Matthias schrieb:
> An Martin,
>
> ich habe nach langem Basteln und Probieren das Projekt jetzt soweit
> vorangetrieben, das ich einen Text auf das Navi bekomme, dieser aber
> durchläuft. Scheinbar ist das Sync-Signal des Navis kein Standard C-Sync
> mit Vor- und Nachtrabanten in der vertikalen Austastlücke. In dem
> Dokument zum RGB-FBAS, das Du mir zur Verfügung gestellt hast, wird das
> flüchtig erwähnt. Dort wird das Sync-Signal mit zwei 74HC132 und
> externer Beschaltung aufbereitet. Ich weiß jetzt aber nicht, ob das mein
> Problem löst. Könntest Du mir auch einen Schaltplan des Navis zur
> Verfügung stellen oder ein Datenblatt des 51HG562CP (ich vermute, dass
> das der Videotreiber im Navi ist)?
Das stimmt so nicht, der CSync läuft unverändert zum Display durch. Mit
dem 74HC123 wird anhand der Länge des (im TDA8362 separierten)
Vertikal-Sync entschieden, ob das anliegende Signal PAL oder NTSC ist.
Das Ergebnis wird dem Diplay an Pin 8 des Sub-D X6010 mitgeteilt. Damit
ist auch der Fall des brasilianischen PAL-M korrekt behandelt: Das hat
zwar einen phasenspringenden Burst (klar, ist ja PAL), aber nur 525
Zeilen wie NTSC. In diesem Fall muß das Display auf NTSC konfiguriert
sein, denn die Zeilenzahl (und Vertikalfrequenz) ist aus Panel-Sicht
maßgeblich, von Bursts und Farbhilfsträger bekommt das nichts mit, denn
das Signal wurde ja vorher schon in die Komponenten RGB zerlegt.
Nachdem ich einen halben Nachmittag darauf verwendet habe, das Teil zu
reverse engineeren (das Datenblatt des verbauten Displays, SHARP
LQ065T5AR01 war dabei sehr hilfreich), will ich an dieser Stelle die
Welt an den Ergebnissen teilhaben lassen:
Vorweg: Das Schöne an diesem Gerät ist, daß die ganze Verbindung zum
Navi-Rechner ausschließlich auf Analogsignalen und statischen
Digitalsignalen basiert. Es wird KEIN serielles Protokoll (mit Ausnahme
der Fernbedienung natürlich) verwendet.
Die Belegung des 15-poligen D-Sub-Steckers:
Pin Signal
1 Video analog ROT-Komponente
2 Video analog GRÜN-Komponente
3 Video analog BLAU-Komponente
4 Video Signalmasse (unbedingt mit Pin9+15 verbinden!)
5 Composite Sync (Details siehe Display-Datenblatt)
6 Einschaltsignal (5V, low-aktiv, auf GND ziehen = ein)
7 +12V für interne 5V-Schiene (Logik) und Tastenbeleuchtung
8 Umschaltung PAL/NTSC (5V, für NTSC auf GND ziehen)
9 GND (intern mit Pin 15 verbunden)
10 nicht verbunden
11 nicht verbunden
12 nicht verbunden
13 +12V für interne 8V-Schiene (Display und Backlight)
14 Aktiviert Rückfahrkamera-Modus (5V, auf GND ziehen = aktiv)
15 GND (intern mit Pin 9 verbunden)
Der ISO-Stecker Kammer B:
Pin Farbe Signal
5 schwarz Lautsprecher +
6 weiß Lautsprecher -
Es gibt leider nur einen Lautsprecher, und das ist ein winziger Quäker.
Also nur für die Ansagen der Navitante brauchbar, kein Stereo, keine
Musik.
Die Kammer C des ISO-Steckers:
Pin Farbe Signal
11 schwarz Fernbedienungssignal (Bitstrom direkt vom IR-Empfänger)
12 weiß Masse für Fernbedienungssignal
15 rot Ausgang für Quellenumschaltung (5V = Extern, 0V = Navi)
16 blau Statuseingang für ext. Quelle (5V, auf GND = vorhanden)
Die Logik der Quellenumschaltung ist etwas verknotet:
Es gibt nur einen Satz Eingangssignale (R, G, B, CSync), die Umschaltung
selbst erfolgt im Navigationsrechner bzw. der FBAS-Konverterbox.
Folgende Fälle sind zu unterscheiden:
a) Wenn weder die Rückfahrkamera aktiv ist (Pin 14 im D-Sub nicht auf
GND gezogen) noch eine externe Quelle verfügbar ist (Pin 16 im
ISO-C-Stecker nicht auf GND gezogen), wird immer das Bild der Navigation
dargestellt, der Monitor zieht also Pin 15 im ISO-C-Stecker auf GND. Die
Tasten MODE und SRC sind in diesem Zustand funktionslos, das Navi-Bild
hat immer das Format 16:9 und es kann nicht auf inaktive Quellen
umgeschaltet werden.
b) Wenn die Rückfahrkamera aktiv ist (Pin 14 im D-Sub auf GND gezogen),
so wird zum einen auf die externe Quelle geschaltet (Pin 15 im
ISO-C-Stecker wird von einem 1k-Pullup auf 5V gezogen) und weiterhin das
Signal im Monitor horizontal gespiegelt, so daß das Bild wie in einem
klassischen Rückspiegel seitenverkehrt ist.
c) Ist eine externe Signalquelle verfügbar (Pin 16 im ISO-C-Stecker auf
GND gezogen), so geschieht zunächst noch nichts. Aber jetzt kann durch
Drücken von SRC jederzeit auf die externe Quelle um- und
zurückgeschaltet werden. Ist die externe Quelle selektiert, so zieht der
Monitor Pin 15 im ISO-C-Stecker auf 5V, ansonsten auf GND. In dieser
Betriebsart wird das Bild natürlich nicht gespiegelt.
Sowohl im Zustand b (Rückfahrkamera) wie auch im Zustand c (externes
Signal) kann mit der MODE-Taste das Seitenverhältnis zwischen 4:3 und
16:9 (Letterbox und anamorph, also insgesamt drei Modi) umgeschaltet
werden. Mit der SRC-Taste kann jederzeit auf das Navibild umgeschaltet
werden (dann wird Pin 15 im ISO-C-Stecker vom Monitor auf GND gezogen),
und wieder zurück. Die Rückfahrkamera hat aber immer gegenüber der
externen Signalquelle Priorität, es kann also bei aktiver Kamera nicht
auf den externen Eingang (wohl aber auf das Navi) umgeschaltet werden.
Die Umschaltung zwischen der Rückfahrkamera und der externen Videoquelle
muß extern erfolgen, der Monitor hat ja nur einen Satz Eingänge.
Die Umschaltung PAL/NTSC ist von dieser Kombinatorik übrigens
entkoppelt, aber nicht jeder Zustand ist sinnvoll, die Navigation ist
nämlich immer PAL, und die Rückfahrkamera hat auch ihren festen Standard
(wohl meistens PAL).
Zwei Goodies noch: Drück man gleichzeitig Helligkeit+ und Kontrast+, so
wird die Tastenbeleuchtung heller, drückt man Helligkeit- und Kontrast-,
so wird sie dunkler. Die Tastenbeleuchtung ist auch aktiv, wenn der
Monitor nicht per Pin 6 im Sub-D-Stecker eingeschaltet ist. Mit dem
mittigen blauen Knopf kann man den Monitor ausschalten. Dann ist nur die
Tastenbeleuchtung aktiv, die Navigation quasselt aber weiterhin "im
Dunkeln" vor sich hin. Gleichzeitiges Drücken von Helligkeit- und
Kontrast+ stellt alle Einstellungen (Helligkeit, Kontrast,
Tastenbeleuchtung, Formatumschaltung) wieder auf Defaultwerte.
So, ich hoffe jetzt ist alles Wissenswerte zu diesem Display gesagt...