zu begehen)?
von Rainer W. (rawi)


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M.A. S. schrieb:
> Sprich: wo bekomme ich einen Finger mit geringer O2-Sättigung her (ohne
> ein Verbrechen zu begehen)?

Bergwandern in passender Höhe ...
Auf 6000 m Höhe sollten es noch 70-80 Prozent sein ;-)
: Bearbeitet durch User
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Aber, ganz andere Frage: Wenn man selber gesund ist und auch niemand
> wirklich kranken in seiner Umgebung hat: wie testet man so ein Ding?
> Sprich: wo bekomme ich einen Finger mit geringer O2-Sättigung her (ohne
> ein Verbrechen zu begehen)?

Da der O₂ Level indirekt ermittelt wird, testet man auch indirekt, 
sprich man misst die Farbe  des Blutes und die kann man zu Testzwecken 
bspw. mit Nagellack "verändern".
von Marcel V. (mavin)


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M.A. S. schrieb:
> Interessantes Thema, man bekommt glatt Lust, sowas auch mal zu bauen.

Sobald der Schaltplan steht, würde ich das auch gerne mal nachbauen!

M.A. S. schrieb:
> Sprich: wo bekomme ich einen Finger mit geringer O2-Sättigung her?

Einfach mal versuchen so lange wie möglich die Luft anzuhalten. Damit 
habe ich eine Blutzsauerstoffsättigung von nur 87% geschafft! Du 
brauchst keine Angst zu haben, irgendwann kommt automatisch der 
Atemreflex durch.

Die Blutsauerstoffsättigung eines gesunden Menschen beträgt in der 
Ruheposition 96% bis 98%! Bei Bewegung an der frischen Luft können es 
auch schon mal 99% werden.
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> Sprich: wo bekomme ich einen Finger mit geringer O2-Sättigung her?
>
> Einfach mal versuchen so lange wie möglich die Luft anzuhalten. Damit
> habe ich eine Blutzsauerstoffsättigung von nur 87% geschafft! Du
> brauchst keine Angst zu haben, irgendwann kommt automatisch der
> Atemreflex durch.

Doch bei solchen Spielchen mit dem Atemstillstan sollte man schon Angst 
haben, auch der Atemreflex lässt sich durch Training unterdrücken oder 
kommt zu spät. Siehe bspw. die Todesnachrichten unter Apnoe-Tauchern.

Um richtige Werte zu ermitteln kommt an an klinische tests nicht vorbei. 
Aber für "Spielzeug" braucht man sowas nicht.

* 
https://www.cosinuss.com/de/messdaten/vitalparameter/sauerstoffsaettigung/

Gerade bei "Nicht-Weissen" liegt die Schätzung der Sauerstoffsättigung 
durch ein Spektralphotometer daneben:
* https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4914861
* 
https://news.stanford.edu/stories/2026/05/pulse-oximeter-bias-black-patients-follow-up-care
* https://edition.cnn.com/2024/03/20/health/pulse-oximeter-skin-tone
: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Bradward B. schrieb:
> Gerade bei "Nicht-Weissen" liegt die Schätzung der Sauerstoffsättigung
> durch ein Spektralphotometer daneben:

Der Sensor liegt nicht daneben, sondern er ist falsch kalibriert. Die 
Filterwirkung durch die Pigmente in der Haut muss man bei der Auswertung 
selbstverständlich berücksichtigen.
Ohne passende Kalibrierung gilt: Garbage in - Garbage out.
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>> Gerade bei "Nicht-Weissen" liegt die Schätzung der Sauerstoffsättigung
>> durch ein Spektralphotometer daneben:
>
> Der Sensor liegt nicht daneben, sondern er ist falsch kalibriert. Die
> Filterwirkung durch die Pigmente in der Haut muss man bei der Auswertung
> selbstverständlich berücksichtigen.

Das ist ne indirekte Messung, da kann man IMHO nicht von Kalibrierung 
sprechen, eher von "Auswahl der weniger unpassenden Kennlinie 'Farbe = 
f(O₂-Sättigung)'". Bei der Pulsoxymetrie wird die Sauerstoffsättigung 
durch Messung der Lichtabsorption bei Durchleuchtung beispielsweise 
eines Fingers abgeschätzt.

Die Farbe (Photospektroskopie) korrelliert zwar stark, aber auch nur 
begrenzt mit der tatsächlichen O₂-Sättigung. Bspw. beim Afrikanischen 
Phänotyp müsste man fallweise auch noch eine möglich Sichelzellanämie in 
die Auswahl der Schätzkennlinie in Betracht ziehen.

Und auch die Benutzung von Nagellack oder falschen Nägeln kann die 
Messung verfälschen. Da muss man erst den Lack abkratzen um die 
tatsächlichen inneren Werte zu ermitteln ;-)
: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Bradward B. schrieb:
> Das ist ne indirekte Messung, da kann man IMHO nicht von Kalibrierung
> sprechen, ...

Dann nenne es Parametrierung des Auswertealgorithmus.

Die Meßmethode ist ein differentielles Verfahren und setzt die 
Transmission bei den beiden Wellenlängen ins Verhältnis. Daraus wird 
anhand der unterschiedlichen Absorption von mit Sauerstoff beladenem und 
unbeladenem Hämoglobin die Sättigung berechnet. Da die Transmission der 
Haut und damit das Absorptionsspektrum von hauptsächlich Eumelanin in 
das Verhältnis eingeht, funktioniert das nur optimal bei 
Berücksichtigung der Hautpigmentierung. Wenn man das vernachlässigt, 
kommt es eben zu den beschriebenen Abweichungen.

> ... abgeschätzt.

Wenn du mit einem Quecksilberthermometer die Temperatur misst, bestimmst 
du auch nur die Länge des Quecksilberfadens. Würdest du das ebenfalls 
als abschätzen bezeichnen?
: Bearbeitet durch User
von Mike M. (mikemcc)


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Schonmal vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten. Ein par 
Beaobachtungen dazu.
- Es funktioniert mit der "billigen" radialen Photodiode ganz gut (das 
Pulssignal vor und nach Tiefpass ist deutlich zu erkennen (hier IR).
- MIt der BPW34 geht es auch, aber nur bei Abdunklung und mit deutlich 
schlechterem Signa/Rausch Verhältnis
- Die Verstärkerstufe mit Rg=10kOhm und RF=47kOhm verstärkt um ca 50%, 
aber nciht um den Faktor 5.
Letzteres Verstehe ich noch nicht, da kann ich noch Hilfe gebrauchen 
(zweites Bild)

Hintergrund ist, dass ich die größe der Pulsmodulation mit einem 10bit 
AD Wandler messen Will und daher mal mindestens 50mV besser 100mV Signal 
benötige
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Wenn du mit einem Quecksilberthermometer die Temperatur misst, bestimmst
> du auch nur die Länge des Quecksilberfadens. Würdest du das ebenfalls
> als abschätzen bezeichnen?

Hm, also das Stichwort hier ist "indirekte Messung".
Aus meiner Sicht, geht es hier um die Ermittlung der chemischen 
Zusammensatzung des Blutes, konkret wieviel möglichen Sauerstoffatome in 
dem Hämoglobelin-Molekül gebunden sind. Das soll anhand der Farbe 
ermittelt werden (Und nicht mit Methoden der Chemischen Labor-Analytik).

Das ist in meinen Augen vergleichbar mit der Bestimmung des Goldgehaltes 
von Schmuckstücken allein durch Betrachtung der Farbe. Farbvergleich ist 
aber äußerst trügerisch, nicht nur wegen möglicher Galvanisierter 
Schichten sondern auch wenn den verschiedenen Legierungskomponenten:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/48/Ag-Au-Cu-colours-german.svg

Hinzu kommen da noch kulturelle Bewertung, was in Osteuropa Rotgold 
wurde in .de als kupfer-farbend bezeichnet.

Oben wurde vorgeschlagen eine Blutprobe mit definierten Sauerstoffgehalt 
zum Test der Messgerätes zu verwenden. Das ist IMHO da indirekte Messung 
unnötig, es genügt 'ne Farbtabelle.

Ein weiterer Unterschied zu einem Messinstrument ist bei einem 
Pulsoxymeter der geringe praktische Wertebereich. Da zeigt ein 
Konsumergerät eigentlich nur "98%" oder "97%" oder "96%", also ganze 
drei Werte. Das reicht dem Hausarzt/Notfallsanitäter auch völlig, der 
will nur wissen ob der Wert unter 95% liegt oder nicht. Für eine 
Leistungsdiagnostik beim Sporttraining  sind diese wenigen Werte keine 
Basis.

Bei einer Thermometermessung dagegen, hat man etliche Zenhelgrad 
bestimmt, so von 36,5 bis 38,0. Das "fühlt" sich schon als Gesunder mehr 
nach einer "quantitativen Messung" an (16 Messwerte). Und als 
Elektroniker ist man auch von einem billigen Multimetter mehrere gültige 
Stellen über etliche Messbereich gewöhnt.

Deshalb bin ich persönlich äusserst skeptisch, wenn jemand meint, man 
könne mit Pulsoxymetern aus dem Konsumerhandel am Zeigefinger die 
Sauerstoffsättigung "messen". IMHO ist es eher ein Indikator für 
Sauerstoffunterversorgung, mehr nicht.
von Rainer W. (rawi)


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Bradward B. schrieb:
> Farbvergleich ist aber äußerst trügerisch, nicht nur wegen möglicher
> Galvanisierter Schichten ...

Genau so eine Schicht stellt die Hautpigmentierung dar und wenn man die 
als Unsicherheitsfaktor belässt und deren Einfluss nicht in der 
Auswertung berücksichtigt, ist es eben so und man muss damit leben.

Das ist genau wie bei Gold, wenn man nicht auf Oberflächenbeschichtung 
prüft (z.B. per Röntgenflureszenzanalyse).

Aus dem Grund macht es keinen Sinn, bei Pulsoxymetern, die dies nicht 
berücksichtigen, in der Anzeige irgendwelche gewürfelten Hausnummern 
(aka Nachkommastellen weit jenseits der dadurch bedingten 
Messungenauigkeit) anzuzeigen.

> Bei einer Thermometermessung dagegen, hat man etliche Zenhelgrad
> bestimmt, so von 36,5 bis 38,0. Das "fühlt" sich schon als Gesunder mehr
> nach einer "quantitativen Messung" an (16 Messwerte).

Die Auflösung der Anzeige schützt nicht vor systematischen Fehlern, weil 
z.B. bei der Skala die Elastizität des Thermometerkörpers und damit der 
Einfluss des Luftdrucks nicht berücksichtig ist. Was meinst du, warum 
Quecksilberthermometer nicht mit Silikonschlauch gebaut werden - dann 
würden sie nicht zerbrechen ;-)
: Bearbeitet durch User
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