Forum: HF, Funk und Felder Rechtliche Frage zu Funkmodulen


von Wolfgang (tomate82)


Lesenswert?

Ich habe ein paar alte Funkmodule bestehend aus dem CC1000 und dem 
HF-Teil. Ich habe sie vor einigen Jahren bei meinem damaligen 
Arbeitgeber vor der Schrottmulde gerettet. Die Module sind eine 
Eigenentwicklung des Unternehmens und gibt/gab es so nicht auf dem 
freien Markt, wurden aber in Geräten industriell verwendet.

Darf ich diese Module für Bastelprojekte verwenden? Ich habe keine 
Funkamateurlizenz.
von Helmut -. (dc3yc)


Lesenswert?

Wolfgang schrieb:
> Darf ich diese Module für Bastelprojekte verwenden? Ich habe keine
> Funkamateurlizenz.

Kommt drauf an, auf welcher Frequenz sie senden und mit welcher 
Leistung. Ausserdem ist interessant, ob sie irgendwelche Prüfzeichen 
haben (FCC o.ä.).
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Du musst einfach alle relevanten Regelungen einhalten. Welche das sind, 
musst du selbst wissen. Ganz simpel, nicht? ;-)

Auf so einer Basis funktioniert am Ende die durch den Inverkehrbringer 
auszustellende Konformitätserklärung, wobei dieser sie natürlich 
üblicherweise mit Messungen durch eine "benannte Stelle" belegen wird.

Bezüglich der Funkaussendungen ist die zutreffende Norm die EN 300 220, 
die sich für Deutschland dann auch in einer entsprechenden 
Allgemeinzuteilung widerspiegelt.
: Bearbeitet durch Moderator
von Karl B. (gustav)


Lesenswert?

Wieviel Geld willst Du ausgeben?

Zitat:
"...Die Kosten für eine Konformitätsprüfung nach ETSI EN 300 220 (für 
Short Range Devices, SRD) liegen in der Regel zwischen $2.000 und 
$10.000 netto (1.800 bis 9.000 Euro). Die genaue Summe hängt maßgeblich 
von der Komplexität Ihres Geräts und dem gewählten Prüflabor ab.[...]
Stundensätze der Labore: Akkreditierte EMV-Prüfung-Labore veranschlagen 
meist zwischen 120 und 250 Euro pro Stunde oder Tagessätze um die 1.500 
bis 2.500 Euro."
/Zitat

Und dann gehört noch die WEEE-Suite dazu. Das nur ganz nebenbei bemerkt.
Zitat:
"...Die WEEE-Richtlinie (Waste of Electrical and Electronic Equipment) 
ist eine EU-Vorgabe, die den Vertrieb, die Rücknahme und das Recycling 
von Elektro- und Elektronikgeräten regelt. Sie zielt auf den 
Umweltschutz ab und verpflichtet Hersteller, die Entsorgungskosten zu 
tragen..."
/Zitat

ciao
gustav
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Karl B. schrieb:
> Zitat:
> /Zitat

Zitat:
Thema verfehlt!
/Zitat
von Lu (oszi45)


Lesenswert?

Wolfgang schrieb:
> CC1000

Die Sache scheint mir etwas komplexer zu werden, wenn man das Datenblatt 
liest. Ohne ausreichende Messungen würde ich damit höchstens kurz im 
Keller spielen. 
https://www.tautec-electronics.de/Datenblaetter/Schaltkreise/CC1000.pdf
von Karl B. (gustav)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Karl B. schrieb:
>> Zitat:
>> /Zitat
>
> Zitat:
> Thema verfehlt!
> /Zitat

Du willst es nur nicht wahrhaben, was auf den "Inverkehrbringer" dank 
GPSR auf die Leute zukommt. Kann man verstehen.
Mir stinkt GPSR auch ganz gewaltig. Das nur nebenbei.
Habe selber erlebt, wie Geräte ohne eingehaltene Kennzeichnungspflicht 
von der Marktüberwachungsbehörde beanstandet und verschrottet wurden.
Das ist wahrlich kein Witz mehr.
Nur weil so ein lächerlicher CE-Papper fehlte.

Beglückwünsche den TO schon als "Inverkehrbringer".

Aber es gibt noch eine Hintertür:
Das Gerät eben nur "privat" handhaben. Weder Werbung dafür machen, noch 
in irgendeine Verkaufsplattform einstellen.
Und so viel Leistung, dass die Herren von der BNetzA plötzlich vor der 
Tür stehen, weil sich wieder ein Nachbarzausel über Streifen im 
Fernseher beschwert, wird das Ding ja kaum haben.

ciao
gustav
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Karl B. schrieb:
> Du willst es nur nicht wahrhaben,

Lies doch einfach mal was der TE geschrieben hat.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Karl B. schrieb:
> Das Gerät eben nur "privat" handhaben.

Genau das will er ja.

Ein CE kann er ja gern drauf malen (falls es nicht schon drauf ist). 
Sich zuvor von der Konformität zu überzeugen, ist so oder so notwendig, 
auch bei rein privater Nutzung. Der CE-Kuckuck ist ja weiter nichts als 
die symbolhafte Behauptung einer derartigen Konformität.
von Wastl (hartundweichware)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Lies doch einfach mal was der TE geschrieben hat.

Gegen Beratungsresistenz ist kein Kraut gewachsen.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Lu schrieb:
> Die Sache scheint mir etwas komplexer zu werden, wenn man das Datenblatt
> liest.

Zugriff auf eine vorhandene Firmware mit entsprechenden Einstellungen 
kann natürlich ein guter Anhaltspunkt sein – je nachdem, wie gut man 
sich damit schon auskennt und ob man selbst einzuschätzen vermag, was 
welchen Einfluss auf (Nicht-)Konformität hat.
von Oliver S. (oliverso)


Lesenswert?

Wolfgang schrieb:
> Darf ich diese Module für Bastelprojekte verwenden? Ich habe keine
> Funkamateurlizenz.

Wie Jörg schon schrieb, Ja, wenn du darfst, sonst nicht.

Den ganzen anderen Quatsch bezgl. CE usw., der danach geschrieben wurde, 
kannst du getrost ignorieren, wenn du die Dinger nur für deine eigene 
privaten Projekte verwendest.

Oliver
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Oliver S. schrieb:
> Den ganzen anderen Quatsch bezgl. CE usw., der danach geschrieben wurde,
> kannst du getrost ignorieren, wenn du die Dinger nur für deine eigene
> privaten Projekte verwendest.

Jein.  Der CE-Kuckuck wird niemanden interessieren, das Einhalten der 
diesem zugrunde liegenden Bedingungen schon.  Die anzuwendende Norm habe 
ich oben geschrieben, gootseindank gibt es die ETSI ENs (anders als 
andere Normen) einfach so zum Download.  Es kann sich also jeder selbst 
ein Bild davon machen, was da so gefordert wird und wie sicher er sich 
ist, dass er das dann auch einhält.  Klar wird keiner um das letzte 
Dezibel hier feilschen, aber man sollte zumindest erstmal die Richtung 
kennen, in die es geht.

Leute mit Messmitteln für sowas findet man auch außerhalb der 
schweineteuren "benannten Stellen" allemal, wenn man sich damit befassen 
möchte.
von Manfred P. (pruckelfred)


Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Du musst einfach alle relevanten Regelungen einhalten.

Jörg W. schrieb:
> Die anzuwendende Norm habe ich oben geschrieben

Für den TO wenig hilfreich und für mich liest sich das eher nach 
Hobbyjuristerei.

Die (tomate82) muß Daten des Gerätes zeigen, zuerst einmal Frequenz und 
Sendeleistung, dazu noch dessen Anwendung. Mit diesen Eckwerten ließe 
sich abschätzen, ob direkt K.O. oder überhaupt Chancen auf legale 
Nutzung bestehen.
von Wolfgang (tomate82)


Lesenswert?

Danke für die Infos.

Das Teil ist deutsche Wertarbeit, da ist natürlich kein CE (China 
Export) Zeichen drauf :D

Ja, ne vorhandene Firmware ist da sicher hilfreich, die hab ich damals 
auch gesichert, aber wo/ob ich die jetzt (noch) habe weiß ich nicht....


Die Frequenz lässt sich zwar per Software einstellen, das Filter ist 
aber fix für 868MHz ausgelegt. Bei ner anderen Frequenz würd halt nicht 
wirklich was raus kommen (oder rein gehen). Bleibt noch die 
Sendeleistung, da müsste dann eben die Software dafür sorgen dass da 
nicht zu viel eingestellt wird.

Spezielle Anwendung hab ich noch keine, wenn dann vllt sowas wie 
gelegentlich Sensorwerte vom Keller in die Wohnung oder innerhalb der 
Wohnung übertragen. Hab die Module nur wieder mal rumliegen sehen und 
dann kam mir eben diese Frage in den Sinn.

Wenn nicht erlaubt, oder ich mich nicht so weit damit befassen will, 
dass ich sicherstelle, die Normen einzuhalten, dann wandern die halt in 
den Elektroschrott.
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.