Hallo ihr Lieben, ich informiere mich aktuell über industrielle Funklösungen und wollte mal nach euren Erfahrungen fragen. Hat jemand von euch bereits Funklösungen in Produktionshallen oder Stahlwerken eingesetzt? Mich interessiert vor allem, wie zuverlässig die Verbindung bei vielen Stahlkonstruktionen, beweglichen Anlagen und möglichen Störquellen funktioniert. Gab es dabei Probleme oder könnt ihr bestimmte Systeme empfehlen? Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Tipps. Danke schon mal!
Kurz: Wer Funk kennt, nimmt Kabel. Was heute in Deiner Halle noch gut funktioniert, könnte morgen schon anders sein. In Maschinenhallen gibt leider auch viele Einschaltimpulse und Spannungsabfälle, EMV. Deswegen würde ich zu LWL tendieren wenn möglich.
Lu schrieb: > In Maschinenhallen gibt leider auch viele Einschaltimpulse > und Spannungsabfälle, EMV. Bei ausreichender EMV ist Funk kein Problem, dafür steht das 'V'.
Nora schrieb: > Hallo ihr Lieben, > > ich informiere mich aktuell über industrielle Funklösungen und wollte > mal nach euren Erfahrungen fragen. > > Hat jemand von euch bereits Funklösungen in Produktionshallen oder > Stahlwerken eingesetzt? Mich interessiert vor allem, wie zuverlässig die > Verbindung bei vielen Stahlkonstruktionen, beweglichen Anlagen und > möglichen Störquellen funktioniert. Gab es dabei Probleme oder könnt ihr > bestimmte Systeme empfehlen? > > Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Tipps. Danke schon mal! Was willst du denn übertragen? Schaltsignale, Analogwerte, Daten? Gruss D.W.
Lu schrieb: > Kurz: Wer Funk kennt, nimmt Kabel. Und wer Dich kennt, kennt einer Trollfütterer. Muß das sein, daß der wöchentlich unter neuer Identität auftauchende KI-Troll ständig auf's neue gefüttert wird.
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Lu schrieb: > Kurz: Wer Funk kennt, nimmt Kabel. Nutzt Du ein Mobiltelefon - besser bekannt als Handy?
Hallo Nora. Nora schrieb: > ich informiere mich aktuell über industrielle Funklösungen und wollte > mal nach euren Erfahrungen fragen. > > Hat jemand von euch bereits Funklösungen in Produktionshallen oder > Stahlwerken eingesetzt? Für Schmalband FM Sprechfunk würde ich 70cm vor 2m bevorzugen. 70cm hat zwar Nachteile in Bezug auf Streckendämpfung gegenüber 2m, aber die fallen in einer Produktionshalle nicht so ins Gewicht weil die Entfernungen klein sind. Dafür wird das Signal an irgendwelchen Flächen besser als 2m reflektiert und an Kanten gebeugt, so dass Du auf diesem Weg die Halle gut "ausleuchtest". Für breitbandige Anwendungen (Daten) wird aber genau das zum Problem, weil das reflektierte, zeitverzögerte Signal das "original" Signal stört. Bei schmalbandigen Anwendung ist das nur ein kleines Problem. Auch ergibt sich aus der Überlagerung des Originalsignals mit reflektierten und gebeugten Signalen ein Interferenzmuster. d.H. wenn Du Sender oder Empfänger bewegst, schwankt die Signalfeldstärke durch das Interferenzmuster u.U. sehr stark. Gelegentlich bis zur fast Auslöschung. Aber direkt daneben hast Du dann Stellen, wo es dann entsprechend gut funktioniert. "Diversity" mit mehreren räumlich getrennten Antennen könnte hierbei eine Lösung sein. Die gleiche Antennenbauform hat auf 70cm nur ca. ein Drittel der Abmessungen wie für 2m. d.H. Du kannst leichter Antennen mit höherem Gewinn einsetzten. > Mich interessiert vor allem, wie zuverlässig die > Verbindung bei vielen Stahlkonstruktionen, Die Stahkonstruktion ist Dein kleinstes Problem, dank Reflexion und Beugung. > beweglichen Anlagen und Bewegliche Anlagen machen das sich die oben erwähnten Reflexionen und Beugungen ständig ändern, und damit ist auch das Interferenzmuster ständig in Bewegung. Diversity ist hierbei auch eine Lösung. > möglichen Störquellen funktioniert. Naja, in einem Elektrostahlwerk neben einem Lichtbogenofen der in einer haben Stunde 60t Schrott ein schmilzt hast Du schon eine nette breitbandige elektromagnetische Rauschglocke. Aber in der Umgebung merkst Du auch, dass der Schlüsselbund in der Tasche vibriert. Auch sonst....Produktionshallen nicht nur in der Stahlindustrie sind voll mit Störquellen aus den Unterschiedlichsten Steuerungen. EMV ist eine nette Idee, aber Alterung (oder Bestandsschutz von Altanlagen), fehlerhafte Installation oder Wartung oder einfaches Ignorieren machen, das trotzdem ein erheblicher Störpegel herrscht. > Gab es dabei Probleme Bei Sprechfunk ist der akustische Lärm in den Produktionshallen ein nicht zu unterschätzender Störfaktor. Egal wie gut die Funkverbindung ist, wenn Du nicht mehr verstehen kannst, was da aus dem Lautsprecher kommt, oder Dein Gegenüber nur noch das Rauschen des Lüfters neben Dir hört, weil es am Mikrophon lauter als Deine Stimme ist, versagt die Kommunikation. Daher sind unter solchen Bedingungen klassische Handaparate wie bei Telephonen von Vorteil. Oder rein textliche Kommunikation. > oder könnt ihr > bestimmte Systeme empfehlen? > > Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Tipps. Danke schon mal! Ich weiss nicht, ob meine Erfahrungen von vor 50 bis 20 Jahren für Dich heute noch hilfreich sind. Ich habe sie kundgetan, Bewerten musst du selber. Nachtrag: In einer Branche die nicht ganz so "schwer" wie die Stahlindustrie ist (z.B. Galvanik) fand der "Sprechfunk" per DECT-Telepfon statt. Überall waren Zugangspunkte installiert, so dass nur in abgelegenen Kriechkellern Funklöcher waren. Das funktionierte soweit ganz gut. Vor allem konnte jeder, der einen Zugang zum werksinternen Telephonnetz hatte, mich als Instandhalter über die Nummer der Werkstatt erreichen. Nachteil: Wenn man jemanden erreichen will, muss man dessen Nummer wissen und vorher eintippen. Ein "spontanes Rufen" oder eine Runde mit mehreren wie bei Sprechfunk ist nicht so einfach. Und Störquellen z.B. von Stromrichterantrieben waren durchaus ein Probem. Aber man lernte, wovon man sich fernhalten musste. Die DECT-Telephone waren robust Ausführungen noch von RFT*). Aber deren Robustheit war in der Galvanik schon bis zur Grenze ausgenutzt. Bei meinem wurde der Akkupack mit einem Kabelbinder fixiert, und nachdem das Teil mit der Gummitastatur nach unten in eine Säurepfütze gefallen war, hatte die Tastatur keinerlei Beschriftung mehr. *) Das war aber a) mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall, und b) ganz tief im Westen, wo man in 10 Minuten per Fahrrad die Grenze zu den Niederlanden erreichen konnte. ;O) Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic http://www.dl0dg.de
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Bernd W. schrieb: > Dafür wird das Signal an irgendwelchen Flächen > besser als 2m reflektiert ... > [..] > Für breitbandige Anwendungen (Daten) wird aber genau das zum Problem, > weil das reflektierte, zeitverzögerte Signal das "original" Signal > stört. Bei schmalbandigen Anwendung ist das nur ein kleines Problem. > [..] > In einer Branche die nicht ganz so "schwer" wie die > Stahlindustrie ist (z.B. Galvanik) fand der "Sprechfunk" per > DECT-Telepfon statt. Überall waren Zugangspunkte installiert, so dass > nur in abgelegenen Kriechkellern Funklöcher waren. In einer Halle, wo man von Wand zu Wand durchgucken kann wie z.B. im Turbinensaal eines Kernkraftwerks, hat DECT keine Chance. Ich habe dort Tests gemacht, die Reflektionen kommen nur unwesentlich schwächer als das Nutzsignal und machen die Decodierung fast unmöglich. Auch mit Richtantennen oder sogar gerichtet senkrecht von der Decke herunter, gewinnt man dort nichts. In der Etage darunter mit ganz vielen Rohren funktioniert DECT sauber, weil sich dort die Reflektionen tot laufen. Du erwähnst auch das Problem der lauten Umgebung: Es gibt offene Kabinen / Telefon-Hauben mit schalldämpfendem Schaumstoff und Drahtapparat. Die haben auch eine gewisse Dämpfung für DECT, sodass man dort auch damit halbwegs telefonieren konnte. Leider darf man als eigene Anlage kein GSM aufbauen, dessen Digitalcodierung kann mit Reflektionen umgehen und funktioniert dort. Bernd W. schrieb: > Die DECT-Telephone waren robust Ausführungen noch von RFT*) > [..] > *) Das war aber a) mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall, Das wäre etwa 2010 gewesen, da war RFT schon längst abgewickelt und die 'VEB Funkwerk irgendwas' verkauft oder eingestampft, also glaube ich Dir RFT nicht. DECT-Systeme sind mir seit ca. 1996 vertraut, von RFT hätte ich gehört.
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